Die Universitätsbibliothek Magdeburg ist die wissenschaftliche Bibliothek der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg. In Sachsen-Anhalt ist sie mit 1,7 Mio. Medieneinheiten die zweitgrößte Bibliothek nach der ULB Halle. Das Gebäude steht direkt gegenüber dem Universitätsrechenzentrum und der Mensa am zentralen Platz des Campus.

Geschichte Die Universitätsbibliothek der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist durch die Zusammenlegung der ehemaligen Bibliotheken der Technischen Universität, der Pädagogischen Hochschule und der Medizinischen Akademie im Jahre 1993 entstanden.Geschichte der UB Magdeburg ub.ovgu.de, abgerufen am 20. Februar 2013.

Bibliothek der Technischen Universität Im Jahr 1953 wurde die Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg gegründet. In diesem Zusammenhang erfolgte der Aufbau einer Hochschulbibliothek. Sie wurde im Gebäude „Am Krökentor 2“ eingerichtet. Ab 1969 kamen diverse Zweigbibliotheken (Bereiche Maschinenbau, Apparate- und Anlagenbau, Gesellschaftswissenschaften, Elektrotechnik/Elektronik und Werkstoffwissenschaften) hinzu. Bis Ende 1976 war der Bestand auf nahezu 170.000 Bände angewachsen, hinzu kamen über 2000 laufende Zeitschriftentitel. Der große Platzmangel wurde provisorisch dadurch bekämpft, dass die Magazine auf den Fluren des Gebäudes eingerichtet wurden. Durch die daraus resultierende hohe Deckenbelastung wurde bis Mai 1983 ein Umzug der Bibliothek in die alte Mensa und in ein Wohnheim verfügt. Am 20. September 1984 wurde eine polytechnische Patentbibliothek als Abteilung der Hochschulbibliothek eröffnet. Als die Technische Hochschule Otto-von-Guericke 1987 den Status einer Technischen Universität erhielt, wurde aus der Hochschulbibliothek eine Universitätsbibliothek.

Bibliothek der Medizinischen Akademie Die Medizinische Akademie Magdeburg wurde im Jahre 1954 gegründet. Im selben Jahr noch wurde mit dem Aufbau einer Lehrbuchsammlung begonnen. Ab 1959 befand sich die Bibliothek im Gebäude des Zentralen Hörsaales der Medizinischen Akademie.

Im Jahre 1969 wurde die Bibliothek als erste Hochschulbibliothek in der DDR zur Medizinischen Bezirksbibliothek. Damit war sie unter anderem verantwortlich für die Literatur- und Informationsversorgung der Einrichtungen des Gesundheitswesens im damaligen Bezirk Magdeburg. 1985 zog die Bibliothek in das neue Mensagebäude.

Bibliothek der Pädagogischen Hochschule Die Bibliothek wurde 1963 gegründet. Bei der Hochschulgründung bestand die Bibliothek bereits 10 Jahre als Institutsbibliothek.

Im Jahr 1985 wurde das Bibliotheksgebäude umfassend renoviert. In diesem Zusammenhang erfolgte das Umrüsten der Bücherei zu einer Freihandbibliothek.

Zusammenlegung Im Jahre 1993 erfolgte die Zusammenlegung der drei Bibliotheken. Aus der Universitätsbibliothek der Technischen Universität wurde die Hauptbibliothek, die Hochschulbibliothek der Pädagogischen Hochschule wurde Fakultätsbibliothek für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften und die Zentrale Bibliothek der Medizinischen Akademie nannte sich ab sofort Medizinische Zentralbibliothek.

Die Zeit nach der Zusammenlegung der Bibliotheken war vom Baugeschehen und von der Umstellung auf EDV geprägt.

Zuerst wurde zur Unterbringung der Fakultätsbibliothek für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften in den Jahren 1993/94 eine Übergangslösung geschaffen. Eine unerlässlich gewordene räumliche Erweiterung der Medizinischen Zentralbibliothek konnte 1994 schrittweise begonnen werden. Von 1995 bis 1997 erfolgte die Rekonstruktion der Hauptbibliothek. Mit der Eröffnung des Bibliotheksneubaus 2003 schließlich wurde die Hauptbibliothek auch räumlich mit der Fakultätsbibliothek für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften zusammengelegt. Die Medizinische Zentralbibliothek befindet sich weiterhin auf dem Gelände des Universitätsklinikums und arbeitet unabhängig von der Universitätsbibliothek.

Seit 1993 verwenden die Hauptbibliothek und die Medizinische Zentralbibliothek die PICA-Software. Die Fakultätsbibliothek arbeitete zunächst noch mit Allegro, später wurde ebenfalls auf PICA umgestellt.

Bestand mini|Blick auf die Ebene der Humanwissenschaften

2022 befanden sich 847.687 gedruckte Bände und 425.327 E-Books im Besitz der Bibliothek. 341 Print- und 26.754 elektronische Zeitschriften im Abonnement ergänzen das Angebot.Zahlen und Fakten, abgerufen am 21. Juli 2023

Die Bibliothek erwarb 1996 die Privatbibliothek des deutschen Literaturwissenschaftlers Walther Killy (1927–1995). Diese Spezialsammlung umfasst 6.414 Titel aus den Erscheinungsjahren von 1557 bis 1995. Bestandteil der Killy-Bibliothek ist eine Paul-Celan-Sammlung mit vielen Widmungsexemplaren.

Der emeritierte Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik Magdeburg, Wolfram Neumann und seine Frau Ute Neumann haben der Universitätsbibliothek Magdeburg zur Eröffnung des Bibliotheksneubaus 2003 mehr als 500 Buchreihen mit etwa 20.000 Exemplaren gestiftet. Hervorzuheben ist die in der Stiftung Neumann enthaltene, fast vollständige Insel-Bücherei – inklusive des sehr seltenen Bandes 313 (Kayser: Gedichte des deutschen Barock).Sammlungen der UB, abgerufen am 20. Februar 2013 mini|Stiftung Neumann

Benutzung Im Jahr 2022 hatte die Bibliothek etwa 23.600 aktive Nutzer (bei einer Studierendenzahl von über 18.000). Da es sich um eine öffentlich zugängliche Bibliothek handelt, ist die Anmeldung für alle Personen über 16 Jahren möglich.

2010Zahlen und Fakten der UB von 2010. Archiviert vom Original am 3. September 2011; abgerufen am 17. Februar 2018. 2011Zahlen und Fakten der UB von 2011. Archiviert vom Original am 12. Juli 2012; abgerufen am 17. Februar 2018. 2013Zahlen und Fakten der UB von 2013. Archiviert vom Original am 5. März 2015; abgerufen am 17. Februar 2018. 2014Zahlen und Fakten der UB von 2014. Archiviert vom Original am 25. November 2015; abgerufen am 17. Februar 2018. 2015Zahlen und Fakten der UB von 2015. Archiviert vom Original am 24. November 2016; abgerufen am 17. Februar 2018. 2016Zahlen und Fakten der UB von 2016. Archiviert vom Original am 19. August 2017; abgerufen am 7. Oktober 2018. 2017Zahlen und Fakten der UB von 2017. Archiviert vom Original am 7. Oktober 2018; abgerufen am 29. Juni 2019. 2018 2019Zahlen und Fakten der UB von 2019. Archiviert vom Original am 21. September 2020; abgerufen am 23. Juni 2021. 2020Zahlen und Fakten der UB von 2020. Archiviert vom Original am 09. Mai 2021; abgerufen am 21. Juli 2023.2022 Bände (print) 1.208.498 1.220.366 1.216.118 1.213.514 1.219.010 1.210.150 1.201.609 1.182.960 1.164.481 1.155.500847.687E-Books 531.899 660.713 645.973 714.873 750.275 372.298 424.325 483.710425.327lfd. Zeitschriften print 1.142 1.312 1.070 1.001 955 1.135 1.101 1.034 1.007 964341lfd. Zeitschriften elektronisch 25.537 20.506 23.138 23.310 23.568 23.649 23.235 24.550 24.952 25.51226.754Aktive Benutzer 22.178 22.104 22.627 22.819 22.998 22.075 21.776 17.433 16.918 18.30823.598Erwerbungsausgaben 3.159.058 € 3.497.031 € 3.558.651 € 3.557.687 € 3.556.561 € 3.660.372 € 2.920.517 € 3.040.189 € 3.135.974 € 3.185.509 €2.300.000 €Ausleihen und Verlängerungen 891.000 891.000 602.496 518.406 486.106 568.741 561.212 535.785 499.382 139.59032.484Bibliotheksbesuche 887.543 868.446 894.649 907.895 905.482 904.814 908.550 911.633 899.628 194.010123.837 mini|Carrels im 2. Obergeschoss|alternativtext= Das Zentralgebäude der UB Magdeburg bietet 690 Leseplätze, welche im ganzen Gebäude verteilt sind. Einen zentralen Lesesaal gibt es nicht. Die Bibliothek verfügt außerdem über drei Gruppenarbeitsräume sowie 60 Einzelarbeitsräume (Carrels). Letztere können von den Nutzern für einen Tag bzw. für einen Monat gemietet werden. In einem speziellen Sehbehindertenarbeitsraum mit Braillezeile können auch Sehbehinderte an einem Computer arbeiten. mini|Leseplätze im 1. Obergeschoss Jeder Leseplatz ist mit Strom- und Datenanschluss ausgestattet. Zusätzlich wird der gesamte Benutzungsbereich mit WLAN abgedeckt. Auf 150 Arbeitsplätzen sind außerdem Computer eingerichtet. Sie ermöglichen es auch Nutzern ohne eigenen Rechner, Recherchen im Internet durchzuführen sowie Dateien auf einem eigenen Account zu speichern und zu bearbeiten.

Gestützt auf die besonderen architektonischen Voraussetzungen des Zentralgebäudes verfolgt die UB das Konzept des Lernorts als einen wichtigen Arbeitsschwerpunkt. Das Gebäude bietet wie nur wenige Bibliotheksgebäude besondere Lese- und Lernarbeitsplätze, die sich vor allem durch ihre insulare Struktur auszeichnen. Zum Lernraumkonzept der UB gehört auch die konsequente Ausrichtung ihrer Teaching Library-Angebote auf dem gesamten Prozess des studentischen Lernens und Wissensaufbaus, was auch Kursangebote zu Textverarbeitungs-, Präsentations- und Literaturverwaltungssoftware, Daten-Recherche ebenso einschließt wie bibliometrische oder Schreibberatungsangebote, wofür sie u.a. 1 Mal pro Semester die „Langen Nächte des wissenschaftlichen Arbeitens“ organisiert.

Auf allen Ebenen gibt es mindestens einen Kopierraum. Die Kopiergeräte dienen außerdem als Drucker für Dokumente, die von den Rechnern im Bibliotheksnetz abgesendet werden, und als Scanner.

Literaturauskünfte werden an den sechs Informationstheken (mindestens eine pro Ebene) erteilt. Die Ausleihtheke befindet sich im Erdgeschoss neben dem Ausgang. Zusätzlich stehen drei Selbstverbuchungsautomaten zur Verfügung. Über die Fernleihe kann Literatur, die sich nicht im Bestand der Bibliothek befindet, aus anderen Bibliotheken bestellt werden. Die Universitätsbibliothek der Otto-von-Guericke-Universität ist dem Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV) angeschlossen und führt das Sigel Ma 9. mini|Leseplatz im Bereich Mathematik Den Studierenden der Otto-von-Guericke-Universität dient der Studentenausweis gleichzeitig als Nutzerausweis. Für alle Universitätsangehörigen ist die Anmeldung kostenlos. Externe Nutzer müssen bei der Anmeldung eine einmalige Gebühr für den Nutzerausweis entrichten. Dieser Ausweis enthält einen RFID-Chip. Dadurch fungiert er zusätzlich als elektronischer Schlüssel für die Schließfächer der Garderobe und – sofern Geld aufgeladen wurde – als Bezahlmöglichkeit für die Kopierer. mini|Theke des Patentinformationszentrums In das Gebäude integriert sind ein Patentinformationszentrum und eine DIN-Auslegestelle. Die Nutzer haben hier unter anderem die Möglichkeit, Recherchen zu Patenten, Marken und Geschmacksmustern in Auftrag zu geben oder mit Unterstützung der Mitarbeiter selbst durchzuführen. Einmal wöchentlich kann außerdem eine kostenlose Erfindererstberatung durch Patentanwälte aus der Region in Anspruch genommen werden. Die DIN-Auslegestelle bietet Einsichtnahme in einen Großteil der existierenden DIN-Normen (online und in Papierform) an. Zusätzlich steht unter anderem eine vollständige TGL-Sammlung zur Verfügung.Patente und Normen, abgerufen am 20. Februar 2013

Die Bibliothek ist regulär montags bis samstags geöffnet und kommt auf mehr als 300 Öffnungstage im Jahr und 85 Öffnungsstunden wöchentlich. In den Abendstunden (wochentags ab 19:00 Uhr bis zur Schließung um 23:00 Uhr) übernehmen studentische Hilfskräfte die Nutzerbetreuung. Während der Prüfungszeiten gibt es auch Sonntagsöffnungen und verlängerte Öffnungszeiten am Wochenende.

Das Auffinden der einzelnen Fachbereiche in der Bibliothek wird durch ein Farbkonzept und Wegweiser in Form von Piktogrammen erleichtert. Über den Informationstheken hängen beispielsweise Stoffsegel in der Farbe des jeweils zugehörigen Bereichs.

Organisation der Bibliothek