Bokel ist ein dörflicher Ortsteil der Gemeinde Sprakensehl im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen und die nördlichste Siedlung des Landkreises. Bundesweite Relevanz hat der im Südwesten des Ortes erbaute Sender Behren-Bokel, der das sechsthöchste Bauwerk Deutschlands ist.

Geographie Lage Bokel liegt im Osten der Südheide.

Nachbargemeinden Im Landkreis Gifhorn bildet die Gemeinde Sprakensehl und darin der Ortsteil Bokel den nördlichsten Abschnitt. Das Gebiet grenzt im Norden an die Samtgemeinde Aue, die ganz im Süden des Landkreises Uelzen liegt. Im Detail grenzt Bokel an deren Gemeinden Wrestedt im Norden und Lüder im Nordosten. Eine gemeinsame Grenze auf dem Gebiet des Landkreises Gifhorn hat Bokel im Südosten mit Bottendorf in der Gemeinde Obernholz. Die übrigen Grenzverläufe, die sich südwestlich vom Ortsteilgebiet befinden, liegen innerhalb der Gemeinde Sprakensehl und gehören darin zum Ortsteil Sprakensehl, zu dem auch das nächstgelegene Dorf Behren gehört.

Geologie Zwei Kilometer westlich von Bokel entspringt der Bokeler Bach, der der östliche Quellfluss der Ilmenau ist, die wiederum durch Lüneburg fließt und über die Elbe zur Nordsee führt.

Geschichte In der Franzosenzeit gehörte Bokel zum Distrikt Uelzen im Departement der Aller des Königreichs Westphalen. 1885 wurde der Kreis Isenhagen gegründet, dem Bokel angehörte. Zuvor gehörte Bokel zum Amt Isenhagen. 1932 wurde der Kreis Isenhagen aufgelöst, seitdem gehört Bokel zum Landkreis Gifhorn.

Am 1. März 1974 wurde die Gemeinde Bokel in die Gemeinde Sprakensehl eingemeindet.

Einwohnerentwicklung Jahr 1910 1925 1933 1939 2008 2016 Einwohner 201 234 252 257 383 357

Religion Bokel ist seit der Reformation protestantisch geprägt. Die Johanneskapelle gehört zur Kirchengemeinde Sprakensehl im Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Katholiken gehören zur St.-Marien-Kirche im rund 18 Kilometer entfernten Wittingen, näher gelegen ist jedoch die St.-Bonifatius-Kirche im rund 10 Kilometer entfernten Bad Bodenteich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke mini|Johanneskapelle mini|Treppenspeicher Johanneskapelle Die Johanneskapelle wurde 1472 fertiggestellt.

Hof Günne Rund zwei Kilometer westlich der Ortsmitte von Bokel befindet sich der Hof Günne. Er geht auf eine Schäferei des Klosters Isenhagen zurück und wurde nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg um 1700 wieder aufgebaut. Bemerkenswert ist sein aus dem Jahre 1534 stammender Treppenspeicher, er wurde 1907 an seinen heutigen Standort versetzt und ist einer der ältesten erhaltenen Treppenspeicher der Lüneburger Heide.

Fernsehturm Bokel, Sender Behren-Bokel Rund zwei Kilometer südwestlich der Ortslage Bokel steht der Sender Behren-Bokel, der zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung 1961 mit 323 Meter Höhe das höchste Bauwerk in der Bundesrepublik Deutschland war.

Vom regionalen Avantgarde-Schriftsteller Arno Schmidt als Bauwerk der Lüneburger Heide thematisiert, seit 2025 Prüfung des Denkmalschutzes Fernsehturm als technisches BaudenkmalIsenhagener Kreisblatt, Paul Gerlach: Land prüft Denkmalschutz für Bokeler Fernsehturm, veröffentlicht am 18. November 2025, abgerufen am 21. November 2025.

Grünflächen und Naherholung mini|Heideblütental bei Bokel Um Bokel herum befinden sich viele Waldgebiete sowie einige Heideflächen. Unter Naturschutz stehen die westlich von Bokel gelegene Bullenkuhle sowie die Bokeler Heide an der Straße nach Schweimke. Ein Naturdenkmal ist das nordöstlich von Bokel gelegene 4 ha große Heideblütental.

Sport Bokel betreibt gemeinsam mit Hagen einen Sportverein, den SC (Sportclub) Hagen-Bokel e. V.

Vereine und Verbände Schützenverein Bokel Freiwillige Feuerwehr Bokel

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen In Bokel befinden sich zahlreiche Ferienwohnungen und ein Café. Nahe dem Dorfkern liegen das Alten- und Pflegeheim „Ruhesitz Romantica“ und das Jagdgut Bokel. Das 980 ha große Areal des Guts beinhaltet ein 250 ha großes Jagdgatter, das seit 1916 besteht.

Öffentliche Einrichtungen mini|Freibad Etwas östlich, im Wald gelegen, befindet sich ein kleines Freibad.

Mobilität Bokel verfügt über keine Schienenanbindung. Der nächstgelegene Haltepunkt befindet sich östlich im 9 km (Luftlinie) entfernten Bad Bodenteich an der Bahnstrecke Braunschweig–Wieren. Im nordwestlich gelegenen, 13 km (Luftlinie) entfernten Suderburg befindet sich der Haltepunkt Suderburg auf der Magistrale Lehrte–Hamburg-Harburg.

An den straßengebundenen ÖPNV ist Bokel als nördlichster Punkt des VRBs mit der Linie 127 angebunden. Linienbusse fahren an Schultagen von Bokel über Sprakensehl bis nach Hankensbüttel und über Steinhorst bis nach Groß Oesingen. Eine ÖPNV-Anbindung nach Norden, d. h. Uelzen, erreicht man im nördlich benachbarten Nienwohlde auf Wrestedter Gebiet bzw. ab Reinstorf im Osten (über Bad Bodenteich).

Das Ortsteilgebiet wird im Nordwesten ohne direkte Verbindung nach Bokel ein kurzes Stück von der Bundesstraße 4 gequert. Diese ist über die Landesstraße 265 im Südwesten des Ortes über Behren erreichbar. Die Landesstraße durchläuft den Ortsteil und führt im Osten zum im Landkreis Uelzen gelegenen Reinstorf.

Weblinks

Gemeinde Sprakensehl auf der Website der Samtgemeinde Hankensbüttel

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Gifhorn Kategorie:Sprakensehl Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Gifhorn) Kategorie:Gemeindeauflösung 1974