Cry of Fear (wörtliche deutsche Übersetzung: Schrei der Angst) ist ein Survival-Horror-Computerspiel sowie eine Modifikation für das im Jahr 1998 erschienene Computerspiel Half-Life. Die Mod wurde von dem schwedischen Spieleentwickler-Team Team Psykskallar, bestehend aus Andreas Rönnberg und James Marchant, am 23. Februar 2012 offiziell veröffentlicht.PC Games: Rönnberg entwickelte bereits den Vorgänger Afraid of Monsters.

Cry of Fear erhielt im Jahr 2012 mehrere Auszeichnungen von Mod DB, darunter die der Hauptkategorie Bestes Einzelspieler-Spiel des Jahres und den Community Award. Auch in den Vereinigten Staaten stieß die Mod auf großes Interesse, sodass sie auf der Videospielplattform Steam zum Greenlight-Titel gewählt wurde und seitdem dort angeboten wird.steamcommunity.com: Cry of Fear Im November 2012 erschien zudem eine App für das IPhone, jedoch wird diese von Nutzern des offiziellen Forums als „Fake“ gebrandmarkt, da diese App nichts mit der eigentlichen Mod zu tun hat. Auch wurde spekuliert, ob die Entwickler der Mod eine Klage gegen Apple wegen Urheberrechtsverletzung erheben würden.cry-of-fear.com: Topic: Cry Of Fear iOS fake release?

In Cry of Fear übernimmt der Spieler die Rolle des 19-jährigen Simon Henriksson, der sich eines Nachts auf den Straßen der Stadt Fäversholm wiederfindet, einen Weg nach Hause zu finden versucht und sich dabei Monstern und anderen Gefahren stellen muss. Im Laufe des Spiels erschließen sich dem Spieler mehr und mehr die Hintergründe von Simons Situation. Ebenso hat der Spieler durch bestimmte Entscheidungen im Spiel die Möglichkeit, das Ende des Spiels und somit auch Simons Schicksal zu beeinflussen.

Entwicklung mini|Einer der Orte im Spiel, der auf einem realen Ort in Stockholm basiert, ist ein Areal im U-Bahnhof Hansson Square im vierten Kapitel, welches der Station T-Centralen nachempfunden ist. Die Entwicklung von Cry of Fear wurde von Team Psykskallar übernommen, welche bereits die Mods Afraid of Monsters (ebenfalls ein Half-Life-Mod) und Resident Evil: Cold Blood entwickelten. Die Produktion von Cry of Fear dauerte dreieinhalb Jahre.hlportal.de: Half-Life Mods - Cry of Fear: Wer will sich gruseln? Die Mod verwendet die Goldsource-Engine wie auch Half-Life. Insgesamt wirkten neben Andreas Rönnberg zehn weitere Entwickler bei der Erstellung des Konzeptes und der Mod-Entwicklung mit.

In einem Videocast und in den im Spiel freischaltbaren Entwicklerkommentaren geben Andreas Rönnberg und James Marchant preis, dass manche Handlungsorte in Cry of Fear auf realen Plätzen in Stockholm basieren, darunter dem Stadtpark, der U-Bahn und leerstehenden Wohnungen.

Seit dem 23. April 2013 kann das Spiel kostenfrei bei Steam heruntergeladen werden. Dies wurde möglich, da Fans der Mod in der Community für dieses Spiel gestimmt hatten. Seit der Veröffentlichung auf Steam kann Cry of Fear gespielt werden, ohne das eigentliche Hauptspiel, Half-Life, installiert haben zu müssen. Laut PC Games stellt Cry of Fear zwar eine Total Conversion von Half-Life dar, allerdings ohne auf bekannte Elemente des Hauptspiels zurückzugreifen. Deswegen betrachtet die Homepage PC Games Cry of Fear als eigenständiges Spiel.PC Games: Cry of Fear: Total Conversion von Half-Life ab heute auf Steam erhältlich - Launch-Trailer veröffentlicht

Im Gegensatz zur Mod-Version zeigt die Standalone-Version beim Start einen Warnhinweis für den Spieler an, der vor den Inhalten des Spiels warnt.

Handlung Prolog

Der 19-jährige Simon Henriksson spaziert eines Nachts alleine durch die Stadt Fäversholm. Auf einmal bemerkt er einen verletzten Mann, der um eine Ecke gekrochen kommt. Simon versucht dem Verletzten zu helfen, als in einiger Entfernung ein Auto plötzlich seinen Motor startet und ungebremst in die beiden Männer hineinrast.

Haupthandlung Die Haupthandlung teilt sich in sieben bzw. acht „Chapters“ (dt. „Kapitel“) auf.

Einleitunglevel Die erste Möglichkeit, Simon zu steuern, erhält der Spieler in einem stockfinsteren Gebäude. Simon ist mit einer Fotokamera ausgestattet und fotografiert bestimmte Ziele. Nach einiger Zeit taucht aus der Dunkelheit ein schreiendes Gesicht auf und dieser Abschnitt des Spiels endet.

Chapter 1: Lost in a City Simon erwacht am Abend in einer Gasse von Fäversholm. Das Einzige, woran er sich erinnern kann, ist die Autokollision. Simon begibt sich aus der Gasse heraus und irrt ziellos durch die Straßen der Stadt, wobei er nur sein Handy und ein Messer zur Verfügung hat. Nach einiger Zeit bemerkt er, dass etwas mit der Stadt nicht stimmt. So wird er mit Monstern konfrontiert, die ihm nach dem Leben trachten. Zudem ist er wohl der einzige Mensch in Fäversholm, bis auf einen Mann, der Simon mittels SMS in ein Apartmenthaus lockt, vom Protagonisten jedoch nur noch tot aufgefunden wird. Nachdem Simon Sawer, den ersten Endgegner, besiegt hat, trifft er auf einen Doktor mit einer Gasmaske, der sich gegenüber Simon jedoch sehr scheu verhält.

Chapter 2: Who is that Doctor? Simon setzt seine Reise durch das nun nächtliche Fäversholm fort. Nach einiger Zeit trifft er erneut auf den Doktor, der einen anderen Mann gekreuzigt und enthauptet hat. Der Protagonist kann den Arzt jedoch nicht zur Rede stellen, da dieser flieht und Simon mit Mace, dem zweiten Endgegner, zurücklässt. Nach Maces Tod wird Simon zum ersten Mal mit einer Psychose konfrontiert, die sich in mehreren Armen äußert, die aus dem Boden heraus nach ihm greifen, als er gerade einen Gang entlangläuft. Dieses Ereignis erschüttert den jungen Mann zutiefst und er entscheidet sich, so schnell wie möglich die Stadt zu verlassen.

Chapter 3: The City is not Safe An einem Punkt seiner Reise begegnet Simon auf dem Dach eines Hauses Sophie, einer ehemaligen Mitschülerin. Nach einem langen Gespräch mit ihr, in dem Sophie Simon gesteht, dass sie sich von allen Menschen missverstanden fühle, begeht sie Suizid. Im Anschluss muss Simon gegen Carcass, den dritten Endgegner, kämpfen. Jedoch besteht auch die Möglichkeit von Carcass zu fliehen, was jedoch das Handlungsende beeinflusst (siehe hierfür den Abschnitt Enden).

Chapter 4: Drowned in Sorrow Simon beschließt, mit der U-Bahn in die Vorstadt zu fahren, um seine Mutter in Sicherheit zu bringen. Da der Zugverkehr jedoch lahmgelegt ist, begibt er sich auf eine Reise durch die U-Bahn-Schächte, um die nächste Station zu erreichen. Als der Protagonist am Zielort ankommt, bemerkt er dort den Doktor, der erneut einen Mann getötet hat. Simon fasst den Entschluss, den Arzt zu verfolgen. Jedoch endet dieses Vorhaben für Simon in einer weiteren Psychose, aus der er nur glimpflich entkommen kann.

Chapter 5: Leaving this for Good Simon setzt sich in einen Zug und fährt in Richtung Kirkville, um seine Mutter zu retten. Während der Fahrt lässt er sich alles bisher erlebte noch einmal durch den Kopf gehen, ohne jedoch herausfinden zu können, was in Fäversholm los ist. Als Simon ein Geräusch hört, erkundet er den Zug und findet dabei einen Fuß, den er in einen Koffer mit der Aufschrift “I WANT MY FEET BACK” (dt. „ICH WILL MEINE FÜSSE ZURÜCK“) legt. Daraufhin entgleist der Zug und droht in einen Abgrund zu stürzen.

Chapter 6: It’s not Over yet Simon gelingt es, mit letzter Kraft aus dem Wagon zu entkommen. Ohne Waffen und Handy muss er durch einen Wald zurück nach Hause finden. In einer stillgelegten Irrenanstalt trifft Simon auf den Doktor, welcher hinter einem verriegelten Gittertor steht und auf ihn zu warten scheint. Er verspricht Simon, dass er das Tor öffnen werde, wenn dieser ihm eine geladene Waffe bringe, die in dem Gebäude versteckt ist. Simon willigt ein und bringt dem Doktor die Waffe, wobei der Spieler – ähnlich wie bei der Entscheidung, ob er gegen Carcass kämpfen möchte – entscheiden kann, ob der Arzt die Pistole erhalten soll. Der Doktor verpasst Simon einen Schuss in den Oberarm, nachdem er dem Protagonisten den Schlüssel ausgehändigt hat. Anschließend verschwindet der Mediziner auf den Dachboden. Der Arzt stirbt kurz darauf, da Simon ihn nach einem Feuergefecht tötet. In einem Flashback sieht man den im Rollstuhl sitzenden Simon bei einem Gespräch mit seinem Psychologen, Doktor Purnell. Dieser schlägt ihm eine neue kognitive Behandlungsmethode vor: Er soll in einem Buch seine Emotionen sowie seine derzeitige Stimmung niederschreiben, um sein Trauma zu überwinden.

Chapter 7: Only Safe at Home Der Morgen ist angebrochen und Simon schafft es, aus dem Wald zu entkommen und Kirkville zu erreichen, wo er und seine Mutter wohnen. In seinem Haus angekommen findet er anstelle seiner Mutter nur sein Tagebuch. Mit dem Fund endet die von Simon in seinem Buch niedergeschriebene Geschichte. Simon ist seit dem Autounfall querschnittgelähmt und hat im Buch seine Psychosen und Depressionen zum Ausdruck gebracht. Im Anschluss folgt der – je nach den Entscheidungen des Spielers bei Carcass und beim Doktor – endgültige Kampf gegen den im Rollstuhl sitzenden „Sick Simon“ oder den „Book Simon“.

Chapter 8: My Life Ends Here Hierbei handelt es sich um ein Zusatzkapitel, das nur unter bestimmten Bedingungen (siehe unter dem Abschnitt Enden) verfügbar ist. In diesem Kapitel kämpft Simon gegen den „Sick Simon“ und tötet ihn.

Außerhalb des Buches bedeutet das, dass der reale Simon Henriksson Suizid begeht.

Enden Je nach Verlauf der Story kann der Spieler vier verschiedene Enden erreichen. Diese sind abhängig von der Entscheidung des Spielers Carcass zu töten und dem Doktor die Waffe zu besorgen, um die er bittet.

Im ersten Ende (es wird erreicht durch Carcass’ Verschonung und dem Misstrauen in den Doktor in der Klinik im Wald) schlägt die Therapie fehl und Simon entwickelt einen Hass auf die Welt. Er bringt Doktor Purnell in dessen Apartment um, da sein Rat, das Buch zu schreiben, einen negativen Effekt auf Simons Heilung hatte und ihn auf den Weg in die „Selbstzerstörung“ führte. Auch Sophie wird von ihm umgebracht. Nachdem er das Buch abgeschlossen hat, begeht er Suizid. Die Leichen werden später von der Polizei entdeckt.cry-of-fear.com: What the FUCK is going on? (Spoiler-Alarm)

Im zweiten Ende (es wird erreicht, wenn der Spieler Carcass verschont und dem Doktor in der Klinik die von ihm gewünschte Waffe aushändigt) zeigt Simon Respekt für die Bemühungen Purnells, ihm helfen zu wollen, kommt aber zu dem Schluss, dass sein Leben nutzlos sei. Er erkennt sich als unfähig, mit anderen Menschen zu leben und Probleme zu lösen. Er bringt Sophie in seinem Apartment um und begeht anschließend Selbstmord.

Das dritte Ende (hier muss der Spieler Carcass töten, aber dem Doktor in der Klinik nicht seine Waffe geben, um es freizuschalten) ist diametral zum zweiten. Er bringt Purnell in dessen Apartment um, verschont jedoch Sophie. Nachdem er eine Notiz verfasst hat, in der er Sophie die einzige Person in seinem Leben nennt, die ihm helfen konnte, begeht er Selbstmord durch einen Kopfschuss.

Das vierte und „gute“ Ende wird erreicht, wenn der Spieler Carcass umbringt und dem Doktor in der Klinik die von ihm gewünschte Waffe aushändigt. Er bringt weder den Doktor noch Sophie um und begeht auch keinen Selbstmord. Er realisiert, dass er eine Psychose durch seine Panikstörung erlitten hat. Es wird gezeigt, dass Simon während des psychotischen Anfalls statt seines imaginierten Ichs zwei Polizisten erschossen hat. Er wird aufgrund einer diagnostizierten Psychose lebenslang in eine Heilanstalt eingewiesen, wo er von Doktor Purnell psychologisch betreut wird, wofür er sehr dankbar ist. Auch erwähnt Simon, dass Sophie ihn regelmäßig in der Klinik besuche. Des Weiteren berichtet er, dass Sophie einen neuen Freund gefunden habe und beiden viel Glück wünsche.