300px|mini|Ehemaliges Amtsgerichtsgebäude in Reinheim

Das Amtsgericht Reinheim war ein 1879 bis 1968 bestehendes hessisches Amtsgericht mit Sitz in der Stadt Reinheim.

Geschichte Mit dem Gerichtsverfassungsgesetz von 1877 wurden Organisation und Bezeichnungen der Gerichte reichsweit vereinheitlicht. Zum 1. Oktober 1879 hob das Großherzogtum Hessen deshalb die Landgerichte auf, die bis dahin in den rechtsrheinischen Provinzen des Großherzogtums die Gerichte erster Instanz gewesen waren. Funktional ersetzt wurden sie durch Amtsgerichte.§§ 1, 3 Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 15 vom 30. Mai 1879, S. 197 f. So ersetzte das Amtsgericht Reinheim das Landgericht Reinheim. „Landgerichte“ nannten sich nun die den Amtsgerichten direkt übergeordneten Obergerichte. Das Amtsgericht Reinheim wurde dem Bezirk des Landgerichts Darmstadt zugeordnet.§§ 2, 3 Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 15 vom 30. Mai 1879, S. 197 f.

Bezirk Der Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Reinheim umfasste:

Gemeinde Herkunft Zugang Abgang Nach Allertshofen Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Darmstadt Asbach Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Darmstadt Billings Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Dieburg Brandau Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Darmstadt Brensbach Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Dieburg Ernsthofen Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Darmstadt Fränkisch-Crumbach Landgericht Reinheim 1879 1904 Amtsgericht Reichelsheim im Odenwald Georgenhausen Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Dieburg Großbieberau Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Dieburg Gundernhausen Landgericht Reinheim 1879 1905 Amtsgericht Dieburg Habitzheim Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Dieburg Herchenrode Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Darmstadt Hoxhohl Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Darmstadt Kleinbieberau Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Darmstadt Lichtenberg Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Dieburg Lützelbach Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Darmstadt Meßbach Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Dieburg Neunkirchen Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Darmstadt Nieder-Modau Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Darmstadt Niedernhausen Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Dieburg Nieder-Kainsbach Landgericht Michelstadt 1879 1904 Amtsgericht Reichelsheim im Odenwald Nieder-Klingen Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Dieburg Nonrod Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Dieburg Ober-Klingen Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Dieburg Obermodau Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Darmstadt Obernhausen Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Dieburg Reinheim Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Dieburg Rodau Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Dieburg Rohrbach Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Darmstadt Spachbrücken Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Dieburg Steinau Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Dieburg Ueberau Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Dieburg Webern Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Dieburg Wembach Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Darmstadt Wersau Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Dieburg Zeilhard Landgericht Reinheim 1879 1968 Amtsgericht Dieburg

Weitere Entwicklung Am 1. April 1904 wurde das Amtsgericht Reichelsheim im Odenwald eingerichtet. Aus dem Bezirk des Amtsgerichts Reinheim wurden dorthin Fränkisch-Crumbach und Nieder-Kainsbach abgegeben. Am 1. Juli 1905 wurde das Amtsgericht Dieburg errichtet und Gundernhausen dorthin abgegeben.

Ende Zum 1. Juli 1968 wurde das Amtsgericht Reinheim aufgehoben und dessen örtliche Zuständigkeit auf die Amtsgerichte Darmstadt und Dieburg aufgeteilt.

Gebäude Das Gebäude in der Darmstädter Straße 2 an der Ecke zur Hahner Straße in Reinheim wurde als ehemaliges Amtsgebäude des Landgerichts Reinheim vom Amtsgericht übernommen. Es dominiert die Ecklage am Beginn der Darmstädter Straße. Errichtet wurde das Gebäude in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Es besteht aus zwei Baukörpern, die im rechten Winkel aneinandergefügt sind. Das zur Darmstädter Straße traufständig ausgerichtete Hauptgebäude ist ein zweigeschossiger Massivbau über verkleidetem Sockel. Die Fassade ist spätklassizistisch und durch sieben regelmäßig angeordnete Fensterachsen geprägt. Horizontal gestaltet wird sie durch zwei umlaufende Gesimsbänder aus rotem Sandstein. Die Giebelfassade ist durch fünf Fensterachsen, die sich bis in das Sockelgeschoss hinein fortsetzen, symmetrisch gestaltet. Das schlichte Giebelfeld zeigt ein Drillingsfenster mit rundbogigen Abschlüssen und konsolgestützter Sohlbank. Der Anbau zur Hahner Straße hin ist durch einen vertikalen Versprung vom Hauptgebäude abgesetzt. Im Erdgeschoss finden sich eng gereihte Zwillingsfenster mit Sandsteineinfassungen. Das Obergeschoss wird in seinem westlichen Teil durch drei rundbogige Fenster geprägt. Das Gebäude ist aufgrund seiner ausgewogenen Gestaltung aus künstlerischen Gründen sowie aufgrund seiner für das Straßenbild wichtigen Lage aus städtebaulichen Gründen ein Kulturdenkmal und steht aufgrund des Hessischen Denkmalschutzgesetzes unter Denkmalschutz.Eintrag im Denkmalverzeichnis des Landes Hessen unter Nr. 404756; identischer Text in der Deutschen Digitalen Bibliothek.

Einzelnachweise

Reinheim Kategorie:Reinheim Kategorie:Gerichtsgründung 1879 Kategorie:Aufgelöst 1968