Lyman (; ) ist die nördlichste Stadt in der Oblast Donezk im Osten der Ukraine. Die Stadt mit 1780 Einwohnern (2026) war bis Juli 2020 das administrative Zentrum des Rajons Lyman. mini|links|Orthodoxes Kirchengebäude in der Stadt
Die Stadt ist ein Eisenbahnknotenpunkt mit einem Bahnhof einschließlich Rangierbahnhof an der Bahnstrecke Charkiw–Horliwka und zu den industriellen Zentren des Donezbeckens. Sie wird daher auch „Nordtor des Donbass“ genannt. Eine weitere Bezeichnung für die Stadt ist „Donezker Schweiz“ aufgrund der Pinienwälder und blauen Seen in der Umgebung. Daher ist neben dem Bahnbetrieb der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle der Stadt, denn die schöne und ruhige Umgebung zieht nicht nur Touristen und Pilzsammler, sondern auch Jäger an, die in den Wäldern Wildschweine, Rehe, Füchse, Hasen und manchmal Wölfe antreffen.Informationsportal Donezk (ukrainisch) mini|links|Bahnhof im Ort
Geographie Die Stadt liegt im Donbass, sieben Kilometer nördlich vom Ufer des Siwerskyj Donez, 25 Kilometer nordöstlich der nächstgelegenen Großstadt Slowjansk und 135 km nördlich des Oblastzentrums Donezk.
Geschichte Von den Kosaken 1667 als Lyman (Лиман) gegründet, hieß der Ort von 1925 bis zum 4. Februar 2016 Krasnyj Lyman (Красний Лиман).Верховна Рада України; Постанова від 04.02.2016 № 984-VIII Про перейменування окремих населених пунктів та районів Der Ort besitzt seit 1938 den Status einer Stadt. Im Laufe des Zweiten Weltkrieges wurde er am 1. Februar 1943 von der Besetzung durch die Wehrmacht befreit. (ukrainisch) Seit dem 26. November 1979 hat Lyman den Status einer Stadt unter Oblastverwaltung.
Seit Mai 2022 ist Lyman im Ukrainekrieg Kriegsschauplatz. Nach längerem Artilleriebeschuss und einer Infiltrierung durch die russischen Streitkräfte wurde die Stadt nach Angaben prorussischer Separatisten am Abend des 26. Mai 2022 vollständig eingenommen. Lyman ist ein wichtiger Straßen- und Eisenbahnknotenpunkt. Russlands Streitkräfte transportierten via Lyman große Teile des Nachschubs für ihre Truppen in der gesamten Ostukraine. Im September 2022 waren ukrainischen Truppen große Geländegewinne gelungen. Seit Mitte September standen die ukrainischen Truppen kurz vor Lyman. Am 1. Oktober 2022 wurde die Stadt von den ukrainischen Truppen zurückerobert. Die russischen Streitkräfte hatten sich wegen der Gefahr einer Einkesselung aus Lyman zurückgezogen. Nach der viermonatigen Besatzung wurden 200 Gräber sowie ein Massengrab gefunden. Die Leichen wurden exhumiert, um die Toten zu identifizieren und Beweise für mögliche Kriegsverbrechen der russischen Armee zu sichern.
Verwaltungsgliederung Am 23. Juli 2015 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Lyman (Лиманська міська громада/Lymanska miska hromada, bis 25. März 2016 Stadtgemeinde Krasnyj Lyman), zu dieser zählen auch noch die Siedlungen städtischen Typs Drobyschewe, Jampil, Jarowa, Nowoseliwka und Saritschne, die 30 in der untenstehenden Tabelle angeführten Dörfer sowie die 4 Ansiedlungen Myrne, Nowe, Sosnowe und StawkyВідповідно до Закону України "Про добровільне об'єднання територіальних громад" у Донецькій області Краснолиманська міська рада та Дробишевська, Кіровська, Новоселівська, Ямпільська, Ярівська селищні, Коровоярська, Криволуцька, Рідкодубівська, Рубцівська, Тернівська, Шандриголівська, Яцьківська сільські ради Краснолиманського району рішеннями від 20 і 23 липня 2015 року, bis dahin bildete sie zusammen mit den Dörfern Brussiwka, Staryj Karawan und Schtschurowe sowie der Ansiedlung Stawky die gleichnamige Stadtratsgemeinde Lyman (Лиманська міська рада/Lymanska miska rada) welche direkt der Oblastverwaltung unterstand und im Süden des ihn umschließenden Rajons Lyman lag.
Seit dem 17. Juli 2020 ist sie ein Teil des Rajons Kramatorsk.Верховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX "Про утворення та ліквідацію районів"
Folgende Orte sind neben dem Hauptort Lyman Teil der Gemeinde: Name ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch Brussiwka Брусівка Брусовка (Brussowka) Drobyschewe Дробишеве Дробышево (Drobyschewo) Derylowe Дерилове Дерилово (Derilowo) Dibrowa Діброва Диброва Iwaniwka Іванівка Ивановка (Iwanowka) Jampil Ямпіль Ямполь (Jampol) Jampoliwka Ямполівка Ямполовка (Jampolowka) Jarowa Ярова Яровая (Jarowaja) Jazkiwka Яцьківка Яцковка (Jazkowka) Kalenyky Каленики Каленики (Kaleniki) Karpiwka Карпівка Карповка (Karpowka) Kateryniwka Катеринівка Катериновка (Katerinowka) Kolodjasi Колодязі Колодези (Kolodesi) Korowyj Jar Коровій Яр Коровий Яр (Korowi Jar) Krymky Кримки Крымки (Krymki) Krywa Luka Крива Лука Кривая Лука (Kriwaja Luka) Losowe Лозове Лозовое (Losowoje) Lypowe Липове Липовое (Lipowoje) Myrne Мирне Мирное (Mirnoje) Nowe Нове Новое (Nowoje) Nowomychajliwka Новомихайлівка Новомихайловка (Nowomichailowka) Nowosadowe Новосадове Новосадовое (Nowosadowoje) Nowoseliwka Новоселівка Новосёловка (Nowosjolowka) Oleksandriwka Олександрівка Александровка (Alexandrowka) Oserne Озерне Озёрное (Osjornoje) Ridkodub Рідкодуб Редкодуб (Redkodub) Rubzi Рубці Рубцы (Rubzy) Sakitne Закітне Закотное (Sakotnoje) Saritschne Зарічне Заречное (Saretschnoje) Schandryholowe Шандриголове Шандриголово (Schandrigolowo) Schtschurowe Щурове Щурово (Schtschurowo) Selena Dolyna Зелена Долина Зелёная Долина (Seljonaja Dolina) Serednje Середнє Среднее (Sredneje) Sosnowe Соснове Сосновое (Sosnowoje) Staryj Karawan Старий Караван Старый Караван (Stary Karawan) Stawky Ставки Ставки (Stawki) Terny Терни Терны Torske Торське Торское (Torskoje) Wowtschyj Jar Вовчий Яр Волчий Яр (Woltschi Jar)
Bevölkerung + Bevölkerungsentwicklung 1897 1926 1939 1959 1970 1979 1989 2001 2005 2014 2019 4.653 3.402 25.201 28.911 30.383 31.755 31.192 28.172 26.040 22.315 21.007 Quellen: 1897 Volkszählung 1897; ab 1926Demographie ukrainischer Städte auf pop-stat.mashke.org; abgerufen am 12. Dezember 2019.
Im Jahre 2001 hatte die Stadt 28172 Einwohner. 84,4 % der Bevölkerung gaben an ethnische Ukrainer zu sein, 13,8 % identifizierten sich als Russen, und 0,8 % als Belarussen.
69,8 % der Bevölkerung bezeichneten Ukrainisch als ihre Muttersprache, 29,8 % sprachen Russisch, während 0,5 % keine Angaben machten oder eine andere Sprache nutzten.web.archive.orgsocialdata.org.ua
Persönlichkeiten Leonid Denissowitsch Kisim (1941–2010), sowjetischer Kosmonaut Ihor Rasorjonow (* 1970), ukrainischer Gewichtheber
Weblinks
Eintrag zum Ort in der Enzyklopädie der modernen Ukraine (ukrainisch) Seite des Rajon (russisch)
Siehe auch
Liste beschädigter und zerstörter Kulturstätten in der Ukraine infolge des russischen Angriffskrieges seit 2022
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Oblast Donezk Kategorie:Gegründet 1667 Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1938 Kategorie:Rajon Kramatorsk Kategorie:Kriegsverbrechen während des russischen Überfalls auf die Ukraine