In Ekker () (weitere Schreibweisen: In Ecker oder In Eker) ist ein algerischer Ort am westlichen Rand des Hoggar-Gebirges in der Sahara, etwa 150 km nordnordwestlich von Tamanrasset.Jean Mabire, La traite des noirs, L'Ancre de la Marine, 2000. 121 S., ISBN 2-84141-163-X; online= Der Ort liegt direkt an der Nationalstraße 1 bzw. dem Algier-Lagos-Highway.
Militärisches Versuchszentrum In der Nähe von In Ekker betrieb Frankreich, bis zum Ende des Algerienkriegs Kolonialmacht in Algerien, ein Versuchszentrum des Militärs („Centre d'expérimentations militaires des oasis, CEMO“). Dort wurden zwischen dem 7. November 1961 und dem 16. Februar 1966 13 Kernwaffentests durchgeführt.siehe auch Essais nucléaires françaisCapcom Espace, encyclopédie de l'espace Den einzelnen Sprengungen gaben die Militärs Namen von Edelsteinen; die Versuchsreihe als Ganzes nannten sie „les pierres précieuses“ (die kostbaren Steine).
Von den 13 Atomtests kam es bei vier zu Zwischenfällen, der Schlimmste war der Accident de Béryl (Unfall von Beryl). Bei der unterirdischen Explosion schmolz Gestein und mehrere hundert Tonnen strahlender Lava wurde aus dem 1300 m langen und mehrfach versiegelten Tunnel im Berg geschleudert. Eine Wolke radioaktiven Gases verbreitete sich 2,6 km weiter in die Atmosphäre und kontaminierte die Umgebung und rund 2000 Beobachter des Atomtests, darunter auch Militärs und Regierungsbeamte.
Datum Name Sprengkraft 7. November 1961 Agate 10 kT TNT 1. Mai 1962 Béryl 40 kT TNT 18. März 1963 Emeraude 10 kT TNT 30. März 1963 Améthyste 2,5 kT TNT 20. Oktober 1963 Rubis 52 kT TNT 14. Februar 1964 Opale 3 kT TNT 15. Juni 1964 Topaze 2,5 kT TNT 28. November 1964 Turquoise 10 kT TNT 27. Februar 1965 Saphir 127 kT TNT 30. Mai 1965 Jade 2,5 kT TNT 1. Oktober 1965 Corindon 2,5 kT TNT 1. Dezember 1965 Tourmaline 10 kT TNT 16. Februar 1966 Grenat 13 kT TNT
Die französische Armee hat das Gelände 1967 endgültig verlassen; dies war in den Verträgen von Evian (Ende des Algerienkrieges) so vereinbart worden.Algérie Soir – 28/05/2012 :
Sonstiges Frankreich trat dem Vertrag über das Verbot von Kernwaffenversuchen in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser bis heute (2024) nicht bei.
Siehe auch Algerien#Französische Atomwaffentests Französische Kernwaffentests in Algerien Reggane (Algerien) – dort führte Frankreich in besiedeltem Gebiet vier oberirdische Atomtests durch. Bis zu 30.000 Menschen erlitten dadurch strahlungsbedingte Gesundheitsschäden.Thomas Schneider: ARD-Weltspiegel, 18. Januar 2009.A. Cowell: France to Pay Nuclear Test Victims. The New York Times, 24. März 2009.Kurt Andersen, Russell Leavitt: Atomic Test Case. Time Magazine, 26. April 2006
Weblinks Forts du Sahara Central - Bordj In Ecker Historische Fotos und Dokumente zu In Ekker, auf "Forts au Sahara Algérien" (französisch)
Einzelnachweise
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