mini|Carl von Linde

Berndorf (oberfränkisch: Bean-doafE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 199. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „beʳndoʳf“.) ist seit 1972 ein Gemeindeteil des Marktes Thurnau im oberfränkischen Landkreis Kulmbach in Bayern. Die Gemarkung Berndorf hat eine Fläche von 3,048 km². Sie ist in 607 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 5021 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hohezorn, Poppenleithen, Quartier, Ruh und Wiesenmühle.

Geographie Das Pfarrdorf liegt am Aubach. Die Kreisstraße KU 8 führt nach Menchau (0,7 km südwestlich) bzw. nach Thurnau zur Staatsstraße 2689 (0,7 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Kreisstraße KU 7 bei der Anschlussstelle 22 der Bundesautobahn 70 (0,4 km östlich), die unmittelbar nördlich des Ortes verläuft. Ein Anliegerweg verbindet mit Wiesenmühle (0,3 km nordöstlich). Im Südosten schließt sich eine flachhügelige Ebene von Acker- und Grünland an, die südlich von bewaldeten Anhöhen umgrenzt ist. Durch Berndorf verläuft der Fränkische Marienweg.

Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1188 als „villae Perndorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort ist der Personenname Bero. Mit dem Personennamen wurde wahrscheinlich der Gründer der Siedlung angegeben.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 10. Seit etwa 1400 gab es in Berndorf eine St.-Leonhards-Kapelle. Aus dieser stammen die beiden ältesten Glocken der heutigen St.-Georg-Kirche, die auch als Friedenskirche bezeichnet wird.Website der Pfarrei Berndorf

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Berndorf aus 36 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Giech’sche Amt Thurnau aus. Grundherren waren das Amt Thurnau (22 Anwesen: 4 Höfe, 4 Halbhöfe, 2 Gütlein, 6 Sölden, 1 Halbsölde, 1 Viertelsölde, 2 Häuslein, 1 Tropfhäuslein, 1 Hofstatt), das Seniorat v. Künßberg (2 Gütlein), die Hospitalverwaltung Thurnau (1 Hof, 1 Haus), die Pfarrei Berndorf (1 Wirtshaus, 1 Hof, 3 Gütlein, 1 Häuslein), die Pfarrei Thurnau (1 Halbsöldengütlein, 2 Häuser), das St. Katharinen-Spital Bamberg (1 Gut). Die Steuer und Vogtei stand dem Amt Thurnau zu mit Ausnahme der Anwesen des Bamberger Spitals: Hier oblag die Steuerhoheit dem bambergischen Amt Weismain. Neben den Anwesen gab es 1 Kirche, 1 Pfarrhaus, 1 Schulhaus und 1 Gemeindehirtenhaus.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 583 f. Dort wird abweichend eine Gesamtzahl von 35 Anwesen angegeben.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Patrimonialgericht Thurnau. 1810 kam Berndorf zum Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde Berndorf dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Limmersdorf zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt 1818 entstand die Ruralgemeinde Berndorf, zu der Hohezorn, Kröglitzen, Poppenleithen, Quartier, Ruh und Wiesenmühle gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Thurnau (ab 1852 Landgericht Thurnau) zugewiesen und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Thurnau (1919 in Finanzamt Thurnau umbenannt). Ab 1862 gehörte Berndorf zum Bezirksamt Kulmbach (1939 in Landkreis Kulmbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Thurnau (1879 in das Amtsgericht Thurnau umgewandelt), seit 1929 ist das Amtsgericht Kulmbach zuständig. Die Finanzverwaltung übernahm 1929 das Finanzamt Kulmbach.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 748 f. Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Fläche von 3,064 km², die sich durch die Abgabe von Kröglitzen an Limmersdorf im Jahr 1930 auf 3,019 km² verringerte.

Am 1. Januar 1972 wurde Berndorf in den Markt Thurnau eingemeindet.

Baudenkmäler Haus Nr. 8, 12, 17 und 33: Wohnstallhäuser Haus Nr. 38: Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Georg Kreuzstein Steinkreuz

Einwohnerentwicklung Gemeinde Berndorf Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 233 250 252 252 235 218 231 225 222 227 213 202 191 199 180 198 201 196 300 265 249 223 209HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feurestellen und von 1871 bis 1987 als Wohngebäude bezeichnet. 40 39 39 39 40 40 44 Quelle

Ort Berndorf Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 218 164 216 179 177 159 163 220 197 184 241Häuser 36 33 33 34 35 39 69 Quelle R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 727.

Religion Der Ort ist Sitz der Pfarrei Friedenskirche und ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 583.

Söhne und Töchter des Ortes Carl von Linde (1842–1934), Ingenieur und Pionier der Kühltechnik

Literatur

Thomas Münch: Der Markt Thurnau mit seinen Ortsteilen. Geiger, Horb am Neckar 1993, ISBN 3-89264-785-2

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ortsteil von Thurnau Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Ersterwähnung 1188 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kulmbach