mini|hochkant=1.25|Mercedes-Benz W 196 im Museum mini|hochkant=1.25|Cockpit des W 196 Der Große Preis von Frankreich 1954 (offiziell XLI Grand Prix de l’ACF) fand am 4. Juli auf dem Circuit de Reims-Gueux in Reims statt und war das vierte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1954.
Bericht Hintergrund Nach dem Großen Preis von Belgien führte Juan Manuel Fangio in der Fahrerwertung mit acht Punkten vor Maurice Trintignant und mit neun Punkten vor Bill Vukovich.
Der Große Preis von Frankreich 1954 brachte das lang erwartete Debüt des Mercedes-Werksteams. Der Führende der Fahrerwertung, Fangio, wechselte von Maserati zum neuen Team, für das auch Karl Kling und Hans Herrmann an den Start gingen.
Neben dem Debüt von Mercedes, Kling und Herrmann war dies auch die erste Grand-Prix-Teilnahme eines Continental-Reifens. Giuseppe Farina verletzte sich beim Start eines Sportwagenrennens in Monza schwer und fiel dadurch für den Rest der Saison aus, der zweimalige Weltmeister Alberto Ascari fuhr einen Maserati, da der Lancia D50 noch nicht einsatzbereit war.
Mit Fangio (zweimal), Mike Hawthorn und Ascari (jeweils einmal) traten drei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Schon im Training zeigte sich die deutliche Überlegenheit der Mercedesfahrer. Fangio belegte mit 2:29,4 Minuten vor Kling die Pole-Position, die erste Doppelpole für sein Team im Debütrennen, die drittschnellste Zeit fuhr Ascari im Maserati. Kling fuhr seine schnellste Trainingsrunde in 2:30,4 Minuten, Ascari in 2:30,5 Minuten.Internationaler Motorsport. Jahrbuch 1954, herausgegeben von ADAC und AvD, Redaktion Richard von Frankenberg, Europa-Contact Verlags-GmbH, Döffingen 1954.
Das Gordini-Team konnte wegen finanzieller Probleme nicht am Training teilnehmen.
Rennen Das Rennen war bestimmt von sehr vielen Ausfällen, insgesamt erreichten nur sechs Wagen das Ziel. Motorschäden waren die häufigsten Ausfallgründe.
Die Mercedes-Dominanz im Training wurde im Rennen fortgesetzt, Fangio und Kling fuhren an der Spitze den anderen Fahrern davon und überrundeten das gesamte Fahrerfeld. Beide lieferten sich an der Spitze ein spannendes Duell, das Fangio mit einem knappen Vorsprung von 0,1 Sekunden für sich entschied. Die Dominanz der in der Formel 1 ungewöhnlichen Stromlinienwagen von Mercedes wurde durch folgende Aussage Fangios besonders deutlich: „Die Konkurrenten sahen wir an diesem Tag eigentlich nur beim Start und bei Überrundungsmanövern.“
Ferrari verlor einen Großteil seiner Wagen in diesem Rennen durch Motorschäden, lediglich Robert Manzon erreichte in seinem Ferrari das Ziel und komplettierte mit Platz 3 die Podiumsplatzierungen. Allerdings hatte auch er eine Runde Rückstand auf Fangio und Kling.
Prinz Bira und Luigi Villoresi gewannen mit Platz vier und fünf Punkte für Maserati. Die schnellste Rennrunde fuhr Herrmann im Mercedes in 2:32,9 Minuten beziehungsweise 195,6 km/h in Runde drei, bevor er in Runde 17 mit einem Motorschaden das Rennen aufgab.
Mercedes beendete somit das Debütrennen mit einem Doppelsieg, erzielte die Pole-Position und die schnellste Rennrunde. Lässt man die Indianapolis 500 außer Betracht, war dies auch der erste Rennsieg eines nicht-italienischen Konstrukteurs in der Formel-1-Geschichte und der erste Sieg eines Continental-Reifens. Ein Reifenwechsel war nicht nötig, da der Abrieb nur bei einem Millimeter pro 100 Kilometer lag.
Am gleichen Tag wurde Deutschland beim Wunder von Bern erstmals Fußballweltmeister, wodurch der bedeutende und historische Triumph eines deutschen Teams in der Formel 1 von den Medien nur am Rand Erwähnung fand.
In der Fahrerwertung blieben die ersten drei Positionen unverändert.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 2 Ferrari 553 Squalo/Ferrari 555 Supersqualo Ferrari 2.5 L4 4 Ferrari 625F1 6 Ferrari 553 Squalo/Ferrari 555 Supersqualo 10 Maserati 250F Maserati 2.5 L6 12 14 40 16 Maserati 250F/Maserati A6GCM Maserati 2.5 L6 18 Mercedes-Benz W 196 Mercedes-Benz 2.5 L8 20 22 24 Gordini T16 Gordini 2.5 L6 26 28 30 Gordini T16 Gordini 2.5 L6 32 HWM 53 Alta 2.0 L4 34 Ferrari 625F1 Ferrari 2.5 L4 36 Ferrari 500/Ferrari 625F1 42 Maserati 250F Maserati 2.5 L6 44 Maserati 250F Maserati 2.5 L6 46 Maserati 250F Maserati 2.5 L6 48 Maserati A6GCM Maserati 2.5 L6
Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Start 1 2:29,4 1 2 2:30,4 2 3 2:30,5 3 4 2:30,6 4 5 2:31,6 5 6 2:35,1 6 7 2:35,3 7 8 2:35,6 8 9 2:36,1 9 10 2:36,6 10 11 2:38,7 11 12 2:42,0 12 13 4:46,5 13 14 2:42,7 14 15 2:52,5 15 16 3:09,3 16 17 keine Zeit 17 18 keine Zeit 18 19 keine Zeit 19 20 keine Zeit 20 21 keine Zeit 21
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 61 2:42:47,9 12:33,2 2 61 + 0,1 22:33,2 3 60 + 1 Runde 122:37,6 4 60 + 1 Runde 62:35,3 5 58 + 3 Runden 142:36,4 6 56 + 5 Runden 172:36,3 – 50 DNF 192:40,7 – 36 DNF 92:36,9 – 27 DNF 52:35,8 – 27 DNF 132:45,9 – 24 DNF 112:38,3 – 19 DNF 162:50,8 – 19 DNF 212:43,2 – 16 DNF 7 2:32,9 (3.) – 15 DNF 102:38,7 – 13 DNF 42:34,3 – 10 DNF 152:52,9 – 9 DNF 202:46,0 – 9 DNF 82:34,3 – 8 DNF 182:46,0 – 1 DNF 32:48,4 DNS Mantovani nahm nur am Training teil und war weder im Qualifying, noch im Rennen am Start. – – – – – Anmerkungen
WM-Stand nach dem Rennen Die ersten fünf bekamen 8, 6, 4, 3 bzw. 2 Punkte; einen Punkt gab es für die schnellste Runde. Es zählten nur die vier besten Ergebnisse aus acht Rennen.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Maserati / Mercedes 25 2 Ferrari 9 3 Kurtis Kraft 8 4 Ferrari 6,5 5 Ferrari 6 6 Kuzma 6 7 Mercedes 68 Kurtis Kraft 59 Ferrari 410 Maserati 411 Maserati 312 Maserati 213 Kurtis Kraft 214 Gordini 215 Gordini 216 Kurtis Kraft 1,517 Kurtis Kraft 1,518 Ferrari 1,519 Mercedes 1 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte20 Gordini 0 21 Maserati 0 22 Maserati 023 Ferrari 0– Maserati 0– Maserati 0– Gordini 0– Maserati 0– Ferrari 0– Gordini 0– Ferrari 0– Maserati 0– Maserati 0– Maserati 0– HWM 0– Gordini 0– Gordini 0– Maserati 0
Weblinks Ergebnisse bei motorsportarchiv.de Fotos bei f1-facts.com
Einzelnachweise
#1954 Frankreich Kategorie:Sportveranstaltung im Département Marne