Steinsberg ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Steinsberg gehört der Verbandsgemeinde Diez an.
Geographie Steinsberg liegt an den Ausläufern des Taunus im westlichen Hintertaunus und grenzt an das Rupbachtal und das Naturschutzgebiet Gabelstein. Zu Steinsberg gehört der Ortsteil Rupbach.
Geschichte Steinsberg wurde erstmals am 13. November 1328 urkundlich erwähnt. König Ludwig der Bayer belehnte Johann und Reinhard von Westerburg mit dem Freiheimgericht Habenscheid mit den Dörfern Habenscheid, Cramberg, Steinsberg, Biebrich, Wasenbach. Steinsberg gehörte zur Herrschaft Schaumburg und war ab 1806 Teil des Herzogtums Nassau, das 1866 von Preußen annektiert wurde. Seit 1946 ist der Ort Teil des Landes Rheinland-Pfalz.
Bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Haupterwerbsquelle der Steinsberger Bewohner die Landwirtschaft. Immer wieder kam es zu heftigen Unwettern (so z. B. am 25. Mai 1831 oder am 2. Juni 1903), welche dazu führten, dass die angebauten Getreidesorten auf den Feldern vernichtet wurden. Dies führte immer wieder zur Vergrößerung der Armut. Um die Armut zu bekämpfen, bestanden sogenannte Armenfonds, an die die betroffenen Bauern sich über Bittgesuche wenden konnten.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es nach und nach immer mehr zur Abkehr von der Landwirtschaft, da immer mehr Arbeitsplätze in den Steinbrüchen und Schieferbrüchen im Rupbachtal entstanden waren. Zu einer vollständigen Abkehr von der Landwirtschaft kam es allerdings nie: Die Landwirtschaft blieb zunächst die Haupterwerbsquelle der Steinsberger. Auch heute noch gibt es einige Bauernhöfe in Steinsberg sowie Anbau von Getreide auf den Feldern. Die meisten Bürger jedoch arbeiten heute außerhalb des Dorfes im Raum Diez/Limburg an der Lahn bzw. pendeln ins Rhein-Main-Gebiet.
Die Einwohnerschaft entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert wie folgt: 1843: 221 Einwohner, 1927: 220 Einwohner, 1964: 219 Einwohner.
Religion Die römisch-katholischen Christen in Steinsberg sind dem Kirchort St. Bartholomäus in Balduinstein zugeordnet. Zuvor eine eigenständige Kirchengemeinde, ging diese zum 1. Januar 2019 mit fünf weiteren Gemeinden in der Pfarrei „St. Christophorus Diezer Land“ auf. Zu diesem Zeitpunkt war die Pfarrei Teil des Bezirks Limburg des katholischen Bistums Limburg. Mit Wirkung zum 1. Mai 2024 wurden die elf Limburger Bezirke zu fünf Regionen zusammengefasst, Steinsberg ist nun der „Region an der Lahn“ zugeordnet.
Auf evangelischer Seite ist der Ort der Kirchengemeinde Habenscheid im Dekanat Nassauer Land in der Propstei Rheinhessen und Nassauer Land der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zugehörig.
Politik mini|Rathaus Steinsberg Gemeinderat Der Gemeinderat in Steinsberg besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Timo Reinhardt wurde 2001 Ortsbürgermeister von Steinsberg. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 84,47 % und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 86,0 % jeweils für fünf Jahre wiedergewählt.
Liste der Bürgermeister von Steinsberg (teilweise unvollständig)
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Die Hohe Ley mit Blick auf die Lahn mini|Das Buswartehaus mit Spielplatz
Am 2. Wochenende im Juli findet in der Gemeinde das traditionelle „Küppelfest“ statt.
Wirtschaft und Infrastruktur Steinsberg ist eine ländliche Wohngemeinde. Hier existiert eine Schlosserei, eine Hundeschule, ein Hundesportverein, eine Kräuterschule sowie ein Pferde- und Hufbehandlungszentrum. Steinsberg ist über die Buslinie 585, welche als sog. Anruf-Linien-Fahrt eingerichtet wurde und zwischen Katzenelnbogen und Balduinstein verkehrt, an den ÖPNV angebunden.
Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Steinsberg
Literatur Steinsberg 1305–1997 – Beiträge zur Geschichte des Dorfes. hrsg. von der Ortsgemeinde Steinsberg. Steinsberg 1998.
Weblinks
Ortsgemeinde Steinsberg auf den Seiten der Verbandsgemeinde Diez
Einzelnachweise
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