alt=Porträt Laura Himmelreich|mini|Laura Himmelreich (2025) Laura Himmelreich (* 1. Oktober 1983 in München) ist eine deutsche Journalistin.
Leben Himmelreich studierte Politikwissenschaft sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Göttingen und Prag. Danach besuchte sie von 2009 bis 2010 die Henri-Nannen-JournalistenschuleDas Netzwerk – Süddeutsche Zeitung Magazin in Hamburg und schrieb als freie Journalistin u. a. für die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Spiegel Online und das Nachrichtenmagazin Stern. Zu ihren Themenschwerpunkten gehörten Innenpolitik, Wirtschaft und Sozialpolitik. Ab 2010 war sie Redakteurin im Ressort PolitikBildunterschrift in der Printfassung zum Porträt über Rainer Brüderle im Magazin Stern (Ausgabe Nr. 5/2013) S. 47. im Berliner Büro des Stern, für den sie u. a. regelmäßig über die FDP berichtete.
2012 wurde ihre Sozialreportage Eine Reise ohne Wiederkehr für den Deutschen Reporterpreis in der Kategorie Beste Reportage nominiert und 2013 im Rahmen des Hansel-Mieth-Preises ausgezeichnet. Der Herrenwitz, ein Porträt über Rainer Brüderle im Stern, löste eine bundesweite Debatte über Sexismus und sexuelle Belästigung von Frauen aus.Rainer Brüderle: Der spitze Kandidat. – Stern.de, 23. Januar 2013
Zum 1. Juni 2016 wechselte Himmelreich als Chefredakteurin zur deutschen Online-Ausgabe des Lifestyle- und Jugendmagazins Vice.Deutsches Vice.com holt stern-Reporterin Laura Himmelreich als Chefredakteurin meedia.de, 4. April 2016 Im September 2018 wurde sie Chefredakteurin aller deutschsprachigen Ausgaben. Die österreichische Redaktion kritisierte die Strukturänderung und verließ geschlossen das Unternehmen.Laura Himmelreich zum Vice-Exodus in Austria: “Möchte nicht Chefin von Leuten sein, die nicht zu meinem Team gehören wollen” meedia.de, 14. August 2018 Im Juni 2019 verließ Himmelreich Vice.Führungswechsel bei “Vice”: Felix Dachsel wird neuer Chefredakteur der DACH-Region, Laura Himmelreich geht meedia.de, 28. Juni 2019 Im November 2019 wurde sie stellvertretende Chefredakteurin Digital der Funke Zentralredaktion. Von April 2022 bis 2025 war sie stellvertretende Chefredakteurin und Head of Digital der Funke Zentralredaktion.Ex-Vice-Chefin Laura Himmelreich wird stellvertretende Chefredakteurin Digital bei Funke meedia.de, 2. Oktober 2019
2017 wurde Himmelreich zusammen mit Hans-Martin Tillack und Ulrich Neumann für ihre investigative Recherche zu prekären Arbeitsverhältnissen bei der Drogeriekette Rossmann, die 2016 unter dem Titel Rossmanns Tagelöhner im Stern erschien, in der Kategorie „Investigative Leistung“ für den Nannen-Preis nominiert.
2017 wählte die Jury des Medium Magazins Himmelreich auf den dritten Platz in der Kategorie „Chefredaktion des Jahres 2017“.
Seit Februar 2025 ist Himmelreich stellvertretende Chefredakteurin des Tagesspiegel.
Feature „Der Herrenwitz“ In dem Porträt Der Herrenwitz im Stern vom 24. Januar 2013 schilderte sie eine anzügliche Bemerkung des FDP-Spitzenkandidaten am Abend des Dreikönigstreffens der FDP am 6. Januar 2012. Demnach habe Brüderle in einer Hotelbar auf ihren Busen geschaut und gesagt: „Sie können ein Dirndl auch ausfüllen.“Daniel Bax, Astrid Geisler, Hanna Gersmann, Anja Maier: Die ganz alltägliche Anmache, in: taz vom 24. Januar 2013. Neben dieser Begebenheit zeichnet Himmelreich mit Schilderungen weiterer Situationen das Bild eines Mannes in , der Schlüpfrigkeiten ihrer Popularität wegen nutze.
Sexismusdebatte Verstärkt durch die auf Twitter unter dem Hashtag #aufschrei geführte Debatte über sexistische Bemerkungen und Übergriffe, denen sich Frauen in ihrem alltäglichen Leben ausgesetzt sehen, wurde die Sexismus-Debatte auch ein beherrschendes Thema in Print-Medien und Fernsehsendungen wie den Talkshows Markus Lanz, Maybrit IllnerSexismus: Brüderle-Talk bei Illner mit Kubicki und Roth – Der Spiegel Online, 1. Februar 2013. und Günther JauchMelanie Mühl: #Dirndl bei #Jauch. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 28. Januar 2013 sowie in der internationalen PresseZum Beispiel: Frédéric Lemaître: Le déclin du mâle blanc allemand. In: Le Monde. 7. Februar 2013, Online und „schwappte bis in die USA“.Sexismus-Debatte bei Markus Lanz: „Brüderle ist auf sein Alter reduziert worden“ – „Ein eiskalter Vorgang“ – Focus OnlineMeliassa Eddy, Chris Cottrell: German Politician’s Remark Stirs Outcry Over Sexism. In: The New York Times. 28. Januar 2013. Die Süddeutsche Zeitung befand, dass Laura Himmelreich mit ihrem Stern-Artikel über Rainer Brüderle die Sexismus-Debatte maßgeblich mit angestoßen habe.Lena Jakat: Mit flachen Witzen gegen den #aufschrei. In: Süddeutsche Zeitung. 28. Januar 2013 (TV-Kritik zu Günther Jauch).
Reaktionen der FDP FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki warf Laura Himmelreich einen journalistischen „Tabubruch“ vor, da sie den „geschützten Bereich“ vertraulicher Hintergrundgespräche öffentlich gemacht habeKubicki wirft „Stern“ Tabubruch vor Handelsblatt vom 26. Januar 2013. Die FDP-Politikerin Koch-Mehrin begrüßte es, dass Himmelreich den Mut gehabt habe, in ihrem Artikel „das Thema Anzüglichkeiten so offen zu benennen“.Birgit Baumann: Sexismusvorwürfe gegen Brüderle erregen Berlin. In: Der Standard. 26./27. Januar 2013. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) wertete Anfang Februar 2013 die Äußerung Brüderles als Kompliment: „Ein Kompliment ist doch was anderes, als wenn jemand tatsächlich übergriffig ist.“ – „Wenn ich auch ein Dirndl tragen kann und das steht mir gut, wo ist denn da die Beleidigung? Also ich möchte wirklich, dass man hier mal die Kirche im Dorf lässt.“Justizministerin: Brüderles „Dirndl“-Äußerung waren ein Kompliment. dapd. 1. Februar 2013. Abgerufen am 7. März 2013. Brüderle selbst äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Beim ZDF-Sommerinterview 2013 sagte er in diesem Zusammenhang: „Es gibt Themen, zu denen muss man sich nicht äußern“. Erst im April 2014 meldete er sich öffentlich zu Wort und erklärte, die Bemerkung sei in Anwesenheit zahlreicher anderer Journalisten gefallen, von denen sich keiner, auch Himmelreich selbst nicht, beschwert habe. Vielmehr habe Himmelreich ihn auch nach dem Vorfall auf mehreren Terminen begleitet:
Reaktionen in der Presse Khuê Pham wies in der Zeit darauf hin, dass Himmelreich den Begriff „sexuelle Belästigung“ selbst nie verwendet habe.
Anja Maier kommentierte in der taz, dass Himmelreich „nun ausgerechnet sie, das Opfer von Brüderles Sexismus, für ihre Kritiker zur Täterin“ werde.Die hässliche Wahrheit – 24. Januar 2013. Das Nachrichtenmagazin Focus,Sexismus-Debatte – Auch Frau Himmelreich mag den Dirndl-Vergleich In: Focus. 4. Februar 2013. die linke politische Wochenzeitung Jungle WorldSpitzenjournalismus In: Jungle World. 7. Februar 2013. und die Boulevardzeitung Bild„Dirndltauglich“ – So schrieb die Stern-Reporterin über Ilse Aigner. In: Bild. 1. Februar 2013 berichteten im Februar 2013 darüber, dass Himmelreich „acht Monate nach ihrer Barbegegnung“ selbst in einem Artikel im SternStern Nr. 39, 2012. über Ilse Aigner geschrieben habe: „Bodenständig ist sie geblieben, und dirndltauglich ist sie eh.“
Weblinks
Laura Himmelreich: Der Herrenwitz, Porträt über Rainer Brüderle im Magazin Stern (Ausgabe Nr. 5/2013), Online 1. Februar 2013. Wie die stern-Autorin den #aufschrei erlebte, 8. Januar 2014 Julia Becker – neue Sexismus-Formen, Zeit Online, 24. Januar 2014
Einzelnachweise Himmelreich schreibt von einem Handkuss; Hannah Beitzer davon, dass Brüderle sich der genähert habe. Netzfeministin Anne Wizorek. Männer, ihr habt doch ein Gehirn! In: Süddeutsche Zeitung. 11. Februar 2013.
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