Sikuli ist eine Familie quelloffener Werkzeuge zur visuellen Automatisierung von grafischen Benutzeroberflächen (GUIs) anhand von Screenshots. Sie umfasst drei aufeinanderfolgende Generationen unter MIT-Lizenz:

Sikuli (seit 2009) – entwickelt am MIT durch Tsung-Hsiang Chang, Tom Yeh und Robert C. Miller SikuliX (2010–2025) – unabhängige Weiterführung durch Raimund Hocke unter Migration auf Java und Jython OculiX (seit 2026) – MIT-lizenzierte Weiterführung durch Julien Mer mit ausdrücklicher Zustimmung von Raimund Hocke

Sikuli wird mit Automatisierungssoftware wie Selenium, iMacros, Kantu oder AutoHotkey verglichenGeorge Lawton: . In: Computing Now, IEEE Computer Society. März 2010. und kann zur Fernsteuerung von Webseiten oder Anwendungssoftware unter Windows, macOS, Linux und – über ADB oder VNC – Android und iOS genutzt werden.

Sikuli und seine Nachfolger sind Jython-basierte visuelle Skripting-APIs zur Erstellung von Automatisierungsskripten. Sie enthalten eine integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) zum visuell unterstützten Schreiben der auf Screenshots aufbauenden Skripte.

Geschichte

Sikuli (2009–2010, MIT) Die Entwicklung des Open-Source-Projekts begann 2009 am Massachusetts Institute of Technology durch Tsung-Hsiang (Sean) Chang, Tom Yeh und Robert C. Miller. Das Konzept wurde auf der ACM UIST 2009 vorgestelltTom Yeh, Tsung-Hsiang Chang, Robert C. Miller: Sikuli: Using GUI Screenshots for Search and Automation. In: Proceedings of the 22nd Annual ACM Symposium on User Interface Software and Technology (UIST '09), 2009, S. 183–192. DOI:10.1145/1622176.1622213. Das Projekt wurde ab Ende 2012 im Sikuli Lab an der University of Colorado Boulder fortgesetzt und durch die National Science Foundation sowie Quanta Computer unterstütztSikuli Script – ursprüngliche Webpräsenz.

SikuliX (2010–2025, Raimund Hocke) Ab 2010 wurde das Projekt unter dem Namen SikuliX von Raimund Hocke als unabhängige Open-Source-Weiterführung übernommen und über fünfzehn Jahre gepflegt. Wesentliche Entwicklungen in dieser Phase: Migration der Codebasis auf Java mit Jython als Skriptsprache Integration von OpenCV für die Bilderkennung und Tesseract für die optische Zeichenerkennung (OCR) Über zwanzig Major-Releases (Versionen 1.x bis 2.x) Verlagerung der offiziellen Codebasis auf GitHubSikuliX1 GitHub Repository, Raimund Hocke (RaiMan)

Nachfolge als OculiX (seit 2026) Im Mai 2026 wurde das Projekt unter dem Namen OculiX als MIT-lizenzierte Weiterführung durch Julien Mer übernommen, mit ausdrücklicher Zustimmung von Raimund HockeOculiX GitHub Repository. OculiX behält die Paketstruktur org.sikuli.* bei und wird auf Maven Central unter der Gruppe io.github.oculix-org veröffentlichtOculiX auf Maven Central. Wesentliche technische Neuerungen: Aktualisierung der Bildverarbeitung auf OpenCV 4.10 (über das eigenständige Paket Apertix) Selbstständig gebündelte Tesseract- und Leptonica-Bibliotheken (über das Paket Legerix) für eine installationsfreie OCR Erweiterte Unterstützung für Android über die Android Debug Bridge (ADB) Internationalisierung der IDE in 22 Sprachen Stable-Version 3.0.3 veröffentlicht auf Maven Central im Mai 2026

Einzelnachweise

Literatur

Weblinks Offizielle OculiX-Website OculiX GitHub-Repository SikuliX1 GitHub-Repository (Version 2010–2025) Sikuli Script – ursprüngliche Webpräsenz (historisches Archiv)

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