Hypoxis ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Hypoxidaceae. Die etwa 90 Arten sind auf der Nord- und Südhalbkugel, hauptsächlich in subtropischen bis tropischen Gebieten verbreitet, aber keine Art ist in Europa beheimatet.
Beschreibung und Ökologie Erscheinungsbild, Wurzeln und Laubblätter Die Hypoxis-Arten wachsen als ausdauernde, krautige Pflanzen. Diese Geophyten bilden unterirdische, verdickte Sprossachsen oder vertikale, mehr oder weniger lange, fast kugelige, knollige oder längliche Rhizome als Überdauerungsorgane. Die unterirdischen Sprossachsen sind innen fleischig, schleimig, weiß oder gelb-orange und werden aufgeschnitten an der Luft durch Oxidation schwarz. Die oberirdischen Pflanzenteile besitzen oft verzweigte, weiße bis rötliche Haare (Trichome).
Hypoxis-Arten besitzen, besonders an der oberen Hälfte ihres Rhizoms, kontraktile, gedrungene Wurzeln, mit denen sie die Höhe im Erdboden für ein optimales Wachstum regeln können.
Es handelt sich bei den meisten Hypoxis-Arten um Geophyten, bei denen während Trockenzeit die Blätter vertrocknen und frische Blätter in der Regenzeit wieder austreiben, die oft auch während der Blütezeit vorhanden sind. Nur wenige Hypoxis-Arten sind immergrün. Die meisten südafrikanischen Hypoxis-Arten beginnen im Frühling neue Blätter auszutreiben und sind während des Sommers grün. Bei den meisten Hypoxis-Arten sind wenige bis viele (drei bis zu zwanzig) Laubblätter in etwa drei Reihen schraubig übereinander angeordnet, bei einigen Arten sind nur grundständig Laubblätter vorhanden. Es sind Blattscheiden, aber keine Blattstiele ausgebildet. Die Blattscheiden können bei manchen Arten einen kleinen „Scheinstamm“ bilden und/oder können von trockenen Fasern umgeben sein. Die einfachen Blattspreiten sind linealisch bis lanzettförmig oder eiförmig. Bei den Gattungen Hypoxis und Rhodohypoxis sind die Blattflächen meist behaart, dagegen bei der nächst verwandten Gattung Spiloxene kahl. Es liegt Paralleladrigkeit vor, wobei die Blattadern oft relativ stark entwickelt sind.
Blütenstände, Blüten und Bestäubung In Südafrika werden die Blütenstände mit Beginn der Regenzeit im Frühling gebildet. Es ist ein unbeblätterter, schlanker, kurzer bis langer, unverzweigter, meist fein behaarter Blütenstandsschaft vorhanden. Je nach Art stehen zwei bis zwölf Blüten in einem endständigen, doldigen oder traubigen Blütenstand zusammen, manchmal stehen die Blüten auch einzeln. Die Blüten stehen über jeweils ein oder zwei Tragblättern. Die Blütenstiele sind lang oder kurz.
mini|links|Blüte von Hypoxis juncea Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und dreizählig. Die meist sechs fast gleichgeformten, außen behaarten Blütenhüllblätter sind frei, haltbar, schmal eiförmig und immer sternförmig (daher auch ihre Trivialnamen in den Heimatgebieten yellow stars, star lily (englisch), sterretjie (afrikaans)) sowie ausgebreitet angeordnet. Selten sind vier oder acht Blütenhüllblätter vorhanden. Die Farbe der Blütenhüllblätter ist bei fast allen Arten gelb, nur bei Hypoxis membranacea und Hypoxis parvula var. albiflora sind sie weiß. Es sind zwei Kreise mit je drei, selten nur zwei Staubblättern vorhanden. Die kurzen, faden- bis pfriemförmig Staubfäden sind untereinander frei, ausgebreitet bis aufrecht und an der Basis der Blütenhüllblätter inseriert. Drei Fruchtblätter sind zu einem meist dreikammerigen, unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Jede Fruchtknotenkammer enthält viele Samenanlagen. Der kurze, zylindrische Griffel endet mit einer verkehrt-konischen, dreilappigen Narbe.
Die Blütezeit ist je nach Art sehr unterschiedlich. Eine Blüte öffnet sich nur innerhalb eines Tages, aber die Blüten eines Blütenstandes öffnen sich nicht alle gleichzeitig und so dauert die gesamte Blütezeit einige Wochen. Wie bei allen Hypoxidaceae enthalten die Blüten bei Hypoxis keine Nektarien, deshalb ist die einzige Belohnung für Blütenbesucher der Pollen. Die Hauptbestäuber sind solitärlebende Bienen oder Honigbienen. Die Pollenkörner sind gelb und sind in den transparenten Pollensäcken für die Bestäuber sichtbar.
Früchte und Samen Die dünnwandigen Kapselfrüchte öffnen sich entlang ihres Querschnittes und der obere Teil fällt ab. Die relativ kleinen Samen besitzen eine schwarze Samenschale.
Chromosomenzahlen Die Chromosomenbasiszahl beträgt x = 7,8,9,11,19. Oft liegt Polyploidie oder Aneuploidie vor.
Vorkommen Die Gattung Hypoxis ist auf der Nord- und Südhalbkugel, hauptsächlich in subtropischen bis tropischen Gebieten verbreitet. Die größte Artenvielfalt mit etwa 45 Arten findet man im Südlichen Afrika. Jeweils einige Arten kommen in Zentralafrika (etwa 20 Arten), Madagaskar, Asien, in der Orientalis („Indo-Malasia“), in Australien, Süd-, Zentral-, Nordamerika und auf Karibischen Inseln vor. Sieben Arten sind in den USA beheimatet. In Europa ist keine Art beheimatet.
Etwa sieben Arten sind Elemente der Capensis. Etwa acht Arten kommen im Westkap, etwa acht Arten im Nordkap und drei Arten im Ostkap vor. Nur eine Art ist in Namibia beheimatet.
Die meisten Arten gedeihen an feuchten oder in episodisch feuchten Standorten. Die meisten südafrikanischen Arten gedeihen in Gebieten mit Sommerregen, also im östlichen Teil Südafrikas. Sieben dieser Arten kommen auch im Winterregengebieten vor. Elf Arten kommen nur im südafrikanischen Inland nur in Höhenlagen oberhalb 1000 Meter vor. Die anderen südafrikanischen Arten reichen von der Küste bis ins Landesinnere. Hypoxis-Arten gedeihen hauptsächlich in Grasländern, am besten bei vollem Licht. Nur wenige Hypoxis-Arten gedeihen an Felswänden oder im Waldschatten.
Einige Hypoxis-Arten stehen in der „Red List of South African Plants“ = „Rote Liste der südafrikanischen Pflanzen“.
Systematik Die Gattung Hypoxis wurde 1759 durch Carl von Linné in Systema Naturae, Editio Decima, 2, S. 972, 986 und 1366 aufgestellt. Als Typusart wurde 1913 Hypoxis erecta durch Nathaniel Lord Britton und Addison Brown in An Illustrated Flora of the Northern United States, 2. Auflage, Band 1, S. 534 festgelegt. Der Gattungsname Hypoxis leitet sich von den griechischen Wörtern hypo für unter und oxy für spitz ab, dies bezieht sich auf die zugespitzte Basis des Fruchtknotens oder Frucht. Synonyme für Hypoxis sind: Upoda , Schinnongia , Niobea .
Aus der Gattung Hypoxis wurden durch Gert Cornelius Nel im Artikel Die afrikanischen Arten der Amaryllidaceae-Hypoxideae in Botanische Jahrbücher, Band 51, 1866, S. 287–340 einige Arten in eine neue Gattung Ianthe oder Janthe orth. var. gestellt, dies ist heute ein Synonym von Spiloxene
Hypoxis ist eine Gattung innerhalb der Familie der Hypoxidaceae. Früher wurde sie auch in die Familie der Liliaceae eingeordnet. mini|Habitus und Blüte von Hypoxis angustifolia mini|Hypoxis costata mini|Laubblätter und Blüte von Hypoxis decumbens mini|Habitus und Blütenstand von Hypoxis hemerocallidea am Naturstandort in Südafrika mini|Behaarte Laubblätter und Blüte von Hypoxis hirsuta mini|Hypoxis hygrometrica mini|Habitus und Blütenstand von Hypoxis obtusa mini|Habitus und Blüte von Hypoxis pratensis Es gibt etwa 90 Hypoxis-Arten:
Hypoxis abyssinica : Die Heimat ist Äthiopien und Eritrea. Hypoxis acuminata : Die Heimat ist das südliche Afrika. Sie wird als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Hypoxis angustifolia : Die Heimat ist Afrika, der westliche Indische Ozean und die südwestliche Arabische Halbinsel. Sie kommt in vier Varietäten vor. Sie wird als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Sie wird als Stärkelieferant des Menschen bereits in der Altsteinzeit betrachtet.Lyn Wadley, Lucinda Backwell, Francesco d’Errico, Christine Sievers: Cooked starchy rhizomes in Africa 170 thousand years ago. In: Science, Bd. 367, Nr. 6473, Jan. 2020, S. 87–91, doi:10.1126/science.aaz5926. Hypoxis argentea : Die Heimat ist das südliche Afrika. Sie kommt in zwei Varietäten vor. Sie wird als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Hypoxis arillacea : Die Heimat ist Queensland. Hypoxis atlantica : Die Heimat der 2016 erstbeschriebenen Art ist Brasilien. Hypoxis aurea : Die Heimat ist das tropische und subtropische Asien. Hypoxis bampsiana : Die Heimat ist das westliche Tansania bis Sambia. Sie kommt in zwei Unterarten vor. Hypoxis camerooniana : Die Heimat ist Nigeria bis zur Demokratischen Republik Kongo. Hypoxis canaliculata : Die Heimat ist Angola. Hypoxis catamarcensis : Die Heimat ist Argentinien (Catamarca). Hypoxis colchicifolia : Die Heimat ist die östliche Kap-Provinz bis KwaZulu-Natal. Sie wird als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Hypoxis colliculata : Diese 2010 erstbeschriebene Art kommt nur in Mexiko (Oaxaca, Chapas) vor. Hypoxis costata : Die Heimat ist das südliche Afrika. Sie wird als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Hypoxis cuanzensis : Die Heimat ist Angola. Hypoxis curtissii : Die Heimat sind die südöstlichen USA bis zum östlichen Texas. Hypoxis decumbens : Das Verbreitungsgebiet reicht von Mexiko bis ins tropische Amerika. Hypoxis demissa : Die Heimat ist Tansania. Hypoxis dinteri : Die Heimat ist Namibia. Hypoxis domingensis : Die Heimat ist die Dominikanische Republik. Hypoxis exaltata : Die Heimat ist die östliche Kap-Provinz. Sie wird als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Hypoxis exilis : Die Heimat ist New South Wales bis Victoria. Hypoxis filiformis : Die Heimat ist Uganda bis zum südlichen Afrika. Sie wird als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Hypoxis fischeri : Die Heimat ist Afrika. Sie kommt in fünf Varietäten vor. Hypoxis flanaganii : Die Heimat ist die südliche Kapprovinz. Sie wird als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Hypoxis floccosa : Die Heimat ist die Kapprovinz. Sie wird als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Hypoxis galpinii : Die Heimat ist Tansania bis KwaZulu-Natal. Sie wird als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Hypoxis gardneri : Die Heimat ist das südwestliche Australien. Hypoxis gerrardii : Die Heimat ist das südliche Afrika. Sie wird als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Hypoxis goetzei : Die Heimat ist Kenia und das südliche tropische Afrika. Hypoxis gregoriana : Die Heimat ist das östliche tropische Afrika. Hypoxis hemerocallidea (Syn.: Hypoxis obconica , Hypoxis patula ): Die Heimat ist das tropische und das südliche Afrika. Ihre natürlichen Bestände nehmen ab. Hypoxis hirsuta : Das Verbreitungsgebiet reicht von Kanada bis Mexiko. Hypoxis humilis : Das Verbreitungsgebiet reicht von Mexiko bis Argentinien. Hypoxis hygrometrica : Die Heimat ist Australien. Hypoxis interjecta : Die Heimat ist das südliche Afrika. Sie wird als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Hypoxis juncea : Die Heimat sind die südöstlichen USA. Hypoxis kilimanjarica : Die Heimat ist das östliche Afrika. Sie kommt in zwei Unterarten vor. Hypoxis kraussiana : Die Heimat ist das südliche Afrika. Sie wird als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Hypoxis lata : Die Heimat ist Lesotho und KwaZulu-Natal. Sie wird als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Hypoxis lejolyana : Die Heimat ist das südliche Zaire. Hypoxis leucotricha : Die Heimat ist Angola. Hypoxis limicola : Die Heimat ist Limpopo bis Swaziland. Sie wird als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Hypoxis longifolia : Die Heimat ist das südliche ASfrika. Sie wird als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Hypoxis lucens : Die Heimat ist das zentrale und südwestliche Mexiko. Hypoxis ludwigii : Die Heimat ist die Kapprovinz bis KwaZulu-Natal. Sie wird als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Hypoxis lusalensis : Die Heimat ist das südliche Zaire. Hypoxis malaissei : Die Heimat ist das südliche Zaire bis zum südwestlichen Tansania. Hypoxis marginata : Die Heimat ist Queensland. Hypoxis membranacea : Die Heimat ist das südliche Afrika. Sie wird als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft.