Bündnis C – Christen für Deutschland (Kurzbezeichnung: Bündnis C) ist eine christdemokratische Kleinpartei in Deutschland, die sich nach eigenen Angaben und eigenem Verständnis programmatisch insbesondere am Apostolischen Glaubensbekenntnis sowie am Alten und Neuen Testament orientiert.
Bündnis C entstand 2015 durch die Fusion der christlich-fundamentalistischen Parteien Partei Bibeltreuer Christen und AUF – Partei für Arbeit, Umwelt und Familie. Es ist Mitglied der Europäischen Christlichen Politischen Partei (ECPP). Durch Übertritt des für die Familien-Partei gewählten Abgeordneten Arne Gericke war Bündnis C von Oktober 2018 bis zur Europawahl 2019 im Europäischen Parlament vertreten.
Inhaltliches Profil Bündnis C orientiert sich nach eigenem Bekunden an christlicher Ethik und Grundsätzen, die den freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat geprägt haben. Die Partei setzt sich „für christlich-konservative Positionen in der Familien-, Sozial-, Bildungs- und Außenpolitik“ ein, worunter sie insbesondere den „Kampf gegen Abtreibungen und Positionen des Gender-Mainstreaming“ versteht. Sie sieht Ehe und Familie als gottgewollte Verbindung von Mann und Frau, setzt sich für die Einführung eines Erziehungsgehalts für Eltern ein und empfiehlt Homeschooling als Alternative zur allgemeinen Schulpflicht. Es wird eine Stärkung der Nationen gefordert, während internationale und supranationale Bündnisse wie UNO und EU kritisch gesehen werden. Die Partei verneint ein Existenzrecht Palästinas, fordert bedingungslose Waffenlieferungen an Israel und eine vollständige Abkehr von der Zweistaatenlösung. Auch die Angriffskriege der Netanjahu-Regierung gegen den Libanon, Syrien, Iran und den Jemen werden von dem Bündnis C unterstützt und mit Bibelzitaten gerechtfertigt.https://buendnis-c.de/israel-unterstuetzen-statt-kritisieren-6578/
Ihre Vorgängerorganisationen waren dem christlich-fundamentalistischen Spektrum zuzuordnen.Kai Oliver Thielking: Bündnis C – Christen für Deutschland. In: Frank Decker, Viola Neu (Hrsg.): Handbuch der deutschen Parteien. 3., erweiterte und aktualisierte Auflage. Springer VS, 2018, ISBN 978-3-658-17994-6, S. 195 f. Für die Europawahl 2024 zitierte die Tagesschau das Ziel der Partei, eine „biblisch fundierte Kurskorrektur“ in der EU-Politik einleiten zu wollen und bewertete das Wahlprogramm als eine „teils fundamentalistische Ableitung von Politik aus der Bibel“.Die Partei Bündnis C - Christen für Deutschland. In: tagesschau.de. Stand: 8. Mai 2024, abgerufen am 25. September 2026. Was das bedeutet, wird kontextuell aus Wahlprogrammen deutlich: So soll die Qualität von Schwangerschaftskonfliktberatung daran gemessen werden, ob sie „pro Geburt“ berät; die grundgesetzlich garantierte Wissenschaftsfreiheit soll bei Genderstudien eingeschränkt werden; in der Schule wird Sexualerziehung als vermeintlich ideologiegesteuert abgelehnt, dafür soll die biblische Schöpfungsgeschichte im Biologieunterricht gleichberechtigt neben die Evolution gestellt werden.Jakob Gaberle: Landtagswahl: Die Partei Bündnis C und ihr Blick auf Familie und Menschenbild. In: NDR. 29. August 2026, abgerufen am 25. September 2026.
Geschichte Vorgeschichte Die Partei Bibeltreuer Christen (PBC) wurde 1989 von Pastor Gerhard Heinzmann gegründet. Sie trat zu Bundestags-, Landtags- und Europawahlen an, konnte aber selten Ergebnisse über 0,5 % erreichen. 2006 wurde der Versuch unternommen, die PBC mit den ebenfalls christlich orientierten Kleinparteien Deutsche Zentrumspartei und Ökologisch-Demokratische Partei unter dem Namen „Aufbruch 2009“ zu fusionieren. Der Versuch scheiterte zunächst, und die Unterstützer der Fusionsidee gründeten die AUF – Partei für Arbeit, Umwelt und Familie. Als auch diese keine nennenswerten Wahlergebnisse einfuhr, kam es ab 2010 wieder zu einer Annäherung der beiden Parteien PBC und AUF, die schließlich zur Fusion unter dem Namen „Bündnis C“ führte. An der Bundestagswahl 2013 nahm die PBC mit Unterstützung der AUF in zwei Bundesländern teil. Auf dem Mitglieder-Parteitag der PBC stimmten über neunzig Prozent für die Fusion, auf dem Parteitag der AUF sprachen sich über achtzig Prozent der Delegierten für die Fusion aus. In den Urabstimmungen stimmten 95,0 % der teilnehmenden Mitglieder der PBC und 78,7 % der teilnehmenden Mitglieder der AUF für die Fusion.
Seit 2015 Bündnis C Auf ihrem Gründungsparteitag in Fulda Ende März 2015 fusionierten die Parteien AUF und PBC zu „Bündnis C – Christen für Deutschland – AUF & PBC“. Ole Steffes aus Dresden (ehemals PBC) und Karin Heepen aus Erfurt (ehemals AUF) wurden zu gleichberechtigten Bundesvorsitzenden gewählt.
Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2016 trat die Partei zum ersten Mal an und erreichte im Landtagswahlkreis Enz 0,7 %. Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2016 erhielt sie 842 Stimmen, was 0,1 % der Stimmen entspricht. Bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen 2016 konnte die Partei jeweils in der Wedemark und in Bad Essen ein Mandat erringen. Auf dem Parteitag vom 22. Oktober 2016 beschlossen die Mitglieder, den Namenszusatz „AUF & PBC“ zu streichen.Karin Heepen: In: buendnis-c.de, abgerufen am 14. Februar 2021.
Eine angestrebte Kandidatur bei der Bundestagswahl 2017 mit acht Landeslisten scheiterte an fehlenden Unterstützungsunterschriften, sodass die Partei lediglich in vier Wahlkreisen Direktkandidaten aufstellen konnte. Diese erreichten Ergebnisse zwischen 0,2 % und 0,4 % der Erststimmen. In: buendnis-c.de, abgerufen am 14. Februar 2021.
Im Herbst 2018 trat der Europaabgeordnete Arne Gericke dem Bündnis C bei. Gericke war 2014 für die Familien-Partei gewählt worden und Mitte 2017 zunächst zu den Freien Wählern gewechselt. Gericke war seit 2014 Einzelmitglied der ECPP, der auch das Bündnis C angehört.
Im Mai 2021 sorgte die Partei in Espelkamp für Aufsehen, nachdem ein Mitglied auf einer Versammlung umstrittene Äußerungen getätigt hatte. Unter anderem wurden Verschwörungstheorien in Bezug auf die COVID-19-Pandemie verbreitet und Abtreibungen mit dem Holocaust verglichen. Die Bundespartei führte ein klärendes Gespräch mit dem Mitglied und erklärte, nicht über die Versammlung oder die Rede informiert gewesen zu sein.
Organisation Bundesparteitage Parteitag Datum Ort Gründungsparteitag 28. März 2015 Fulda Parteitag (Bundesprogramm, Satzungsänderung) 22. Oktober 2016 Eisenach Parteitag (Vorstandswahl) 21. Oktober 2017 Hünfeld Parteitag (Kandidatenwahl für Europawahl) 6. Oktober 2018 Fulda Delegiertenparteitag (Europawahlprogramm) 10. Februar 2019 Bad BlankenburgDelegiertenparteitag 10. Oktober 2020 Fulda Parteitag (Vorstandswahl)EINDRUCK Magazin. Nr. 22, 30. November 2021, , S. 3, 6 ff. (). 13. November 2021 KarlsruheDelegiertenparteitag2. Oktober 2024Bad BlankenburgDelegiertenparteitag (Vorstandswahl)1. Oktober 2025Eisenach
Bundesvorstand Der Bundesvorstand setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitzende Sven Pilz GeneralsekretärinKarin Heepen Stellvertretende Vorsitzende Hartmut Voß, Verena Thümmel Schatzmeister Mathias Scheuschner Beisitzer Mohsen Kornelsen, Alain Kaffo, Christine Widiger, Gudrun Flindt, Rainer Secker und Sonja Koschinsky
Landesverbände Bündnis C hat in folgenden 10 Bundesländern Landesverbände: Landesverband Vorsitzender Stellvertretende Vorsitzende Schatzmeister Beisitzer Generalsekretär Mitgliederzahl Gründungsdatum Kommunale Mandate Ergebnis der letzten Wahl des Landesparlaments Ergebnis der Bundestagswahl 2021 25px|Baden-Württemberg Baden-Württemberg Jürgen GraalfsRainer SimonNorbert GießlerStephan Süß-Bartilucci, Christoph Riedel, Mike Kriegelstein 316„Bündnis C“ tritt zur Landtagswahl in Baden-Württemberg an. In: idea. 14. Februar 2021, abgerufen am 14. Februar 2021 (mit Angabe der Zahl für Deutschland). 2015 0 0,2 % (2026) 0,2 % 25px|Bayern Bayern Horst WodarzSven PilzVerena ThümmelMichael Krug, Selina Koffler, Rainer Secker, Annette König 2015verenathuemmel: In: bayern.buendnis-c.de, 31. Mai 2019. 0 n. a. 0,1 % 25px|Hamburg HamburgSonja KoschinskyDonaldson Sackey, Bobby SchielerAlexander JakobChristian Wendt, Gudrun Ohlsen202425px|Hessen Hessen Alain KaffoLudwig Grünert, Edith HoffmeisterUte StählingDieter Rühl, StefanVouri, Ricardo Veloso Martins, Reinhard Lehmann, Sascha Feuring, Andrea Rehwald, Claudia Wigand, Torsten Behle95 2016 0 0,1 % (2018) 0,1 %25px|Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern Christian HauserUte Büschkens-SchmidtManfred SchmidtMatthias Kohlstedt, Gabriele Kohlstedt, Peter Reizlein 2015 3 0,1 % (2026) n. a.25px|Niedersachsen Niedersachsen Thomas WietheKlaus Dieter Schlottmann, Hermann BohnenkampEmil WeigandHarald Baumgart, Jens Kowalzik, Martin Schönhoff, Annegret Spilker 2015 3 0,0 % (2017) n. a. 25px|Bayern Nordrhein-WestfalenKlaus-Jürgen PützCorinna PützKarl-Heinz Blümke, Rimma Fast, Norman KernerErstgründung 2016Neugründung: 20200n. a.0,1 % 25px|Rheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz Eckhard BraunMartin BrüggehofeRobert Werthmann-BastVolker Giese, Rainer Proll 2015 0 n. a. n. a. 25px|Sachsen SachsenThomas Lamowski René Raunest Eva Vieweg Christian Seifert, Martin Stiehler, Andreas Türpe, Janko Vieweg, Hartmut Voß 2015 0 0,2 % (2024) 0,3 % 25px|Schleswig-Holstein Schleswig-HolsteinHans Martin KonzelmannHendrick Luttmann, Klaus-Dieter SchulzBirgit KonzelmannDagmar KubickErstgründung 2017Neugründung 20210n. a.Legende
Bundesarbeitskreise Bündnis C hat zurzeit 3 Bundesarbeitskreise: „Familie und Lebensrecht“ „Wirtschaft und Finanzen“ „Medien- und Bildungspolitik“
Wahlen Die folgende Tabelle gibt die Landtagswahlen, Bundestags- und Europawahlen wieder, bei denen die Partei Bündnis C seit ihrer Gründung 2015 angetreten ist. Wahljahr2016n. a.0,01 % 0,1 %n. a.n. a.2017n. D.n. D.n. a.n. a.2018 n. a.0,13 % 20190,2 %n. a.n. a.n. a.2020n. a.20210,1 %n. a.0,08 % 0,09 %n. a.n. a.2022n. D.n. D.n. a.n. D.2023n. a.n. a.n. a.n. D.20240,2 %n. a.0,2 %n. a.20250,0 %n. a.20260,2 fettletztes bestes Ergebnis zu dieser Wahln. a.nicht angetretenn. D.nur mit Direktkandidaten angetreten
Mandate Kommunen Mecklenburg-Vorpommern
2004 errang die PBC im Landkreis Güstrow ein Kreistagsmandat. Der Mandatsträger trat später zur AUF über und konnte 2014 sowie bei der Kommunalwahl in Mecklenburg-Vorpommern 2019 unter dem Namen Bündnis C im neu zugeschnittenen, größer gewordenen Landkreis Rostock das Mandat halten. Außerdem konnte die Partei bei der Kommunalwahl 2019 einen Sitz in der Gemeinde Kuchelmiß halten.Öffentliche Bekanntmachung über die Feststellung des endgültigen Wahlergebnisses für die Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 der Gemeinde Kuchelmiß. (PDF; 86 kB) In: amt-krakow-am-see.de, 29. Mai 2019, aktualisiert am 5. Dezember 2019, abgerufen am 14. Februar 2021. Bei den Kommunalwahl 2024 verlor die Partei alle Mandate.https://www.amt-krakow-am-see.de/de/oeffentliche-bekanntmachungen/wahlbekanntmachungen/vorlaeufige-wahlergebnisse/endgueltiges-wahlergebnis-kuchelmiss.pdfhttps://wahlen.mvnet.de/dateien/ergebnisse.2024/kreistagswahl/html/k_72.html
Saarland
Im Saarland erreichte die AUF bei der Kommunalwahl 2014 einen Sitz im Gemeinderat von Mettlach.. In: mettlach.de, abgerufen am 25. Juli 2019. 2019 trat die Partei nicht mehr an. Im Mettlacher Ortsteil Wehingen konnten bei der Wahl 2019 2 Sitze im Ortsrat gehalten werden, jedoch unter dem alten Namen AUF. In: mettlach.de, 22. Juli 2014.
Niedersachsen