Saalfelden am Steinernen Meer (meist kurz Saalfelden) ist eine Stadt im österreichischen Bundesland Salzburg und ist der Zentralort des Pinzgauer Saalachtals. Die Gemeinde liegt rund 14 km nördlich der Bezirkshauptstadt Zell am See. Mit Einwohnern (Stand ) ist Saalfelden die bevölkerungsreichste Stadt des Bezirks Zell am See und nach Salzburg und Hallein die Stadt mit der dritthöchsten Bevölkerung im Bundesland Salzburg.

Geografie mini|Saalfeldner Becken Saalfelden am Steinernen Meer liegt auf 748 Meter Seehöhe und umfasst  Quadratkilometer.

Den größten Anteil der Gemeindefläche nimmt das Saalfeldner Becken ein, welches eingebettet ist zwischen dem Steinernen Meer im Norden den Leoganger Steinbergen und dem Biberg im Westen sowie dem Hochkönig-Massiv und den Dientener Bergen im Osten. Gegen Süden ist das Becken weitläufig gegen das Zeller Becken des Zeller Sees und der Salzach offen und ermöglicht den Blick auf die Hohen Tauern, insbesondere auf das Kitzsteinhorn und das Wiesbachhorn. Die beiden Becken sind durch eine landschaftlich kaum erkennbare Talwasserscheide getrennt. Diese Talung ist eines der größten inneralpinen Becken.

Der Hauptfluss des Beckens ist die Saalach. Diese entspringt im hinteren Glemmtal, tritt südlich von Saalfelden in das Becken ein und durchfließt es von Süd nach Nord. Der das Stadtgebiet Saalfeldens in Ost-West-Richtung durchfließende rechte Nebenfluss der Saalach ist die Urslau und als linker Nebenfluss ergießt sich von Westen kommend die Leoganger Ache in die Saalach. Zudem existieren einige kleinere Nebengewässer.

Mitten im Becken liegt die gut 100 m hohe Erhebung des Kühbichls (Kühbühel).

Der einzige See im weitläufigen Becken ist der künstlich angelegte und zu Freizeitzwecken genutzte Ritzensee. Etliche weitere, ebenfalls künstlich angelegte Teiche dienen in erster Linie der Fischerei und dem Tourismus.

Gemeindegliederung Das Saalfeldner Becken war bereits in der Bronzezeit und auch nach dem Zuzug bajuwarischer Einwanderer mehr oder weniger stark besiedelt. Eine Siedlung oder Ortschaft zu jener Zeit ist aber nicht in der Dimension vorzustellen, wie sich Dörfer oder Orte heute präsentieren. Zu einer damaligen Ortschaft ist auch allein ein einzelner Bauernhof bestehend aus Stall, Scheune und Wohnhaus zu zählen. So ist erklärlich, dass sich im Saalfeldner Becken, im Saalfeld, viele Orte bildeten.

Saalfelden entwickelte sich im Laufe der Zeit zum Zentralort; die kleinen, umliegenden Ortschaften wurden eingemeindet und zählen heute zum Stadtgebiet. Manche davon sind bereits so mit dem Stadtgebiet verwachsen, dass sie als einst eigene Ansiedlungen nicht mehr erkenntlich sind. Diese 35 nunmehr eingemeindeten Ortschaften sind (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Die Stadt Saalfelden umfasst neun Katastralgemeinden (Fläche Stand ):

Nachbargemeinden Die Nachbargemeinden von Saalfelden sind:

Die im Nordosten von Saalfelden gelegene Gemeinde Schönau am Königssee befindet sich im bayerischen Landkreis Berchtesgadener Land.

Geschichte Frühgeschichte und Antike

Erste Funde im Saalfeldner Becken stammen aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. Aus dieser Epoche (Jungsteinzeit) stammt jene im Jahr 1891 ausgegrabene Steinaxt mit gebohrtem Stielloch, deren Fundort aber nicht aufgezeichnet und überliefert wurde. Kupfervorkommen waren für die damalige Zeit in dieser Region ausreichend vorhanden und entsprechende Abbaustellen lassen sich noch heute nachweisen.

Aus der folgenden Älteren Eisenzeit sind kaum Funde vorhanden, was darauf schließen lässt, dass die Besiedelung des Saalfeldner Raumes zurückging. Erst in der jüngeren Eisenzeit (2. bis 1. Jahrhundert v. Chr.) ist eine starke Zunahme der Besiedelung feststellbar. Damals siedelten die Kelten im Pinzgau. Aus dieser Epoche stammt der berühmte „Hirsch vom Biberg“, eine Bronzeplastik in Form eines sitzenden Hirschen. Neuesten Erkenntnissen zufolge muss der Ort seiner Herstellung nicht unbedingt mit der Fundstätte übereinstimmen. Man ist sich aber sicher, dass die Arbeit aus der Zone nördlich der Alpen stammt.

Aus römischer Zeit ist sehr wenig überliefert. Lediglich Namen und Bezeichnungen lassen auf einen starken Einfluss der römischen Kultur schließen. So stammen Benennungen wie Bisontio (wovon sich Pinzgau ableitet) oder Marcon (das heutige Marzon) wohl aus dieser Epoche.

Mittelalter Ab dem 7. Jahrhundert ergriffen bajuwarische Zuwanderer vom Saalfeldner Becken Besitz. Die Ortsnamenendungen -ing oder -ham belegen die frühe Landnahme durch diese Volksgruppe. In der Folge fand eine Vermischung der romanischen Bevölkerung mit den Bajuwaren statt. Auffällig ist, dass die Namensgebungen von Orten oder Gewässern im Talboden verstärkt auf die bajuwarische Besiedlung schließen lassen, wogegen die romanischen Ausdrücke verstärkt am Alpen- bzw. Beckenrand vorkommen.

Im 8. Jahrhundert wurde das älteste Güterverzeichnis der Salzburger Kirche angelegt. Mit diesen Aufzeichnungen wurde die Bedeutung des Salzburger Gründerheiligen Rupert als Apostel der Bayern dokumentiert. Dieses Güterverzeichnis bringt auch die erste schriftliche Nachricht über Saalfelden und den Pinzgau. Darin wird berichtet, dass ein Priester namens Boso gewisse Ländereien an Orten im „Salzburggau“ (Saalfelden, Zell am See, Wals) übergeben hatte. Saalfelden ist namentlich genannt, ebenso der Fluss Saalach: „in Bisoncio, quod nunc Pinzgo dictur atque ad Salvet super Sala“ („in Bisoncium, das nun Pinzgau genannt wird, sowie nach Saalfelden an der Saalach“).

Später wurde das damalige Bayern ins „Frankenreich“ eingegliedert und die fränkische Grafschaftsverfassung eingeführt. Im Pinzgau wurden zwei Grafschaften eingerichtet, von denen die Grafschaft im Oberpinzgau dem jetzigen Gerichtsbezirk Mittersill entsprach und die Grafschaft Mitter- und Unterpinzgau den übrigen Teil des heutigen politischen Bezirkes Zell am See umfasste.

Für das Jahr 930 ist überliefert, dass ein gewisser Graf Dietmar Besitztümer in Saalfelden hatte. Sein (wahrscheinlicher) Sohn, der Edle Dietmar, übergab an Erzbischof Hartwig (991–1023) im Tauschgeschäft die Ländereien in und um Saalfelden. Damit war der Grundstein gelegt, der Saalfeldens Entwicklung zum Ort und Markt ermöglichte.

Das 11. und 12. Jahrhundert kann man als die Zeit der „Herren von Saalfelden“ bezeichnen.

Im Jahr 1228 erwarb Erzbischof Eberhard II. (1200–1246) durch ein Tauschgeschäft mit Bayern den heutigen Pinzgau. Saalfelden wurde in der Übergabsurkunde noch als eigenständige Beckenlandschaft, das Salfeld, und nicht als Ort genannt. 1290 verlor Gebhard von Felben die Burg Lichtenberg an den Erzbischof und darauffolgend wurde 1294 ein erzbischöfliches Landgericht Saalfelden gebildet.

Um die Mitte des 14. Jahrhunderts wurde Saalfelden erstmals als Marktort genannt. 1418 wurde das Landgericht Saalfelden mit der Verwaltung der Burg Lichtenberg zusammengelegt und es wurde das Pfleggericht Lichtenberg dem Pfleger (Verwalter) der Burg unterstellt.

Neuzeit Die weitere Geschichte ist sehr stark mit der Kirche verbunden. Auch den Pinzgau erreichte gegen Ende des 16. Jahrhunderts der Hexenwahn, der Glaube an Teufelspakt und an Zauberei. Als eine der ersten Folterungen fand 1565 in Saalfelden die Verbrennung einer angeblichen Zauberin statt. Der Schwerpunkt der Hexenverfolgung im Pinzgau verlagerte sich aber sodann in das Pfleggericht Mittersill. Diese Verfolgungen währten weit ins 18. Jahrhundert hinein.

Saalfelden wurde in der Folge zu einer aufmüpfigen Gemeinde. Schon 1801, nachdem der letzte regierende Salzburger Erzbischof nach Wien ins Exil gegangen war, hatten sich die Saalfeldner Bauern unter Hinweis auf das Fehlen eines Landesfürsten geweigert, von ihrem Holzbezug das übliche Stockrecht und Forstgeld zu bezahlen. 1811 wird berichtet, dass aus einer Forderung von 1000 Gulden lediglich 300 Gulden bezahlt wurden.

Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert erlebte Saalfelden als Marktort eine lang andauernde Rezession in seiner wirtschaftlichen Entwicklung. Die Handelswege hatten sich verändert. Der Haupthandel verlief nun über den Pongau und Lungau zur erzbischöflichen Residenzstadt Salzburg. Die Markttage, die bereits aus dem 14. Jahrhundert stammten, wurden immer wichtiger. Als Markttag für Saalfelden wurde der Dienstag bestimmt.

19. Jahrhundert Während der Napoleonischen Kriege kam es zur weitgehenden Selbstverwaltung in Gemeindeangelegenheiten.

1811 vernichtete ein Brand den gesamten Markt, bei dem 107 Häuser und die Kirche in nur vier Stunden zu Schutt und Asche wurden. Über 800 Menschen wurden obdachlos. Aus allen Orten Salzburgs und auch aus Bayern kamen Spenden und Hilfsgüter, die den Wiederaufbau ermöglichten. Dieser Brand führte zu den ersten Brand- und Bauvorschriften.

1816 kam Salzburg (und damit auch Saalfelden) nach neuerlich sechsjähriger Zugehörigkeit zu Bayern wieder zu Österreich. 1850 bis 1854 war Saalfelden Sitz der Bezirkshauptmannschaft. 1864 wurde die neue Salzburger Gemeindeverordnung erlassen, unter anderem: Die Grundfeste des freien Staates ist die freie Gemeinde!. Saalfelden konnte davon profitieren.

1875 erhielt Saalfelden einen Eisenbahnanschluss mit eigenem Bahnhof. Diese Zeit kann auch als die Geburtsstunde der Saalfeldner Sozialdemokratie angesehen werden. Bereits 1901 waren bei einer Reichsratswahl in Saalfelden zwei Drittel der abgegebenen Stimmen sozialdemokratisch.

1899 wurde die Marktwasserleitung errichtet. Vorher hatten zwölf öffentliche Brunnen und 20 Privatbrunnen die Häuser versorgt.Chronik Saalfelden, Band 1.

20. Jahrhundert bis heute Um die Zeit der Wende zum 20. Jahrhundert war es noch üblich, dass nur ein „Bürger“ auch das Amt des Bürgermeisters innehaben konnte. Die Liste der Saalfeldner Bürger umfasste am Stichtag 5. Dezember 1896 genau 63 Männer.

1891–1912 Bürgermeister: Josef Eberhart (1849–1912)

Eberhart führte Saalfelden in das 20. Jahrhundert. Bereits im Jahr seiner Amtseinführung wurde auf seine Initiative hin die „Sparkasse der Marktgemeinde Saalfelden“ gegründet. Er war hauptverantwortlich dafür, dass 1899 die erste Wasserleitung aus dem Kalmbach errichtet wurde. 1905 wurde in Bachwinkl mit dem Bau eines Elektrizitätswerkes begonnen. Damit konnten die Straßenbeleuchtung wesentlich verbessert und die Öllichter verdrängt werden. 1906 wurde eine neue Schule eingeweiht. 1910 hatte Saalfelden bereits 5589 Einwohner. Bürgermeister Eberhart verstarb am 5. Februar 1912.

1912–1919 Bürgermeister: Johann Eiböck (1870–1945)

Nach dem Tod seines Vorgängers wurde Johann Eiböck am 16. Februar 1912 von der Bürgerversammlung in das Bürgermeisteramt gewählt. Die Beschwerlichkeiten des Ersten Weltkrieges prägten das Gemeindeleben in dieser Zeit, was zahlreiche Protokolle von Gemeindeausschuss-Sitzungen aus diesen Jahren belegen. Saalfelden wurde von akuter Wohnraumnot geplagt. Der Zuzug von Menschen in den Markt war wesentlich stärker als Wohnraum geschaffen werden konnte.

In diese Zeit fällt der Erwerb des sogenannten „Wagner-Hartl-Anwesens“ und damit die Erbauung des Gemeindehauses an seinem heutigen Platz. Eine Art „Baulandsicherungsmodell“ wurde eingeführt. Die Gemeinde verkaufte Grundstücksteile aus dem erworbenen Anwesen und die Käufer mussten sich verpflichten, diese nicht teurer weiterzuverkaufen. Auch ein Kindergarten wurde errichtet.

Während der Kriegsjahre herrschte große Not. Die Gemeindearbeit wurde fast ausschließlich auf das Überlebensnotwendige reduziert. Mit Ende des Ersten Weltkrieges endete die österreichische Monarchie, die Erste Republik wurde ausgerufen und überall wurden Parlamente gewählt. Am 6. April 1919 gab es die ersten Landtagswahlen in Salzburg.

1919–1934 Bürgermeister: Josef Riedler (1873–1965)