Die Kaserne Auf der Freiheit war eine militärische Anlage in der Stadt Schleswig. Sie wurde ursprünglich von 1933 bis 1937 auf der Schleswiger Freiheit als See-Fliegerhorst für die Wehrmacht erbaut, nach dem Krieg von britischen und norwegischen Einheiten belegt und ab 1957 bis 2003 von der Bundeswehr genutzt.
Geschichte Bereits 1604 nutzten wehrfähige Bürger den Platz als Übungsplatz. Im Dreißigjährigen Krieg richteten Lüneburger Truppen sich dort eine Sternschanze ein. Während der letzten Pestwellen (1628) und (1712) wurden dort auch Tote beerdigt oder der Platz für Hinrichtungen mit dem vom dänischen Militär 1684 aufgestellten Galgen genutzt. Nach dem Krieg gegen Dänemark 1866 verwendeten preußische Truppen den Platz als Reit- und Truppenübungsplatz. Zwischen 1881 und 1926 wurden dort weitere Freizeit- und Verkaufsgebäude wie ein Freibad oder ein Sportplatz errichtet.
Zeit des Nationalsozialismus Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde das Gelände von der Reichswehr einverleibt und die Kaserne Auf der Freiheit errichtet, die 1938 fertiggestellt wird. Es entstand ein Fliegerhorst für Seeflieger. Die Fliegerersatzabteilung 16 bezog bereits 1935 erste Gebäude und begann am 1. Oktober 1935 mit der Grundausbildung. Nach der Fertigstellung des letzten Bauabschnittes besichtigte im August 1938 Generalfeldmarschall Hermann Göring die Kaserne. Am 1. April 1939 wurde die Abteilung in Fliegerausbildungsbataillon 16 umbenannt. Zum 1. Januar 1942 wuchs das Bataillon zum Fliegerausbildungsregiment 16 auf.Jürgen Zapf: Flugplätze der Luftwaffe 1934–1945 – und was davon übrig blieb. Band 6 Schleswig-Holstein und Hamburg, 1. Auflage, Zweibrücken 2008, S. 244 ff. (264)
Besatzung Am 6. Mai 1945 wurde Schleswig von britischen Truppen besetzt und der Seefliegerhorst am 16. Mai 1945 beschlagnahmt. Die Kaserne, die in Caterham Barracks umbenannt wurde, bezogen wechselnd Einheiten, darunter die 404 District Command Royal Engineers, das Garrison Royal Engineer Battalion, die 16th/5th Lancers (März–Oktober 1946) und die 2nd/16th Independent Parachute Brigade Group Signal Squadron (Februar–September 1948), die im Mai 1948 in Schleswig durch Elisabeth II. besucht wurde. Die britischen Besatzungstruppen in Schleswig-Holstein wurden im Herbst 1948 durch die Norwegische Deutschland-Brigade, die zuvor in Südostniedersachsen disloziert war, teilweise abgelöst. Am 23. September 1948 traf der Brigadestab der norwegischen Brigade 482 aus Goslar in seinem neuen Hauptquartier in der Kaserne in Schleswig ein. Am 21. Februar 1949 erfolgte die Ablösung und Kommandoübergabe an das nächste Kontingent, die norwegische Brigade 491. Im August 1949 fand die Ablösung durch die Brigade 492 statt. Ende Oktober bis Anfang November 1949 musste das Bataillon 3 aus der Borgard Barracks/Richmond Barracks in Itzehoe nach Schleswig in die Caterham Barracks verlegen, um für dänische Besatzungstruppen Platz zu schaffen. Im Februar 1950 kam es zum Wachwechsel zur Brigade 501. Am 22. August 1950 wurde das Kommando an die Brigade 502 übergeben. Erst am 16. März 1951 löste die Brigade 511 ihre Vorgänger ab. Am 20. Oktober 1951 folgten die Soldaten der Brigade 512, die im April 1952 ihre Ablösung durch die Brigade 521 erfuhren. Am 9. Oktober 1952 übernahm schließlich die Brigade 522, die als letzter norwegischer Verband vom 11. bis 30. April 1953 aus Schleswig-Holstein in die Heimat abzog. Anschließend stand die Kaserne drei Jahre leer.
Erste Aufbauphase der Bundeswehr 1956–1958 Im Juni 1956 bildete sich in der Kaserne Seefliegerhorst die Standortverwaltung. Sie siedelte 1962 in die ehemalige Moltkekaserne in Schleswig über.
Am 15. Juli 1956 wurde in der Kaserne in Schleswig das Panzerpionierbataillon 3 aufgestellt, das zunächst als Divisionstruppenteil der 3. Panzerdivision vorgesehen war. Am 1. März 1958 wurde es in Pionierbataillon 6 umbenannt und der 6. Panzergrenadierdivision unterstellt. Am 30. März 1958 zog es in seinen neuen Standort Plön in die Fünf-Seen-Kaserne im Ortsteil Stadtheide ein.
Mit der Bildung des Panzerpionierbataillons 3 entstand in der Kaserne ab 15. Juli 1956 in Schleswig auch die Schwimmbrückenkompanie 733. Sie verlegte ebenfalls am 30. März 1958 in die Fünf-Seen-Kaserne nach Plön.
Am 1. August 1956 bildete sich die Panzerkampfgruppe B3 der 3. Panzerdivision in der Kaserne in Schleswig. Doch bereits am 3. April 1958 verlegte sie in die Lützow-Kaserne nach Schwanewede.
Ebenfalls am 1. August 1956 wurde die leichte Feldzeuginstandsetzungskompanie 3 der 3. Panzerdivision aufgestellt. Am 16. Januar 1958 erfolgte die Verlegung nach Achim in die Steuben-Kaserne.
Am 31. August 1956 schlug in der Kaserne die Geburtsstunde des Panzerflugabwehrartilleriebataillon 3 der 3. Panzerdivision. Zum 1. November 1957 wurde es zum Flugabwehrartilleriebataillon 6 umbenannt, um künftig als Verband der 6. Panzergrenadierdivision anzugehören. Am 16. März 1959 wurde es abermals umbenannt in Flugabwehrbataillon 6. Am 1. April 1962 zog es in die Schill-Kaserne nach Lütjenburg um. Zuvor waren bereits ab Januar 1962 Verlegungen größerer Teile erfolgt.
Im August 1956 wurde zudem die leichte Pioniergerätekompanie 761 aufgestellt. Am 15. November 1957 verlegte sie nach Achim in die Steuben-Kaserne.
Am 6. September 1956 entstand das Panzergrenadierbataillon 13. Ursprünglich als Verband der 3. Panzerdivision aufgestellt, wurde es jedoch am 11. und 12. Januar 1957 in die Blücher-Kaserne nach Hemer verlegt und der 7. Panzergrenadierdivision unterstellt.
Am 1. Oktober 1956 schlug in der Kaserne die Geburtsstunde der leichten Feldinstandsetzungskompanie 6. Sie ging am 1. April 1959 in der 3./Versorgungsbataillon 166 auf, die in der Briesen-Kaserne in Flensburg aufgestellt wurde.
1956 wurde die mittlere Feldinstandsetzungskompanie 546 in der Kaserne gebildet. 1958 verlegte die Kompanie in die Rantzau-Kaserne.
Das ab Januar 1956 in der Deines-Bruchmüller-Kaserne in Niederlahnstein aufgestellte Flugabwehrversuchsregiment verlegte am 25. Oktober 1956 nach Flensburg. Am 21. Juni 1957 zogen der Stab, das I. und II. Bataillon nach Schleswig um, während das III. Bataillon in Flensburg verblieb. Im Juni 1957 kamen der Stab und das II. Bataillon in die Wagrien-Kaserne nach Putlos. Zwischen Dezember 1957 und Januar 1958 verlegte das I. Bataillon nach Hamburg-Osdorf.
Am 26. April 1957 wurde in der Kaserne die mittlere Feldinstandsetzungskompanie 545 aufgestellt. Am 16. März 1959 gliederte sie zur schweren Instandsetzungskompanie 462 um, die am 16. Oktober 1967 in 3./Instandsetzungsbataillon 460 umbenannt wurde und bis zum 30. September 1972 am Standort bestand.
Die „Kleine Kommandantur“ als Kreiskommandostelle bildete sich am 1. Juni 1957 in der Kaserne. 1964 wurde sie zum Verteidigungskreiskommando 112 umgegliedert und in die ehemalige Moltkekaserne in Schleswig verlegt.
Im August 1957 wurde das Kreiswehrersatzamt Schleswig kurzfristig in der Kaserne untergebracht, bevor es in den Seminarweg in Schleswig umzog.
Im Herbst 1957 fanden im Umfeld der Kaserne die Manöver „Südwind“ und „Nordwind“http://www.alte-schleihalle.de/herbstmanover-1957/ statt, wobei die Pioniere in 24 Stunden eine Pontonbrücke über die Schlei errichteten.
Das Teilkommando Radar-Flugmeldeabteilung 332 bildete sich am 25. November 1957 in der Kaserne. Es wurde am 8. August 1958 zunächst in VP 4. Flugmeldekompanie (ortsfest) 342, am 1. April 1959 in 2. Flugmeldekompanie 341, schließlich zum 17. Januar 1961 in 2./Flugmeldeabteilung 341 umbenannt. Am 18. Januar 1962 teilte sich die Einheit in 10./ und 11./Fernmelderegiment 34. Zum 1. April 1963 wurde aus der 10./Fernmelderegiment 34 die 1./Fernmelderegiment 37 sowie aus der 11./Fernmelderegiment 34 die 2./Fernmelderegiment 37. Am 1. August 1969 wurde aus der 1./Fernmelderegiment 37 die 5./Fernmelderegiment 34 sowie aus der 2./Fernmelderegiment 37 die 6./Fernmelderegiment 34. Im März 1986 verlegten beide Einheiten mit ihrem Regimentsstab nach Rendsburg-Krummenort.
Das im Mai 1957 in der Pionier-Kaserne in Koblenz gebildete schwere Pionierbataillon 718 (TV) verlegte Mitte 1957 nach Köln in die Lüttich-Kaserne und am 30. März 1958 weiter nach Schleswig. Am 1. April 1971 wurde es in schweres Pionierbataillon 620 umbenannt. Zum 1. April 1981 folgte eine weitere Umbenennung zum Pionierbataillon 620. Mit dem Schwimmbrückenbataillon 660 fusionierte es am 1. April 1993 zum Pionierbrückenbataillon 620. Doch bereits zum 1. April 1997 änderte sich die Bezeichnung des Pionierbrückenbataillons 620 wieder zu Pionierbataillon 620. Zum 30. September 2003 wurde es schließlich außer Dienst gestellt. Teile wurden zur Aufstellung des Spezialpionierbataillons 164 in Husum verwendet.
Am 1. April 1958 wurde in der Kaserne das Quartiermeistertransportbataillon 915 in Dienst gestellt. Es bestand aus den leichten Quartiermeistertransportkompanien 950, 951 und 952 sowie der Quartiermeistermaterialkompanie 953. Am 1. April 1959 wurde es unter Umbenennung in Transportbataillon 630 in die Hanseaten-Kaserne nach Itzehoe verlegt.
Am 1. Oktober 1958 wurde die Bundeswehrfachschule Schleswig eingerichtet, die in der Kaserne bis August 1966 bestand.
Für den Aufbau der Territorialverwaltung traf 1958 das Vorauspersonal für den TV Stab I A in der Kaserne ein. 1960 verlegte der Kommandostab nach Flensburg.
Zweite Aufbauphase der Bundeswehr 1959–1969 Die ab 1. April 1958 in der Grenzland-Kaserne in Flensburg aufgestellte III./Feldartillerieregiment 6 gliederte am 16. März 1959 zum Feldartilleriebataillon 61 um und verlegte wenige Tage später, am 25. März 1959 nach Schleswig. Am 1. November 1963 erfolgte ein weiterer Umzug in die Dithmarsen-Kaserne nach Albersdorf.
Am 1. April 1959 wurde in der Kaserne die Flugabwehrbatterie 160 aufgestellt. Sie zog am 3. Januar 1962 in die neue Schill-Kaserne nach Lütjenburg um.
Ebenfalls am 1. April 1959 bildete sich in der Kaserne die Flugabwehrbatterie 180, die am 1. April 1962 in die Schill-Kaserne nach Lütjenburg verlegte.
1959 wurde das Feldjägerwachkommando Schleswig in der Kaserne eingerichtet, das 1963 in Feldjägerdienstkommando Schleswig umbenannt wurde. 1972 erfolgte die Verlegung nach Heide in die Wulf-Isebrand-Kaserne unter gleichzeitiger Umbenennung in Feldjägerdienstkommando Heide.
Zudem entstand 1959 die Pionierausbildungskompanie 561 in der Kaserne in Schleswig. Im selben Jahr wurde die schwere Schwimmbrückenkompanie 721 hier aufgestellt. 1970 erhielt sie eine neue Bezeichnung als Straßen- und Eisenbahn-Schwimmbrückenkompanie 621. Zum 1. April 1981 wurde sie in das Schwimmbrückenbataillon 660 eingegliedert.
Am 1. Januar 1961 wurde in Osnabrück die Flugmeldeabteilung 341 gebildet, deren Einsatzort jedoch die Radarstellung (CRC) in Brekendorf () werden sollte. Am 12. September 1961 verlegte die Einheit nach Schleswig. Am 18. Januar 1962 gliederte sie zur III./Fernmelderegiment 34 um. Ab Mai 1962 war der Abteilung eine Luftwaffensanitätsstaffel zugeordnet. Am 1. April 1963 wurde aus der Einheit die I./Fernmelderegiment 37. Zum 1. August 1969 erfolgte die Rückumbenennung in III./Fernmelderegiment 34. Am 18. März 1986 wurde die Einheit nach Rendsburg-Krummenort in die Hugo-Junkers-Kaserne verlegt. 1990 kam es dann zur Umgliederung in die Radarführungsabteilung 13 und im April 1994 zur Verlegung in die Preußer-Kaserne nach Eckernförde. Mit der Entbindung des CRC Brekendorf vom Einsatzauftrag am 19. Dezember 2003 wurde zum 31. Dezember 2003 auch die Radarführungsabteilung 13 in der Preußer-Kaserne aufgelöst.
Die Flugabwehrbatterie 170 wurde am 16. November 1961 in der Kaserne gebildet, jedoch zum 1. April 1962 nach Hamburg in die Estorff-Kaserne verlegt. Im Juli 1967 zog sie nach Traunstein unter gleichzeitiger Umbenennung in 4./Flugabwehrbataillon 8.Stephan-Th. Klose: Hamburger Hausbrigade 1959–1993. Geschichte der Panzergrenadierbrigade 17, Hamburg 1993, S. 40 f.