Die 12. Handball-Europameisterschaft der Männer fand vom 15. bis 31. Januar 2016 in Polen statt. Veranstalter war die Europäische Handballföderation (EHF). Europameister wurde die deutsche Handballnationalmannschaft.

Ausrichter Der 11. Kongress der Europäischen Handballföderation vergab die Veranstaltung während seiner Sitzung am 22. Juni 2012 in Monaco an den Polnischen Handballverband. Die Kandidatur setzte sich in der finalen Abstimmung mit 27 Stimmen gegen die Bewerbungen Kroatiens (15 Stimmen) und Norwegens (4 Stimmen) durch.

Austragungsorte

Als Austragungsorte der Veranstaltung wurden folgende Hallen genutzt:

DanzigKattowitzBreslauKrakau Ergo Arena 11.409 Plätze Spodek(Untertasse)11.500 Plätze Hala Stulecia(Jahrhunderthalle)6.000 Plätze Tauron Arena 15.328 Plätze x100px x100px x100px x100px

Qualifikation

Turniermodus Die Vorrunde wurde in vier Gruppen mit jeweils vier Mannschaften gespielt. Jede Mannschaft einer Gruppe spielte einmal gegen jedes andere Team in der gleichen Gruppe. Die Gruppenvierten schieden aus dem Turnier aus; alle anderen qualifizierten sich für die Hauptrunde.

In der Hauptrunde wurden die jeweils besten drei Mannschaften von je zwei Gruppen zu Sechsergruppen zusammengefasst, wobei sie die Ergebnisse gegen die beiden anderen ebenfalls qualifizierten Vorrundengegner mitnahmen.

Die Mannschaften aus den Vorrundengruppen A und B bildeten die Hauptrundengruppe 1, die aus C und D die Gruppe 2. Innerhalb der Hauptrundengruppe spielte jede Mannschaft gegen die drei qualifizierten Mannschaften aus der anderen Vorrundengruppe.

Bei Punktgleichheit innerhalb einer Vor- oder Hauptrundengruppe galt vor Abschluss der jeweiligen Runde die folgende Reihenfolge bei der Ermittlung der Platzierung: bessere Tordifferenz aus allen Gruppenspielen, größere Anzahl an Toren, die in allen Gruppenspielen erzielt wurden, alphabetische Reihenfolge.

Bei Punktgleichheit innerhalb einer Vor- oder Hauptrundengruppe entschied nach Abschluss der jeweiligen Runde der direkte Vergleich. War auch hier nur ein Gleichstand feststellbar, galt folgende Reihenfolge bei der Ermittlung der Platzierung: bessere Tordifferenz zwischen den betreffenden Mannschaften, größere Anzahl an Toren zwischen den betreffenden Mannschaften, die in den Gruppenspielen erzielt wurden, bessere Tordifferenz aus allen Gruppenspielen (also Vor- und Hauptrunde), die durch Subtraktion errechnet wird, größere Anzahl an Toren, die in allen Gruppenspielen erzielt wurden, Auslosung durch die EHF in Beisein eines Mannschaftsverantwortlichen der betreffenden Mannschaften.

Die Ränge 13 bis 16 belegten die Gruppenvierten der Vorrunde, die Ränge 9 bis 12 die Fünft- und Sechstplatzierten der Hauptrunde.

Die Viertplatzierten der Hauptrundengruppen bestritten das Spiel um Platz 7, die Drittplatzierten das um Platz 5.

Die Gruppensieger und -zweiten der Hauptrunde spielten im Halbfinale über Kreuz um die Finalteilnahme.

Teilnehmer Von den 16 teilnehmenden Mannschaften war die polnische Mannschaft als Gastgeber direkt qualifiziert.

Folgende Mannschaften waren für die Endrunde qualifiziert:

Land Qualifiziert als Datum der Qualifikation Teilnahmeanzahl Bisherige Teilnahmen an Europameisterschaften(fett = Europameister in dem jeweiligen Jahr) 01Gastgeber 0022. Juni 2014 7 2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014 01Sieger Gruppe 1 0010. Juni 2015 11 1994, 1996, 1998, 2000, 2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014 01Sieger Gruppe 2 002. Mai 2015 10 1994, 1996, 2000, 2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014 01Sieger Gruppe 3 003. Mai 2015 10 1994, 1996, 1998, 2000, 2002, 2004, 2008, 2010, 2012, 2014 01Sieger Gruppe 4 0014. Juni 2015 8 2000, 2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014 01Sieger Gruppe 5 002. Mai 2015 9 1994, 1996, 1998, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014 01Sieger Gruppe 6 003. Mai 2015 11 1994, 1996, 1998, 2000, 2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014 01Sieger Gruppe 7 0010. Juni 2015 11 1994, 1996, 1998, 2000, 2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014 01Zweiter Gruppe 1 0010. Juni 2015 6 2000, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014 01Zweiter Gruppe 2 0014. Juni 2015 3 1994, 2008, 2014 01Zweiter Gruppe 3 0010. Juni 2015 9 1994, 1996, 2000, 2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012 01Zweiter Gruppe 4 0014. Juni 2015 3 2010, 2012, 2014 01Zweiter Gruppe 5 0014. Juni 2015 11 1994, 1996, 1998, 2000, 2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014 01Zweiter Gruppe 6 0014. Juni 2015 3 1998, 2012, 2014 01Zweiter Gruppe 7 0010. Juni 2015 10 1994, 1996, 1998, 2000, 2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012 01Bester Dritter 0014. Juni 2015 2 2008, 2014

Gruppenauslosung

Die Auslosung der Vorrundengruppen der XII. Handball-Europameisterschaft 2016 fand am 19. Juni 2015 in Krakau statt.

Von den 16 qualifizierten Mannschaften wurden vier gesetzt:

Polen auf Gruppenplatz 2 in Gruppe A Kroatien auf Gruppenplatz 1 in Gruppe B Deutschland auf Gruppenplatz 3 in Gruppe C Dänemark auf Gruppenplatz 1 in Gruppe D

Die zwölf verbleibenden Mannschaften wurden entsprechend ihrem Abschneiden in der Qualifikation so auf vier Töpfe verteilt, dass sie den restlichen Gruppenplätzen zugelost werden können.

Gruppen-platz 1 Gruppen-platz 2 Gruppen-platz 3 Gruppen-platz 4

Die Auslosung ergab dann folgende Gruppen:

Gruppe AKrakau Gruppe BKatowice Gruppe CBreslau Gruppe DDanzig (gesetzt) (gesetzt) (gesetzt) (gesetzt)

Kader der teilnehmenden Mannschaften

Vorrunde

Qualifikationsplatz für die HauptrundePlatz der ausscheidenden Nation

Gruppe A

Gruppe B

Gruppe C

Gruppe D

Hauptrunde Farbe Bedeutung Tabellenplatz qualifiziert für das Halbfinale Tabellenplatz qualifiziert für das Spiel um Platz 5 Tabellenplatz qualifiziert für das Spiel um Platz 7 Mannschaft ist ausgeschieden

Gruppe I aus der Vorrunde übernommen: Frankreich – Mazedonien 30:23 Mazedonien – Polen 23:24 Frankreich – Polen 25:31 Kroatien – Belarus 27:21 Norwegen – Kroatien 34:31 Belarus – Norwegen 27:29

Gruppe II aus der Vorrunde übernommen: Spanien – Deutschland 32:29 Deutschland – Schweden 27:26 Spanien – Schweden 24:22 Dänemark – Russland 31:25 Russland – Ungarn 27:26 Dänemark – Ungarn 30:22

Finalspiele

Spiel um Platz 7

Spiel um Platz 5

Halbfinale

Spiel um Platz 3

Finale

Abschlussplatzierungen Rang Team Sp. S U N Tore Diff. 20px|Gold 8 7 0 1 223:200 +23 20px|Silber 8 5 1 2 209:207 +2 20px|Bronze 8 5 0 3 250:219 +31 4. 8 4 1 3 235:232 +3 5. 7 5 0 2 210:182 +28 6. 7 4 1 2 195:180 +15 7. 7 5 0 2 193:194 −1 8. 7 2 2 3 173:168 +5 9. 6 2 1 3 160:161 −1 10. 6 2 0 4 167:189 −22 11. 6 0 2 4 157:176 −19 12. 6 1 0 5 142:166 −24 13. 3 1 0 2 92:101 −9 14. 3 0 1 2 66:72 −6 15. 3 0 1 2 81:92 −11 16. 3 0 0 3 76:90 −14

Der erste Platz berechtigt Deutschland zur Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2016. Die ersten drei Plätze berechtigen Deutschland, Spanien und Kroatien zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2017. Als die beiden bestplatzierten Teams, die sich nicht bereits über die Weltmeisterschaft 2015 qualifizieren konnten, nehmen Norwegen und Schweden an der Qualifikation zu den Olympischen Sommerspielen 2016 teil. Polen, Spanien, Dänemark und Kroatien sind bereits über die Weltmeisterschaft qualifiziert. Frankreich ist als Weltmeister direkt für die Olympischen Spiele qualifiziert. Ebenfalls über die Weltmeisterschaft 2015 sind Slowenien und Mazedonien als Nachrücker für Katar und Europameister Deutschland für die Qualifikationsturniere qualifiziert.

Die Platzierung der Plätze 1 bis 8 ergibt sich aus dem Ergebnis der jeweiligen Platzierungsspiele. Die Platzierungen der Plätze 9 bis 12 ergeben sich nach folgenden Kriterien: Punkte in den Hauptrundenspielen Tordifferenz in den Hauptrundenspielen Die Platzierungen der Plätze 13 bis 16 ergeben sich nach folgenden Kriterien: Punkte in den Vorrundenspielen gegen Teams auf Rang 1 bis 3 der jeweiligen Gruppe Tordifferenz in den Vorrundenspielen gegen Teams auf Rang 1 bis 3 der jeweiligen Gruppe

Statistiken Torschützenliste mini|hochkant=0.7|Bester Werfer der EM 2016: Valero Rivera Rang Spieler Tore Würfe Quote 7-m-Tore 7-m-Würfe Spiele 1 Valero Rivera 48 62 77 % 31 38 8 2 Tobias Reichmann 46 58 79 % 26 29 8 3 Kristian Bjørnsen 45 59 76 % 11 16 8 4 Manuel Štrlek 43 54 80 % 11 13 8 5 Kiril Lazarov 42 79 53 % 12 19 6 6 Barys Puchouski 37 58 64 % 10 11 67 Karol Bielecki34 66 52 % 6 10 7 Michał Jurecki 61 56 % 1 3 79 Mikkel Hansen 33 57 58 % 1 2 7 Espen Lie Hansen 59 56 % 0 0 811 Dejan Manaskov32 44 73 % 10 11 6 Timur Dibirow 46 70 % 9 15 6 Johan Jakobsson 55 58 % 0 0 7 Marino Marić 45 71 % 0 0 8 Víctor Tomás 47 68 % 4 4 8 Quelle: handball.sportsresult.comTorschützenliste, Stand: 31. Januar 2016

Torhüter

Rang Spieler Quote in % Paraden Würfe Spiele 1 Vincent Gérard 37 34 92 7 2 Wiktor Kirejew 36 74 203 6 Andreas Wolff 81 224 84 Mattias Andersson35 59 170 7 Thierry Omeyer 67 191 7 6 Wjatschaslau Saldazenka 34 79 232 6 Niklas Landin Jacobsen 65 193 7 Arpad Sterbik 63 184 8 Ivan Stevanović 49 143 8 10 Matevž Skok 33 13 39 3 Quelle: handball.sportsresult.com, Stand: 31. Januar 2016

Fair-Play

Platz Team Spiele13x13px10x10px13x13px Punkte pro Spiel Summe1. 6019189,3562. 6020179,557 3. 7218219,667 7123169,6675. 6019209,7586. 3012710,3317. 82252310,4838. 71271811,0779. 71272111,48010. 61281813,27911. 3016913,74112. 80422613,8110 13. 83362714,3114 82402414,311415. 3215916,34916. 31191017,75313x13px = 1 Punkt, 10x10px = 2 Punkte, 13x13px = 5 Punkte (gilt auch bei 3 × 10x10px oder bei 13x13px mit Bericht)Quelle: handball.sportsresult.com, Stand: 31. Januar 2016

All-Star-Team

Vor dem Endspiel wurden die nachfolgenden Spieler für ihre Leistungen ausgezeichnet und in das All-Star-Team gewählt.

Position Name Land Tor Andreas Wolff Linksaußen Manuel Štrlek Rückraum links Michał Jurecki Rückraum Mitte Sander Sagosen Rückraum rechts Johan Jakobsson Rechtsaußen Tobias Reichmann Kreis Julen Aguinagalde bester Abwehrspieler Henrik Møllgaard Wertvollster Spieler (MVP) Raúl Entrerríos

Schiedsrichter mini|hochkant=0.7|Lars Geipel (links) und Marcus Helbig (Deutsch­land) mini|hochkant=0.7|Václav Horáček (links) und Jiří Novotný (Tsche­chien) mini|hochkant=0.7|Sjarhej Repkin (rechts) und Andrej Husko (Weiß­russ­land)

Von der EHF wurden für die Europameisterschaft zwölf Schiedsrichterpaare nominiert.

Land Name Einsätze Vorrunde Hauptrunde Halbfinale Finalspiele Gruppe/Spiel Gruppe/Spiel DänemarkMartin Gjeding A / FRA – MKD B / BLR – NOR I / POL – CRO F / GER – ESP Mads Hansen Deutschland Lars Geipel B / ISL – NOR A / MKD – POL I / MKD – CRO I / FRA – NOR Marcus Helbig Frankreich Stevann Pichon C / ESP – GER D / DEN – HUN II / SWE – RUS NOR – GER Laurent Reveret Kroatien Matija Gubica D / DEN – RUS C / GER – SWE II / GER – HUN II / ESP – RUS P7 / POL – SWE Boris Milošević Lettland Zigmārs Stoļarovs C / SWE – SLO D / RUS – MNE II / SWE – DEN I / MKD – BLR Renārs Līcis Mazedonien Gjorgji Načevski D / RUS – HUN C / ESP – SWE II / ESP – DEN P3 / NOR – CRO Slave Nikolov Portugal Duarte Santos D / MNE – DEN C / GER – SLO II / GER – RUS I / POL – BLR Ricardo Fonseca Rumänien Bogdan Nicolae Stark A / POL – SRB B / CRO – ISL I / MKD – NOR II / SWE – HUN Romeo Mihai Ştefan Schweden Michael Johansson B / CRO – BLR A / SRB – FRA I / FRA – BLR Jasmin Kliko Spanien Óscar Raluy López B / NOR – CRO A / FRA – POL I / POL – NOR P5 / FRA – DEN Ángel Sabroso Ramírez Tschechien Václav Horáček B / BLR – ISL A / MKD – SRB I / FRA – CRO II / GER – DEN ESP – CRO Jiří Novotný Belarus Andrej Husko D / HUN – MNE C / SLO – ESP II / ESP – HUN Sjarhej Repkin F = Finale, P3 = Spiel um Platz 3, P5 = Spiel um Platz 5, P7 = Spiel um Platz 7

Fernsehübertragung