hochkant=1.2|mini|Schinkel-Tabernakel von Belle-Alliance. Der Schinkel-Tabernakel von Belle-Alliance aus Fer de Berlin gehört zu einem Netzwerk von Denkmälern für die Gefallenen der Befreiungskriege, die der König Friedrich Wilhelm III. stiftete. Es steht in Plancenoit.
Schlacht um Plancenoit
Beschreibung Das Denkmal für die siegreichen Schlachten gegen Napoleon wurde in Form eines gotischen Tabernakels 1817–18 durch die Königlich Preußische Eisengießerei gestaltet. Das Denkmal ist ca. 6 m hoch und 3,5 t schwer. Bekrönt wird es von einem Eisernen Kreuz, dessen Gestaltung, z. B. als Orden, auch auf Karl Friedrich Schinkel zurückgeht. Das Epitaph ist bewusst schlicht gewählt: Die gefallenen Helden ehrt dank- bar König und Vaterland. Sie ruhn in Frieden. Belle-Alliance den 18. Juni 1815.
Geschichte Das Monument ist in Erinnerung an die Schlacht bei Waterloo in Plancenoit aufgestellt worden, von wo Friedrich Wilhelm Bülow von Dennewitz mit dem IV. Korps in das Schlachtgeschehen eingriff. Nach schweren Kämpfen eroberte er das strategisch wichtige Dorf Plancenoit. Wellington wurde entlastet und ging ebenfalls zum Angriff über. Die französischen Truppen wurden aufgerieben und auf ihrer Flucht die ganze Nacht über von den Preußen, diesmal unter der Leitung von Gneisenau, verfolgt. Zum Gedenken an die ca. 6700 gefallenen Preußen wurde das Denkmal errichtet. Die französischen Truppen unter Marschall Étienne-Maurice Gérard beschädigten das Denkmal, als sie 1832 im Rahmen der Belgischen Revolution gegen die Niederländer in Belgien einmarschiert waren. Das Denkmal wurde 1832, 1944, 1965 und 1997 restauriert. Legende Am Abend des 17. Juni 1815 suchte die Bevölkerung in den umliegenden Wäldern Zuflucht. Der Priester von Plancenoit blieb und hielt, als wäre nicht passiert seine Sonntagsmesse. Die Legende besagt, dass Napoleon in seinem Hauptquartier in Belle-Alliance die Glocke von Plancenoit zum Frühstück des 18. Juni 1815 gehört haben soll und darüber sehr überrascht war. Der Wahrheitsgehalt kann zwar nicht überprüft werden, aber die Luftlinie zwischen den Orten beträgt ca. 1 km, was die Legende zumindest möglich macht. Die Legende wird auch im Film Waterloo aufgegriffen. Insofern ist es ein Wink des Schicksals, denn mit der Eroberung von Plancenoit standen die Preußen im Rücken von Napoleon und damit war seine Position unhaltbar geworden.
Bilder
Literatur Barry Bergdoll: Karl Friedrich Schinkel. Preußens berühmtester Baumeister. Klinkhardt & Biermann, München 1994 Mario A. Zadow: Karl Friedrich Schinkel. Leben und Werk. Edition Axel Menges, Stuttgart 2001; 3. Auflage: 2003, ISBN 3-932565-29-0 Karl Friedrich Schinkel – Architekt, Maler, Möbelgestalter, Bühnenbildner und Kunstphilosoph. U. Michas: Jeder freie Moment ist ein seliger. R. G. Scharmann: … Schinkel und das preußische Königshaus. E. Börsch-Supan: Kirchen als „Monumente“ der Befreiungskriege. J. Feustel: Hinzeigen auf die höhere Welt. R. Schmook: Schinkels ländliche Bauten im Oderland. Alle vorstehenden in: Die Mark Brandenburg, Heft 61, Marika Großer Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-910134-24-6.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk von Karl Friedrich Schinkel Kategorie:Architektur (Preußen) Kategorie:Denkmal in Wallonien Kategorie:Erbaut in den 1810er Jahren Kategorie:Lasne Kategorie:Gedenkstätte der Koalitionskriege Kategorie:Bauwerk in der Provinz Wallonisch-Brabant Kategorie:Kultur (Provinz Wallonisch-Brabant) Kategorie:Sommerfeldzug von 1815