Carl Heinrich Wilhelm Stamme (* 23. Juni 1846 in Ricklingen; † 16. Juni 1905 in Hannover) war ein deutscher Fabrikant, Kunstsammler und Mäzen.Hugo Thielen: Stamme, Car Heinrich Wilhelm (siehe Literatur).

Leben Heinrich Stamme kam als Sohn eines Vollmeiers zur Welt. Er erbte die von seinem Großvater in Ricklingen aufgebaute Ziegelei. Die Produktion verlief profitabel, insbesondere durch den Bauboom in und um Hannover und Linden um die Jahrhundertwende.Dieter Brosius: Wirtschaftswachstum. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein: Geschichte der Stadt Hannover, Band 2: Vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart (GdSH), Hannover: Schlüter, 1994, ISBN 3-87706-364-0, S. 377–382; hier: S. 381.

Langensalzastraße 1/1A 1889 ließ sich der Ziegeleibesitzer Stamme durch den Architekten Christoph Hehl ein eigenes Wohnhaus unter der Adresse Langensalzastraße 1/1A im Stil der Neorenaissance errichten. In dem heute denkmalgeschützten Haus im Stadtteil Südstadt haben sich Teile der Innenausstattung erhalten, insbesondere das Wohnzimmer von Heinrich Stamme.Gerd Weiß, Marianne Zehnpfennig: Wohn- und Verwaltungsbauten. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 1, [Bd.] 10.1, hrsg. von Hans-Herbert Möller, ISBN 3-528-06203-7, S. 122 f., sowie Anlage Südstadt. In: Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG) (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege), Stand 1. Juli 1985, Stadt Hannover, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt - Institut für Denkmalpflege, S. 7f f.Anmerkung: Das Stadtlexikon Hannover nennt als Kaufdatum des Grundstücks das Jahr 1890.

Kunstsammlung und Legat

mini|Großbild „Gottesdienst im Moor“, 1884–1895 von Fritz Mackensen gemalt, Provenienz: Fritz Stamme; heute: Historisches Museum Hannover

Heinrich Stamme hinterließ der Stadt Hannover testamentarisch 1905 seine Privatsammlung von KunstDieter Brosius: Schulen und Hochschulen, Kunst und Kultur, sowie: Private und städtische Bautätigkeit. In: GdSH, S. 382–386; hier: S. 360, 390; online über Google-Bücher. und Möbeln, die „erheblich“ zur Vermehrung der Sammlung der damaligen „städtischen Galerie“ beitrug, die von Heinrich Tramm aufgebaut worden und im (heutigen) Museum August Kestner untergebracht war.Ines Katenhusen: Museum August Kestner. In: Stadtlexikon Hannover, S. 455 f.

Darüber hinaus vermachte Stamme der Stadt ein Legat von 125.000 Reichsmark zum Bau eines Brunnens auf dem Schünemannplatz. Nach anderen Quellen sollte nach einem Entwurf von Hermann Eggert, dem Erbauer des Neuen Rathauses,Helmut Zimmermann: Heinrich-Stamme-Straße. In: Die Strassennamen der Landeshauptstadt Hannover, Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 112. ein Monumentalbrunnen auf dem Trammplatz errichtet werden.

Heinrich-Stamme-Straße Nach dem Tode Stammes 1905 ehrte die 1906 angelegte Heinrich-Stamme-Straße im Stadtteil Südstadt den Ziegeleibesitzer mit ihrer Namensgebung.

Michaeliskapelle Die heute denkmalgeschützte Kapelle auf dem Michaelisfriedhof in Ricklingen wurden von den Ricklinger Bürgern Stamme und Knust gestiftet, jedoch erst 1908 durch den Architekten Hermann Schaedtler errichtet. Ein separater Eingang von außen führt in die Gruft der Stifterfamilien unterhalb des Kapellenhauses.Wolfgang Neß: Friedhof. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland ... Teil 2, Bd. 10.2, ISBN 3-528-06208-8, S. 165; sowie Ricklingen im Addendum Verzeichnis der Baudenkmale ..., S. 25 f. Nach der Hochwasser-Katastrophe von 1946 sollen die Särge von Heinrich Stamme und Wilhelm Stamme, die der Ehefrauen sowie des Baumeisters Theodor Knust „wenige Meter von der Gruft entfernt in der Erde“ beigesetzt worden sein.Frank Straßburger (Vors.): Heinrich-Stamme-Straße ... Heinrich Stamme (siehe Weblinks).

Literatur Ulrich Gehrig (Hrsg.): 100 Jahre Kestner-Museum Hannover. 1889 - 1989, hrsg. von der Landeshauptstadt Hannover, der Oberstadtdirektor, Hannover: Kestner-Museum, 1989, ISBN 3-924029-14-8 Hugo Thielen: STAMME, Carl Heinrich Wilhelm. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 344. Hugo Thielen: Stamme, Carl Heinrich Wilhelm. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 599 (dort ist die Heinrich-Stamme-Straße irrtümlich in den Stadtteil Ricklingen verortet).

Weblinks

Frank Straßburger (Vors.): Heinrich-Stamme-Straße ... Heinrich Stamme auf der Seite spd-suedstadt-bult.de vom SPD-Ortsverein Südstadt-Bult, zuletzt abgerufen am 25. Januar 2013

Einzelnachweise und Anmerkungen

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