Der Zusammenhang von Intelligenz mit zahlreichen weiteren Merkmalen von Personen wird im Rahmen von Studien zur Validität von Intelligenztests untersucht. Die Messung der Intelligenz einer Person mittels Intelligenztests dient in der Differentiellen Psychologie der Grundlagenforschung (z. B. Aufdeckung von Zusammenhängen von Intelligenz und anderen Persönlichkeitsmerkmalen). In der Psychologischen Diagnostik dient dies der Fundierung diagnostischer Entscheidungen (z. B. Eignung für Bildungswege oder Berufswahl, Vorliegen einer Störung). Eine Voraussetzung dieser Nutzung ist, dass aufgrund der gemessenen Intelligenzleistung fundierte Prognosen bezüglich der weiteren Merkmale (Kriterien) möglich sind und solche Zusammenhänge im Rahmen der Grundlagenforschung empirisch nachgewiesen worden sind.

Dabei ist zu beachten, dass Korrelationstudien zunächst keine Aussagen zur Kausalität aufdecken. Mittels dieser Korrelationskoeffizienten wird die externe oder prognostische Kriteriumsvalidität üblicherweise abgeschätzt.

Interkorrelationen der Ergebnisse verschiedener Intelligenztests Intelligenz wird in der Psychologie nicht als eindimensionales Konstrukt aufgefasst (siehe dazu Intelligenztheorie). Es entscheidet auch der verwendete Intelligenztest, welche Aspekte der Intelligenz gemessen worden sind. Deshalb sind die Korrelationen mit externen Kriterien mit vom Test abhängig und die Wahl des richtigen Verfahrens gehört zu den wichtigen Aufgaben der psychologischen Diagnostik.

Für eine deutsche Stichprobe liegen zum Beispiel die Korrelationskoeffizienten des Intelligenztests CFT 20 mit anderen Intelligenztests (z. B. PSB, HAWIK, CPM, WIP) im Durchschnitt bei r = 0.64 und reichen von r = 0.57 bis r = 0.73.Rudolf H. Weiß: Grundintelligenztest Skala 2 (CFT 20) mit Wortschatztest (WS) und Zahlenfolgentest (ZF). 4. Auflage Die Raven Advanced Progressive Matrices (APM), welche oftmals zur sprachfreien Erfassung des Generalfaktors der Intelligenz nach dem Modell von Spearman genutzt werden, korrelieren beispielsweise mit dem Zahlen-Verbindungs-Test (ZVT) nur mit 0.33, obwohl der ZVT ebenfalls diesen Generalfaktor erfassen soll.Test-Label APM (PDF; 62 kB) Fachgruppe Diagnostik der SDBB Dieser geringe Zusammenhang lässt sich unter anderem damit erklären, dass einzelne Tests keine ausreichende Operationalisierung des Generalfaktors der Intelligenz darstellen.Jensen, A. R., & Wang, L.-J. (1994). What is a good g? Intelligence, 18, 231–258.Reeve, C. L., & Blacksmith, N. (2009). Identifying g: A review of current factor analytic practices in the science of mental abilities. Intelligence, 37(5), 487–494. Gignac, G. E. (2015). Raven’s is not a pure measure of general intelligence: Implications for g factor theory and the brief measurement of g. Intelligence, 52, 71–79. Wird jedoch der Zusammenhang vergleichbarer Intelligenztestleistungen untersucht, so ergeben sich fast perfekte Korrelationen.Johnson, W., Nijenhuis, J. te, & Bouchard, T. J. (2008). Still just 1 g: Consistent results from five test batteries. Intelligence, 36(1), 81–95. Valerius, S., & Sparfeldt, J. R. (2014). Consistent g- as well as consistent verbal-, numerical- and figural-factors in nested factor models? Confirmatory factor analyses using three test batteries. Intelligence, 44, 120–133.

Intelligenz und Schul-/Berufserfolg allgemein In seinem Buch Persönlichkeitspsychologie fasst Asendorpf verschiedene Studien zusammen und stellt fest, dass der gemessene IQ mit einer Vielzahl von Kriterien für die erfolgreiche Integration in eine Leistungsgesellschaft, in der Erfolg an erbrachten Leistungen in Ausbildung und Beruf gemessen wird, korreliert. So korreliert er etwa mit Schulnoten, Studiennoten, langfristig erreichtem Bildungsniveau und Berufsprestige.Jens B. Asendorpf: Persönlichkeitspsychologie. Springer Medizinverlag. Heidelberg. 2009. S. 80

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über typische mittlere Korrelationen zwischen Intelligenztest-Ergebnissen und diesen Variablen.

+ Erbrachte Leistung Korrelation Mittlere Note in der Grundschule 0,5 Abiturnote 0,3 Abschlussnote eines universitären Studiums 0,35 Vom Vorgesetzten beurteilter Erfolg im Beruf 0,25 Höchster erreichter Bildungsabschluss im Alter von 40 Jahren 0,7 Berufsprestige im Alter von 40 Jahren (Männer) 0,7

Intelligenz und schulischer Erfolg Die Korrelationen zwischen gemessener Intelligenz und dem Urteil des Lehrers über das intellektuelle Niveau des Schülers sind im Vergleich zu den ansonsten in der Psychologie üblichen Korrelationen extrem hoch und betragen etwa 0.60. Dieses Phänomen ist größtenteils dadurch bedingt, dass dieses Urteil des Lehrers eines der zwei wesentlichen Kriterien ist, an denen Intelligenztests validiert werden (das zweite sind die Schulnoten). Intelligenztests erfassen aus dem gesamten Spektrum der menschlichen Begabungen vor allem diejenigen, die es einem Individuum ermöglichen, schulisch erfolgreich zu sein.Joachim Funke, Bianca Vaterrodt-Plünnecke: Was ist Intelligenz? 2., überarbeitete Ausgabe. Verlag C. H. Beck, München 2004, S. 80

Da Intelligenztests unter anderem an Schulnoten validiert werden, sind sie gute Prädiktoren für die Schulleistung.Elsbeth Stern, Ilonca Hardy: Differentielle Psychologie des Lernens in Schule und Ausbildung. In: Birbaumer et al.: Enzyklopädie der Psychologie - Themenbereich C: Theorie und Forschung - Serie VIII: Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung - Band 5 Theorien und Anwendungsfelder. Hogrefe Verlag, 2004, ISBN 3-8017-0534-X, S. 595 Die Korrelationen zwischen Intelligenz und Schulerfolg gehören zu den höchsten in der psychologischen Diagnostik.Psychologische Rundschau. 2/2007, S. 132

Eine hohe Korrelation bedeutet keinesfalls, dass die Schulleistung zu 100 % durch den IQ determiniert ist. Am Beispiel des Intelligenztest I-S-T 2000 kann gezeigt werden, wie hoch der IQ mit den verschiedenen Schulleistungen korreliert. Das Beispiel bezieht sich auf deutsche und Schweizer Schüler und Schülerinnen. Ähnliche Ergebnisse können jedoch auch in anderen Ländern gefunden werden:

Note Korrelation zwischen Note und Testleistungen im I-S-T-2000 Deutsch 0.46 (a) (Die Korr. bezieht sich nur auf Skalen zur Messung der verbalen Intelligenz) Geographie 0.38 (b) Physik 0.36 (b) Mathematik 0.35 (a) (Die Korr. bezieht sich nur auf Skalen zur Messung der numerischen Intelligenz) Geschichte 0.34 (b) Englisch 0.20 (b)Schweizer Eichung für den Intelligenz-Struktur-Test 2000. (PDF; 67 kB) Spectrum Berufsberatung; abgerufen am 9. Oktober 2012 (im Fall der mit (a) gekennzeichneten Korrelationen; Test an einer Schweizer Stichprobe geeicht) und Label des IST 2000, Diagnostikkommission SVB (PDF; 60 kB): I-S-T 2000: Die deutschen Normen für Erwachsene sind auch in der Schweiz anwendbar. Abgerufen am 9. Oktober 2012 (im Fall der mit (b) gekennzeichneten Korrelationen, Test an deutschen Stichproben geeicht)

In den PISA-Studien wurde neben der Leistung auch die „Problemlösekompetenz“ untersucht. Die Problemlösekompetenz ist eine fächerübergreifende Kompetenz. Sie bezeichnet die Fähigkeit, schlussfolgernd zu denken, zu analysieren, Zusammenhänge zu erkennen und Ideen gegeneinander abzuwägen. Sie ist der Intelligenz sehr ähnlich. Die Problemlösekompetenz wird für alle Fächer benötigt. Jugendliche aus den unteren sozialen Schichten haben in der Regel eine geringere Problemlösekompetenz (Intelligenz) als Jugendliche aus den oberen Schichten. Doch auch bei gleicher Problemlösekompetenz erreichen Jugendliche aus unteren sozialen Schichten eine geringere Fachkompetenz und gehen seltener auf das Gymnasium. Siehe auch: Auswertung der PISA-Studien: Einfluss des sozialen Hintergrunds

Zudem konnte 1990 belegt werden, dass die Intelligenz bei Mädchen stärker mit den Schulnoten korreliert als bei Knaben. Dies ist anscheinend deswegen so, weil Jungen weniger in den schulischen Betrieb integriert sind und mehr außerschulischen Interessen nachgehen.Manfred Amelang: Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage. Kohlhammer, Stuttgart / Berlin / Köln 1990, ISBN 3-17-010747-X, S. 234

Laut Asendorpf korreliert das Bildungsniveau (höchster erreichter Schulabschluss im Alter von 40 Jahren, vom Sonderschulabschluss bis zum Doktortitel) zu 0.70 mit dem IQ.Jens B. Asendorpf: Persönlichkeitspsychologie. Springer Medizinverlag. Heidelberg. 2009. S. 80 Dass die Intelligenz stärker mit dem Bildungsniveau korreliert als mit Einzelnoten wird darauf zurückgeführt, dass eine einzelne Note stark durch einen einzelnen Lehrer bestimmt wird. Das Bildungsniveau wird jedoch durch alle Zeugnisse, also die Noten aller Lehrer bestimmt. Somit sind die Daten hier höher aggregiert.Jens B. Asendorpf: Psychologie der Persönlichkeit. 2. überarbeitete und aktualisierte Auflage. Springer, Berlin / Heidelberg / New York 1999, ISBN 3-540-66230-8, S. 171

Lewis M. Terman verfolgte die Lebenswege von 1528 Hochbegabten. Er stellte fest, dass Hochbegabte sich meist sehr positiv entwickeln (mehr dazu unter Terman-Studie). Joel. N. Shurkin hat in seinem Buch „Terman’s Kids: The Groundbreaking Study of How the Gifted Grow Up“ die Ergebnisse von Terman kritisiert.J. N. Shurkin: Terman’s kids: The groundbreaking study of how the gifted grow up. Little Brown, Boston, 1992 Auch das Marburger Hochbegabtenprojekt beschäftigte sich mit dieser Bevölkerungsgruppe. Die Forscher des MHP kamen zu folgendem Schluss: „Zusammenfassend können damit die Hochbegabten als im Schulsystem gut integriert und schulisch erfolgreich sowie sozial unauffällig, psychisch besonders stabil und selbstbewusst charakterisiert werden.“Detlef H. Rost (Hrsg.): Hochbegabte und hochleistende Jugendliche. Neue Ergebnisse aus dem Marburger Hochbegabtenprojekt. Waxmann, Münster 2000, ISBN 3-89325-685-7

Intelligenz und Erfolg an der Universität und bei der betrieblichen Ausbildung Bei einer Metastudie, welche sechs andere Studien zusammenfasste, konnte festgestellt werden, dass es einen Zusammenhang zwischen IQ und Ausbildungs-/Studienerfolg gibt. Intelligente Leute sind erfolgreicher. Die durchschnittliche Korrelation lag bei 0,44.Elsbeth Stern, Ilonca Hardy: Differentielle Psychologie des Lernens in Schule und Ausbildung. In: Birbaumer et al.: Enzyklopädie der Psychologie - Themenbereich C: Theorie und Forschung - Serie VIII: Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung - Band 5 Theorien und Anwendungsfelder. Hogrefe Verlag, 2004, ISBN 3-8017-0534-X, S. 596.

Intelligenz und beruflicher Erfolg Intelligenz steht in einem signifikanten Zusammenhang mit beruflichem Erfolg.Intelligenz macht erfolgreich - Metaanalyse bestätigt frühere Studien. Allerdings sind daneben noch weitere Faktoren zu berücksichtigen – wie Expertenwissen.

Laut etwas älteren amerikanischen Studien wird der berufliche Erfolg (gemessen am Berufsstatus) am stärksten durch die Leistungsmotivation bestimmt (Korrelation: 0.43), am zweitmeisten durch den IQ (Korrelation: 0.33) und an dritter Stelle durch die soziale Herkunftsschicht (Korrelation: 0.23).Elder: Earning a living. In: Ders.: Children of the Great Depression. University of Chicago Press, Chicago 1974, S. 175