Susanne Berkenheger (* 24. Juni 1963 in Maulbronn) ist eine deutsche Künstlerin, Autorin und Satirikerin.
Werdegang Susanne Berkenheger wuchs in Stuttgart auf und studierte Italoromanische Philologie, Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Deutsch als Fremdsprache in Erlangen, Nürnberg, München und Rom. Als Journalistin arbeitete sie für die Süddeutsche Zeitung und für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Bekannt wurde sie 1997 mit ihrer ersten Hyperfiction Zeit für die Bombe, mit der sie den Pegasus-Wettbewerb der Wochenzeitung Die Zeit gewann und die heute als Klassiker des Genres gilt. Auch ihre Nachfolgewerke wurden mehrfach ausgezeichnet.
Seit 2005 hat Berkenheger sich immer mehr vom Hypertext abgewandt und mit den Möglichkeiten der aktionistischen Medienkunst experimentiert. Ihre Themen sind meist technische und ökonomische Entwicklungen des sozialen Raums Internet, die sie satirisch und subversiv bearbeitet. Große mediale Aufmerksamkeit brachte ihr 2007 das Internet-Kunstprojekt accountleichenbewegung.de, auch andere Projekte fanden national und international Beachtung. Berkenhegers Werke wurden unter anderem in Amsterdam, São Paulo, Rio de Janeiro, Hongkong, Tokio, New York und Montréal ausgestellt.
Als Dramatikerin war Susanne Berkenheger 2000 Teil des experimentellen Chat-Theater-Projekts Kampf der Autoren, ihr Stück Ich sterbe gleich, Schatz wurde 2004 in Münster uraufgeführt.
Im Jahr 2011 veröffentlichte Berkenheger zusammen mit Klaus Ungerer das satirische Sachbuch „Drücken Sie bitte die Eins. Willkommen in der Servicehölle“. Susanne Berkenheger war auch Mitglied der Satireredaktion „Spam“ auf Spiegel Online.
Auszeichnungen und Preise 1. Preis Pegasus Internet-Literaturwettbewerb, 1997 1. Preis Ettlinger Internet-Literaturwettbewerb, 1999 Förderung durch den Deutschen Literaturfonds, 2001 2. Preis literatur.digital, 2002 Arbeitsstipendium der Thyll-Dürr-Stiftung auf Elba, gemeinsam mit Klaus Ungerer, 2003 Internationaler Preis Ciutat de Vinaròs für digitale Literatur, Barcelona, Spanien, 2005 Arbeitsstipendium der Internationalen Künstlerinnenstiftung Die Höge, 2004 Arbeitsstipendium im Künstlerdorf Schöppingen, 2007 CYNETART-Preis 2008 Virtual Residency Location One, New York, 2008 Bremer Netzresidenz, 2009 Prager Literaturstipendium 2.0, 2010
Werke Zeit für die Bombe, Hyperfiction, 1997 Hilfe!, Hyperfiction, 1999 Kampf der Autoren (gemeinsam mit Martina Kieninger, Gerald Anetzhuber und Christian Hempel), 2000 Die Schwimmmeisterin, 2002 Die Worldwatchers, fiktionaler Weblog (gemeinsam mit Gisela Müller), 2003 Ich sterbe gleich, Schatz, 2004 The Bubble Bath, 2005 accountleichenbewegung.de, 2007 Berlin Ambush Votings, 2008 Die letzten Tage von Second Life, 2009/10 Augmented Bombings, 2011 Drücken Sie bitte die Eins, Sachbuch, Ullstein, Berlin 2011 (gemeinsam mit Klaus Ungerer), ISBN 3-548-37416-6 In Account Corpses We Trust, 2012 Ist bestimmt was Psychologisches, Goldmann Verlag, 2014, ISBN 978-3-442-15799-0
Weblinks
Die Netzliteratur hat sich gesundgeschrumpft - Interview mit Susanne Berkenheger von 2008 Interview mit Susanne Berkenheger über Zeit für die Bombe Stern.de-Artikel über accountleichenbewegung.de Susanne Berkenheger über Ich sterbe gleich, Schatz
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