Die Stadtpromenade Cottbus () ist ein Teil des Stadtzentrums von Cottbus.

Entstehungsgeschichte und Lage mini Das Gebiet des Stadtzentrums befindet sich an der gesamten Westseite der Altstadt. Die Stadtpromenade mit ihren südlichen Grünflächen erstreckt sich parallel zur Stadtmauer, die als Altstadtgrenze dient. Begrenzt wird sie im Süden von der Karl-Liebknecht-Straße, im Westen von der zehngeschossigen Wohnanlage Nr. 10–12 (7) und im Norden von der Berliner Straße. Die neue Stadtpromenade entstand innerhalb von zehn Jahren (1964–1974). Den Auftakt bildete die Errichtung des Konsument-Warenhauses, welches die südliche Begrenzung bildete. 1974 erfolgte die Verkehrsanbindung durch die Straßenbahn. Zur Stadtpromenade gehörten bis 1974: Zwei Punkthochhäuser (1), Hotel Lausitz (2), Stadthalle (3), Mokka-Milch-Eisbar „Kosmos“ (4), Pavillons (5), Fußgängerbrücke (6), Wohnanlage (7)

mini|rechts| Nach 1975 änderte sich das Bild der Stadtpromenade ständig.

Konsument Warenhaus (1), Wohn- und Geschäftshaus (2), Kundenzentrum der Cottbusverkehr GmbH (3), zwei Punkthochhäuser (4), „RockDiner Cottbus“ (5), Wohnanlage (6), Mokka-Milch-Eisbar „Kosmos“ (7), Pavillons (8), Fußgängerbrücke (9), Blaue Uhr (10), Stadthalle (11), Hauptpostamt (13), „Lindner Congress Hotel“ (14), Berliner Platz, Buchhandlung „Hugendubel“ (16) sowie den Straßenbahn-Haltestellen. Ergänzt wurde das architektonische Gesamtbild durch ausgedehnte Frei- und Grünflächen sowie zahlreiche Werke der bildenden Kunst.

Architektur der Stadtpromenade BezeichnungBeschreibungBild 1 Karl-Liebknecht-Straße 136 Konsument Warenhaus, später Galeria Kaufhof Das Konsument (Warenhaus), ein Entwurf von Klaus Frauendorf, wurde 1968 nach einer Studie der Deutschen Bauakademie eröffnet. Die Fassadenstruktur wurde vom Bildhauer Harry Müller entwickelt. Der dreigeschossige Bau mit einer Grundfläche von 102 × 60 Metern und einer ausgedehnten Werksteintreppenanlage wurde in der Karl-Liebknecht-Straße weit zurückgesetzt. Als Baumaterialien für die Seitenflächen wurden vorwiegend Sichtbeton, Aluminium und Naturstein (Syenit) verwendet. Die Vorhangfassade, die durch eine vertikale Strukturierung ein Wechselspiel von Licht und Schatten bewirkt, ist für dieses Bauwerk charakteristisch. Im Lauf der Zeit erfolgten einige interne Umstrukturierungen. 1991 erfolgte die Übernahme durch die Horten AG und 1996 durch die Galeria Kaufhof GmbH. Wesentliche bauliche Veränderungen erfolgten 2008, als die Anbindung an das Blechen Carré erfolgte.

Zum 30. Juni 2023 wurde der Standort Cottbus aufgegeben und das Warenhaus geschlossen. Am 8. Dezember 2023 eröffnete die Kaufhauskette Aachener in dem Gebäude.Silke Halpick, Peggy Kompalla, Kathleen Weser: Große Überraschung – das Warenhaus hat geöffnet. Lausitzer Rundschau, 8. Dezember 2023, abgerufen am 10. Dezember 2023. 130px 130px 2 Stadtpromenade 3 / 4 Wohn- und Geschäftshaus Stadtpromenade 3 / 4 Die beiden Gebäude der Stadtpromenade 3 und 4 wurden wahrscheinlich Ende des 19. Jahrhunderts zur gleichen Zeit erbaut. Einige Baumerkmale des Jugendstils, wie z. B. Flächenhaftigkeit und ein Wegfall der Symmetrie im Bau, deuten darauf hin. Die dekorreiche Ornamentgestaltung wurde bei verschiedenen Rekonstruktionsversuchen zugunsten eines glatten Fassadenverputzes zerstört. Das im Grundriss L-förmige dreigeschossige Gebäude ist zusätzlich mit einem Keller- und Mezzaningeschoss erbaut worden. Die leicht nach vorn tretenden Fassaden sind sieben Achsen breit. Durch einen nach hinten gerückten mittleren Gebäudetrakt, der drei Achsen breit ist, werden die Gebäude optisch und direkt durch einen gemeinsamen Treppenflur verbunden. Zwei Hauseingänge mittig im Erdgeschoss ermöglichen den separaten Zugang zur jeweiligen Hausnummer. Die zu den Wohngeschossen versetzt liegenden Fenster sind typisch für die Bauweise der Treppenflure. Die Symmetrie der Geschosse und Achsen wird durch die verschiedene Fensterformen sowie die unterschiedlichen Balkone und Loggien unterbrochen. Die großen Wohnungen in den einst gutbürgerlichen Mietshäusern werden heute vorwiegend von Studenten in Wohngemeinschaften bewohnt. Stadtpromenade 3 An die sichtbare westliche Fassadenseite schließt sich rechts ein Seitentrakt in den Hinterhof an. Geschoss- und Fensterachsenaufteilung sind mit der Aufteilung in Nummer 4 identisch. Die gesamte Gestaltung beider Häuser weist Ähnlichkeiten auf, die auf eine gemeinsame Entstehungszeit hindeuten. Stadtpromenade 4 Das im Grundriss L-förmige Gebäude besteht aus einer westlichen und einer nördlichen Fassadenseite mit einem stumpfen Winkel als Ecklösung. Die nördliche Seite ist durch einen breit angelegten und überdachten Mittelrisalit geprägt. Zwei bis ins Dach führende Giebel, links ein Spitzgiebel und rechts ein Schweifgiebel, rahmen den Mittelrisalit ein. Über alle drei Geschosse werden jeweils drei Loggien von den verschiedensten Fensterformen umschlossen. Die Fenster im Kellergeschoss sind durch die Schräge des Fußweges in Richtung Spremberger Turm kaum zu sehen. Die Giebelfenster links im Schweifgiebel befinden sich in Höhe der Dachgeschossfenster der Westseite. Unter der Bezeichnung Am Turm 25 schließt sich ein Mietwohnhaus östlich an. Der linke Giebel auf der Nordseite lässt die ursprüngliche Einheit der beiden Gebäude vermuten. Unterlagen dazu finden sich nicht mehr.

Die westliche Gebäudeseite ähnelt in der Fassadengestaltung der Stadtpromenade 3. Die fünf Geschosse, Erdgeschoss, drei Obergeschosse und Dachgeschoss, sind auf der Westseite deutlich zu erkennen und erstrecken sich über sieben Fensterachsen. Im Erdgeschoss befindet sich ein Ladengeschäft mit Eingangstür und Ladenfenstern. Über einem blauen Sockel ist das Erdgeschoss geweißt und endet in einem Gesims zum 1. Obergeschoss. Der Mittelrisalit über drei Achsen beginnt im 1. Obergeschoss halbrund, flach ausgebildet und nach oben auskragend auf Konsolpfeilern. Er endet im 3. Obergeschoss, mit Dachschindeln gedeckt. Die zwei Fensterachsen rechts neben dem Risalit sind in den Obergeschossen mit dreiteilig schmalen Fenstern symmetrisch gestaltet. In den beiden Fensterachsen auf der linken Seite befinden sich im 1. und 2. Obergeschoss Loggien, im 3. Obergeschoss zwei Kreuzfenster. Das niedrige Zwischengeschoss, deutlich erkennbar die sieben einfachen Fenster, mündet in ein Traufgesims zum Dach. Besonders verwinkelt ist das Hinterhaus, von der kleinen Gasse aus, gestaltet. 130px 130px 3 Stadtpromenade 5

Verkehrsbüro Cottbusverkehr GmbH Mit dem Bau des neuen Stadtzentrums in den Jahren von 1971 bis 1974 wurde die Straßenbahnlinie von der Spremberger Straße in die zentral gelegene Stadtpromenade verlegt. Dazu nahm 1974 der VEB Cottbusverkehr das Dienstgebäude in der Stadtpromenade 5 in Betrieb.

In der Haltestelle Stadtpromenade steigen mit täglich ungefähr 8000 Menschen die meisten Fahrgäste in Cottbus um. Die Beratung der Cottbuser Bürger und Touristen erfolgt im Kundenbüro, Stadtpromenade 5. Der Serviceraum des Kundenbüros war sehr klein und unattraktiv, die Raumaufteilung verwinkelt und unübersichtlich. Im Jahre 2010 entschied der Cottbusverkehr den Ausbau des Kundenzentrums in zwei Bauabschnitten. Der erste beinhaltete die grundlegende Modernisierung und Umgestaltung des Serviceraumes, der benötigten Arbeitsräume für die Mitarbeiter sowie die Erneuerung der Toiletteneinrichtung für das Fahrpersonal. Mit dem Umbau wurde das Cottbuser Architektenbüro „keller mayer wittig“ beauftragt.

Das alte Kundenbüro war bis zum 16. Mai 2012 geöffnet. Während der elfmonatigen Bauzeit erfolgte eine Umverlegung ins Erdgeschoss der Gebäudewirtschaft Cottbus, am Turm 14. Das modernisierte Kundenzentrum mit einer verdreifachten Fläche des Arbeitsbereiches auf 88 m² wurde am 18. April 2013 eröffnet.

Der Kostenfaktor für den Cottbusverkehr betrug rund 680.000 Euro. Im transparent gestalteten Kundenraum befindet sich ein Bedientresen mit drei barrierefrei zugänglichen Verkaufsschaltern und einem darüber angebrachten Oberlicht. Beide Gestaltungselemente harmonieren durch Form und Farben mit dem Logo des Unternehmens der Cottbusverkehr GmbH und bestimmen somit die Raumatmosphäre. Neben dem Bedientresen befindet sich ein großer Monitor mit einer transparenten Fahrzeitanzeige. Weitere Informationen erhalten die Fahrgäste über Schautafeln und es bestehen Sitzmöglichkeiten. Durch die weithin sichtbare Rotunde oberhalb des Kundenzentrums und dem inforot umrahmten Logo wurde es zum Blickfang vis-à-vis östlich des Carl-Blechen-Carrés.

Die Bauphase für den zweiten Bauabschnitt sollte von August 2013 bis Januar 2014 erfolgen, er sah die Endgestaltung der Arbeitsräume, den weiteren Ausbau des Gebäudes mit einer vereinfachten Zugangsmöglichkeit vom Bahnsteig und die Schaffung von Pausen- und Aufenthaltsräumen für die Angestellten vor. 130px 130px|Modernisiertes Verkehrsbüro 130px|Kundenzentrum der Cottbusverkehr GmbH 4 Stadtpromenade 6 Punkthochhaus Punkthochhäuser sind Gebäude, die höher als die üblichen 5–6 Stockwerke im Cottbuser Wohnungsbau sind. Für sie gelten jedoch noch keine Hochhausvorschriften. In einer ansonsten flächig zusammenhängenden Bebauung steht dieses Hochhaus „punktuell“ allein und ist ein Blickfang. Das zehngeschossige Punkthochhaus in der Stadtpromenade 6 wurde 1968/1969 fertiggestellt. Es bildet die westliche Begrenzung vom Vorplatz „Am Stadtbrunnen“ und der Buchhandlung „Hugendubel“. Dieses Hochhaus besitzt eine stark vertikal ausgerichtete Fassadengliederung mit Eckbalkonen an der Süd- und Nordfassade. Die Balkone an den Schmalseiten sind ebenfalls vertikal rechts und links von hervortretenden Gebäudeteilen mit kleineren rechteckigen Fenstern eingerahmt. Das offene Erdgeschoss ist stark nach innen eingerückt und beherbergt Ladengeschäfte. Betonpfeiler stützen die Überdachung des Erdgeschosses innerhalb des gesamten Gebäudegrundrisses. 130px 5 Stadtpromenade 8 Gaststätte „Stadttor“ Der eingeschossige Gaststättenkomplex in Stahlbetonbauweise wurde nach einem Entwurf von G. Baer und G. Bergner 1968 errichtet. Der Gaststättenkomplex ist direkt in die 32 Meter lange Stadtmauer einbezogen und folgt mit seiner Längsachse ihrem Verlauf. Das Erdgeschoss verfügt an der Nordseite (Mauerstraße) und an der zum Grünbereich der „Stadtpromenade“ ausgerichteten Westseite über geschosshohe, horizontal dreigeteilte Fensterbänder. Zwischen Fensterfront und Haupteingang befindet sich ein farbiges Mosaik mit dem Namen „Cottbuser Bauernmarkt“ von D. Dressler und W. Jungblut. Das Werk hat eine Größe von 6 m × 3 m. Südlich zum Platz „Am Stadtbrunnen“ öffnet sich der Bau mit einem weiteren Eingang zur ehemaligen Selbstbedienungsgaststätte, in diesem ein Teil der Stadtmauer integriert ist. Diese Gaststätte umfasste 100 Plätze, im Restaurant fanden 200 Personen Platz. Die Dachterrasse ist an den Schmalseiten jeweils über eine nördlich gewendelte Treppe bzw. eine südliche, geteilte Treppenanlage zugänglich. Die Terrasse der HO-Gaststätte „Am Stadttor“ wurde damals als „Balkon der Stadt“ bezeichnet und auch in dieser Form gern genutzt. Die Nordseite dieser Gaststätte wurde tagsüber für die Schulspeisung zur Verfügung gestellt. An den Wochenendabenden fanden meist Tanzveranstaltungen statt. An den Werktagen diente der südliche Teil des Hauses als Selbstbedienungsgaststätte „Zwecke“. 130px 6 Stadtpromenade 10–12