Eichelhardt ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld an.
Geographische Lage
Eichelhardt liegt etwa 5 km nordöstlich von Altenkirchen an der Bundesstraße 256 Richtung Wissen. Die Bezeichnung „Erzstraße“ für die B 256 erinnert noch heute an die Bedeutung dieses früheren Transportweges für in der Gegend gefördertes Erz.
Zu Eichelhardt gehört der westlich liegende Wohnplatz Hof Talblick.
Nachbarorte sind Bruchertseifen im Norden, Giesenhausen im Südosten, Volkerzen im Westen und Racksen im Nordwesten.
Geschichte Der Ort wurde lange Zeit durch den Bergbau geprägt. Am Ort der Grube Petersbach ist bereits für die Zeit vor 1674 und erneut 1770 Bergbau nachgewiesen. Sie wurde seitdem in unterschiedlicher Intensität genutzt, im Jahr 1891 stillgelegt und 1899 wiedereröffnet. Endgültig wurde die Grube 1937 stillgelegt, sie war mit einer Tiefe von 1.025 Metern und fast 600 Mitarbeitern eine der bedeutendsten Erzgruben im Kreis Altenkirchen.
Eichelhardt gehörte landesherrlich zur Grafschaft Sayn. Die Einwohner wurden nach der Einführung der Reformation in der Grafschaft Sayn erst lutherisch und später reformiert.Daniel Schneider: Die Entwicklung der Konfessionen in der Grafschaft Sayn im Grundriss, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 58 (2015), S. 74–80. Nach der Landesteilung der Grafschaft Sayn im 17. Jahrhundert zählte Eichelhardt zur Grafschaft Sayn-Altenkirchen. Innerhalb der Grafschaft gehörte Eichelhardt zum Kirchspiel Altenkirchen, das auch eine weltliche Verwaltungseinheit darstellte und die niedere Gerichtsbarkeit ausübte. 1787 wurden in Eichelhardt 19 Haushaltungen gezählt.
Im Jahr 1803 wurde die Grafschaft und damit Eichelhardt im Reichsdeputationshauptschluss dem Fürstentum Nassau-Usingen zugesprochen, das 1806 im Herzogtum Nassau aufging. Infolge der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Beschlüsse sowie aufgrund eines zwischen Nassau und Preußen abgeschlossenen Vertrages wurden die beiden vormals saynischen Grafschaften an das Königreich Preußen abgetreten.
Unter der preußischen Verwaltung gehörte Eichelhardt zur Bürgermeisterei Altenkirchen im 1816 neu gebildeten gleichnamigen Kreis im Regierungsbezirk Koblenz, der von 1822 an zur Rheinprovinz gehörte.
Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Eichelhardt, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Mein Dorf, meine Stadt: Bevölkerung. Abgerufen am 22. September 2021 Jahr Einwohner 1815 129 1835 169 1871 262 1905 287 1939 338 1950 415 Jahr Einwohner 1961 408 1970 410 1987 394 1997 444 2005 482
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Eichelhardt besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bis zur Wahl 2019 bestand der Gemeinderat aus acht Mitgliedern. Die Erhöhung ergab sich nach rheinland-pfälzischem Wahlrecht durch die auf über 500 gestiegene Einwohnerzahl.
Bürgermeister Rainer Zeuner wurde am 17. Juli 2019 Ortsbürgermeister von Eichelhardt. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 89,27 % für fünf Jahre gewählt worden. Zeuner ist Nachfolger von Friedhelm Höller. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde Zeuner als einziger Bewerber mit 77,7 % für weitere fünf Jahre wiedergewählt.
Wappen und Flagge Die Ortsgemeinde Eichelhardt führt ein Wappen, eine Hissflagge und ein Banner.
Wappen
Flagge
Flaggenbeschreibung: „Hissflagge sowie Banner, Hängeflagge und hochrechteckige Hissflagge gelb-rot waagerecht gestreift, das Wappen der Ortsgemeinde Eichelhardt mittig so aufgelegt, dass die Enden der eingeschweiften Spitze links und rechts auf die Trennlinie der Flaggenstreifen treffen.“Daniel Schneider: Entstehung und Bedeutung des Wappens und der Flaggen der Ortsgemeinde Eichelhardt, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 65 (2022), S. 49.
Begründung: Die Flaggen betonen durch die schlichte zweifarbige Anordnung das redende Wappen mit dem symbolisch zum Ausdruck gebrachten Ortsnamen, der durch die einfache zweifarbige Einfassung herausgestellt wird. Die Farbgebung der Flaggen nimmt die Flaggenfarben der übergeordneten Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld und des Landkreises Altenkirchen auf und stellt mit den schwarz-rot-goldenen Farben des Wappens einen Bezug zur rheinland-pfälzischen Landesflagge und zur deutschen Flagge her, zu denen Eichelhardt zählt.Daniel Schneider: Entstehung und Bedeutung des Wappens und der Flaggen der Ortsgemeinde Eichelhardt, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 65 (2022), S. 49.
Wirtschaft und Infrastruktur Neben einigen Nebenerwerbslandwirten bestimmen mittelständische Betriebe die Erwerbsstruktur. Die Eifelwerk Präzisionsgusstechnik GmbH ist eine Gießerei für Leichtmetallgusserzeugnisse und Metallweiterverarbeitung für diverse Branchen. Die Gebrüder Schumacher GmbH ist ein Zulieferer für Maschinen und Fahrzeuge der Landwirtschaftstechnik.
Kulturdenkmäler mini|hochkant|Evangelische Kirche Eichelhardt Liste der Kulturdenkmäler in Eichelhardt
Persönlichkeiten Frank Herzog (1949–2022), Maler, Bildhauer und Zeichner Jan Schlaudraff (* 1983), Fußballspieler
Literatur Kurt Idelberger: 150 Jahre Gasthof Scheel. In: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 47 (2004), S. 69–71. Kurt Idelberger: „Bergbauernprobleme“ 1763 im Raum um Eichelhardt. In: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen, 28 (1985), S. 215. Kurt Idelberger: Der letzte „Hannel“ (Viehhandel). In: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen, 45 (2002), S. 287–291. Kurt Idelberger: Die alte Schule in Eichelhardt und ihre Lehrer. In: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen, 42 (1999), S. 136–139. Daniel Schneider: Entstehung und Bedeutung des Wappens und der Flaggen der Ortsgemeinde Eichelhardt, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 65 (2022), S. 46–50. Daniel Schneider: Die Geschichte der Ortsgemeinde Obererbach (Westerwald). Die Ortschaften Hacksen, Niedererbach, Obererbach und Koberstein vom Mittelalter bis zur Gegenwart. 2 Bände, Obererbach 2009, ISBN 978-3-00-027494-7 (mit zahlreichen Bezügen zu Eichelhardt).
Weblinks
Ortsgemeinde Eichelhardt auf den Seiten der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld Zur Geschichte der Grube Petersbach in Eichelhardt
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Altenkirchen (Westerwald)