Die für die Heeresflieger zuständige Inspektion der Fliegertruppen (IdFlieg) teilte die von den Luftstreitkräften verwendeten Flugzeugtypen in definierte Gruppen ein. Die gleichen Kategorien wurden im Wesentlichen auch von den K.u.k. Luftfahrtruppen verwendet.

Diese Seite listet die Kennungen und Kürzel auf, mit denen von staatlicher Seite deutsche Flugzeuge während des Ersten Weltkrieges gekennzeichnet wurden.

Kennzeichnung durch das Heer

Klassifizierung Die Flugzeuge wurden von der IdFlieg (Inspektion der Fliegertruppen) mit den nachfolgend aufgeführten Buchstaben klassifiziertNowarra S. 11 u. 12.. Ebenso ist aus der nachfolgenden Tabelle zu ersehen, wie viele Flugzeuge der einzelnen Klassen in den einzelnen Kriegsjahren produziert wurden:Olaf Groehler: Geschichte des Luftkriegs 1910 bis 1980, Militärverlag der DDR, Berlin 1981.

Zeile Typ Einsatzzweck 1914 1915 1916 1917 1918 Gesamt Bemerkung 1 A Aufklärungsflugzeug29413220 0 329 Unbewaffnete zweisitzige Eindecker; nach 1914 nur noch als Schulflugzeuge verwendet, z. B. Pfalz A-Typen und Etrich Taube 2 B Aufklärungsflugzeug 1.0541.3124402.993255.824Unbewaffnete zweisitzige Doppeldecker; ab Mitte 1915 nur noch als Schulflugzeuge, z. B. Albatros B.III, AEG B.II und Hansa-Brandenburg B.I 3 C Aufklärungsflugzeug 02.6744.72610.3377.32025.057Bewaffnete, einmotorige, zweisitzige Doppeldecker, ab 1915 im Fronteinsatz als Mehrzweckflugzeuge, z. B. AEG C.IV, Rumpler C.I, Roland C.II und Albatros C.III 4 CL Schlachtflugzeug bzw. Jagdflugzeug zweisitzig 000 leichtere Variante der C-Flugzeuge, ab 1917 im Fronteinsatz als Begleitjäger und Schlachtflugzeuge, z. B. Halberstadt CL.II, Hannover CL.III und Junkers CL.I 5 D Jagdflugzeug, Doppeldecker 012.1294.9455.132 12.207 Bewaffnete, einmotorige, einsitzige Jagdflugzeuge, z. B. Albatros D.III, Albatros D.V, Fokker D.VII und Junkers D.I 6 DJ (auch PE) Schlachtflugzeug 000 Mischung D- und J-Typ, einmotoriger, einsitziger Erdkampfdoppeldecker, nur AEG DJ.I (Versuchsflugzeug) 7 Dr (F) Jagddreidecker 0003381 339 vor allem Fokker Dr.I 8 E Jagdeindecker 03473000381 1.028 bewaffneter Einsitzer, vor allem Fokker und Pfalz 9 CLS Schlachtflugzeug 0000 Mischung zwischen J- und Cl-Flugzeug, nur Halberstadt CLS.I 1918 10 S Schlachtflugzeug 00002 2 nur Ago S.I 11 J Schlachtflugzeug 000450463 913 gepanzertes Infanterieflugzeug, vor allem Junkers J.I, AEG J.I und AEG J.II 12 G (auch K) Großflugzeug 0185465589789 2.028 Bewaffnete, zweimotorige, mehrsitzige mittlere Bomber, z. B. Friedrichshafen G.III, Gotha G.V und AEG G.IV 13 GL Großflugzeug 00 0 leichtere Variante des G-Flugzeugs, ab 1917, z. B. Gotha GL.VII 14 R (VGO) Riesenflugzeug ----- - Bewaffnete, mehrmotorige, schwere Bomber, ab 1916 im Einsatz, z. B. Siemens-Schuckert R.I, Zeppelin (Staaken) R.VI, VGO I-III und AEG R.I 15 Rs (VGO) Riesenflugzeug-See ----- - Mehrmotorige, überschwere Seeflugzeuge z. B. Dornier Rs III und Rs.IV 16 N Nachtbomber 001009410 204 modifiziertes C-Flugzeug, vor allem Sablatnig N I und AEG N.I 17 Gesamt 1.3484.5328.18219.74614.123 47.931 Der Hersteller

Der Hersteller wurde von der Inspektion der Fliegertruppe (IdFlieg) durch ein meist aus drei Buchstaben bestehendes Kürzel bezeichnetGray/Thetford S. 223 u. 224.: Kürzel Hersteller Ort Aeg. Allgemeine Elektrizitäts GmbH Hennigsdorf b. Berlin Ago. Ago Flugzeugwerke GmbH Johannisthal b. Berlin Alb. Albatros Werke GmbH Johannisthal b. Berlin,Friedrichshagen b. Berlin Av. Automobil und Aviatik AG Leipzig-Heiterblick Bay. Bayerische Flugzeug-Werke AG München Bayru. Bayerische Rumpler-Werke GmbH Augsburg Daim. Daimler Motorengesellschaft AG Sindelfingen Dfw. Deutsche Flugzeug-Werke GmbH Lindenthal b. Leipzig Eul. Euler-Werke Frankfurt-Niederrad Fok. Fokker Flugzeug-Werke GmbH Schwerin-Görries Fdh. Flugzeugbau Friedrichshafen GmbH Manzell,Warnemünde Germ. Germania Flugzeug-Werke GmbH Leipzig-Mockau Go. Gothaer Waggonfabrik AG Gotha Halb. Halberstädter Flugzeug-Werke GmbH Halberstadt Han. Hawa Hannoversche Waggonfabrik AG Hannover-Linden - Hansa und Brandenburgische Flugzeug-Werke GmbH Briest b. Brandenburg/Havel Hansa. Hanseatische Flugzeug-Werke (Karl Caspar AG) Hamburg-Fuhlsbüttel Junk. Junkers Flugzeug-Werke AG Dessau Jfa. Junkers-Fokker-Werke - Jeannin Flugzeugbau GmbH Johannisthal b. Berlin KW Kaiserliche Werft Danzig, Kiel, Wilhelmshaven Kon. Kondor Flugzeug-Werke GmbH Essen Li. Linke-Hofmann-Werke AG Breslau Rol. Luftfahrt-Gesellschaft mbH (LFG) Charlottenburg b. Berlin - Flugzeugwerft Lübeck-Travemünde GmbH Travemünde-Priwall Torp. Luft-Torpedo-GmbH Johannisthal b. Berlin Lvg. Luft-Verkehrs-GmbH (LVG) Johannisthal b. Berlin Märk. Märkische Flugzeug-Werke GmbH Golm (Mark) Mer. Mercur Flugzeugbau-GmbH Berlin - Naglo Bootswerft Spandau Nfw. Nationale Flugzeug-Werke GmbH Johannisthal b. Berlin - Norddeutsche Flugzeug-Werke Teltow b. Berlin - Oertz-Werke GmbH Hamburg-Reiherstieg Oaw. Ostdeutsche Albatros-Werke GmbH Schneidemühl Ot. Otto-Werke GmbHFlugzeug-Werke Gustav Otto München Pfal. Pfalz Flugzeug-Werke GmbH Speyer - Flugmaschinen Rex GmbH Köln Rat. Waggonfabrik Josef Rathgeber München-Moosach Rin. Albert Rinne Flugzeugbau Rummelsburg b. Berlin Ru. Rumpler Flugzeug-Werke GmbH Johannisthal b. Berlin Sab. Sablatnig Flugzeugbau GmbH Berlin - Flugmaschinen-Fabrik Franz Schneider Seegefeld b. Spandau Schül. Luftfahrzeugbau Schütte-Lanz Mannheim-Rheinau, Zeesen - Schwade Flugzeug- und Motorenbau Erfurt Ssw. Siemens-Schuckert-Werke GmbH Berlin, Nürnberg - Union Flugzeug-Werke Teltow b. Berlin Do. Zeppelin Werke Lindau GmbH Lindau Staak. Zeppelin Werke Staaken GmbH Staaken b. Berlin Diejenigen Hersteller, bei denen ein gesondertes Kürzel nicht aufgeführt ist (z. B. Hansa und Brandenburgische Flugzeug-Werke), haben an das Heer in der Zeit von 1914 bis 1918 keine Flugzeuge geliefert, wohl aber unter Umständen an die Marine (siehe unten).

mini|Fokker D VII, Seriennummer 8520/18

Angesichts der obigen Aufschlüsselungen lässt sich die Kennnummer des rechts abgebildeten Flugzeugs wie folgt analysieren: Fok. =Fokker D VII = der 7. von Fokker gebaute Jagdeinsitzer-Doppeldecker-Typ (OAW) = gebaut von den Ostdeutschen Albatros-Werken 8520/18 = das 8520. von der IdFlieg im Jahr 1918 bestellte FlugzeugNach Nowarra, München 1959, S.12 handelt es sich bei „18“ nicht um das Jahr der Bestellung, sondern um das Baujahr

Kennzeichnung durch die Marine

Angelehnt an das System des Heeres nahm die Kaiserliche Marine folgende Gruppeneinteilung vor:Günter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910–1918, Lohse-Eissing-Verlag Wilhelmshaven 1977, ISBN 3-920602-18-8

Buchstabe Bedeutung B Bombenflugzeug BFT Bombenflugzeug mit FT-Geber HFT FT-Flugzeug mit Geber und Empfänger C bewaffneter Zweisitzer mit einem MG C 2 MG bewaffneter Zweisitzer mit einem starren und einem beweglichen MG C 3 MG bewaffneter Zweisitzer mit zwei starren und einem beweglichen MG C HFT bewaffnetes FT-Flugzeug mit Geber und Empfänger E Einsitzer-Flugboot mit 1 oder 2 starren MG ED Einsitzer-Schwimmer-Flugzeug mit 1 oder 2 starren MG T Torpedoflugzeug, auch zum Bomben- und Minenabwurf G Großflugzeug R Riesenflugzeug, Motorleistung insgesamt über 1000 PS Diese Buchstabenbezeichnungen fanden aber nur selten Verwendung, die Marine führte fast alle Flugzeuge nur unter ihrer Firmenbezeichnung.Nowarra S. 12, der sogar behauptet, sie seien gar nicht verwendet worden, was indessen nicht stimmt

Quellen

Einzelnachweise

Literatur

Olaf Groehler: Geschichte des Luftkriegs 1910 bis 1980, Militärverlag der DDR, Berlin 1981 Günter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910–1918, Lohse-Eissing-Verlag Wilhelmshaven 1977, ISBN 3-920602-18-8

Siehe auch deutsche Fliegertruppe

Kategorie:Bezeichnungssystem für Luftfahrzeuge Kategorie:Luftstreitkräfte (Deutsches Kaiserreich)