mini|Josep Carreras (2001) Josep Maria Carreras i Coll (katalanische Namensform, []; kastilisch José Carreras []; * 5. Dezember 1946 in Barcelona) ist ein spanischer Opernsänger. Er wird zu den herausragenden Tenören der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gezählt. Er gehörte neben Luciano Pavarotti und Plácido Domingo zu den Drei Tenören. Er bezeichnet sich selbst als Katalane.José Carreras im Gespräch „Eine eigene Nationalmannschaft für Katalonien“ – Interview in FAZ.net vom 4. Juni 2008 In der Öffentlichkeit ist er außerhalb seiner Heimat überwiegend in der spanischen Schreibweise José Carreras bekannt.

Leben Josep Carreras Vater, Josep Carreras i Soler, durfte als überzeugter Republikaner nach dem spanischen Bürgerkrieg seinen Beruf als Gymnasiallehrer nicht mehr ausüben. Die Familie emigrierte 1951 in der vergeblichen Hoffnung auf ein besseres Leben nach Argentinien. Aber bereits nach einem Jahr kehrte sie nach Barcelona zurück. Der Vater wurde daraufhin Verkehrspolizist und seine Mutter Antònia Coll i Saigi betrieb einen kleinen Friseurladen.

Zunächst studierte Carreras Chemie, wechselte jedoch 1963 zum Gesangsstudium bei Jaime Francisco Puig und am Conservatori Superior de Música in Barcelona. Er debütierte 1970 am Gran Teatre del Liceu, dem Opernhaus seiner Heimatstadt in Verdis Nabucco. 1971 gewann er den Verdi-Wettbewerb in Busseto, wurde an der Madrider Oper engagiert und debütierte mit Montserrat Caballé in London in Donizettis Maria Stuarda.

Zahlreiche Gastspiele führten ihn ab 1972 an die New York City Opera, das Teatro Colón in Buenos Aires, die Oper von Chicago, die Met, das Royal Opera House, die Wiener Staatsoper sowie die Scala (1972). Nach seinem internationalen Durchbruch als lyrischer Tenor folgten weitere Einladungen aus Salzburg, Hamburg, München, Brüssel, San Francisco, London und andere. Seit einem Auftritt im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 bildete er gemeinsam mit Plácido Domingo und Luciano Pavarotti das Gesangstrio Die drei Tenöre.

Im März 2001 trat Carreras am Liceu – dem Opernhaus, an dem seine Karriere begann – in Samson et Dalila auf.José Carreras at the Gran Teatre del Liceu auf jcarreras.homestead.com, abgerufen am 14. Mai 2015. Am 12. Juli 2002 sang er in Tokyo die Titelpartie in der Oper Sly von Ermanno Wolf-Ferrari.Sly, opera by Ermanno Wolff-Ferrari auf josepcarreras.operaduets.com, abgerufen am 14. Mai 2015. 2004 sang der Tenor in einer Gala der Wiener Staatsoper den Schlussakt aus Carmen und den 3. Akt aus Sly.2004-02-27 José Carreras Gala, Wiener Staatsoper auf operaduetstravel.com, abgerufen am 14. Mai 2015.

Am 8. Mai 2009 gab Carreras seinen Rückzug von der Opernbühne bekannt, er erklärte aber, weiterhin in Konzerten auftreten zu wollen., Kleine Zeitung, 8. Mai 2009

Im April 2014 kehrte José Carreras auf die Opernbühne in der Titelrolle der Oper El Juez des österreichischen Komponisten Christian Kolonovits zurück. Die Uraufführung in Bilbao am Theater Arriaga war ein triumphales Comeback auf die Opernbühne. Carreras trat in El Juez beim Festival Erl (Österreich), 2015 im Mariinski-Theater St. Petersburg und abschließend im Juli 2016 im Theater an der Wien auf.Kolonovits-Oper „El Juez“ 2014 in Bilbao und Erl. Salzburger Nachrichten vom 5. November 2013, abgerufen am 14. Mai 2015.Josep Carreras made „El Juez“ triumph in Saint Petersburg auf josepcarreras-tenor.blogspot.de, abgerufen am 14. Mai 2015.

Im September 2021 feierte er mit einer Gala seinen Abschied von der Wiener Staatsoper.

Verhältnis zu Katalonien Carreras ist ein begeisterter Anhänger des Fußballs und seit über 30 Jahren Mitglied des FC Barcelona. Sein Verhältnis zum Verein und zu Katalonien erläuterte er in folgendem Interview.

Im nichtspanischen Ausland ist er noch immer überwiegend unter dem spanischen Namen José Carreras bekannt. Dass er sich mit diesem Namen nicht identifiziert, erklärte er in einem Rundfunkbeitrag.

Privatleben Der ersten Ehe (1971–1992) mit der Geschichtsprofessorin Mercedes Pérez entstammen Sohn Alberto (* 1973) und Tochter Julia (* 1978). 2006 heiratete er die österreichische Stewardess Jutta Jäger. Die Ehe wurde 2011 geschieden.https://www.bunte.de/society/jose-carreras-und-jutta-jaeger-sie-lassen-sich-scheiden_aid_28726.html Sein Neffe David Giménez Carreras, der älteste Sohn seiner Schwester Maria, ist als Dirigent international tätig.

Soziales Engagement 1987, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, erkrankte Carreras an akuter lymphatischer Leukämie. Trotz schlechter Prognose konnte er mit einem Jahr intensiver Behandlung einschließlich einer damals noch kaum verbreiteten autologen Knochenmarktransplantation durch den Nobelpreisträger Edward Donnall Thomas in Seattle die Krankheit überwinden und seine Gesangskarriere wieder aufnehmen.

Aus Dankbarkeit für die Hilfe, die er von medizinischer Seite bekommen hat, gründete er 1988 die Fundació Privada Internacional Josep Carreras ("Fundació Josep Carreras contra la leucèmia / Fundación Josep Carreras contra la leucemia / Josep Carreras Leucemia Foundation") mit Hauptsitz in Barcelona und weiteren Sitzen in Deutschland ("José Carreras Leukämie-Stiftung") der Schweiz und den USA. Die Stiftung unterstützt seither die Leukämieforschung, deren Ergebnisse ihm seinerzeit das Leben gerettet haben, sowie die Suche von Knochenmark-Spendern und schließlich die Verbesserung der Infrastruktur und Patientenbetreuung in Krankenhäusern. Seit 1995 gibt es die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung mit Sitz in München. Seitdem präsentierte er jedes Jahr im Dezember eine Benefizgala aus der Messehalle in Leipzig, um die Stiftung zu unterstützen. Sie wurde live vom MDR im ersten Programm der ARD übertragen. Als Co-Moderatoren fungierten Victoria Herrmann (1995), Axel Bulthaupt (1996–2010), Désirée Nosbusch (2011) und Kim Fisher (2012). Anlässlich der Gala 2006 spendeten die Zuschauer allein per Telefon 5.380.934 Euro. 4,55 Mio. Zuschauer sahen die Live-Gala (MA 15,3 % Zuschauer 3+) und bescherten der ARD Platz 2 unter den Top-Sendungen des Tages. Ab 2013 wurde die Gala aus dem Europa-Park in Rust übertragen. In diesem Jahr konnte sie unverschlüsselt auf Sky Christmas HD, GoldStar TV, Heimatkanal und Romance TV empfangen werden, außerdem via Livestream im Internet. Esther Schweins moderierte an Carreras’ Seite. Von 2014 bis 2018 wurde die José Carreras Gala von Sat.1 Gold gezeigt. Co-Moderatoren waren Nina Eichinger und Matthias Killing. 2015 wurde sie erstmals im Estrel Convention Center in Berlin produziert. Im Jahre 2017 kam sie erstmals aus den Bavaria Studios in München. 2019 kehrte die José Carreras Gala wieder in die Leipziger Messehalle und zum MDR zurück. Sie läuft live im MDR Fernsehen. Co-Moderatorinnen waren Mareile Höppner und Stephanie Müller-Spirra, seit 2020 kommt die Gala aus der Media City Leipzig, statt Müller-Spirra wirkt seitdem Sven Lorig mit. Seit 2023 übernimmt neben Lorig erneut Stephanie Müller-Spirra die Co-Moderation. Insgesamt wurden in den vergangenen zwanzig Jahren über 200 Millionen Euro gesammelt.http://www.josecarrerasgala.de/danke-berlin-danke-deutschland/ Außerdem konnte eine Vielzahl prominenter Persönlichkeiten als Botschafter gewonnen werden.Botschafter der Stiftung

Diskografie

Solo-Alben

Weitere Alben 1990: Merry Christmas (AT: ) 1998: Memories (Eloquence) (DE: ) 2012: Live In Vienna 2012: Live - Comeback Concerts 2015: The Phantom Of The Opera 2016: Weihnachten 2016: The Album

Gemeinschaftsalben

Die 3 Tenöre

Weitere Alben 1994: Encore (AT: , UK: )

Lieder

Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte

2002: für das Album Best Of

1994: für das Album In Concert 1994

1991: für das Album In Concert

1994: für das Album Encore 2000: für das Album Three Tenors Christmas

2001: für das Album Three Tenors Christmas

2000: für das Album Three Tenors Christmas

1998: für das Videoalbum The 3 Tenors – Paris 1998

2013: für das Videoalbum The 3 Tenors – Paris 1998 2013: für das Album In ConcertPlatin-Schallplatte

1992: für die Single Amigos para siempre (Friends for Life)Platin für Amigos Para Siempre (Friends For Life) in Australien 1992: für das Album Friends for Life

1991: für das Videoalbum The Three Tenors in Concert

1989: für das Album A. Ramirez/Misa Criolla 1990: für das Album Misa Criolla e.a. 1990: für das Album In Concert 1993: für das Album Christmas in Vienna 1995: für das Album Weihnachten mit den drei Tenören 1996: für das Album Passion 1996: für das Album Merry Christmas

1995: für das Album The Three Tenors in Concert 2003: für das Album Pavarotti/Carreras/Domingo

1985: für das Album West Side Story

2013: für das Videoalbum The Original Concert

2× Platin-Schallplatte

1995: für das Album The Three Tenors in Concert

1994: für das Album In Concert 1994

1996: für das Album In Concert 1994

1995: für das Album In Concert 1994

2013: für das Videoalbum The 3 Tenors in Concert 19943× Platin-Schallplatte

1995: für das Album The Three Tenors in Concert

1989: für das Album Bravo Carreras

4× Platin-Schallplatte

1992: für das Videoalbum The Three Tenors – In Concert

1994: für das Album In Concert 1994 1998: für das Album Misa Criolla

5× Platin-Schallplatte

1994: für das Videoalbum The Three Tenors in Concert 1996: für das Videoalbum The 3 Tenors in Concert 1994

6× Platin-Schallplatte

1991: für das Album The Three Tenors in Concert

9× Platin-Schallplatte

1999: für das Album The Three Tenors in Concert

14× Platin-Schallplatte

1991: für das Album En concierto

Ehrungen 1990: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien 1991: Prinz-von-Asturien-Preis 1991: Großoffizier des Verdienstordens der Italienischen Republik 1996: Großkreuz des Verdienstordens der Italienischen Republik 1999: Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich 2000: Universitätsmedaille Bene Merenti der Universität Regensburg Ehrensenatorwürde der Universität RegensburgVon der Universität vergebene Ehrungen: Ehrensenatoren, Universität Regensburg. 2004: Großes Bundesverdienstkreuz 2004: Großoffizier des Sterns von Rumänien 3. Mai 2006: Dr. med. h. c. der Philipps-Universität Marburg 2006: Steiger Award 2006: Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie 17. Dezember 2009: Ehrenmedaille der Stadt Leipzig anlässlich seiner Leukämie-Spendengala 2009 verliehen durch den Oberbürgermeister der Stadt Leipzig (einstimmiger Beschluss der Stadtverordnetenversammlung Leipzig) 2010: Dresdner St. Georgs Orden des SemperOpernballs 2012: Ehrenpreis des Deutschen Nachhaltigkeitspreises für seinen herausragenden Einsatz zur Erforschung und Bekämpfung von Leukämie 11. Juni 2012: Ehrendoktorwürde der Universität des Saarlandes 2013: Ehrenring der Wiener Staatsoper

Weblinks

Website der Agentur

Quellen

Kategorie:Opernsänger Kategorie:Tenor Kategorie:Grammy-Preisträger Kategorie:Echo-Klassik-Preisträger Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes Kategorie:Träger des Bayerischen Verdienstordens Kategorie:Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Großkreuz) Kategorie:Träger des Großen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich (1952) Kategorie:Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um das Land Wien Kategorie:Träger der Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold Kategorie:Träger des Sterns von Rumänien (Großoffizier) Kategorie:Träger des Ordre des Arts et des Lettres (Komtur) Kategorie:Ehrenringträger der Wiener Staatsoper Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Ritter) Kategorie:Ehrensenator der Universität Regensburg Kategorie:Ehrendoktor der Universität Porto Kategorie:Ehrendoktor der Philipps-Universität Marburg Kategorie:Ehrendoktor der Universität des Saarlandes Kategorie:Person (Barcelona) Kategorie:Person (Katalonien) Kategorie:Stifter Kategorie:Spanier Kategorie:Geboren 1946 Kategorie:Mann