miniatur|Werbeanzeige Paul Potts aus 1913 mit seiner eigenen Villa Am Südpark 35 Paul Amandus Pott (* 17. Juni 1882 in Köln; † 31. Januar 1966 in Köln-Marienburg)Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Personenstandsarchiv Rheinland, Personenstandsregister, Standesamt Köln Altstadt, Sterbefälle, 1966, Urkunde Nr. 236. war ein deutscher Architekt.

Leben Paul Pott war der Sohn des Kölner Architekten Jean Vincenz Pott (* 7. Oktober 1853 in Köln; † 30. Oktober 1910 ebenda)Herbert M. Schleicher (Bearb.): 80.000 Totenzettel aus Rheinischen Sammlungen. Band III Ko–Po. (Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Sitz Köln, Nr. 42), Köln 1988, S. 95. und der Babette, geb. Krahn. Nach dem Abschluss an der Oberrealschule in der Kölner Humboldtstraße besuchte er zunächst die Baugewerkschule seiner Heimatstadt,Wolfram Hagspiel: Köln. Marienburg. Bauten und Architekten eines Villenvororts. die er mit Ablegung der Prüfung zum Wintersemester 1901 verließ.50 Jahre staatliche Baugewerkschule in Köln am Rhein 1879–1929. Festschrift, Köln 1929, S. 19, Nr. 765. In der Folge wechselte er an die TH München, wo insbesondere Carl Hocheder einer seiner Professoren war. Dort lernte er auch Paul Schultze-Naumburg kennen, der ihn sowohl theoretisch als auch in seinem Werk besonders nachhaltig beeinflusste. Nach Köln zurückgekehrt, sollte der, in dem Villenvorort Marienburg lebende amerikanische Zahnarzt Hervey Cotton Merrill (1862–1953), eine weitere Schlüsselrolle in seinem Leben einnehmen. Merrill führte den jungen Paul Pott in die einflussreiche Marienburger Gesellschaft ein und protegierte ihn. Auf dessen Anregung begab sich Pott auch nach England, um dort die neuesten Strömungen des Landhausbaues zu studieren und sich zugleich „für dessen anglo-amerikanische Variante zu interessieren“. Unter Merrills Führung avancierte Paul Pott während der Jahre 1908 bis 1914/1915 zu dem wichtigsten Architekten der Villenkolonie Köln-Marienburg. In dieser Zeit heiratete er in Köln am 19. Oktober 1912 Elisabeth Francis Helen genannt Elsie Francis Merrill (* 26. März 1889 in Köln), eine Tochter seines Mentors. Die Ehe wurde am 2. März 1930 vor dem Landgericht Köln geschieden.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Personenstandsarchiv Rheinland, Personenstandsregister, Standesamt Köln IV, Heiraten, 1912, Urkunde Nr. 463. Zugleich wurde er Mitglied der Vereinigung für Kunst in Handel und Gewerbe Köln und des Deutschen Werkbundes. Mit der beruflichen Selbstständigkeit seines neun Jahre jüngeren Schwagers Theodor Merrill fielen die Großaufträge für Villen jedoch nach 1914/1915 zunehmend an diesen. 1928 gehörte Pott zu den Gründern des »Blocks Kölner Baukünstler«. Seit den späten 1930er-Jahren und auch in den Kriegsjahren führte Pott Planungsaufträge für die Buderus-Werke aus. Nach Kriegsende war er 1950/1951, und in Gemeinschaft mit Gottfried Böhm – mit dessen Vater Dominikus Böhm er befreundet war – mit der Ausarbeitung zahlreicher Wohnhausbauten für die englische Besatzung befasst. Der Wiederaufbau der Alten Universität (heute Fachhochschule Köln) von 1955 bis 1958 war seine letzte große Bauaufgabe.

Zahlreiche der von Paul Pott entworfenen und teilweise auch in Eigenregie ausgeführten Bauvorhaben sind erhalten und stehen unter Denkmalschutz. Neben den bereits genannten Mitgliedschaften gehörte er auch über lange Jahre dem BDA an.

Werk

Bauten in Köln 1908–1909: Marienburg, Pferdmengesstr. 44, Haus Dr. H.C. Merrill 1908–1909: Marienburg, Pferdmengesstr. 50, Haus Zahnarzt Dr. Hugo Fischer 1908–1910: Marienburg, Pferdmengesstr. 40–42, Haus Fabrikant Fritz Vorster 1909–1910: Marienburg, Lindenallee 17, Haus Dr. H.C. Merrill 1910–1911: Marienburg, Pferdmengesstr. 52, Haus Bankier Arthur Deichmann 1910–1911: Marienburg, Robert-Heuser-Str. 17, Haus Fabrikant Fritz Vorster um 1911: Marienburg, Heinrich-Lübke-Ufer 16–18, Café-Restaurant Rheinterrasse mit Tennisplatz im Auftrag von H.C. Merrill 1911–1912: Marienburg, Am Südpark 35, Villa mit Bürotrakt für Paul Pott und H.C. Merrill 1911–1912: Marienburg, Robert-Heuser-Str. 24, Haus des Tabakfabrikanten Hugo Minderop 1912–1913: Marienburg, Marienburger Str. 9, Umbau für den Kaufhausbesitzer Rudolf Cords 1912–1913: Lindenthal, Haydnstr. 11, Haus Prof. Dr. Zinsser 1912–1913: Marienburg, Leyboldstr. 42–44, Haus des Verlegers Albert Ahn 1913–1914: Marienburg, Pferdmengesstr. 36, Haus des Großhändlers Carl Ruben 1913–1914: Marienburg, Parkstr. 10, Villa Rechtsanwalt Dr. Selmar Auerbach 1913–1914: Rodenkirchen, Uferstr. 28, Halbvilla Rechtsanwalt Dr. Otto Levinger 1913–1914: Rodenkirchen, Uferstr. 27, Halbvilla Rechtsanwalt Adolf AlsbergWolfram Hagspiel: Villen im Kölner Süden. Rodenkirchen, Sürth, Weiss und Hahnwald. 1913–1914: Marienburg, Parkstr. 5, Haus Verleger Josef Neven DuMont 1914: Deutz, Werkbundausstellung, »Koloniales Gehöft« und Eßzimmer in der Haupthalle 1914–1915: Marienburg, Lindenallee 47, Villa Fabrikant Dr. Max Clouth 1914–1915: Marienburg, Parkstr. 8, Villa Fabrikant Wilhelm Auerbach 1920: Bayenthal, Schönhauser Str. 12. Lagergebäude 1920: Lindenthal, Weyerthal 90, Gartenhaus 1920–1921: Riehl, Am Botanischen Garten, Besatzungsbauten 1920–1921: Höhenberg, Germaniasiedlung, Siedlungshäuser 1921–1923: Marienburg, Pferdmengesstr. 23, Villa Fabrikant Hermann Hertz 1921–1923: Marienburg, Lindenallee 55 (mit Ludwig Paffendorf), Villa Generaldirektor (4711) Arthur Schütte 1922–1923: Marienburg, Robert-Heuser-Str. 15, Villa Gustav Bredt (Vorstand Pfeifer & Langen AG) 1922–1924: Marienburg, Am Südpark 5, Haus Erich Eliel 1923–1924: Marienburg, Bayenthalgürtel 25, Haus Schifffahrtdirektor Dr. Walter Hempel 1924: Marienburg, Germanicusstr. 4, Haus Witwe Fritz Vorster, Hermine 1924: Marienburg, Lindenallee 47, Erweiterung der Villa Dr. Max Clouth 1924: Marienburg, Parkstr. 2, Villa Generaldirektor Dr. h. c. Franz Ott 1924: Bayenthal, Oberländer Ufer 54/56, Doppelhaus Horn um 1924: Marienburg, Schillingsrotter Weg 2, Clubhaus des Kölner Golf-Clubs e. V. um 1924: Altstadt-Süd, Malzbüchel 6–8, Ofenhaus Leisten 1924–1925: Marienburg, Parkstr. 20 Villa Willy Bleissem (Bildhauer: Willy Meller, Kunstmaler: Josef Mangold und Heinrich Kron) 1925: Bayenthal, Hermann-Löns-Straße, Einfamilienhäuser 1925–1926: Altstadt, Brückenkopf-Wettbewerb zur Deutzer Brücke (mit Willi Kleinertz) 1925–1926: Bickendorf, Wettbewerb katholische Kirche (mit W. Kleinertz) 1925–1926: Marienburg, Kastanienallee 29, Villa Witwe Julius van der Zypen 1926: Bayenthal, Gustav-Heinemann-Ufer 70, Haus Kleefisch 1926: Marienburg, Goethestr. 57, Garage 1926: Bayenthal, Schillerstr. 99, Umbau 1926: Bayenthal, Bernhardstr. 155, Umbau 1926: Mülheim, Ackerstr. 24, Wohn- und Geschäftshaus Varnhagen um 1926: Altstadt-Nord, Frankenwerft, Empfangsgebäude der Köln–Düsseldorfer Dampfschifffahrtsgesellschaft um 1926: Neustadt-Nord, Hansaring 97, Ausstellungsräume der Firma Wolfferts im Hansahochhaus um 1926: Lindenthal, Haydnstr. 7–9, Haus Prof. Dr. Zinsser (II) um 1926: Salubra-Haus, Vorführungsraum 1927: Zollstock, Wettbewerb evangelische Kirche, 1. Preis 1927: Mülheim, Wettbewerb Mülheimer Brücke 1927: Buchheim, Frankfurter Straße, Mehrfamilienhäuser 1927–1928: Marienburg, Am Südpark 35, Umbau und Garagenanbau, Privathaus Paul Pott 1927–1928: Hahnwald, Bonner Landstraße (Haus Hevea), Landhaus Dr. Max Clouth 1928: Altstadt-Süd, Ulrichgasse, Turnhalle und Werkstätten der Berufsschule um 1928: Dellbrück, Diepeschrather Straße, Siedlung der Kriegerheimstätten-Baugenossenschaft 1928–1929: Buchforst, Heidelberger Straße / Besselstraße / Bunsenstraße, Siedlungsbauten mit Theodor Merrill 1928–1929: Bayenthal, Schönhauser Str. 2–4 1929: Marienburg, Remagener Str. 3, Umbau der von Theodor Merrill entworfenen Halbvilla 1929: Braunsfeld, Am Morsdorfer Hof 29 1929–1930: Höhenhaus, Berliner Straße u. a., Siedlung Neurath (mit A. Haug und anderen) 1930: Marienburg, Kastanienallee 27, Abbruchantrag und Bebauungsplanung 1930: Marienburg, Unter den Ulmen 43, Garage zu der von Theodor Merrill entworfenen Villa der Rentnerin Olga de Greiff 1933–1934: Marienburg, Kastanienallee 19, Villa Kaufmann Dr. Ernst Walter Heintz 1934: Marienburg, Marienburger Str. 50, Umbau der Villa Lohmer 1934: Marienburg, Marienburger Str. 43, Umbau zu einem Mehrfamilienhaus 1935: Mülheim, Wallstr. 4, Geschäftshaus der Rheinisch–Westfälischen Bodenkreditbank AG 1935–1936: Kalk, Kalker Hauptstr. 142–148, Wohn- und Geschäftshäuser 1936: Altstadt-Süd, Steinweg 7, Umbau 1936: Marienburg, Kastanienallee 21, Abbruchantrag 1936–1937: Neustadt-Süd, Vorgebirgstr. 18 1937–1939: Braunsfeld, Am Morsdorfer Hof 9, Haus Brauereidirektor Jakob Immendorf 1938: Marienburg, Lindenallee 70, Neugestaltung des Speisezimmers in der Villa von Felix Brenninkmeyer 1939–1940: Braunsfeld, Am Morsdorfer Hof 16, Haus Fabrikant Dr. Heinrich BohlanderWolfram Hagspiel: Bauten und Architekten in Braunsfeld von 1900 bis zur Gegenwart. 1940–1941: Marienburg, Robert-Heuser-Str. 17, Umbau und Erweiterung der Villa 1948–1949: Marienburg, Am Südpark 29, Wiederaufbau 1950–1951: Marienburg, Am Südpark 31, Umbau 1950–1951: Marienburg, Am Südpark 31a, Wiederaufbau (mit Gottfried Böhm, Entwurf Pott) 1950–1951: Marienburg, Bayenthalgürtel 33a (mit Gottfried Böhm, Entwurf Böhm) 1950–1951: Marienburg, Pferdmengesstr. 22 (mit Gottfried Böhm, Entwurf Böhm) 1950–1951: Marienburg, Pferdmengesstr. 24 (mit Gottfried Böhm, Entwurf Böhm) 1950–1951: Marienburg, Kastanienallee 7 (mit Gottfried Böhm, Entwurf Pott) 1953: Marienburg, Gustav-Heinemann-Ufer 132, Wiederaufbauplanung (nicht realisiert) 1953–1954: Mülheim, Rhodiusstr. 20, Wiederaufbau 1955–1959: Neustadt-Süd, Claudiusstraße, Wiederaufbau der Alten Universität

Bauten außerhalb Kölns um 1909: Ratzeburg, Haus Dr. Goecke 1912–1914: Düren, Scharnhorststraße 75, Haus Schüll um 1913: Entwurf zu einem Herrenhaus in der Eifel 1925: Dortmund, Kronprinzenstraße 67, Umbau und Erweiterung Villa Max Klönne vor 1926: Duisburg, Entwurf zur Zeche Diergardt vor 1926: Kronweiler an der Nahe, Gutshof Fischerhof vor 1929: Landhaus in W. um 1935: Düren, Villa Schöller um 1939–1940: Ungarn, größeres Bauprojekt 1949: Wolzhausen, Jagdhaus Dr. Heinz Becker 1955: Wuppertal, August-Jung-Weg 8, Haus Schmidt

Siehe auch Liste der Baudenkmäler im Kölner Stadtteil Marienburg

Literatur Wolfram Hagspiel: Köln. Marienburg. Bauten und Architekten eines Villenvororts. (=Stadtspuren, Denkmäler in Köln, Band 8) 2 Bände, J. P. Bachem Verlag, Köln 1996, ISBN 3-7616-1147-1. Wolfram Hagspiel: Bauten und Architekten in Braunsfeld von 1900 bis zur Gegenwart. In: Max-Leo Schwering: Köln. Braunsfeld-Melaten. (=Publikationen des Kölnischen Stadtmuseums, Band 6.) Kölnisches Stadtmuseum, Köln 2004, ISBN 3-927396-93-1, S. 271–336. Wolfram Hagspiel: Marienburg. Ein Kölner Villenviertel und seine architektonische Entwicklung. (mit Fotografien von Hans-Georg Esch) J. P. Bachem Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-7616-2012-0. Wolfram Hagspiel: Villen im Kölner Süden. Rodenkirchen, Sürth, Weiss und Hahnwald. (mit Fotografien von Hans-Georg Esch) J. P. Bachem Verlag, Köln 2012, ISBN 978-3-7616-2488-3.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Köln) Kategorie:Mitglied des Deutschen Werkbundes Kategorie:Mitglied des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1882 Kategorie:Gestorben 1966 Kategorie:Mann