mini|Zentrale Wiese im Sarphatipark Der Sarphatipark liegt im Herzen des Stadtviertels de Pijp, südlich des Centrums von Amsterdam, und hat eine oblongförmige, westsüdwest-nordnordost orientierte Grundfläche von etwa 4,5 Hektar. Der Park wurde nach dem jüdischen Amsterdamer Armenarzt, Städtebauer, Brotfabrikanten, Wohltäter und Philanthropen Samuel Sarphati (1813–1866) benannt. Sarphati wurde im Jahr 2025 anlässlich der 750-Jahr-Feiern der Stadt Amsterdam durch die Leser der Amsterdamer Tageszeitung Het Parool zum größten Amsterdamer aller Zeiten () gewählt.Bakker, van de Poll, van Oudheusden, S. 55Sarphatipark. In: Gemeente Amsterdam, abgerufen am 30. Oktober 2025 (niederländisch).

Geschichte

Nach 1850 wurde von der Gemeinde Amsterdam der Beschluss gefasst, zwischen dem Fluss Amstel und der Wetterung Boerenwetering ein großes Wohnviertel mit dem Namen De Pijp anzulegen. Der städtische Architekt van Niftrik bekam den ersten Auftrag, einen Plan hierfür zu entwerfen. Wo der heutige Park liegt, hatte van Niftrik einen Hauptbahnhof vorgesehen. Der endgültige Entwurf wurde von dem Architekten J. Kalff aufgestellt, der in der Mitte des Viertels einen Park plante. 1877 hatte die Gemeinde den Plan von Kalff genehmigt und der Bau des Wohnviertels mit einer Parkanlage konnte realisiert werden. Van Niftriks ursprüngliche Idee, den Park im Stil eines Englischen Landschaftsgartens zu gestalten, wurde akzeptiert.

1888 bekam der Park seinen offiziellen Namen: Sarphatipark. Samuel Sarphati zu Ehren, der als Erster den Gedanken hatte, einen Park in dem späteren Wohnviertel anzulegen, wurde in der Mitte des Parkes ein Monument errichtet. Zur Zeit Sarphatis war das Gebiet ein ausgestrecktes Weideland. Lediglich in der Gegend der später angelegten Straße Albert Cuypstraat gab es eine Holzsägemühle, einige Landhäuser sowie eine Herberge.

Ab 1887 entstanden luxuriöse Häuser und Wohnungen mit hohen Mieten rund um die Parkanlage. Um diese bezahlen zu können, vermieteten die Bewohner Räumlichkeiten an Prostituierte. De Pijp war zu dieser Zeit bekannt für das Gewerbe. 1902 wurden Bordelle verboten und 1911 kamen neue Sittengesetze, wodurch die Prostitution in dem Viertel abnahm.

mini|Samuel-Sarphati-Monument Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg erhielten u. a. alle nach Juden benannten Straßen und Plätze neue Namen. Der Sarphatipark wurde im August 1942 nach dem Philosophen Gerard Bolland in Bollandpark umbenannt. Außerdem wurde Sarphatis Büste vom Samuel-Sarphati-Monument entfernt. Nach der Befreiung wurde am 18. Mai 1945 die Namensänderung umgehend rückgängig gemacht und die Büste wieder aufgestellt.

Im Jahr 2022 wurde der Park umfassend erneuert. Der Schwerpunkt der Arbeiten lag auf der Verlegung eines neuen Rasens mit Drainage und der Neugestaltung der Wege sowie auf Pflasterarbeiten und Neuanpflanzungen. Die festliche Wiedereröffnung wurde am 8. Oktober 2022 im Rahmen einer Veranstaltung der Vereniging Sarphatipark () begangen.

Der Sarphatipark verfügt über einen Spielplatz und einen Spielwald. Außerdem gibt es Plätze für Volleyball, Basketball und Tischtennis.

Es gibt mehrere monumentale Bäume im Park: zwei Ahornblättrige Platanen (Platanus × hispanica), eine Silber-Weide (Salix alba), eine Kaukasische Flügelnuss (Pterocarya fraxinifolia) und eine Trauerweide [Salix × sepulcralis].

ÖPNV Der Sarphatipark ist u. a. durch die Straßenbahnlinie 25 in den Öffentlichen Personennahverkehr der Stadt Amsterdam eingebunden.

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

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