mini|Eugen Hakman 1849

Eugen Hakmann; auch: Hackmann, ukrainisch: Євген Гакман (Jevhen Hakman), rumänisch: Eugenie Hacman; (* 16. März 1793 in Waslowiwzi (Vaslăuți), Bukowina; † 12. April 1873 in Wien) war ein hoher orthodoxer geistlicher Würdenträger und Politiker im Kaisertum Österreich bzw. Österreich-Ungarn. Er war ab 1835 orthodoxer Bischof der Bukowina, von Januar 1873 bis zu seinem Tod Erzbischof von Czernowitz sowie Metropolit der Bukowina und Dalmatiens, von 1861 bis 1862 erster Landeshauptmann des Herzogtums Bukowina sowie ab 1862 Mitglied des Herrenhauses des österreichischen Reichsrats.

Er wurde am 11. Mai 2026 von der Orthodoxen Kirche der Ukraine heiliggesprochen.Heiligsprechung

Abstammung Die Familie kam ursprünglich aus der Gegend von Hotin. Den Namen erbte sie von einem Urahn, der Hatman gewesen war. Es kam zu einer Lautverschiebung bei der Namensführung. Der Vatersname wurde, wohl erst in der Bukowina, als „Hakmann“ bzw. „Hacman“ geführt. Der spätere Erzbischof entstammte einer zwischenzeitlich verarmten Bauernfamilie aus einem Dorf in der Nähe von Sastawna im Bezirk Czernowitz.

Biographie mini|hochkant|Metropolit Eugen Hakman mini|hochkant|Ehemalige erzbischöfliche Residenz, Uhrenturm

Dem auf den Namen Iftimie Getauften ermöglichte ein Onkel den Besuch einer höheren kirchlichen Lehranstalt in der Landeshauptstadt. Der damalige Bischof Daniel Wlachowicz (Vlahović, Vlahovici) bezahlte ihm dann von 1819 bis 1823 den Aufenthalt im k. k. Konvikt und das Studium der Theologie an der römisch-katholischen (!) theologischen Fakultät der Universität Wien. 1823 legte Iftimie die monastischen Gelübde, wobei er den Namen Eugenie annahm, ab und wurde zum Priester geweiht. Er wirkte an der griechisch-orthodoxen Trivialschule in Czernowitz als Archimandrit und Priestermönch im Kloster Dragomirna.

1827 stieg er zum Professor für Bibelstudien an der dortigen neu errichteten theologischen Lehranstalt auf, wo er sich vehement und schließlich erfolgreich für die Einführung der rumänischen Unterrichtssprache einsetzte.

Am 8. Mai 1835 wurde er zum Bischof von Czernowitz und der Bukowina geweiht. Während seiner Amtszeit setzte er sich für die Entwicklung des Volksschulwesens und der Konfessionsschulen ein und ließ auch zahlreiche gründen, wobei Rumänisch als Unterrichtssprache galt. Desgleichen konstituierte er 1860 das Gymnasium von Suceava (Suczawa). In der Kirchenverwaltung favorisierte er jedoch Deutsch als Amtssprache. Er unterstützte auch den Bau neuer Kirchen, gleichfalls wurden die griechisch-orthodoxe Kathedrale (1844–1864) und der Bischofs- bzw. spätere Metropolitenpalast in Czernowitz (1864–1882; entworfen von Josef Hlávka) in der Zeit seines Wirkens erbaut.Emil Satco: „Enciclopedia Bucovinei“, Verlag Princeps Edit, Iași 2004, S. 468

Hakman entwickelte sich zu einem der aktivsten Vorkämpfer der Befreiung des Buchenlandes von der galizischen Abhängigkeit. Bereits 1848 hatte er die Petition zur Loslösung der Bukowina von Galizien mitunterzeichnet. Der Bukowinaer Landtag wählte ihn nach Inkrafttreten der Februarverfassung vom 26. Februar 1861 zum ersten Landeshauptmann des Herzogtums, ein Amt, das er bis zu seinem Rücktritt Anfang Dezember 1862 ausübte.Klagenfurter Zeitung Nr. 294, vom Dienstag, 23. Dezember 1862, S. 1175 Im gleichen Jahr wurde er Mitglied des Herrenhauses auf Lebenszeit.Wiener Zeitung vom 16. April 1873Mihai-Ştefan Ceauşu: Die historische Entwicklung der rumänischen politischen Parteien in der Bukowina und ihre bedeutendsten Vertreter im Reichsrat und Landtag (1861–1914) Institut für Geschichte „A. D. Xenopol“ der Rumänischen Akademie, Bukarest 2011, S. 99 f

Wenige Monate vor seinem Tod am 23. Januar 1873 wurde er durch das Dekret Kaiser Franz Josephs I. in den Rang eines Erzbischofs und Metropoliten für die neu geschaffene Metropolie Bukowina und Dalmatien erhoben.Kurt Scharr: „Die Landschaft Bukowina: Das Werden einer Region an der Peripherie 1774–1918“, Böhlau Verlag, Wien 2010, S. 175

Bei seinem Begräbnis in Czernowitz waren unter den vielen Trauernden der k.u.k. Innenminister Josef Anton Lasser Freiherr von Zollheim, der Minister für Unterricht und Kultus Karl Ritter von Stremayr und Handelsminister Anton Freiherr von Banhans zugegen. Sein Leichnam wurde nach Czernowitz überführt und in der Kathedrale beigesetzt.Neue Freie Presse vom 16. April 1873, S. 5

mini|Bronzedenkmal von 2008 Hakmann war Träger des Komturkreuzes des Franz-Joseph-Ordens. Nach ihm wurde die Bischof-Hakman-Gasse in Czernowitz benannt. Er war Ehrenbürger der Städte Czernowitz und Sereth (Siret).

Zum Anlass seines 135. Todestages ließ die Ukrainisch Orthodoxe Kirche (Moskauer Patriarchat) 2008 vor der Bukowiner Hauptkirche ein massives, überlebensgroßes Bronzedenkmal vor der Hauptkirche errichten und die Ukrainisch Orthodoxe Kirche (Kiewer Patriarchat) in Sichtweite eine Bronzetafel.Andreas Kappeler: „Die Ukraine – Prozesse der Nationsbildung“, Böhlau Verlag, Köln 2011, S. 264 f

Literatur Mihai-Ştefan Ceauşu: Die historische Entwicklung der rumänischen politischen Parteien in der Bukowina und ihre bedeutendsten Vertreter im Reichsrat und Landtag (1861–1914). Institut für Geschichte „A. D. Xenopol“ der Rumänischen Akademie, Bukarest 2011. Andreas Kappeler: Die Ukraine – Prozesse der Nationsbildung. Böhlau Verlag, Köln 2011. Emil Satco: Enciclopedia Bucovinei. Verlag Princeps Edit, Iași 2004. I. G. Sbiera: Enciclopedia Română. Band 1, 1899.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Orthodoxer Theologe (19. Jahrhundert) Kategorie:Politiker (19. Jahrhundert) Kategorie:Orthodoxer Bischof (19. Jahrhundert) Kategorie:Erzbischof Kategorie:Politiker (Kaisertum Österreich) Kategorie:Mitglied des Herrenhauses (Österreich) Kategorie:Landeshauptmann (Österreich-Ungarn) Kategorie:Landeshauptmann (Bukowina) Kategorie:Träger des Franz-Joseph-Ordens (Komtur) Kategorie:Ehrenbürger von Czernowitz Kategorie:Orthodoxer Metropolit Kategorie:Heiliger (19. Jahrhundert) Kategorie:Rumäne Kategorie:Geboren 1793 Kategorie:Gestorben 1873 Kategorie:Mann