mini|Strickscheid 2019 mini|Firmengelände der Aaronia AG
Strickscheid ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Arzfeld an.
Geographie Strickscheid liegt zwei Kilometer westlich von Lünebach und zehn Kilometer südwestlich der Stadt Prüm auf den Islek-Höhen. Die Ortschaft umfasst Höhenlagen zwischen 450 und , sie erstreckt sich weitgehend entlang der in West-Ost-Richtung verlaufenden Dorfstraße. Naturräumlich lässt sich das zu rund 70 % landwirtschaftlich genutzte Gemeindegebiet der gewellten und weitgehend waldfreien Arzfelder Hochfläche in der Westeifel zurechnen. Die Ortschaft wird von der Kreisstraße 117 passiert, die unter anderem nach Lünebach führt.
Strickscheid grenzt im Osten an die Ortsgemeinde Lünebach und im Westen an die Ortsgemeinde Euscheid.
Geschichte Auf eine Entstehung des Ortes bei den spätmittelalterlichen Rodungen deutet die Endung „-scheid“ des Strickscheider Ortsnamens hin. Erstmals urkundlich erwähnt wurde er als „Stritschit“ im Jahr 1489. Während der Feudalzeit gehörte der Ort zum Kondominium Pronsfeld, das unter der gemeinsamen Landeshoheit des Kurfürstentums Trier und des Herzogtums Luxemburg stand.Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn, Hermann Behrend, 1898, S. 586.
Die Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen beendete die alte Ordnung. Während der französischen Verwaltung (1795–1814) wurde Strickscheid von der Mairie Lünebach verwaltet, die zum Kanton Arzfeld des Arrondissements Bitburg (Bitbourg) im Departement der Wälder gehörte.
Nach der Niederlage Napoleons kam der Ort aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen zum Königreich Preußen. Aus der Mairie wurde die Bürgermeisterei (ab 1927 das Amt) Lünebach, welches nachfolgend in das Amt Waxweiler aufging.
Im Jahr 1900 lebten in Strickscheid 68 Einwohner. Als Folge des Ersten Weltkriegs war die gesamte Region dem französischen Abschnitt der Alliierten Rheinlandbesetzung zugeordnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.
Bis in die 1960er Jahre lag Strickscheid an der Bahnstrecke Pronsfeld–Arzfeld–Neuerburg. Hiervon geblieben ist ein 1907 errichtetes, markantes Viadukt östlich des Ortes, über das heute ein Rad- und Wanderweg das Tal überquert.
Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Strickscheid, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 31 1835 44 1871 39 1905 111 1939 64 1950 67 1961 77 Jahr Einwohner 1970 73 1987 44 1997 44 2005 32 2011 31 2017 27202235
Politik
Bürgermeister Albert Thiex ist seit 2004 Ortsbürgermeister von Strickscheid.
Wappen
Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen Strickscheid ist traditionell landwirtschaftlich geprägt, zwei Höfe dominieren den Ort. Zu den wenigen Arbeitgebern der Gemeinde gehört die Aaronia AG, welche im Gewerbegebiet Aaronia AG als einziges Unternehmen angesiedelt ist und Spectrum Analyzer sowie EMV-Antennen herstellt.
Öffentliche Einrichtungen Der Ort verfügt über keine Kapelle und kein Gemeindehaus.
Verkehr Strickscheid wird von der Kreisstraße 117 an das öffentliche Straßennetz angebunden.
Siehe auch mini|Eisenbahnviadukt von 1907 Liste der Kulturdenkmäler in Strickscheid
Weblinks
Internetpräsenz der Ortsgemeinde Strickscheid Ortsgemeinde Strickscheid auf den Seiten der Verbandsgemeinde Arzfeld
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Eifelkreis Bitburg-Prüm Kategorie:Ersterwähnung 1489