Ferdinand Florian Bellan (* 16. Juni 1897 in Wien, Österreich-Ungarn; † NovemberDer häufig zu lesende Monat Dezember ist nicht zutreffend. 1976 in Slough, Berkshire, Vereinigtes Königreich) war ein österreichischer Filmarchitekt und Zeichner beim deutschen und britischen Film.

Leben Bellan besuchte in Wien die Kunsthochschule und ging anschließend (1919) nach Berlin. Dort wurde er zunächst als Ausstattungsmaler und Zeichner zum Film geholt und war in diesen Funktionen 1920 an Ernst Lubitschs Inszenierungen Sumurun und Anna Boleyn beteiligt. Bellan blieb auch weiterhin in diesem Bereich aktiv, seine bekanntesten und umfangreichsten Arbeiten lieferte er 1931 mit den Zeichnungen für Erik Charells Filmoperette Der Kongreß tanzt.

Ab 1924 beteiligte sich Bellan auch hin und wieder als Filmarchitekt. Abgesehen von seiner alleinigen Arbeit zu der Filmgroteske Die wunderlichen Geschichten des Theodor Huber oblag ihm zumeist die Ausführung szenischer Entwürfe anderer Künstler (vor allem Alexander Ferenczy). Infolge der Machtergreifung kehrte Bellan nach Österreich zurück, ehe er im Juni 1933 Wien verließ und nach Großbritannien übersiedelte. Dort wurde er als Szenenbildner von europäischen Produzenten-Emigranten wie Ludovico Toeplitz, Gabriel Pascal und Alexander Korda eingestellt, blieb aber meist in untergeordneter Funktion tätig. Als Bauausführer und einfacher Co-Architekt beteiligte sich Ferdinand Bellan – häufig ungenannt – an der Ausstattung diverser hochwertiger Unterhaltungsfilme aus der Korda-Produktion, darunter Gefahr am Doro-Paß, Vier Federn und Der Dieb von Bagdad.

Bei zahlreichen anderen Top-Produktionen, darunter Major Barbara, Der dritte Mann und Traum meines Lebens, musste er sich mit der Position eines Szenenbildnerassistenten zufriedengeben. Bei Filmen wie Becket, Cleopatra, Das Quiller-Memorandum – Gefahr aus dem Dunkel, Die große Katharina, Mörder GmbH und Königin für tausend Tage war seine Aufgabe die eines Landschaftsmalers. 1970 zog sich Bellan ins Privatleben zurück.

Filmografie Als Filmarchitekt 1924: Die wunderlichen Geschichten des Theodor Huber 1926: Liebe 1927: Das tanzende Wien 1929: Meine Schwester und ich 1931: Schachmatt 1931: Hilfe! Überfall! 1935: Struensee – Mein Herz der Königin (The Dictator) 1937: Dark Journey 1937: Tatjana (Knight Without Armour) 1938: Gefahr am Doro-Paß 1939: Vier Federn 1940: Der Dieb von Bagdad 1940: Major Barbara 1942: The First of the Few 1945: Perfect Strangers 1947: Night Beat 1950: Das träumende Herz (Marie Chapdelaine) 1957: Im Dienste des Königs (Dangerous Exile)

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 1: A – C. Erik Aaes – Jack Carson. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 314. Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 565.

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Kategorie:Szenenbildner Kategorie:Person (Stummfilm) Kategorie:Zeichner (Deutschland) Kategorie:Zeichner (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1897 Kategorie:Gestorben 1976 Kategorie:Mann