Hubert Kiecol (* 26. Oktober 1950 in Bremen-Blumenthal) ist ein deutscher Künstler. Er hatte eine Professur an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf.
Biografie Lehre als Schriftsetzer und Arbeit als Geselle; ab 1971 Werkkunstschule Hamburg, bei Gisela Bührmann; ab 1975 Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Hans Thiemann, Kai Sudeck, Gotthard Graubner, Sigmar Polke, Ulrich Rückriem. Kreta- und Ägypten-Reisen.
Von dem anfänglich bevorzugten Material Beton bis zum späteren Gegenteil dieser Verdichtung, der Leichtigkeit und Helligkeit der Glashäuser und -fenster, werden alle Arbeiten von Hubert Kiecol von einem eigenen Klang begleitet: Skulptur ist nicht etwas, das einer Situation, einen Raum oder einem Motiv hinzugefügt wird, sondern Skulptur ist eine Haltung; diese spricht sich in der Materialgerechtigkeit und Perfektion des Machens aus, das ohne Rest in die Struktur der Skulptur eingehen muss. „Die andere Seite der Alltäglichkeit“ war immer der Anlass für diesen Weg, der begleitet wurde von Arbeiten auf Papier und Drucken, z. T. im großen Format.
Die Arbeit von Hubert Kiecol ist nur als Weg zu sehen. Als Abfolge von Reaktionen auf eine jeweils vorhergehende Arbeit. Klarheit und Selbstverständlichkeit zeichnen die Skulpturen aus. Dieses wird durch Reduktion und die entstehende Verdichtung einfacher Formen erreicht.
1984 erhielt er ein Mies-van-der-Rohe-Stipendium und 1985 ein Annemarie- und Will Grohmann-Stipendium. 1991 wurde er mit dem Will-Grohmann-Preis der Akademie der Künste Berlin ausgezeichnet. Er wurde 1993 als Professor an die Kunstakademie Düsseldorf berufen. 2000 erhielt er den Wolfgang-Hahn-Preis für Gegenwartskunst der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig in Köln.
Ausstellungen (Auswahl) 1981: Gegen-Bilder, Badischer Kunstverein, Karlsruhe 1982: Kölner Herbstsalon 1982, Josef-Haubrich-Kunsthalle, Köln 1984: von hier aus, Düsseldorf 1985: Museum Haus Esters, Krefeld; 1945–1985. Kunst in der Bundesrepublik Deutschland Nationalgalerie, Berlin 1986: Europa/America, Museum Ludwig, Köln 1987: Skulptur Projekte in Münster 1987 1988: Städtisches Kunstmuseum Bonn; New Prints from Germany, Saint Louis Art Museum, Saint Louis; La raó revisada, Centre Cultural de la Fundació Caixa de Pensions, Barcelona / Madrid 1989: Art from Köln, Tate Gallery, Liverpool; Asher/Faure Gallery, Los Angeles; Palermo/Kiecol – Druckgraphik, Kaiser-Wilhelm-Museum, Krefeld 1990: Villa Arson, Nizza; Luhring Augustine Gallery, New York 1991: Kunsthalle Nürnberg 1992: Like nothing else in Tennessee, Serpentine Gallery, London 1995: Jedes Haus ein Kunsthaus, Museum für Gestaltung, Zürich 1996: Sammlung Speck, Museum Ludwig, Köln; The Panza di Biumo collection, Museo di arte moderna e contemporanea di Trento e Rovereto 1997: Paradies, Fonds regional d’art contemporain de Picardie, Amiens; Sammlung Speck, Kunsthalle Wien 1998: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe 1999: Ahab, Hamburger Kunsthalle 2000: Stedelijk Museum, Amsterdam; Museum Ludwig, Köln 2001: Vom Eindruck zum Ausdruck, Grässlin Collection, Deichtorhallen, Hamburg 2002: Achtundzwanzig Weißaufschwarzdrucke, Hamburger Kunsthalle; Museum Küppersmühle, Sammlung Grothe, Duisburg 2003: The Panza Collection, Villa Menafoglio Litta Panza, Varese; 2004: Two and One, Printmaking in Germany 1945 – 1990; Davis Museum and Cultural Center, Massachusetts 2006: Hubert Kiecol Arbeiten auf Papier, Neues Museum, Staatliches Museum für Kunst und Design, Nürnberg; Faster! Bigger! Better!, ZKM Museum für Neue Kunst, Karlsruhe 2009: Separee public, Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, Saarlandmuseum Saarbrücken, 16. Mai bis 16. August 2009 2016: Hubert Kiecol. WeissGlasSchwarzRot, Josef Albers Museum. Quadrat Bottrop
Sammlungen Belgien Museum van Hedendaagse Kunst, Antwerpen
Deutschland Auswärtiges Amt, Berlin Badische Landesbibliothek, Karlsruhe Bundeskunstsammlung, Bonn Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig, Köln Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart, Berlin Hamburger Kunsthalle, Hamburg Kunstmuseen Krefeld Kunstmuseum Bonn Museum Abteiberg, Mönchengladbach Museum Ludwig, Köln Nationalgalerie, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin Neues Museum, Staatliches Museum für Kunst und Design, Nürnberg Saarlandmuseum, Saarbrücken Sammlung Brandhorst, München Sammlung Falckenberg, Hamburg Sammlung Grässlin, St. Georgen Sammlung Onnasch, Berlin Sammlung Stoffel, München Sprengel Museum, Hannover Staatliche Kunsthalle Karlsruhe Staatsgalerie Stuttgart Stadt Ingolstadt Städtische Galerie Wolfsburg Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM), Karlsruhe
Frankreich Fonds National d’art contemporain, La Défense, Paris Fonds regional d’art contemporain de picardie, Amiens Villa Arson, Nizza
Italien Collection Panza di Biumo, Varese
Österreich Kunsthaus Bregenz, Bregenz
Schweiz Museo Cantonale d’Arte Lugano, Lugano
Spanien Fundació Miro, Barcelona
USA Busch-Reisinger Museum Davis Museum and Cultural Center, Wellesley College, Wellesley, Massachusetts The Estée Lauder Companies Inc., New York Harvard University Art Museum, Cambridge, Massachusetts Saint Louis Art Museum, Missouri
Öffentlicher Raum
Die hohe Treppe, 1991, Beton, Badische Landesbibliothek (Vorplatz, Skulpturengarten) in Karlsruhe
Literatur Hubert Kiecol – Modelle, die keine Modelle sind. In: Markus Stegmann: Architektonische Skulptur im 20. Jahrhundert. Historische Aspekte und Werkstrukturen, Tübingen 1995, Seite 157–162. (online)
Weblinks Website des Künstlers
Biografie und Skulptur Campanile (1986) in Hamburg-Volksdorf bei Treffpunkt Volksdorf
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