mini|Jackie Curtis um 1980 in einer Zeichnung von Gary LeGault Jackie Curtis (* 19. Februar 1947 in New York City als John Curtis Holder Jr.; † 15. Mai 1985 ebenda) war ein US-amerikanischer Underground-Schauspieler, Sänger und Dramatiker. Curtis gehörte zeitweise zu den Andy Warhol-„Superstars“ und der Factory-Szene.
Leben Curtis war das Kind von John Holder Sr. und Jenevive Uglialoro und wuchs im East Village auf, wo Curtis’ Großmutter eine Eckkneipe namens Slugger Ann’s betrieb.David Bourdon: Warhol. DuMont, Köln 1989, ISBN 3-7701-2338-7, S. 296f
Bereits in der Jugend begann Curtis, sich als Frau zu kleiden und entwickelte dabei einen unverwechselbaren Cross-Dress, der aus einer Mischung aus Trash und Glamour bestand. Zu Lippenstift, starkem Make-up, Glitter und leuchtend roten Haaren trug Curtis meist zerrissene Kleider und Strumpfhosen. Curtis verstand sich jedoch nicht als Drag Queen. Andy Warhol sagte über Curtis: „Jackie ist keine Drag Queen. Jackie ist ein Künstler. Ein Pionier ohne Grenzen.“zitiert in: Superstar in a Housedress, Dokumentation, 2004 ()
Als Bühnendarsteller debütierte Curtis mit 17 Jahren in Tom Eyens Off-Off-Broadway-Stück Miss Nefertiti Regrets. Ab Ende der 1960er Jahre begann Curtis sich eigene Bühnentexte auf den Leib zu schreiben. In den Stücken, in denen Curtis sowohl als Mann wie als Frau auftrat, wirkten oft bekannte trans Menschen wie beispielsweise Candy Darling, Jayne County und Holly Woodlawn mit. Warhol und dessen Filmregisseur Paul Morrissey besetzten Curtis und Candy Darling in den Filmen Flesh (1968) und Women in Revolt (1971).
Jackie Curtis sang außerdem und schrieb Gedichte. 1974 trat Curtis zusammen mit Holly Woodlawn im New York Cultural Center (Saks Fifth Avenue) mit dem Programm Cabaret in the Sky: An Evening with Holly Woodlawn and Jackie Curtis auf. In den 1980er Jahren spielte Curtis noch in zwei Filmen mit. Jahrelang drogenabhängig, verstarb Curtis 1985 mit 38 Jahren an einer Überdosis Heroin.
Rezeption Lou Reed verewigte Jackie Curtis in seinem Song Walk on the Wild Side aus dem 1972 erschienenen Album Transformer.
Die 2004 veröffentlichte Dokumentation Superstar in a Housedress von Craig Highberger basiert auf Jackie Curtis’ Leben.
Filmografie 1968: Flesh 1971: W.R.: Mysteries of the Organism 1971: Women In Revolt 1971: An American Family (Fernsehserie) 1973: The Corner Bar (Fernsehserie) 1980: Underground U.S.A. 1983: Burroughs 2002: The Cockettes (posthum, Archivmaterial) 2004: Superstar in a Housedress (posthum, Archivmaterial) 2010: Beautiful Darling (posthum, Archivmaterial)
Werke 1967: Glamour, Glory and Gold 1968: Lucky Wonderful 1968: Amerika Cleopatra 1970: Heaven Grand In Amber Orbit 1970: Femme Fatale 1971: Vain Victory: Vicissitudes of the Damned 1979: Tyrone X 1983: I Died Yesterday 1985: Champagne
Literatur Craig Highberger: Superstar in a Housedress – The Life and Legend of Jackie Curtis. Chamberlain Bros, New York 2005, ISBN 978-1-59609-079-8 (mit DVD, englisch)
Weblinks
Jackie Curtis: Superstar In A Housedress (englisch) Jackie Curtis auf Warhol Superstars (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Dramaturg Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Andy Warhol Kategorie:Person (New York City) Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1947 Kategorie:Gestorben 1985 Kategorie:Nichtbinäre Person Kategorie:Pseudonym