mini|Pont du Gard, Frankreich: nach der Funktion ein Aquädukt, nach dem Tragwerk eine Bogenbrücke und nach dem Material eine Steinbrücke Eine Einteilung von Brücken kann technisch nach unterschiedlichen Kriterien erfolgen: nach Funktion, Tragwerk, Dauerhaftigkeit des Überganges, Größe der Brücke, Art des überwundenen Hindernisses oder Spannweite.

Einteilung nach Funktion Brücken sind oft Bauwerke, die eine Straße, einen Schienenweg oder Leitungen tragen. Danach können sie weiter unterteilt werden. Die jeweilige Unterteilung ergibt sich aus dem in der Baugeschichte genannten Hauptzweck des Bauwerks.

BezeichnungBildBeschreibungStraßenbrücke Autobahnbrückerahmenlos|zentriertStraßenbrücken sind Bauwerke, die eine Straße tragen. Die Autobahnbrücken, die Autobahnen tragen, gehören zu den Straßenbrücken.Eisenbahnbrückerahmenlos|zentriertEisenbahnbrücken tragen Eisenbahnen oder Straßenbahnen.Fußgängerbrückerahmenlos|zentriert rahmenlos|zentriertEine Fußgängerbrücke (in der Schweiz auch Passerelle) trägt einen Fußweg für Fußgänger, in vielen Fällen zusätzlich einen Radweg.Aquäduktrahmenlos|zentriertEin Aquädukt trägt einen Wasserkanal oder eine Wasserleitung, wobei der Begriff manchmal das ganze System zum Transport des Wassers bezeichnet, also auch die Teile, die nicht auf einer Brücke liegen. Die Begriffe Oledukt und Gasodukt bezeichnen hingegen immer nur das ganze Bauwerk zum Transport von Öl respektive Gas und nicht nur eine Brücke.Kanalbrückerahmenlos|zentriertEine Kanalbrücke bezeichnet ein Bauwerk, das einen Schifffahrtskanal trägt.Rollwegbrückerahmenlos|zentriertEine Rollwegbrücke oder Rollbahnbrücke für Flugzeuge ermöglicht Flughäfen eine Erweiterung über Straßen hinweg, Beispiel hierfür ist die Rollbahnbrücke am Flughafen Frankfurt.Grünbrücke Wildbrückerahmenlos|zentriertEine Grünbrücke bezeichnet eine Verbindung von Lebensräumen der Natur in besiedelten Gebieten, die Tieren und Pflanzen dient, die vom Menschen gebauten Hindernisse zu überqueren.Doppelstockbrückerahmenlos|zentriertDoppelstockbrücken führen den Verkehr auf zwei übereinander liegenden Ebenen über den Brückenträger. Die beiden Ebenen können von gleichen oder unterschiedlichen Verkehrsträgern genutzt werden.Schutzbrückerahmenlos|zentriertSchutzbrücken haben die Aufgabe zu verhindern, dass auf den darunter liegenden Verkehrsweg Gegenstände herabstürzen. Sie werden unter Seilbahnen und bei der Errichtung von Freileitungen gebaut.Wohnbrückerahmenlos|zentriert|Krämerbrücke in ErfurtIm Mittelalter entstanden einige Brücken, die neben der Funktion, einen Verkehrsweg über ein Gewässer zu führen, auch als Wohn- oder Geschäftsräume dienten. Einige Exemplare sind erhalten geblieben, wie zum Beispiel die Krämerbrücke in Erfurt oder der Ponte Vecchio in Florenz, Italien.Stauanlagerahmenlos|zentriert|Stauwehr OberföhringStauanlagen sind Anlagen, die ein Fließgewässer aufstauen. Oft führt ein öffentlicher Fußweg oder eine Straße über die Stauanlage, so dass diese auch als Brücke dient.Brückenrestaurantrahmenlos|zentriert|Brückengasthaus FrankenwaldViele Autobahnraststätten sind als Brücke über die Fahrbahnen der Autobahn gebaut. Auf diese Weise können mit einem Bauwerk beide Verkehrsrichtungen bedient werden.Skywayrahmenlos|zentriert|Skywalk in PekingDie Bezeichnungen Skyway, Skywalk und Skybridge werden für Fußgängerbrücken benutzt, die zwei Gebäude verbinden und zum Innenraum dieser Gebäude gehören.Fluggastbrückerahmenlos|zentriertEine Fluggastbrücke bezeichnet eine technische Einrichtung, die den Flugsteig mit dem Flugzeug verbindet, an manchen Orten besser bekannt als Gangway.

Einteilung nach Tragwerk Tragwerke von Brücken nutzen die drei grundlegenden Arten von Kräften, die an mechanischen Strukturen auftreten können: Biegung, Druck und Zug. Daraus ergeben sich die Hauptgruppen von Brücken: Steinbogenbrücken, Balkenbrücken, Bogenbrücken, Hängebrücken und Schrägseilbrücken.

Steinbogenbrücken

mini|Steinbogenbrücke Steinbogenbrücken werden seit über 2500 Jahren gebaut und manchmal auch Mauerwerksbrücken genannt. Das Baumaterial wurde später durch Tragwerke aus Spannbeton und Stahl abgelöst, die größere Spannweiten zulassen. Heute werden Steinbrücken nur noch für untergeordnete Zwecke gebaut.

Steinbogenbrücken können Spannweiten bis 100 Meter erreichen. Kleine Spannweiten dienen hauptsächlich der Entwässerung und werden meist als Durchlässe aus Beton oder anderen Materialien ausgeführt. Diese einfachen robusten Zweckbauwerke haben keine speziellen architektonischen Eigenschaften. Für Standardanwendungen bis zehn Meter Spannweite kommen Brücken aus Beton- oder Stahlfertigelementen zum Einsatz. Größere Bauwerke werden aus Stahlbeton errichtet.

Verschiedene Merkmale können Steinbrücken unterscheiden: die Form der Öffnungen, die Art des Mauerwerks, die Gestaltung des Stirnkranzes, sowie die Form der Strömungsteiler vor und hinter den Pfeilern.

Form der Strömungsteiler BauformBilddreieckigrahmenlos|zentriertovalrahmenlos|zentriertrechteckigrahmenlos|zentriert

Form der Öffnungen BauformZeichnungBildBeschreibungRundbogen rahmenlos|zentriert rahmenlos|zentriert Brücke von AlcántaraDie Öffnung hat die Form eines perfekten Halbkreises.

Der Rundbogen wird am häufigsten angetroffen. Diese Form wurde fast ausschließlich bei römischen Brücken verwendet.Spitzbogen rahmenlos|zentriert rahmenlos|zentriert Pont Saint-Martial in LimogesDer Spitzbogen ist aus zwei Kreisbögen geformt, die sich im Bogenscheitel schneiden.

Diese Form ist sehr alt, wurde aber hauptsächlich im Mittelalter verwendet. Sie hat den Vorteil, dass die horizontalen Kräfte reduziert werden und sich dadurch die Bögen einfacher bauen lassen, besonders bei Brücken mit mehreren Bögen. Nachteilig ist die höhere Bauhöhe verglichen mit einem Bauwerk mit Rundbogen. Im deutschen Sprachraum wurde diese Bauform selten verwendet, kam aber häufig in Portugal, Spanien, Frankreich, England und in der Arabischen Welt zur Anwendung.Segmentbogen rahmenlos|zentriert rahmenlos|zentriert Ponte VecchioBei Segmentbögen liegt das Zentrum des Kreises deutlich unter dem Kämpfer.

Diese Bauart wurde zwar bereits im 16. Jahrhundert entwickelt, aber erst im 18. Jahrhundert unter dem Einfluss von Jean-Rodolphe Perronet wurden die Bögen richtig flach gebaut und die Pfeiler verschmälert, so dass das Wasser besser abfließen konnte.Korbbogen,Korbhenkelbogen rahmenlos|zentriert rahmenlos|zentriert Moltkebrücke rahmenlos|zentriert Brücke über den Lockwitzbach in NiedersedlitzDer Bogen ist aus einer ungeraden Anzahl Kreisbögen zusammengesetzt, die zum Scheitel hin an Krümmung verlieren.

Die Mittelpunkte sind paarweise am Lot durch den Scheitel gespiegelt. Das äußere Paar liegt auf der Linie durch die Korbbogenenden, die restlichen auf Parallelen darunter. Der unterste Mittelpunkt liegt auf dem Lot, weswegen ein Korbbogenscheitel nie spitzwinklig ausfällt.

Werden die Mittelpunktpaare auf der Evolute einer Ellipse angeordnet, nähert der Korbbogen diese mit zunehmender Anzahl immer weiter an. Der Regelfall beschränkt sich auf drei oder fünf Kreisbögen, was den Strömungsquerschnitt des Flusses weniger mindert als elliptische Bögen und die Konstruktion vereinfacht.

Art des Stirnkranzes Der Stirnkranz ist die äußerste Reihe Steine an der Stirnseite des Gewölbes, die den Übergang zur Stirnmauer bildet. Die beiden Stirnmauern stützen das Füllmaterial der Brücke über den Gewölben seitlich ab. Der von unten sichtbare Teil des Gewölbes wird Laibung genannt.

Der Stirnkranz kann architektonisch verschieden gestaltet sein. Meistens ist die sichtbare Seite plan ausgeführt, sie kann aber auch mit erhabenem architektonischen Schmuckwerk versehen sein. Die Stirnbänder sind mehr oder weniger repräsentativ für die Epoche, in der die Brücke gebaut wurde. einreihig erhaben zweireihig aus Blöcken zweireihigbündig unregelmäßig 100px 100px 100px 100px 100px 1. bis 19. Jh. 2. bis 19. Jh. 11. bis 18. Jh. 11. bis 17. Jh. 17. bis 18. Jh. 150px Pont Saint-Michel 150px Göltzschtalbrücke 150px Römerbrücke bei Estoublon,Alpes-de-Haute-Provence 150px Pont Lesdiguières in Claix 150px Pont George V

Durchlässe

mini|Durchlass an einem Fluss in Italien Durchlässe können als Spezialfall der Bogenbrücke angesehen werden. Sie unterscheiden sich von den klassischen Steinbogenbrücken insofern, als die seitlichen Kräfte teilweise von der Hinterfüllung um das eigentliche Bauwerk abgetragen werden. Durchlässe werden vielfältig eingesetzt. Sie dienen der Überquerung von Wasserläufen wie Gräben, Bächen und Flüssen als Wildbrücke, aber auch als kleinste Form einer Eisenbahn- oder Straßenbrücke oder als Unterführung für Fußgänger oder Fahrradfahrer. Sie können aus bewehrtem oder unbewehrtem Beton, Stahl, Stein oder für kleine Querschnitte auch aus Hartplastik (HDPE) sein. Durchlässe müssen eine minimale Überdeckung mit verdichtetem Material haben, damit das Bauwerk die vorgesehene Festigkeit für die spätere Benutzung erreicht. Manchmal sind die Enden abgeschrägt, um besser der Form des Dammes zu folgen und den Durchlass weniger sichtbar zu machen. Die DIN 1076 unterscheidet strikt zwischen Durchlass und Brücke.

BauformGrafische DarstellungBildKommentarDurchlass aus Beton 150px|zentriert rahmenlos|zentriert Wildbrücke über den Trans-Canada HighwayDurchlässe aus Beton können entweder rund oder bogenförmig sein. Letztere können entweder aus einem Stück gegossen sein oder aus einem Bogen auf einer Fundamentplatte bestehen. Runde Betondurchlässe bestehen meist aus vorfabrizierten Röhren, bogenförmige Durchlässe können aus Ortsbeton oder ebenfalls aus vorfabrizierten Elementen bestehen.Durchlass aus Metall 150px|zentriert rahmenlos|zentriert Durchlass an einer Nebenstraße in den USADurchlässe aus Metall bestehen meist aus Wellblech, das zum Schutz vor Korrosion feuerverzinkt ist. Der Querschnitt ist entweder rund, elliptisch oder bogenförmig.

Balkenbrücken mini|Balkenbrücke Alle Brücken, deren Überbau aus einem oder mehreren Balken bestehen, werden als Balkenbrücken bezeichnet. Die auf Biegung belasteten Balken üben infolge Eigengewicht nur vertikale Kräfte auf die Widerlager und Pfeiler aus. Die Balken lassen sich nach Bauform und Material einteilen. Durch die Kombination der beiden Eigenschaften ergibt sich eine Vielzahl von Ausführungsmöglichkeiten. Es gibt vier Balkenformen: der Balken aus Vollmaterial, der Hohlkastenträger oder Vollwandträger, der Fachwerkträger und der Langersche Balken, der eine Kombination aus einem Balken und einem bogenförmigen Fachwerk ist. Brücken mit Langerschem Balken werden meist zu den Bogenbrücken gezählt, weil das Haupttragwerk der Bogen ist. Das verwendete Baumaterial kann Metall, nicht-vorgespannter Stahlbeton, Spannbeton, Holz oder Verbundwerkstoff im eigentlichen Sinne wie zum Beispiel Kohlenstofffasern sein.

Integrale Brücken Integrale Brücken sind Konstruktionen, die den Überbau vollkommen monolithisch mit dem Unterbau verbinden. Sie weisen weder Fahrbahnübergänge (Fugen) noch Auflager an den Brückenköpfen des Fahrbahnträgers auf. Bei semi-integralen Typen werden entweder Fugen oder Auflager vermieden, aber nicht beides. In der Vergangenheit waren solche Eigenschaften nur bei Rahmenbrücken und kürzeren Brücken zu finden. Es wurde gezeigt, dass auch andere Balkenbrücken, mit und ohne Vorspannung, auf diese Brückenelemente verzichten können. Die Berechnung solcher Tragwerkssysteme ist aufgrund der Boden-Bauwerk-Interaktion schwieriger, ihr Unterhalt hingegen einfacher.

Balkenbrücken aus nicht-vorgespanntem Stahlbeton