Die Mikojan-Gurewitsch MiG-AT () war der Prototyp eines russischen Schulflugzeugs.

Geschichte mini|Zwei MiG-AT auf der MAKS 2001 Ende der 1980er-Jahre begann die Ausschreibung eines Fortgeschrittenenschulflugzeugs für die sowjetischen Luftstreitkräfte, der die L-29- und L-39-Trainer ersetzen sollte. In der ersten Auswahlrunde wurden die Jak-130 und die Mikojan-Gurewitsch MiG-AT bestätigt, für beide Typen wurde der Bau von Prototypen genehmigt. Schon ab Oktober 1992 wurde dieses Flugzeug, dessen Entwicklung unter der Leitung von L. Bjeloswjet stand, in enger Zusammenarbeit mit französischen Unternehmen entwickelt, um eventuellen Triebwerksproblemen aus dem Weg zu gehen und gleichzeitig mögliche Exportmärkte zu öffnen. So sollten in Lizenz gebaute Turboméca-SNECMA-Mantelstromtriebwerke und das Sextant-Avioniksystem in der MiG-AT verwendet werden. Die Flügel aus Verbundwerkstoffen wurden in Südkorea gefertigt. Ziel war es, ein Schulflugzeug zu schaffen, mit dem dieselben Manöver wie mit der MiG-29 und der Su-27 geflogen werden können. Deswegen wurden die Belastungsgrenzen auf +8g und −3g ausgelegt. Es sind zwei Prototypen gebaut worden: eine Maschine mit französischer Avionik (ATF) und eine Maschine mit russischer Elektronik (ATR). Die Basisversion für den Export sollte auch französische Triebwerke erhalten. Der Roll-out erfolgte am 18. Juni 1995;L. Bjeloswjet, Ju Poluschkin: MiG-AT: Ein Strahltrainer der nächsten Generation. In: Fliegerrevue, Nr. 7/1995. Berolina, Berlin, , S. 30/31. offizieller Erstflug war der 21. März 1996. Im Jahr 2002 siegte aufgrund modernerer Auslegung die Jak-130 über die MiG-AT.suchoj.comflightglobal.com

Bereits 1996 wurden Konstruktionsarbeiten für eine einsitzige Erdkampfversion MiG-ATB aufgenommen. Obwohl keine Bestellungen vorlagen, wollte der Hersteller die fertig entwickelte MiG-AT ausländischen Kunden anbieten.

2008 wurde das Saturn AL-55 als mögliches Triebwerk in der MiG-AT erprobt.

Technische Daten mini|Dreiseitenriss Kenngröße Daten Besatzung 2 (Flugschüler und -lehrer) Länge 12,01 m Spannweite 10,16 m Höhe 4,62 m Flügelfläche 17,67 m² Flügelstreckung 5,8 Leermasse mind. 3300 kg normale Startmasse 4610 kg max. Startmasse 5690 kg Höchstgeschwindigkeit 850 km/h (Meereshöhe), bzw. 1000 km/h in 2500 m Höhe Startgeschwindigkeit 180 km/h Landegeschwindigkeit 175 km/h Anfangssteiggeschwindigkeit 67 m/s Dienstgipfelhöhe 15.500 m Überführungsreichweite 2600 km max. Lastvielfaches + 8g / -3g Triebwerke 2 × Snecma-Turbomeca Larzac-04-R20, je 14,1 kN (MiG-ATF)bzw. 2 × Sojus-RD-1700, je 17 kN (MiG-ATR)

Bewaffnung Zuladung bis zu 2000 kg an sieben Außenlastträgern

Luft-Luft-Lenkflugkörper 2 × Wympel R-73E (AA-11 Archer) – infrarotgesteuerter Kurzstrecken-Luft-Luft-Lenkflugkörper

Ungelenkte Luft-Boden-Raketen 4 × GosMKB Wympel B8M1-Raketen-Startbehälter für je 20 × ungelenkte S-8-Luft-Boden-Raketen; Kaliber 80 mm

Freifallende Bomben 2 × Basalt FAB-500M-62 (500-kg-Freifallbombe) 4 × Basalt FAB-250M-62 (250-kg-Freifallbombe) 4 × Basalt OFAB-250 (250-kg-Splitter-Sprengbombe) 4 × RBK-250-275 (275-kg-Streubombe) 4 × Basalt FAB-100 (100-kg-Freifallbombe) 4 × Basalt FAB-50 (50-kg-Freifallbombe)

Externe Behälter 2 × UPK-23-250-Maschinenkanonen-Behälter für je eine doppelläufige 23-mm-Maschinenkanone Grjasew-Schipunow GSch-23L mit 250 Schuss Munition

Siehe auch Liste von Flugzeugtypen

Weblinks

Informationen zum Typ auf der Herstellerseite

Einzelnachweise

Kategorie:Militärisches Schulflugzeug Kategorie:Zweistrahliges Flugzeug Kategorie:Erstflug 1996 Kategorie:Nicht realisiertes Militärflugzeugprojekt (Sowjetunion)