Friedland () ist eine amtsfreie Stadt im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg (Deutschland). Die Stadt war von 1992 bis 2003 Verwaltungssitz des Amtes Friedland (Niederlausitz) und entstand in ihrer heutigen Ausdehnung zwischen 2001 und 2003 durch die Eingliederung der ehemaligen amtsangehörigen Gemeinden.

Geografie mini|links|Blick auf den Oelsener See Das Gebiet der Stadt Friedland grenzt im Norden an die Stadt Beeskow, im Osten an das Amt Schlaubetal, im Süden an das Amt Lieberose/Oberspreewald und im Westen an die Gemeinde Tauche.

Vor etwa 20.000 Jahren prägten die Schmelzwasserströme der Weichsel-Eiszeit eine einzigartige Landschaftsstruktur um Friedland. Ein abwechslungsreicher Saum von Kiefern-, Buchen- und Traubeneichenwäldern, durchzogen von Erlenbrüchen, tiefen Schluchten mit zahlreichen Waldseen und Feuchtwiesen entlang des Oelse und Schlaube Fließes zeichnet die Flure Friedlands aus. Seit Dezember 1995 gehören weite Teile des Gemeindegebiets zum Naturpark Schlaubetal.

Stadtgliederung Die Stadt Friedland gliedert sich laut ihrer Hauptsatzung in 16 Ortsteile: Chossewitz (Kósojce) mit den Wohnplätzen Forsthaus Jankemühle und Klingemühle Friedland (Bryland) mit den Wohnplätzen Lehmannsthal und Wuggelmühle Groß Briesen (Brjazyna) mit den Wohnplätzen Klein-Briesen (Brjazynka), Oelsen (Wólšyna) und Oelsener Mühle (Wólšyński młyn) Groß Muckrow (Mokrow) Günthersdorf (Guntarojce) Karras (Karas) mit Wohnplatz Postbrücke Klein Muckrow Kummerow (Komorow) Leißnitz (Lěsnica) mit den Wohnplätzen Glowe (Głowje), Kuhnshof und Sarkow (Žarkow) Lindow (Lindow) Niewisch (Njewěš) mit den Wohnplätzen Möllen (Mólin) und Voigtsmühle Pieskow (Pěski) Reudnitz (Rudnica) mit dem Wohnplatz Krollshof Schadow (Škódow) Weichensdorf (Wichmanojce) mit Wohnplatz Planheide Zeust (Zajězd) mit Wohnplatz FriedrichshofSorbische Ortsnamen gemäß Niedersorbischer Ortsnamendatenbank

Im eigentlichen Stadtgebiet leben rund 750 Einwohner. Damit war Friedland vor der Eingliederung von 15 kleineren Gemeinden eine der kleinsten Städte Brandenburgs und ist derzeit die kleinste amtsfreie Kommune im Land. Das heutige Stadtgebiet ist identisch mit dem von 1992 bis 2003 existierenden Amt Friedland (Niederlausitz).

Geschichte mini|Burg Friedland mini|Stadtansicht auf einer Postkarte von 1900 Die ursprüngliche Stadt Friedland wurde 1301 erstmals urkundlich erwähnt. Das Ackerbürgerstädtchen entstand am Schnittpunkt der Straßen von Lieberose, Beeskow und Neuzelle im Schutze einer Burg, die den Übergang über das Dammmühlenfließ deckte. Sie wurde vermutlich von Markgraf Heinrich dem Erlauchten von Meißen angelegt. Der Marktplatz mit der Kirche liegt zwischen den beiden von Nordwest nach Südost verlaufenden Hauptstraßen. Die ehemalige Burg befindet sich nordwestlich des ursprünglichen Stadtkerns. Friedland gehörte zur Niederlausitz und teilte somit deren politische Geschichte.

1307 war die Stadt im Besitz des Timo von Strehla (Strele) und war das Zentrum der kleinen Adelsherrschaft Friedland mit der Burg und der Stadt Friedland, den Gemeinden Leißnitz mit Kuhnshof, dem Leißnitzsee, Dammendorf (einschließlich des Forstreviers Heidereiterei), Klein Briesen, Chossewitz (mit der Janckemühle), Grunow, Günthersdorf, Karras, Lindow, Mixdorf, Groß Muckrow, Klein Muckrow, Klingemühle, Zeust, Oelsen und Reudnitz, den Vorwerken Friedland, Reudnitz, Weichensdorf und Mixdorf und die Hackschäferei bei Friedland.

1373 kam die Niederlausitz an Böhmen und blieb unter böhmischer Oberhoheit bis 1815. Im 15. Jahrhundert wechselten die Besitzer von Stadt und Herrschaft Friedland rasch. 1415 war sie im Besitz von Otto von Kittlitz. 1428 war sie auf Ritter Hans von Lossow übergegangen, der in diesem Jahr die Große Heide und das Dorf Briesen an das Kartäuserkloster in Frankfurt (Oder) verkaufte. Er ist bis 1449 als Besitzer der Herrschaft Friedland nachgewiesen. 1468 erscheint dann Henning Quast als neuer Besitzer der Herrschaft, und bereits 1472 wurden zwei Brüder Beynewitz mit der Herrschaft Friedland belehnt. Im Jahr 1477 war Nickel Bennewitz vermutlich einziger Besitzer der Herrschaft. Er ist noch 1484 als Besitzer von Friedland bezeugt. Wahrscheinlich ging noch 1484 die Herrschaft Friedland auf Nicolaus von Köckritz (Wehlener Linie), Besitzer der Herrschaft Lieberose und der Herrschaft Schenkendorf über. 1518 wurde die Herrschaft Friedland durch den Vormund der drei noch unmündigen Kinder von Köckritz an den Johanniterorden bzw. den Johanniterordensmeister Georg von Schlabrendorf verpfändet. 1533 wurde die Herrschaft Friedland schließlich an die Johanniter verkauft, die Herrschaft Friedland wurde ein Johanniterordensamt. 1540 trat Friedland zum Protestantismus über. 1542 waren in Friedland 22 Bürger und 20 Kossäten ansässig. 1611 gab es einen großen Stadtbrand. 1623 brannte wiederum ein Großteil der Stadt nieder, auch die Burg brannte bis auf die Grundmauern aus. Im Frieden zu Prag wurde der sächsische Kurfürst in Personalunion mit den Markgraftümern Ober- und Niederlausitz belehnt. Die böhmische Oberlehensherrschaft behielt formal ihre Gültigkeit bis zum Friedensvertrag zwischen Preußen und Sachsen am 18. Mai 1815. 1641 grassierte die Pest in Friedland. 1643 bis 1650 besetzen schwedische Truppen das Amt Friedland. 1665 zählte die Stadt 23 Großbürger und 50 Kleinbürger. 1687 zerstörte erneut ein Stadtbrand fast die gesamte Stadt. 1709 wurden 24 jüdische Familien in die Stadt aufgenommen 1721 zerstörte ein Stadtbrand wiederum etwa die Hälfte der Stadt.

mini|Drei alte hebräische Grabtafeln 1755 hatte das Johanniterordensamt Friedland 2182 Einwohner. Friedland selbst hatte 1774 482 Einwohner. Um 1780 waren rund ein Viertel der Bevölkerung jüdischen Glaubens; Friedland wurde zu dieser Zeit auch „Jüdisch Friedland“ genannt. Die Bewohner jüdischen Glaubens richteten in Friedland eine Synagoge, ein Badehaus und einen Friedhof ein. 1786 zählte die Stadt 15 Schneider, 12 Schumacher, fünf Fleischhauer, fünf Leineweber, fünf Schmiede, drei Bäcker, drei Radmacher, drei Tischler, zwei Böttcher, zwei Müller, zwei Zimmerleute und einen Maurer. 1806 war die Zahl der Handwerker auf 77 angewachsen. 1811 wurde der Besitz des Johanniterordens säkularisiert, das Johanniterordensamt wurde in ein königlich-sächsisches Amt umgewandelt. Nach dem Wiener Kongress 1815 musste Sachsen große Teile seines Staatsgebietes an Preußen abtreten, darunter auch die Niederlausitz. Damit wurde auch Friedland preußisch und Sitz des preußischen Rentamtes Friedland. 1822 zerstörte wiederum ein Stadtbrand große Teile der Stadt. Der erneute Stadtbrand von 1843 richtete wiederum große Schäden an: 28 Wohngehöfte und 75 Scheunen und Ställe brannten nieder. 1875 wurde das Königlich-Preußische Rentamt Friedland aufgelöst. Friedland wurde ein Amtsbezirk im Landkreis Lübben. 1875 wurde das Schloss an die Stadt Friedland verkauft und zur Schule umgebaut. 1876 wurden Dammmühle, Fuchsberg, Lehmannsthal, Schulzensthal und Wuggelmühle in die Stadt eingemeindet. Die Freiwillige Feuerwehr Friedland wurde 1896 gegründet.

1934 wurde eine neue Schule in der Pestalozzistraße gebaut (heute Bibliothek und Vereinsräume). Das Schloss diente von 1934 bis 1942 als Truppführerschule des Reichsarbeitsdienstes. 1942 bis 1945 wurden auf der Burg Friedland auch Dokumente des Reichsaußenministeriums eingelagert. Die Stadt blieb im Zweiten Weltkrieg weitgehend unzerstört und wurde am 26. April 1945 von sowjetischen Truppen besetzt. Bruno Gürke wurde von der sowjetischen Verwaltung als erster Bürgermeister nach dem Krieg eingesetzt. 1948 hatte Friedland 1352 Einwohner (827 Einheimische und 525 Umsiedler). 1949 erfolgte der Bau des Kindergartens mit 36 Plätzen am ehemaligen Schützenhaus. Im Zuge der Kreisreform kam Friedland 1952 zum Kreis Beeskow im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). 1957 wurde zunächst eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) vom Typ I gebildet, 1958 folgte eine LPG Typ III. Bereits 1960 war Friedland vollgenossenschaftlich, d. h., es gab keine Einzelbauern mehr. 1968 bildeten die Molkereien in Friedland, Beeskow und Storkow ein Kombinat. Allerdings stellte die Molkerei in Friedland ihren Betrieb bereits 1970 ein. 1971 gelang ein Hortfund von 17 mittelalterlichen Silbermünzen in der Burgmauer, die teilweise eingestürzt war. Sie werden jetzt im Museum der „Viadrina“ in Frankfurt (Oder) aufbewahrt. 1972 schlossen sich die LPG Typ I und die LPG Typ III zur LPG Typ III mit dem Namen LPG „Wiesengrund“ zusammen. 1973 erfolgte die Bildung einer Kooperativen Abteilung Pflanzenproduktion (KAP) aus 10 LPG der näheren Umgebung. 1973/74 wurde die jetzige Schule mit 20 Klassenräumen im Kirschgartenweg und die Turnhalle gebaut. 1977 wurde die LPG Pflanzenproduktion mit ca. 360 Mitgliedern und Arbeitern geschaffen.

Amt Friedland (1992–2003) Nach der Wende wurden zur Verwaltung der vielen kleinen Gemeinden im Land Brandenburg Ämter gebildet. Am 11. September 1992 erteilte der Minister des Innern des Landes Brandenburg seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Friedland/Niederlausitz. Später wurde die Schreibweise Amt Friedland (Niederlausitz) üblich. Das Amt hatte seinen Sitz in der Stadt Friedland und bestand aus 16 bis dahin selbstständigen Gemeinden im damaligen Kreis Beeskow: Groß Muckrow, Leißnitz, Weichensdorf, Groß Briesen, Günthersdorf, Niewisch, Pieskow, Kummerow, Zeust, Reudnitz, Schadow, Klein Muckrow, Chossewitz, Lindow, Karras und Friedland.

Am 31. März 2001 wurde aus den Gemeinden Chossewitz, Groß-Briesen, Günthersdorf, Karras, Klein Muckrow, Kummerow, Leißnitz, Lindow, Niewisch, Pieskow, Schadow, Weichensdorf, Zeust sowie der Stadt Friedland die neue Stadt Friedland gebildet. Reudnitz wurde am 31. Dezember 2001 nach Friedland eingemeindet. 2001 wurde erstmals ein hauptamtlicher Bürgermeister gewählt. Groß Muckrow wurde schließlich am 26. Oktober 2003 per Gesetz in die Stadt Friedland eingegliedert. Gleichzeitig wurde das Amt Friedland (Niederlausitz) aufgelöst, die Stadt Friedland wurde amtsfrei.

Eingliederungen Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Chossewitz 31. März 2001 Groß-Briesen 31. März 2001 Groß Muckrow 26. Oktober 2003 Günthersdorf 31. März 2001 Karras 31. März 2001 Klein-Briesen 1. Februar 1974 Eingemeindung nach Groß-Briesen Klein Muckrow 31. März 2001 Kummerow 31. März 2001 Leißnitz 31. März 2001 Lindow 31. März 2001 Niewisch 31. März 2001 Oelsen 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Groß-Briesen Pieskow 31. März 2001 Reudnitz 31. Dezember 2001 Schadow 31. März 2001 Weichensdorf 31. März 2001 Zeust 31. März 2001

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 1 088 1890 1 109 1910 1 014 1925 912 1933 966 1939 862 Jahr Einwohner 1946 1 363 1950 1 268 1964 953 1971 924 1981 809 1985 779 Jahr Einwohner 1990 762 1995 727 2000 690 2005 3 397 2010 3 166 2015 3 017 Jahr Einwohner 2020 2 934 2021 2 975 2022 2 982 2023 2 970 2024 2 936 2025 2 925

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oder-Spree. S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Die Zunahme der Einwohnerzahl 2005 ist auf den Zusammenschluss von Friedland mit mehreren Gemeinden zur neuen Stadt Friedland in den Jahren 2001 und 2003 zurückzuführen.

Politik Stadtverordnetenversammlung Die Stadtverordnetenversammlung von Friedland besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Stadt aus 16 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 78,0 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024