Die Seelsheide ist der Name eines Ortsteils und einer Straße im Stadtteil Katterbach in Bergisch Gladbach.

Geschichte Der ehemalige Weiler Seelsheide hatte nach der Nummernliste der Gemeinde Paffrath von 1782 bis 1790 fünf Häuser und Hofstellen.Helmut Rosenbach: Das alte Paffrath – Katterbach, Paffrath, Hand – in Geschichte und Geschichten, ICS Communikations-Service GmbH, Bergisch Gladbach 1993, S. 129 Neben der Schreibweise Seelsheide im Urkataster finden sich im frühen 19. Jahrhundert auch die Formen Sehlsheyd und Seilsheid. Die Bezeichnung Seelsheide bedeutet, dass es sich um Hofstelle auf der Heide handelt.Andree Schulte: Bergisch Gladbach, Stadtgeschichte in Straßennamen, Bergisch Gladbach 1995, ISBN 3-9804448-0-5, S. 48 f.

Aus Carl Friedrich von Wiebekings Charte des Herzogthums Berg 1789 geht hervor, dass Seelsheide zu dieser Zeit Teil der Honschaft Paffrath im Amt Porz war.Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz; Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794; Bonn; 1898

Unter der französischen Verwaltung zwischen 1806 und 1813 wurde das Amt Porz aufgelöst und Seelsheide wurde politisch der Mairie Gladbach im Kanton Bensberg zugeordnet. 1816 wandelten die Preußen die Mairie zur Bürgermeisterei Gladbach im Kreis Mülheim am Rhein. Mit der Rheinischen Städteordnung wurde Gladbach 1856 Stadt, die dann 1863 den Zusatz Bergisch bekam.

Der Ort ist auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 als Sehlscheid und auf der Preußischen Uraufnahme von 1840 als Seelsheide verzeichnet. Ab der Preußischen Neuaufnahme von 1892 ist er auf Messtischblättern regelmäßig als Se(e)lsheide oder ohne Namen verzeichnet.

Mit dem Aufkommen der Straßennamen hat man bereits 1893 die zu der Siedlung Seelsheide führende Straße mit dem gleichen Namen benannt.

+ Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Wohn- gebäude Kategorie Bemerkung 1822 41 Hofstelle Sehlscheidt genannt 1830 48 Hofstelle Sehlscheid 1845 60 8 Hofstelle Sielsheide 1871 147 25 Ortschaft Selsheide 1885 134 24 Wohnplatz 1895 128 23 Wohnplatz 1905 141 26 Wohnplatz

Wirtschaftliche Tätigkeit Bei Seelsheide wurden Kalksteinbrüche und auch Rennöfenverhüttung betrieben.

Vor dem Ersten Weltkrieg existierte in Seelsheide eine Ringofenziegelei, die heimische Tonvorkommen verarbeitete. Man stellte täglich um 1000 Ziegelsteine her. 1918 musste der Betrieb geschlossen werden, weil britische Besatzungstruppen die Gebäude in Beschlag nahmen.

Geologie und Bergbau In Seelsheide liegt der nordwestlichste Punkt der Paffrather Kalkmulde. Im 19. Jahrhundert wurde hier auf der Grube Romeo Bergbau betrieben.

Siehe auch Liste der Straßen im Bergisch Gladbacher Stadtteil Katterbach Literatur Anton Jux: Das Bergische Botenamt, die Geschichte Bergisch Gladbachs bis in die Preußische Zeit, herausgegeben vom Kulturamt der Stadt Bergisch Gladbach, Bergisch Gladbach 1964 Einzelnachweise

Kategorie:Ortsteil von Katterbach (Bergisch Gladbach) Kategorie:Straße in Bergisch Gladbach