Laura Dahlmeier (* 22. August 1993 in Garmisch-Partenkirchen; † 28. Juli 2025 am Laila Peak, Karakorum-Gebirge, Pakistan) war eine deutsche Biathletin, die nach ihrem Karriereende als Bergläuferin und Bergsteigerin aktiv war. Sie gewann sieben Gold-, drei Silber- und fünf Bronzemedaillen bei Biathlon-Weltmeisterschaften, 20 Weltcuprennen und den Gesamtweltcup der Saison 2016/17. Bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang gewann sie das Sprint- und das Verfolgungsrennen sowie die Bronzemedaille im Einzelwettkampf. Dahlmeier starb im Alter von 31 Jahren bei einem durch Steinschlag verursachten Bergunfall.

Persönliches Dahlmeier lebte in Garmisch-Partenkirchen. Sie war das Kind von Susi (geborene Buchwieser) und Andreas Dahlmeier und hatte einen fünf Jahre jüngeren Bruder. Ihre Mutter war Anfang der 1990er-Jahre ebenso wie deren Schwester Regina Stiefl Mountainbikefahrerin und errang mehrere nationale und internationale Titel. Ihr Vater ist passionierter Bergsteiger und Skisportler. Hauptberuflich betreibt er ein Einrichtungshaus in Garmisch-Partenkirchen.

Am 1. August 2011 wurde Dahlmeier nach bestandenem Abitur am örtlichen St.-Irmengard-Gymnasium in das Zoll-Ski-Team aufgenommen. Sie schloss eine Ausbildung zur Zollwachtmeisterin ab. Nach ihrem Rücktritt vom Biathlon wurde sie im August 2018 im Dienstgrad Zolloberwachtmeisterin aus dem Zolldienst verabschiedet. Ab 2019 studierte sie Sportwissenschaften an der Technischen Universität München. Am 18. Oktober 2019 wurde ihr Kinderbuch Die Klimagang: Laura Dahlmeier und Freunde im Einsatz für die Natur auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt.

Dahlmeier war eine passionierte und erfahrene Bergsteigerin. Ehrenamtlich war sie in der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen aktiv. Ab 2023 arbeitete sie nach bestandener Prüfung gelegentlich als Berg- und Skiführerin. Außerdem kommentierte sie als Expertin Fernsehübertragungen beim ZDF und war Wintersportbotschafterin für BMW.

Sportliche Karriere Anfänge Laura Dahlmeier versuchte sich erstmals als Siebenjährige im Biathlonsport. Sie hatte zunächst auch Wettkämpfe im alpinen Skirennsport bestritten, bevor sie sich nach zwei Jahren für Biathlon entschied. Im Alter von 17 Jahren erzielte sie in der Saison 2010/11 erste Erfolge. So machte sie im Deutschlandpokal mit zwei ersten und zwei zweiten Plätzen auf sich aufmerksam. Bei ihren ersten Juniorenweltmeisterschaften 2011 gewann sie zudem durch ihre dritten Plätze in Verfolgung und Staffel zwei Medaillen. Beim kurz darauf im tschechischen Liberec ausgetragenen Europäischen Olympischen Jugendfestival siegte sie in allen drei Rennen (Sprint, Einzel und Mixed-Staffel).

Im folgenden Jahr verpasste Dahlmeier bei den Juniorenweltmeisterschaften im finnischen Kontiolahti Top-Ten-Ergebnisse in den Einzelwettbewerben. In der Staffel erreichte sie hingegen zusammen mit Franziska Preuß und Julia Bartolmäs den sechsten Platz sowie im Deutschlandpokal vier erste Plätze. Zusammen mit zwei weiteren dritten Plätzen entschied sie auch die Gesamtwertung des Deutschlandpokals in ihrer Altersklasse für sich.

Debüt im Weltcup und erste Olympische Spiele (2013 und 2014) Durch ihre guten Leistungen im Deutschlandpokal wurde Dahlmeier Anfang Januar 2013 vom Deutschen Skiverband für die Juniorenweltmeisterschaften in Obertilliach nominiert. Zum Auftakt siegte sie im Sprint. Bei der anschließenden Verfolgung erreichte sie mit Platz zwei ebenfalls das Podest und sicherte sich weitere Titel beim Einzelrennen und in der Staffel. Mit insgesamt drei Gold- und einer Silbermedaille wurde sie erfolgreichste Teilnehmerin bei den Juniorinnen. Aufgrund der starken Leistungen nominierte der Deutsche Skiverband sie auch für die Weltmeisterschaften, die eine Woche später in Nové Město stattfanden. Dort wurde sie anstelle von Nadine Horchler für die Damenstaffel aufgestellt und erreichte gemeinsam mit Franziska Hildebrand, Miriam Gössner und Andrea Henkel den fünften Rang. Bei ihrem Debüt im Weltcup und gleichzeitig bei Weltmeisterschaften absolvierte sie ihre Runde ohne Schießfehler. Mit der drittbesten Laufzeit übergab sie in Führung liegend an die Schlussläuferin Henkel.

Beim folgenden Biathlon-Weltcup 2012/13 in Oslo bestritt sie ihr erstes Einzelrennen und belegte im Sprint den siebten Platz. Im anschließenden Verfolgungsrennen wurde sie Zehnte. Mit diesen Resultaten qualifizierte sie sich für den Massenstart, in dem sie auf dem 27. Platz landete. Im Sprint von Sotschi wiederholte sie ihr gutes Resultat von Oslo und erreichte hinter ihrer Teamkollegin Evi Sachenbacher-Stehle den siebten Rang. Einen Tag später gewann sie am 10. März bei ihrem zweiten Staffeleinsatz als Schlussläuferin der deutschen Staffel mit Andrea Henkel, Evi Sachenbacher-Stehle und Miriam Gössner durch zwei fehlerfreie Schießeinlagen und eine überragende Schlussrunde erstmals ein Rennen im Biathlonweltcup.

Am 15. Dezember 2013 erreichte sie mit dem fünften Platz in der Verfolgung von Annecy-Le Grand-Bornand ihr bislang bestes Weltcupresultat in einem Einzelrennen. Am 28. Dezember 2013 gewann sie, zusammen mit Florian Graf, die World Team Challenge in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen.

Im Februar 2014 nahm sie an den Biathlon-Wettbewerben der XXII. Olympischen Winterspiele in Sotschi teil.

Erste Weltmeisterschaftstitel (2015 und 2016) Wegen der bei einem Bergunfall im August 2014 erlittenen Verletzungen (siehe Abschnitt „Alpinismus“) und der damit verbundenen Rehabilitation verpasste Dahlmeier den Weltcup-Auftakt der Saison 2014/15 in Östersund und den zweiten Weltcup in Hochfilzen. In: Sportschau. Westdeutscher Rundfunk Köln, 27. November 2014. Zum dritten Weltcup in Pokljuka kehrte Dahlmeier zurück und erreichte als beste Deutsche den neunten Rang. In: Sportschau. Westdeutscher Rundfunk Köln, 17. Dezember 2014. Beim Sprintrennen in Antholz belegte Dahlmeier den dritten Platz und holte damit ihre erste Podiumsplatzierung im Weltcup.

Am 7. Februar 2015 gelang Dahlmeier im Sprintrennen von Nové Město der erste Einzel-Weltcupsieg ihrer Karriere, eine Sekunde vor Franziska Hildebrand. In der Generalprobe zu den Weltmeisterschaften bestätigte sie im Sprint von Oslo mit dem zweiten Platz ihre gute Form. Bei den Weltmeisterschaften in Kontiolahti erreichte sie im Sprintrennen trotz drei Schießfehlern dank Laufbestzeit aller Starterinnen den vierten Platz. In der anschließenden Verfolgung gewann sie mit Silber ihre erste WM-Medaille. Im Einzelrennen kam sie mit zwei Fehlern auf den sechsten Rang und wurde mit der Damenstaffel erstmals Weltmeister. Beim letzten Rennen der Saison in Chanty-Mansijsk feierte sie ihren zweiten Weltcuperfolg. Sie platzierte sich am Ende der Saison auf dem achten Rang der Gesamtwertung, obwohl sie an acht der 25 Rennen nicht teilgenommen hatte. Mit zwei Ausnahmen beendete sie alle Rennen innerhalb der besten Zehn, achtmal stand sie auf dem Podium.

mini|links|hochkant|Dahlmeier mit den Medaillen der Weltmeisterschaften in Oslo 2016 Im November 2015 erkrankte Dahlmeier und konnte deshalb nicht am ersten Weltcup der Saison 2015/16 im schwedischen Östersund teilnehmen. In ihrem ersten Rennen, dem Sprint in Hochfilzen im Dezember, erfüllte sie mit dem sechsten Rang die internen Qualifikationskriterien des DSV für eine Teilnahme an den Weltmeisterschaften und errang bei der anschließenden Verfolgung ihren dritten Weltcupsieg in einem Einzelrennen. Für die Staffel wurde sie nicht nominiert. Es folgten drei erste, ein zweiter und ein dritter Platz bei den Rennen in Pokljuka und Ruhpolding. Ebenfalls in Ruhpolding brachte sie die deutsche Staffel als Schlussläuferin auf dem zweiten Platz ins Ziel. Karolin Horchler, die sich bereits auf dem Weg zu einem Rennen im Rahmen des IBU-Cups befand, wurde nach Ruhpolding zurückbeordert, um die erkrankte Vanessa Hinz zu ersetzen, eröffnete das Rennen und übergab auf Rang fünf mit 22 Sekunden Rückstand auf Miriam Gössner, die mit 2 Strafrunden erst als elfte mit fast 2 Minuten Rückstand Maren Hammerschmidt ins Rennen schickte. Diese lief die Staffel mit einer beherzten Leistung in der Loipe und am Schießstand zurück auf den zweiten Platz und übergab mit einem Rückstand von 27,7 Sekunden an Laura Dahlmeier. Dahlmeier war in der Lage, die Lücke auf die Führende Olena Pidhruschna zu schließen, musste sich jedoch kurz vor der Zielgeraden der Ukrainerin geschlagen geben. Diese nutzte als Führende ihren taktischen Vorteil und ließ Dahlmeier nur die Möglichkeit, im Neuschnee auf eine andere Spur zu wechseln. Sie beendete das Rennen mit nur 1,2 Sekunden Rückstand auf Pidhruschna. Nach der zweiten Weltcupwoche in Ruhpolding musste Dahlmeier aufgrund eines Infekts ihre Starts im italienischen Antholz absagen. Im kanadischen Canmore nahm sie aus Rücksicht auf ihre Gesundheit nur an den Einzelrennen teil, die Mixed-Staffel gewannen Franziska Hildebrand, Franziska Preuß, Arnd Peiffer und Simon Schempp. Wie Hildebrand startete sie nicht in Presque Isle, sondern reiste von Kanada direkt nach Hause, um sich in Ruhe auf die Weltmeisterschaften vorzubereiten. Am Holmenkollen starteten erneut Preuß, Hildebrand, Peiffer und Schempp und gewannen gemeinsam die Silbermedaille. Dahlmeier bestritt jedoch alle Einzelrennen und beendete jedes Rennen auf dem Podium. Neben der Bronzemedaille in der Staffel – gemeinsam mit Franziska Preuß, Franziska Hildebrand und Maren Hammerschmidt – gewann sie Gold in der Verfolgung, Silber im Massenstart und jeweils Bronze im Sprint und im Einzelrennen. Im Gesamtweltcup belegte sie den sechsten Rang direkt hinter ihrer Teamkameradin Hildebrand, die jedoch mehr Rennen als Dahlmeier bestritten hatte.

Gesamtweltcupsiegerin und mehrfache Weltmeisterin (2016 und 2017) Am 30. November 2016 siegte Dahlmeier im ersten Einzelrennen der neuen Saison und übernahm als erste Deutsche nach Magdalena Neuner das gelbe Trikot. Sie behielt es, bis sie zwei Rennen in Oberhof aussetzte und Gabriela Koukalová zeitweise die Führung übernahm. Schon vor den Weltmeisterschaften hatte Dahlmeier die Führung im Gesamtweltcup zurückerobert. Bei den Weltmeisterschaften gewann Dahlmeier in jedem Rennen eine Medaille, insgesamt fünf Goldmedaillen und eine Silbermedaille. Seitdem die Mixed-Staffel zum Programm der Weltmeisterschaften gehört, war dies nur der Norwegerin Tora Berger 2013 in Nové Město (4 × Gold, 2 × Silber) sowie der Französin Marie Dorin-Habert 2016 in Oslo (3 × Gold, 2 × Silber, 1 × Bronze) gelungen.

Dahlmeier war damit die erfolgreichste Teilnehmerin in einem Biathlon-Weltmeisterschaftsjahr überhaupt. Dieser Rekord wurde bei den Weltmeisterschaften 2020 in Antholz von Marte Olsbu Røiseland nach der Einführung der Single-Mixed-Staffel um eine Medaille übertroffen (5 × Gold, 2 × Bronze), inzwischen gab es sieben Disziplinen, in denen bei Biathlon-Weltmeisterschaften gelaufen wurde. Saisonübergreifend gewann sie im elften WM-Rennen nacheinander eine Medaille, was vor ihr noch keiner anderen Biathletin gelang. Mit dem Sieg im Einzelrennen bei den Biathlon-Weltmeisterschaften gewann sie ihre erste „Kristallkugel“, die Trophäe für die Weltcupwertung des Einzelwettkampfs. Dahlmeier hatte alle Einzelrennen des Winters gewonnen und führte am Ende die Wertung mit 77 Punkten Vorsprung auf ihre Mannschaftskameradin Vanessa Hinz an. Mit dem Sieg im Verfolgungsrennen von Kontiolahti sicherte sich Laura Dahlmeier vorzeitig den Sieg des Gesamtweltcups und war damit seit Magdalena Neuner im Jahr 2012 die erste Deutsche, die diese Wertung gewann. Zudem gewann Dahlmeier die kleine Kristallkugel in der Verfolgungswertung.

Olympische Goldmedaillen (2017 bis 2019) mini|hochkant|Laura Dahlmeier in Oberhof (2018)