Herbert Lippschütz, in den USA Herbert O. Phillips, gebürtig Herbert Oswald Lippschitz (* 28. Februar 1904 in Berlin, DeutschlandLandesarchiv Berlin, Geburtsregister Standesamt Berlin-Schöneberg I, Nr. 534/1904; † 13. September 1972 in München, Deutschland), war ein deutscher Filmarchitekt mit sporadischen Abstechern zur Filmproduktion und Drehbuchtätigkeit.
Leben Nach seiner Berufsausbildung stieß Lippschütz mit 24 Jahren zum damals noch stummen Film. Seine erste szenenbildnerische Arbeit lieferte er Ende 1928 für eine Richard-Eichberg-Produktion. Bis 1933 war Lippschütz ein gefragter Filmarchitekt für künstlerisch minder wichtige Unterhaltungsfilme. Es handelte sich dabei zumeist um Produktionen, zu denen sein Bruder Arnold Lippschütz regelmäßig das Drehbuch verfasste.
1933 floh der Jude Lippschütz auf die Iberische Halbinsel. In Portugal war er noch 1933 an Max Nossecks Inszenierung Gado Bravo und im Jahr darauf an dessen spanischen Film Una semana de felicidad beteiligt. 1935 stattete Herbert Lippschütz Nossecks spanische Bühnenstückadaption Aventura oriental aus. Kurz vor Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs ging Lippschütz 1936 zunächst nach Wien, dann nach Frankreich. Dort produzierte er im Jahr darauf die Filme Boulot l’aviateur und L’affaire Lafarge.
Im Juni 1939 ließ sich Lippschütz in den USA nieder und nannte sich fortan Herbert O. Phillips. In Hollywood erhielt er eine Anstellung in der Ausstatter-Abteilung der Universal Studios. 1944 beteiligte er sich am Drehbuch zu Alfred Zeislers Propagandafilm Enemy of Women. Im Jahr darauf wurde Phillips / Lippschütz US-amerikanischer Staatsbürger. 1950 wurde er vom Fernsehsender ABC eingestellt und betreute als Szenenbildner die Serie Space Patrol. 1956 schrieb er die Storyvorlage zu dem B-Krimi Mörderische Falle.
1962 kehrte er nach Deutschland zurück und ließ sich in München nieder, wo Lippschütz zehn Jahre darauf an einer Lungenembolie im Schwabinger Krankenhaus verstarb. Herbert Lippschütz wurde auf dem jüdischen Friedhof Münchens beigesetzt.
Filmografie als Filmarchitekt, wenn nicht anders angegeben:
1929: Ein kleiner Vorschuß auf die Seligkeit 1929: Wer wird denn weinen, wenn man auseinandergeht 1930: Die Warschauer Zitadelle 1930: Der Schuß im Tonfilmatelier 1930: Ein Walzer im Schlafcoupé 1930: Der Tanz ins Glück 1930: Tingel-Tangel 1930: Der Liebesarzt 1931: Tänzerinnen für Süd-Amerika gesucht 1931: Trara um Liebe 1931: Ein ausgekochter Junge 1931: Das Geheimnis der roten Katze 1931: Sein Scheidungsgrund 1931: Der Hochtourist 1931: Nachtkolonne 1932: Der Frechdachs 1932: Schuß im Morgengrauen 1932: Strich durch die Rechnung 1933: Die Nacht im Forsthaus. Der Fall Roberts 1933: Hugos Nachtarbeit 1933: Gado Bravo 1934: Una semana de felicidad 1935: Aventura oriental 1937: Boulot l'aviateur (nur Produktion) 1937: L'affaire Lafarge (nur Produktion) 1944: Enemy of Women (nur Drehbuchbeteiligung) 1951: Space Patrol (Fernsehserie) 1957: Mörderische Falle (Hit and Run) (nur Storyvorlage)
Einzelnachweise
Weblinks
Literatur Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 591.
Kategorie:Szenenbildner Kategorie:Filmproduzent Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Deutscher Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Deutscher Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:Geboren 1904 Kategorie:Gestorben 1972 Kategorie:Mann