Die Tomburg-Kaserne ist eine Kaserne der Bundeswehr am Standort Rheinbach. Sie beherbergt die Dienststellen Betriebszentrum IT-System der Bundeswehr (BtrbZ IT-SysBw, BITS) und Zentrum Cyber-Operationen (ZCO) sowie unter anderem Teile des Zentrums Cyber-Sicherheit der Bundeswehr (ZCSBw) und des Kommandos Informationstechnik der Bundeswehr (Kdo-ITBw).
Lage Die Tomburg-Kaserne, die nach der beim Ortsteil Wormersdorf gelegenen Tomburg benannt ist, liegt innerhalb der Gemarkung der linksrheinischen Kleinstadt Rheinbach am Fuße der Eifel im Rhein-Sieg-Kreis und gehört zu den eher kleineren militärischen Kasernenobjekten Deutschlands. Das Objekt ist über die Haupteinfahrt Münstereifeler Straße 75 erreichbar.
Geschichte Bereits vor der Gründung der Bundeswehr wurde der heutige Kasernenbereich durch die damaligen belgischen Gaststreitkräfte genutzt. Am 5. Juli 1956 wurde das Barackenlager von den Belgiern an die Standortverwaltung Bonn übergeben. Die Kaserne firmierte zunächst unter dem Namen „Lager Rheinbach“, bis sie 1968 den heutigen Namen „Tomburg-Kaserne“ erhielt. 1957 wurden das Wachbataillon beim Bundesministerium für Verteidigung (WachBtl BMVg), das Lehrmusikkorps der Bundeswehr und die Feldjägerlehrkompanie dort untergebracht. Die erste Einheit, die in Rheinbach aufgestellt wurde, war die Fernmeldeführungskompanie BMVg. Seit dieser Zeit gehören Soldaten der Bundeswehr – unbenommen zahlreicher Stilllegungen von Bundeswehrliegenschaften, Verringerungen der Personalstärke und Strukturreformen – zum Gesicht der Stadt. Im Jahr der Wiedervereinigung 1990 wurden von hier die ersten grenzüberschreitenden Fernmeldeverbindungen der obersten Bundeswehrführung zum Ministerium für Nationale Verteidigung der DDR nach Strausberg (Liegenschaft heute Von-Hardenberg-Kaserne) bereitgestellt.
Truppenteile/Dienststellen Die folgende Zusammenstellung Truppenteile/Dienststellen zeigt in einer kurzen Übersicht bisher dort ansässige Einheiten/Dienststellen: Wappen Dienststelle OrgBe Zeitraum Bemerkungen 30px Kommando Informationstechnik-Services der Bundeswehr (KdoIT-SBw) CIR seit 1. April 2023 dem KdoCIR unterstelltBrigadegeneral Jörg Rüter, Rheinbach „kultur und gewerbe in Stadt und Land“ Ausgabe Juli 2023 S. 3.30px Zentrum Cyber-Operationen (ZCO) CIR seit 2018 dem Kommando Aufklärung und Wirkung unterstellt.30px Betriebszentrum IT-System der Bundeswehr (BtrbZ IT-SysBw) CIR 2013–2023 dem KdoITBw unmittelbar unterstellt 30px Sanitätsversorgungszentrum Rheinbach ZSanDstBw unbekannt nicht mehr am Standort vertreten30px Kommando Strategische Aufklärung (KdoStratAufkl, KSA) CIR 2002–2018 zunächst das ganze Kommando (bis 2007), zuletzt Abteilung CNO bis zur Um-/Ausgliederung als ZCO 30px Teile: Kommando Informationstechnik der Bundeswehr SKB 2013–2014 Abteilung Einsatz, KdoITBw 30px Streitkräfteunterstützungskommando (SKUKdo) SKB 2002–2012 Abteilung Führungsunterstützung 30px Bundesamt für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr (IT-AmtBw) Rüstung 2002–2010 nur Teile Führungsunterstützungsbrigade 900 (FüUstgBrig 900) Heer 1994–1996 Wurde zum Führungsunterstützungsregiment 28 umgegliedert und nach Mechernich verlegt. 30px Amt für Fernmelde- und Informationssysteme der Bundeswehr (AFmISBw) ZMilDBw/SKB 1990–2002 Nachfolger FmABw Fernmeldeamt der Bundeswehr (FmABw) ZMilDBw 1982–1990 Fernmeldebataillon 910 Heer 1964–1994 Führungsfernmeldekompanie Heer 1957–1964 30px Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung (WachBtl BMVg) Heer 1957–1959 Feldjägerlehrkompanie Heer 1957–1958 Gehörte zunächst zum Wachbataillon, wurde an das Feldjägerbataillon BMVg abgegeben. 30px Lehrmusikkorps der Bundeswehr (heute: Musikkorps der Bundeswehr) Heer 1957–1959 Gehörte zunächst zum Wachbataillon, wurde am 1. Juni 1959 in Stabsmusikkorps der Bundeswehr umbenannt, ausgegliedert und nach Siegburg verlegt. 30px Verband der belgischen Streitkräfte in Deutschland 1945–1957
Regionale Einbindung Regelmäßig zum „Rheinischen Karneval“ muss die Dienstflagge der Bundeswehr der weißen Flagge weichen, wenn die Übermacht der Narren die Kaserne erstürmt und den Standortältesten in Geiselhaft nimmt.
Auch wenn es immer schwieriger wird, Soldaten für die „Verteidigung der Tomburg-Kaserne“ zu gewinnen und auszubilden, wird an der Tradition seit über 50 Jahren festgehalten, um die Verbundenheit zur Rheinbacher Bevölkerung aufrechtzuerhalten und weiter zu festigen.
Auf Grundlage des Beschlusses des Rates der Stadt Rheinbach und der Genehmigung durch den Kommandeur des Führungsunterstützungskommandos der Bundeswehr (jetzt: Kommando Informationstechnik der Bundeswehr) von Ende 2013 konnte 2014 die Patenschaft zwischen der Stadt Rheinbach und dem Betriebszentrum IT-System der Bundeswehr (BITS) besiegelt werden. Das fünfjährige Bestehen dieser partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Stadt und BITS wurde am 24. September 2019 mit einem Festakt in der Stadthalle Rheinbach gefeiert.
Am 31. Juli 2023 machte Verteidigungsminister Pistorius seinen Antrittsbesuch in der Tomburg-Kaserne.Pistorius besucht Cyber-Truppe in Rheinbach
Weblinks Rudimentäre Webseite der Bundeswehr
Einzelnachweise
Kategorie:Kaserne der Bundeswehr Kategorie:Kaserne in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Bauwerk in Rheinbach