mini|299px|Gemeindegebiet mit Gemeindeteilen von Karlstein am Main
Karlstein am Main (amtlich Karlstein a.Main) ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg in Bayern.
Geografie Lage Die Gemeinde liegt in der Untermainsenke, zwischen dem Hahnenkammhöhenzug und dem Main, an dessen rechten Ufer. Im Gemeindeteil Großwelzheim befindet sich der westlichste Punkt des Landkreises Aschaffenburg und des Bundeslandes Bayern.Zeitschrift der Bayerischen Vermessungsverwaltung (PDF; 753 kB) Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich ca. 800 m nordwestlich von Sternberg mit , der niedrigste liegt im Main auf .
Karlstein am Main befindet sich rund 30 Kilometer südöstlich von Frankfurt am Main und gehört zur Metropolregion Frankfurt Rhein-Main.
Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus den Gemeindeteilen Dettingen am Main (4328 Einwohner) und Großwelzheim (4322 Einwohner) (Stand 2010).
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Dettingen a.Main und Großwelzheim.
Nachbargemeinden
Seen Auf dem Gemeindegebiet von Karlstein am Main befinden sich einige Seen: Gustavsee (Gemarkung Großwelzheim) Langer See (Gemarkung Großwelzheim) Großwelzheimer Badesee (Gemarkung Großwelzheim)
Etymologie mini|hochkant|Der Karlstein Der Name „Karlstein“ geht nach einer anekdotischen Überlieferung auf Kaiser Karl den Großen zurück. Dieser war oft in dem Karlstein direkt gegenüber liegenden Kloster Seligenstadt und begab sich gern auf die Jagd in den Spessart. Um dorthin zu gelangen, überquerte er den Main zum damals noch „Tettingen“ genannten Ort. Der Stein an der Anlegestelle oder auch der Grenzstein zwischen „Tettingen“ und „Walinesheim“ wurde dann „Karlsteyn“ genannt. Der Zusatz „am Main“ unterscheidet Karlstein von weiteren gleichnamigen Orten.
Geschichte 19. und 20. Jahrhundert Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstanden mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinden Großwelzheim und Dettingen am Main.
Am 1. Juli 1862 wurde das Bezirksamt Alzenau gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet die beiden Gemeinden lagen. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Großwelzheim und Dettingen waren nun Gemeinden im Landkreis Alzenau in Unterfranken. Mit der Auflösung des Landkreises Alzenau am 1. Juli 1972 kamen die zwei Gemeinden in den neu gebildeten Landkreis Aschaffenburg.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern erfolgte die Zusammenlegung der beiden Gemeinden Großwelzheim und Dettingen zum 1. Juli 1975. In einer Abstimmung entschieden sich die Bürger dabei für den Namen Karlstein, der bereits um das Jahr 1000 in einer Beschreibung des Aschaffenburger Forstbezirkes erstmals urkundlich erwährt wurde und ein Grenzmal an der ehemaligen Gemarkungsgrenze zwischen Dettingen und Großwelzheim bezeichnet. Der erste hauptamtliche Bürgermeister der neu gebildeten Kommune war Richard Fuchs (1922–2016), dem es bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1987 gelang, die beiden ehemals selbständigen Gemeinden zu einer wirtschaftlich und kulturell florierenden Einheit zusammenzuführen.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 7125 auf 8142 um 1017 Einwohner bzw. um 14,3 %. 2006 zählte die Gemeinde 8286 Einwohner. Quelle: BayLfStat
Kernkraftwerke Auf dem heutigen Gemeindegebiet befanden sich zwei Kernkraftwerke und zwei Forschungsreaktoren.
Politik Gemeinderat Gemeinderat – Kommunalwahl 2020 Der Gemeinderat hat (ohne Bürgermeister) 20 Mitglieder. CSU SPD GRÜNE FDP FWG Gesamt 2008 13 5 1 1 - 20 Sitze 2014 11 6 2 1 - 20 Sitze 2020 6 4 4 4 2 20 Sitze (Stand: Kommunalwahlen in Bayern 2014 und Kommunalwahlen in Bayern 2020)
Bürgermeister Seit 2. Juli 2017 ist Peter Kreß (FDP) Erster Bürgermeister. Vorgänger war Winfried Bruder (CSU), dieser wurde 2011 im Amt bestätigt.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler
Naturdenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Der nächste Bahnhof ist Dettingen (Main) an der Main-Spessart-Bahn. In Dettingen verbindet eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke das Nord- und Südufer des Mains. Es gibt einen Busanschluss der VAB. Die Mainstaustufe Großwelzheim wurde im Zeitraum 1963 bis 1973 abgetragen und durch die neue Staustufe in Kleinostheim ersetzt.
In Karlstein befindet sich ein Forschungs- und Entwicklungsstandort der Framatome, eines Unternehmens der kerntechnischen Industrie, sowie von BMZ, einem Unternehmen zur Herstellung von Batteriesystemen für Automobile, Werkzeuge und andere Anwendungen.
Schulen und Kindergärten In Großwelzheim befand sich eine staatliche Hauptschule (Waldschule Großwelzheim, An der Waldschule) mit Turnhalle und in Dettingen eine staatliche Grundschule (Grundschule Karlstein, Schulstraße 30) mit Mittagsbetreuung, Hausaufgabenhilfe, Schwimmbad und Turnhalle. Außerdem gibt es drei Kindergärten/Kindertagesstätten: Das „Klabauterschiff“ (staatliche Kindertagesstätte und Hort, Eichendorffstraße 25), das „Regenbogenland“ (staatliche Kindertagesstätte und Hort, Hörsteiner Straße 5) und die „Villa Kunterbunt“ (katholischerhttp://www.villa-kunterbunt-karlstein.de/ Kindergarten, Berliner Straße 12).
Persönlichkeiten Willibald Wex (1831–1892), Landschaftsmaler Rudolf Wöhrl (1913–2010), Unternehmer Heinz Heuser (* 1928), Ringer Joachim Lorenz (* 1956), Mineraliensammler und Spezialist für den Spessart und seine Mineralien Alexander Leipold (* 1969), Ringer Elias Huth (* 1997), Fußballspieler
Weblinks
Gemeinde Karlstein am Main Unser Kahlgrund Heimatjahrbuch für den ehemaligen Landkreis Alzenau
Einzelnachweise
Kategorie:Karl der Große als Namensgeber Kategorie:Gemeindegründung 1975