mini|Ortsbild von Steinbach am Donnersberg mini|Schrägluftbild von Steinbach Steinbach am Donnersberg (pfälzisch: Schdoabach) ist eine Ortsgemeinde im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört zur Verbandsgemeinde Winnweiler.
Geographie Der Ort liegt im Nordpfälzer Bergland zwischen dem Donnersberg im Nordwesten und dem Pfälzerwald im Süden. Mitten durch die Gemeinde fließt der Wildensteiner Bach, der zudem von rechts den Laubbach aufnimmt.
Zu Steinbach am Donnersberg gehören die Wohnplätze Haus Kaiserbusch, Haus Voigtland, Obere Mühle, Rotenbusch und Untere Mühle.
Geschichte Ortsgeschichte Die älteste erhaltene Erwähnung Steinbachs stammt aus dem Lehnbuch Werners II. von Bolanden, in dem ihm von den Grafen von Leiningen mehrere Orte, darunter Steinbach, als Lehnsgut übertragen wurden.Michael März (Hrsg.): Steinbach am Donnersberg: Geschichtliches über Land und Leute. Selbstverlag, Steinbach 1990. Die genaue Datierung des Lehnbuchs ist umstritten, wird aber auf die letzten Jahrzehnte des 12. Jahrhunderts geschätzt. Zu einem unbekannten Zeitpunkt schenkten die Herren von Bolanden Steinbach dem Kloster Münsterdreisen. Aber auch das Kloster Otterberg war im Ort begütert.Jürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hrsg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015. ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (540). Das Kloster Münsterdreisen musste das Dorf 1327 zur Tilgung von Schulden an die Ritter von Sankt Alban verkaufen, die seinerzeit auf Burg Wildenstein saßen. Das Kloster behielt sich jedoch beim Verkauf zahlreiche Rechte vor, darunter die Ausübung der Gerichtsbarkeit in Steinbach. Die Rechte an Steinbach fielen mit dem Untergang des Klosters Münsterdreisen 1528 an das Kloster Lorsch, dessen Besitztümer 1551 in der Kurpfalz aufgingen und ab 1559 von den Herren von Geispitzheim verwaltet wurden.
Die Ritter von Sankt Alban schenkten Steinbach den Grafen von Leiningen und nahmen das Dorf wiederum als Lehen. Das Lehen wurde sowohl als Mannlehen als auch das Weiberlehen ausgestellt, d. h. es sollte auch dann fortbestehen, wenn die Lehnsnehmer in der männlichen Linie aussterben. Die Linie Sankt Alban wurde nach ihrem Aussterben von den Herren von Oberstein beerbt. Bereits 1402 beanspruchte Emich VI. von Leiningen-Dagsburg Steinbach für sich, konnte den Besitz aber nicht durch Urkunden beweisen. Als die Obersteiner Linie im männlichen Geschlecht 1663 ausstarb, eroberten die Leininger Steinbach gewaltsam und teilten das Dorf auf die beiden Linien Leiningen-Dagsburg-Hardenburg und Leiningen-Heidesheim auf. Leiningen-Dagsburg-Hardenburg verkaufte sogleich die Hälfte seines Besitzes (also 1/4 des Besitzes an Steinbach) an Freiherr Johann Christoph von Schellhart. Als das Haus Schellhart 1729 in männlicher Linie ausstarb, fiel dessen Anteil an Steinbach durch Verkauf an die Herren Sturmfeder von Oppenweiler.
1772 verkaufte Freiherr Franz Georg Ernst von Sturmfeder seinen Anteil an Steinbach an das Haus Nassau-Weilburg. Dieses hatte bereits zuvor, nämlich im Jahr 1764 die verbliebenen Rechte an Steinbach von den Herren von Geispitzheim übernommen. Der Versuch von Leiningen-Dagsburg-Hardenburg, auch seinen Besitz an Steinbach an das Haus Nassau-Weilburg zu verkaufen (Nassau-Weilburg hätte dann 1/2 von Steinbach besessen), scheiterte 1791. Somit waren die Besitzverhältnisse an Steinbach bis zur Französischen Revolution wie folgt:
2/4 Leiningen-Heidesheim 1/4 Leiningen-Dagsburg-Hardenburg 1/4 Nassau-Weilburg.
Daneben besaßen aber noch die Herren von Falkenstein und die Kurfürsten der Kurpfalz Leibeigentum in Steinbach, sodass letztlich ein heilloses Chaos entstand, indem sowohl die Herrscher als auch ihre Vertreter vor Ort eigenmächtig Recht im Ort sprachen; es bestanden bis zu 9 verschiedene Jurisdiktionen in Steinbach.
Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war die Gemeinde in das französische Département Donnersberg und in den Kanton Winnweiler eingegliedert. Infolge des Wiener Kongresses gehörte der Ort 1815 zunächst zu Osterreich. Ein Jahr später wurde er Bayern zugeschlagen. Von 1818 bis 1862 war Steinbach Bestandteil des Landkommissariats Kaiserslautern, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde. Am 1. Dezember 1900 wechselte die Gemeinde in das neu geschaffene Bezirksamt Rockenhausen. Ab 1939 war die Gemeinde Bestandteil des Landkreises Rockenhausen.
Der Zweite Weltkrieg verlief in Steinbach zunächst ruhig. 1940 erhielt der Ort 15 polnische Kriegsgefangene, 1942 kamen weitere 14 Ostarbeiter aus der Ukraine, um Arbeiten in der Landwirtschaft zu übernehmen. Bis auf einen Ukrainer, der sich dauerhaft in Steinbach niederließ, kehrten sämtliche Kriegsgefangene nach dem Krieg in ihre Heimat zurück. Als das Kriegsende näher rückte, befanden sich noch zahlreiche deutsche Soldaten in Steinbach. Die Dorfbevölkerung, schwere Kämpfe befürchtend, packte das Nötigste und zog ins Wildensteiner Tal in der Erwartung, die US-Amerikaner würden über die Kaiserstraße auf Steinbach vorrücken. Tatsächlich kamen die US-Amerikaner am 20. März 1945 durch das Spendeltal nach Steinbach. Ein Angriff der Deutschen auf die US-amerikanischen Truppen wurde prompt mit Gegenfeuer beantwortet, wobei einige Gebäude in Steinbach, darunter die Kirche sowie mehrere Bauernhäuser, Schäden davontrugen. Letztlich kam Steinbach aber glimpflich davon und die US-Amerikaner konnten Steinbach noch am selben Tag einnehmen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort innerhalb der Französischen Besatzungszone Teil des 1946 neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. 1961 hatte die Gemeinde insgesamt 892 Einwohner. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte Steinbach am 7. Juni 1969 zusammen mit den meisten anderen Orten des Kreises in den neu geschaffenen Donnersbergkreis. Drei Jahre später wurde der Ort Teil der Verbandsgemeinde Winnweiler.
1969 plante ein Investor aus Düsseldorf den Bau eines großen Freizeitparks im Hahnweiler Tal westlich von Steinbach, u. a. mit 120 Ferienhäusern, 150 Campingplätzen, einem Hotel mit 140 Betten, Hallenbad und Freibad. Nachdem der Investor die Unterstützung der örtlichen Politiker für dieses Vorhaben erhalten hatte, begann er mit dem Grundstückserwerb, doch noch bevor er das erste Haus bauen konnte, scheiterte sein Projekt daran, dass sich die Gemeinde Steinbach weigerte, den Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung herzustellen, da die Wasserversorgung des Ortes selbst als gefährdet galt. Der Investor klagte nunmehr auf Herstellung des Wasseranschlusses gegen die Verbandsgemeinde Winnweiler als Rechtsnachfolger der Gemeinde Steinbach sowie auf Schadensersatz für entgangenen Gewinn. Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz gab dem Investor 1976 recht, sodass der Donnersbergkreis einen Bebauungsplan für das Gebiet aufstellen musste. Letztlich musste der Investor das Projekt aus finanziellen Gründen aufgeben und verkaufte das Grundstück 1980 an den Donnersbergkreis, der das Grundstück im Sinne des Naturschutzes renaturierte. Einziges erhaltenes Relikt dieses ehrgeizigen Projekts ist der Weiher, der heute vom Angelsportverein Steinbach genutzt wird.
Herkunft des Namens Der Name des Ortes Steinbach, von der einheimischen Bevölkerung auch „Schdoabach“ genannt, kann wie bei über 100 gleichen Ortsnamen im deutschsprachigen Raum von einem Gewässer dieses Namens hergeleitet werden. Der namengebende Bach von Steinbach am Donnersberg kommt aus einem felsigen Tal des Donnersberges. Laut einer Literaturangabe von 1887 wird der Bach aus dem Wildensteinertal „die Steinbach“ genannt. Die in früher Zeit enge Verbindung zwischen Steinbach und Standenbühl zeigt auch im Namen eine Verwandtschaft. So hieß es 1787 „Standenböhl“, 1662 „steindte bohell“, 1447 „Steintenbohel“, 1355 „Steinachtenbuel“ und 1293 „Steinechtenbohl“. Dies deutet nach Ansicht von Heimatforschern darauf hin, dass das Dorf anfänglich landschaftlich betrachtet „Bohele“ hieß, was so viel wie Bühel oder Hügel bedeutet, und später den Beinamen des Baches Stan- oder Steinbach Stan- oder Steintebohl trug. Seit 1907 ist die offizielle Schreibweise „Steinbach am Donnersberg“ gebräuchlich. Eine Urkunde darüber trägt das Datum vom 15. August 1957. Aus einem Schreiben des Staatsarchivrates von Jan vom 15. August 1957 an die Bezirksregierung der Pfalz in Neustadt geht hervor, dass der Steinbach als Flüsschen aus einem Tal des Donnersberges kommt.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Steinbach am Donnersberg besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Dirk Schneider wurde am 10. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Steinbach am Donnersberg. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 90,9 % für fünf Jahre gewählt worden.
Seine Vorgängerin Susanne Röß hatte sich bei der Wahl 2024 nicht erneut als Ortsbürgermeisterin beworben. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 war sie mit 74,35 % gewählt worden und folgte damals Reiner Bauer, der nach 10 Jahren Amtszeit nicht mehr für diese Aufgabe kandidiert hatte.
Wappen
Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl von Steinbach am Donnersberg. Die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen.
Jahr Einwohner 1815 509 1835 720 1871 677 1905 584 1939 627 Jahr Einwohner 1950 690 1961 692 1970 688 1987 614 1992 739 Jahr Einwohner 1997 772 2002 790 2008 792 2017 720
Kultur und Sehenswürdigkeiten Kulturdenkmäler Der jüdische Friedhof ist als Denkmalzone ausgewiesen. Hinzu kommen fünf Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die protestantische Kirche.
Natur Mehrere Bäume in Steinbach sind als zwei Naturdenkmale ausgewiesen: die Bachesche in der Hahnweiler Straße und die Gruppe von sechs Winterlinden auf dem Kirchenplatz an der Ecke von Donnersberger und Kirchstraße.
Keltendorf mini|Keltendorf am Donnersberg Südwestlich des Siedlungsgebiets befindet sich das Keltendorf am Donnersberg. Die in überlieferter Bauweise errichtete Hofsiedlung zeigt Handwerkstechniken, die die Kelten zum Hausbau einsetzten. Zudem gibt es einen etwa 12 Meter hohen Aussichtsturm, den sogenannten „Keltenturm“, der teilweise von Wanderarbeitern ohne elektrische Geräte erbaut wurde.
NABU-Keltengarten Der 6,4 Hektar große Keltengarten in Steinbach zeigt Leben, Arbeitswelt, Kultur und Naturraum zur Zeit der Kelten. Für Kinder gibt es einen Triskel-Spielplatz. Schautafeln informieren über Vorkommen und Bedeutung der Tier- und Pflanzenwelt der Donnersberg-Region, aber auch über Landwirtschaft und Kultur der Kelten.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Steinbach am Donnersberg liegt nicht an überregionalen Verkehrswegen. Durch den Ort verläuft die L 394, die südlich des Ortes an die ehemalige Kaiserstraße, die heutige L 401, anschließt.