Botond (* 3. März 1949 in Pécs, Ungarn als Ferenczi Botond; abgerufen am 15. Februar 2026 † 27. Oktober 2010 in Nürnberg) war Bildhauer, Zeichner und Objektkünstler. Er lebte und arbeitete in Nürnberg und Budapest.
mini|Botond Leben und Werk Botond verbrachte seine Schulzeit in Südungarn. Seine Ausbildung an der Hochschule für angewandte Kunst in Budapest schloss er 1975 ab. Nach vier Jahren als freischaffender Goldschmied übersiedelte er 1979 nach Deutschland, um sich der freien Kunst zu widmen. In den ersten Jahren des Übergangs wurde er mit der Leitung der Galerie des Berufsverbandes Bildender Künstler in Nürnberg betraut. Die damit verbundene Begegnung mit Künstlern und Galeristen aus West- und Südeuropa war für Botond wegweisend. Galerien in Köln, Hamburg, München und Nürnberg präsentierten regelmäßig sein Werk in Ausstellungen und an den Kunstmessen in Köln und Frankfurt.
Über 30 Jahre bis zu seinem Tod 2010 lebte und arbeitete Botond hauptsächlich in Nürnberg. Zahlreiche Ausstellungen und großangelegte Projekte trugen dazu bei, dass er auch über die Grenzen Deutschlands Aufmerksamkeit erlangte.
Seit den frühen 1980er-Jahren arbeitete Botond an komplexen Zyklen, wie Buch und Bibliothek, Zengö, Hommage, Civitas, Homo Bellicosus oder Schlaf. Diese Werkgruppen, die er über längere Zeiträume bearbeitete, setzten sich mit der Bücherverbrennung, der Missachtung der Natur, der Ausrottung rumänischer Dörfer, der Unmenschlichkeit der Städte oder der kriegerisch veranlagten Seite des Menschen auseinander.
Für seine Skulpturen und Objekte benutze Botond Metallbleche, Bronze, Stahldraht, später Kunststoffe, vor allem LKW-Planen. Zur technischen Umsetzung seiner Ideen dienten ihm neben diversen Schweißgeräten und Nähmaschinen auch solche Maschinen, die er selbst „im Sinne Leonardos“ konstruierte und die ganz auf seine Bedürfnisse zugeschnitten waren. Verschiedene Bearbeitungs- und Formtechniken entwickelte er in langwierigen Experimenten. Zeichnungen begleiteten seine Werkgruppen als eigenständige Kunstwerke.Brutalität hinter den Fassaden der Lustigkeit, abgerufen am 6. Februar 2013.
Seit 1980 lebte Botond mit der Museumspädagogin Lioba Pilgram zusammen. Aus dieser Partnerschaft erwuchs eine Interessensgemeinschaft, aus der eine Reihe von Arbeiten im öffentlichen Raum hervorging.
Botond zeigte seine Werke an vielen Orten. Seine Vorliebe galt jedoch geschichtsträchtigen Räumen. So wurde sein Werk nicht nur in Museen, Galerien und auf öffentlichen Plätzen gezeigt, sondern auch in Bunkern, im Goldenen Saal des ehemaligen Nürnberger Reichsparteitagsgeländes, in Rathaussälen, Steinbrüchen, Klöstern, in verlassenen Künstlerdomizilen und auf Bibliotheksgeländen.Botond. Das künstlerische Werk. 1980–2010 abgerufen am 6. Februar 2013
Botonds starb nach einer Krebserkrankung.Die Kunst war sein Leben. Trauer um Botond abgerufen am 6. Februar 2013 Sein Nachlass wird von seiner Witwe Lioba Pilgram verwaltet.Kunst sucht Unterkunft, abgerufen am 6. Februar 2013.
Einzelausstellungen (Auswahl) Echo, Galerie Koppelmann, Köln 1987 232 °C, Goldener Saal des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes, Nürnberg 1989 Hommage, Kunsthalle Budapest 1990 Galerie Kampl, München 1991 Civitas, Dominikaner-Kloster Frankfurt am Main, 1991 Universitäts-Bibliothek Klagenfurt 1992 Bunker, Schutzbunker Nürnberg 1993 Universitäts-Bibliothek Göttingen 1995 Chapel Art Center, Köln und Hamburg 1995 Goethe-Institut Budapest 1996 Nürnberger Friedensmahl 1999, Historischer Rathaussaal Nürnberg 1999 Homo Bellicosus, Kiscelli Múzeum, Budapest 2000 Arche, Stadtbibliothek Nürnberg, Pellerhaus, Nürnberg 2003 Schlaf.Sommeil, Musée Arthur Rimbaud und Musée de l’Ardenne, Charleville-Mézières 2005 Schlaf, Stadtmuseum Siegburg 2007 Abendmahl, Kunstwerk Nippes, Köln 2009 Schlaf_Alvás, Kunstwerk Nippes, Köln 2010 A Vacsora – Das Abendmahl, Modem Centre for Modern and Contemporary Arts, Debrecen 2012 Botond – Köpfe in der Kunst Galerie Fürth, Retrospektive in der Kunst Galerie Fürth, 2014
Werke im öffentlichen Raum Georg-August-Universität Göttingen, Zentrales Hörsaalgebäude West End, Budapest U-Bahn-Station Schoppershof, Nürnberg Heumann-Chemie, Nürnberg Hypo-Bank, Győr Kriminalsoziologisches Institut, Wien Klinik Am Gräslein, Nürnberg Schule Bauernfeindstraße, Nürnberg Spielzeugmuseum Nürnberg, Nürnberg Acuna, Praxisklinik, Roth Südtiroler Platz, Nürnberg Blindeninstitut Rückersdorf Stadtbibliothek Nürnberg Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Veröffentlichungen Echo, eine Rauminstallation, 1986–1987, Kunsthalle Nürnberg, 1987 Hommage, ein Rauminstallations-Projekt, 1987/1990, Kunsthalle Budapest, 1990 Bibliothek, ein Rauminstallations-Projekt, 1987–1993, Bauhof-Bunker, Nürnberg, 1993 Die Kunstobjekte zum Nürnberger Friedensmahl 1999, Historischer Rathaussaal, Nürnberg, 1999 Kapu 2000 (Tor 2000), Budapest, 2000 Homo Bellicosus 2000, Kiscelli-Múzeum, Budapest, 2000 Sommeil.Schlaf 2000–2005, Musée Arthur Rimbaud et Musée de l’Ardenne, Charleville-Mézières; Ernst Múzeum Budapest; Stadtmuseum Siegburg; 2005 Botond. Das künstlerische Werk, Werkmonografie, 2012
Weblinks Webseite Botond nordbayern.de – Botond – 3. Preis 1993
Einzelnachweise
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