Movenna ist ein Fantasy-Romanzyklus der Autorin Petra Hartmann und zugleich der Name eines Landes innerhalb der Fantasy-Welt, in der die Geschichten spielen. Die Bücher erschienen im Wurdack-Verlag, einzelne Kurzgeschichten erschienen in Anthologien und Zeitschriften. Der erste Band, „Geschichten aus Movenna“, ist zugleich das Erstlingswerk der Autorin und das erste Buch des 2004 gegründeten Verlags.

Entstehungsgeschichte „König Surbolds Grab“, die erste Story aus Movenna, entstand 1999 als Beitrag zur Storyolympiade und belegte im Wettbewerb den dritten Platz. In den beiden Jahren darauf nahm die Autorin mit zwei weiteren Kurzgeschichten aus dieser Welt an der Storyolympiade teil – "Die Krone Eirikirs" und "Flarics Hexen" – und war beide Male erneut Drittplatzierte. Daraufhin schlug der Verleger Ernst Wurdack ihr vor, ein ganzes Buch über das Land Movenna zu schreiben. Dies erschien im Jahr 2004 unter dem Titel "Geschichten aus Movenna". Als Fortsetzung folgten 2007 die Storysammlung "Ein Prinz für Movenna" und 2010 der Roman "Der Fels der schwarzen Götter".

Die Movenna-Bücher

Geschichten aus Movenna Das Buch ist weniger ein Roman als vielmehr eine Sammlung von kurzen und längeren Erzählungen. Die Texte "Die Krone Eirikirs" und "Flarics Hexen" waren bereits in den Anthologien der Storyolympiade erschienen, "Föj lächelt" erschien in der "Legendensänger-Edition", einem Fanzine von Christel Scheja. Bei der Geschichte "Der Kranich" handelt es sich um eine Prosa-Nacherzählung der ersten Hälfte des mittelalterlichen Versepos "Crane" des Dichters Berthold von Holle, die als Broschüre zur 850-Jahr-Feier des Dorfes Holle im Jahr 1996 erschien. "Die Rückkehr des Kranichs" erschien zwei Jahre später, ebenfalls als Broschüre, und erzählt den zweiten Teil des Epos. Für die "Movenna"-Fassung wurde der Text dem Genre Fantasy angepasst, z. B. wurde die christliche Kirche zu einem Tempel, der deutsche Kaiser zum König von Movenna, es wurde eine Hexe eingeführt etc.

Der Band "Geschichten aus Movenna" gliedert sich in drei Teile: "Das Buch der Könige", "Das Buch der Nearith" und "Das Buch der Götter". Die Geschichten hängen zum Teil direkt zusammen und setzen einander fort, zum Teil sind aber auch große Zeitsprünge zu verzeichnen. So ist die Hexe Lournu, die in der ersten Geschichte noch als kleines Kind auftaucht, bereits in der Geschichte darauf eine alte Frau, in der Mitte des Buchs gibt es aber auch eine Episode, in der sie ein junges Mädchen ist.

Ein zentrales Thema ist die Legitimität der Herrschaft des Königs Jurtak, der als Eroberer aus dem benachbarten Land Mogàl kam, und Jurtaks Versuch, seinen Sohn Ardua als Erben und Nachfolger aufzubauen. Hierzu wird Ardua konsequent nach alter movennischer Tradition erzogen, was unter anderem bedeutet, dass er von einer Hexe ausgebildet wird und bestimmte Sagen und geschichtliche Ereignisse des Landes kennenlernen muss.

Ein Prinz für Movenna Auch dieser Band enthält einige Geschichten, die bereits zuvor veröffentlicht worden waren. Die Geschichte "Raubwürger" erschien in der Legendensänger-Edition und im Magazin "Kurzgeschichten". Die märchenhaften Texte "Furunkula Warzenskraish" und "Der Leuchtturm am Rand der Welt" waren in der Zeitschrift "Elfenschrift" zu lesen, und das Schlusskapitel "Gewitternacht" erschien in der von der Musik der Gruppe Elane inspirierten Anthologie "Im Banne des Nachtwalds".

Auch dieses Buch besteht aus drei Teilen. Das erste Drittel, "Das Buch des Orh Jonoth", ist eine Seefahrergeschichte und spielt an Bord des Schiffes „Lachmöwe“: Orh Jonoth, der bereits im vorigen Band als Leibwächter und Kindermädchen des letzten movennischen Kronprinzen vorgestellt wurde, muss den Säugling außer Landes auf die Kiesinsel bringen, um ihn vor den Usurpatoren aus Mogàl zu retten. Unterwegs begegnen sie Seeungeheuern, Piraten und der zornigen Meergöttin Reene.

Teil zwei, "Das Diamanten-Buch", lose hiermit verbunden, erzählt, wie der inzwischen 14-jährige Varelian am Strand eine Flaschenpost findet. Die Flasche enthält eine Rittergeschichte über die Taten des Königs Demantin, eine von dem Sänger Fandir geschriebene Parallelgeschichte zum Ritterstück um den König „Crane“ aus dem ersten Buch.

Der dritte Teil schließlich, "Das Buch der Bernländer", ist eine Geschichtensammlung: Fandir ist in Bernland bei einem alten Freund zu Gast und erzählt für dessen Kinder an einem Abend fünf Geschichten aus Movenna, aus dem Land der Nearith, aus der Wüste, aus dem Eisland und zuletzt von der Heimkehr des Orh Jonoth nach seiner geglückten Fahrt zur Kiesinsel. Eine Art Epilog deutet an, dass Prinz Varelian, um den sich das ganze Buch dreht, in Wirklichkeit gar nicht der Sohn des letzten rechtmäßigen movennischen Königs war, sondern einem Seitensprung der Königin entstammt.

Der Fels der schwarzen Götter Das dritte Buch aus Movenna ist keine Geschichtensammlung, sondern ein Roman. Dennoch werden zahlreiche kürzere Sagen und Legenden der verschiedenen Völker eingestreut. Ähnlich wie die Storysammlungen ist auch der Roman in "Bücher" unterteilt. Sie tragen die Titel "Die Nase", "Die Augen", "Der Schädel" und "Der schwarze Turm".

Der Romanhandlung liegt eine Episode aus dem ersten Movenna-Buch „Geschichten aus Movenna“ zugrunde: Die in „Der Turmbau zu Ira“ von König Jurtak geschilderten Ereignisse werden nun aus der Sicht der Waldwohner („Jaran-Dem“) und Bergwohner („Haran-Dem“) erzählt. König Jurtak, ein Usurpator aus Mogàl, will seiner Herrschaft einen legitimen Anstrich verleihen und eine einheimische Prinzessin heiraten. Aber Ziris, die Königstochter aus dem Stamm der Nearith, ist bereits vergeben. Erst die Ermordung ihres Geliebten Zosric ermöglicht eine Heirat mit dem König. Ziris will für den Toten ein riesiges Grabmal schaffen. Als Baumaterial wählt sie schwarzen Dämonenstein aus dem movennischen Bergland. Doch die schwarzen Klippen sind ein Heiligtum der Bergwohner. Ein blutiger Krieg um die Felsen beginnt, an dessen Ende die fast völlige Auslöschung der Waldwohner und Bergwohner, die Zerstörung der Bergfront, die Abholzung der Wälder und der Tod des Königspaares stehen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Darstellung der religiösen und schamanistischen Weltsicht der Wald- und Bergstämme, denen der Atheismus beziehungsweise der nahezu religiöse Kult um Pferde beim Steppenvolk der Nearith gegenübergestellt wird.

Beim Vorderhuf meines Pferdes Hierbei handelt es sich um eine reine E-Book-Veröffentlichung, die zum Verkaufsstart der elektronischen Ausgaben der drei Movenna-Bücher herausgebracht wurde. Das E-Book enthält drei Erzählungen aus der Welt der Nearith, der Steppennomaden. Es handelt sich um Seitenstücke zum „Fels der schwarzen Götter“. Das Buch widmet sich speziell dem engen Verhältnis der Nearith zu ihren Pferden.

Die erste Geschichte trägt den Titel „Alle Pferde kommen in den Himmel“. Es ist eine Geschichte aus der Kindheit der Steppenprinzessin Ziris, die zum ersten Mal in ihrem Leben ein Pferd verliert. „Der Reiter auf dem schwarzen Pferd“ erzählt ein Jugendabenteuer des späteren Steppenhelden und Geliebten der Ziris, Zosric, der sich auf einen gefährlichen Botengang zu einem verfeindeten Nachbarvolk begibt und seine Aufgabe mit Bravour meistert. Hierfür erhält er als Belohnung den legendären schwarzen Hengst, der in den Movenna-Büchern eine Rolle spielt. „Ein fliehendes Pferd“ schließlich schildert den Tod von Meric in einem Zweikampf gegen den movennischen König Jurtak. Meric war der Cousin Zosrics und hatte die Aufgabe, dessen Tod an Jurtak zu rächen.

Wichtige Personen Lournu ist eine Hexe. In den Büchern erscheint sie meist als uralte Frau, doch gibt es auch einige Episoden, die sie als Kind oder Jugendliche zeigen. Lournu kann wirklich zaubern, doch bedient sie sich, gerade bei Heilungen, wie viele movennische Hexen, bevorzugt des Placebo-Effekts. Achlys ist die Großmutter von Lournus Großmutter Aeshna und gilt als Begründerin der movennischen Hexenzunft. König Flaric hatte sie dazu angeregt, sich auf die Heilkunst zu verlegen, und wurde später durch sie von einem als lebensgefährlich eingeschätzten Geschwür geheilt. Ardua ist der Kronprinz Movennas. Er ist der Sohn des Eroberers Jurtak und der Steppenprinzessin Ziris. Er soll nach Willen seines Vaters einst die Krone erben. Um vom Volk anerkannt zu werden, absolviert er traditionsgemäß eine Lehre bei der Hexe Lournu, ist jedoch wenig erfolgreich als Zauberlehrling. Ardua wird als durchaus sympathischer Junge gezeigt, doch sind alle Einheimischen davon überzeugt, dass er niemals König werden wird. Jurtak ist ein Eroberer aus dem Nachbarland Mogàl. Nachdem er das Land Movenna unterworfen hat, will er seiner Herrschaft nachträglich eine gewisse Legitimität verschaffen und eine neue Dynastie gründen. Zu diesem Zweck heiratet er die movennische Steppenprinzessin Ziris und versucht, den aus dieser Verbindung entstandenen Sohn Ardua als Thronfolger zu etablieren. Jurtak wird gezeigt als ambivalenter Charakter. Er ist zu Beginn seiner Herrschaft grausam, führt Kriege und rottet Anhänger des alten Königshauses aus. Später wird er gezeigt als nachdenklicher und weitblickender Staatsmann, der durch seine Großzügigkeit beim Volk sogar eine gewisse Beliebtheit erlangt. Als Verliebter, der um die Prinzessin Ziris wirbt, ist er zugleich hilfloser Höriger einer Frau, die ihn nicht will, schwaches Werkzeug in den Händen seines Ratgebers und skrupelloser Auftraggebers eines Mordes. Ziris ist die Tochter des Steppenkönigs Swadilfari, eine Prinzessin des Reitervolks der Nearith, schön, unabhängig und kriegerisch. Ihr Geliebter Zosric wird auf Befehl Jurtaks ermordet, woraufhin sie durch einen Trick dazu bewegt wird, Jurtak zu heiraten. Sie wird ein Jahr später Mutter Arduas. Ziris wird nach dem Tod Zosrics mehr und mehr vom Wahnsinn gepackt. Sie entwickelt die fixe Idee, erst ihrem Geliebten, dann dessen Pferd ein riesiges Grabmal zu errichten, und wird dadurch Auslöserin eines furchtbaren Krieges um die schwarzen Klippen, die als Baumaterial dienen sollen. Sie stirbt durch Selbstmord. Orh Jonoth ist ein riesenhafter Krieger aus der Leibgarde des alten movennischen Königs. Er ist von eher schlichtem Gemüt, sein Ethos lässt sich in dem Satz „Auf dem Schild oder mit dem Schild“ zusammenfassen: Aus einer Schlacht solle man entweder tot oder als Sieger nach Hause zurückkehren. Nach dem verlorenen Krieg gegen die Eroberer aus dem Nachbarland Mogàl will er sich eigentlich in sein Schwert stürzen. Doch er erhält von seinem König den Befehl, zu flüchten und dessen Sohn, den Säugling Varelian, außer Landes zu schaffen. Orh Jonoth ist dargestellt als schweigsamer, dumpf vor sich hinbrütender Koloss, allerdings auch recht gutherzig und als Kindermädchen eher hilflos. Als Meister aller Kampfkünste kann er notfalls sogar mit einer Gabel in einem Nobelrestaurant einen Gegner töten. Ask ist ein Angehöriger eines Stammes der Waldmenschen, die durch den Krieg um die schwarzen Klippen nahezu ausgerottet werden. Er ist ein naiver, durchschnittlicher Junge eines Naturvolks, der später einmal ein guter Jäger werden möchte. Für eine Mutprobe bricht er einen Stein aus der schwarzen Klippenwand und wird dadurch indirekt zum Auslöser eines Krieges um diese Felsen. Roc ist ein junger Schamane aus dem Bergvolk. Neben Ask ist er die zweite Perspektivfigur im Roman „Der Fels der schwarzen Götter“. Roc ist ein frommer Eiferer, der den Wegen der Götter folgt. Er versucht, die geraubten Götter aus dem Land der Nearith zurückzuholen, scheitert jedoch an einer verpatzten Beschwörung.

Geographie Movennas