Paul Fierlinger (* 15. März 1936 in Ashiya, Japan; † 4. April 2025 in Penn Wynne, Pennsylvania) war ein US-amerikanischer Animator, Regisseur und Filmproduzent tschechoslowakischer Herkunft.

Leben Fierlinger kam als Sohn des tschechoslowakischen Diplomaten Jan Fierlinger in Ashiya, Japan, zur Welt. Sein Onkel war Zdeněk Fierlinger.Vgl. Interview mit Paul Fierlinger auf forward.com. Fierlinger floh mit seiner Familie 1939 vor den Nationalsozialisten in die Vereinigten Staaten, wo er bei Pflegefamilien lebte. Die Eltern seiner jüdischen Mutter wurden in das KZ Theresienstadt deportiert.

Nach Kriegsende kehrte Fierlinger mit seinen Eltern in die Tschechoslowakei zurück und besuchte in Poděbrady unter anderem mit Miloš Forman und Václav Havel eine elitäre Internatsschule. Er studierte an der Hochschule für Angewandte Künste in Bechyně, die er 1955 abschloss. Nach zweijähriger Militärzeit war Fierlinger in Prag als Illustrator und Cartoonist sowie ab 1958 als Produzent für Animationsfilme tätig. Er ging 1967 in die Niederlande, anschließend nach Paris und arbeitete kurze Zeit in München als Animator am Trickfilm Die Konferenz der Tiere, der 1969 erschien. Fierlinger ging 1968 in die Vereinigten Staaten, wo er 1971 in Philadelphia sein Animationsstudio Ar&T Associates gründete. Er produzierte überwiegend Werbefilme für das Fernsehen, aber auch Kurzanimationsfilme. It’s So Nice to Have a Wolf Around the House, bei dem Fierlinger Regie führte und den er produzierte, wurde 1980 für einen Oscar in der Kategorie Bester animierter Kurzfilm nominiert.

Für die Sesamstraße schuf Fierlinger 1982 die Serie Teeny Little Super Guy. Mit seiner zweiten Ehefrau, der Malerin Sandra Schuette, konzipierte er 1997 die Serie Amby & Dexter für Nickelodeon. Ab 2004 war Fierlinger Dozent für Animation an der University of Pennsylvania’s Fine Arts School (PennDesign)., University of Pennsylvania School of Design.

Fierlinger war in erster Ehe mit Fotografin Helena Straková verheiratet; der geschiedenen Ehe entstammten zwei Söhne.

Filmografie 1969: Die Konferenz der Tiere (nur Animation) 1975: Why We Take Care of Property, or Planet of the Ticklebops 1976: Why We Need Reading, or The Piemaker of Ignoramia 1978: Rainbowland 1979: It’s So Nice to Have a Wolf Around the House 1980: Louis James Hates School 1982: Teeny Little Super Guy 1988: The Quitter 1990: And Then I’ll Stop… Does Any of This Sound Familiar? 1995: Drawn from Memory 2000: Drawn from Life 2001: Still Life with Animated Dogs 2003: A Room Nearby 2009: My Dog Tulip

Auszeichnungen (Auswahl) 1980: Oscarnominierung, Bester animierter Kurzfilm, für It’s So Nice to Have a Wolf Around the House 1980: OIAF Award, Ottawa International Animation Festival, für It’s So Nice to Have a Wolf Around the House 1988: OIAF Award, Ottawa International Animation Festival, für The Quitter 1990: OIAF Award, Ottawa International Animation Festival, für And Then I’ll Stop… Does Any of This Sound Familiar? 2000: Großer Preis, Ottawa International Animation Festival, für Drawn from Life 2002: Spezialpreis der Jury, Zagreb World Festival of Animated Films, für Still Life with Animated Dogs 2004: Großer Preis, Ottawa International Animation Festival, für A Room Nearby

Weblinks

David Kilmer: What Price, Independence? Interview mit Paul Fierlinger, Animation World Magazine, Nr. 4.2, Mai 1999.

Einzelnachweise

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