mini|hochkant|Rolf Zick (2013)
Rolf Zick (* 16. April 1921 in Dransfeld; † 8. März 2024 in Hannover) war ein deutscher JournalistMit 102 Jahren: Hannoverscher Journalist Rolf Zick verstorben in Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 8. März 2024 und Chefredakteur von Nord-Report.
Werdegang Familie Zick entstammt einer Lehrerfamilie. Sein Vater war Hauptlehrer, von 1924 bis 1933 SPD-Mitglied und Mitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold. Nach Angaben von Rolf Zick wurde seine Schwester während der Zeit des Nationalsozialismus im Rahmen der Krankenmorde getötetDer Name ist bis dato nicht verzeichnet s. dazu: Liste der Namen von Opfern der NS-"Euthanasie", und sein Vater im Zuge des von den Nationalsozialisten erlassenen Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums degradiert und zwangsversetzt.
Ausbildung, Kriegseinsatz und Kriegsgefangenschaft Zick legte 1939 sein Abitur am Martino-Katharineum Braunschweig ab und wurde zur Wehrmacht eingezogen.Drei rüstige Alte feiern Kronjuwelen-Abitur in: Braunschweiger Zeitung vom 8. März 2009Rolf Zick: Am Ende der Kräfte Als Flakkommandant erlebte er 70 Luftangriffe auf Hannover.Gespräch mit dem Zeitzeugen Rolf Zick (99): „Corona und Krieg? Um Gottes Willen: Das kann man doch nicht vergleichen!“, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 21. April 2020
Er war bis 1948 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft, wo er nach seinen Angaben für medizinische Versuche missbraucht wurde., erschienen in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22. Mai 2012
Berufstätigkeit als Journalist mini|Rolf Zick beim Interview im Niedersächsischen Landtag (2013)
Er begann nach Rückkehr aus der Gefangenschaft seine journalistische Laufbahn zunächst als Lokalreporter in Göttingen. in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 1. Mai 2011
Im Jahr 1960 kam er nach Hannover und berichtete von da an jahrzehntelang über niedersächsische Landespolitik. 1974 gründete er das selbstständige Pressebüro Nord-Report in Hohenzollernstraße, dessen Chefredakteur er war.Ministerpräsident ehrt Rolf Zick, Niedersächsische Staatskanzlei, 30. April 2011 Von 1970Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1383. bis 1988 und von 1989 bis 1990 war er Vorsitzender der niedersächsischen Landespressekonferenz.
Zicks Tochter Anne-Maria Zick führte den Nord-Report weiter, der mit dem Rundblick – Politikjournal für Niedersachsen zusammengelegt wurde.Reporter-Legende Rolf Zick wird zum 90. geehrt, Kreiszeitung, 29. April 2011Lobgesänge in eigener Sache, Rundblick, 24. Januar 2011
Kontroverse zu Zicks Mitgliedschaft in der NSDAP Im August 2020 wurde bekannt, dass Zick am 30. Juni 1939 die Aufnahme in die NSDAP beantragte und zum 1. September desselben Jahres aufgenommen wurde (Mitgliedsnummer 7.117.445).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/50271328 Zick gab daraufhin an, nichts von der Mitgliedschaft zu wissen, da er nie einen Antrag gestellt habe.Historiker halten eine „unbewusste Mitgliedschaft“ für undenkbar, s. dazu: Rolf Zick kann sich nicht erinnern. In: taz, 16. Oktober 2020 Der Historiker Christian Alexander Wäldner warf Zick dagegen vor, dass er seine NSDAP-Mitgliedschaft bisher verschwiegen habe, spreche gegen seine bisherige Erinnerungsarbeit. „Er wirkt in seinen Büchern, auch seinen Darstellungen über die eigene Rolle im Krieg, wie ein Opfer – etwa in der Kriegsgefangenschaft. Hinweise auf die Opfer der Deutschen fehlen dort leider.“
Ehrungen 1981 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse 1994 Großes Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens 2011 Niedersächsische Landesmedaille. In: Celle Heute, 1. Mai 2011, Abruf am 10. März 2024Landesmedaille für Rolf Zick in: Nord-West-Zeitung 2011 Ehrenvorsitzender der Landespressekonferenz NiedersachsenLandesPresseKonferenz Niedersachsen im Landtag NiedersachsenLeute: Rolf Zick. In: Menschen machen Medien (verdi), 06-07/2011 (PDF 3,7 MB), S. 45 2020 Leibniz-Ring des Presse Clubs HannoverHannoversche Allgemeine Zeitung vom 10. Juni 2020, S. 18 2021 Ehrenvorsitzender des Presse Clubs Hannover
Veröffentlichungen (mit Burkhard Nowotny): Hörfunk in Grossbritannien. Privater Lokalrundfunk. Verband Nordwestdeutscher Zeitungsverleger, 1980. (mit Maria Haldenwanger, Rolf Manfred Hasse): Kostbarkeiten in Bibliotheken Niedersachsens, Hrsg.: Arbeitsgemeinschaft der Bibliotheken in Niedersachsen, Hannover 1996. Ich war dabei und habe überlebt (Eigenverlag), ISBN 3-00-002062-4, 1997 (5. Auflage, 2002)Löblicher Beitrag: Erlebnisbericht eines Kriegsgefangenen Das Ostpreußenblatt/Preußische Allgemeine Zeitung, 22. März 2003 Die Landespressekonferenz am Puls des Geschehens. LPK, Hannover 1997, ISBN 3-00-002338-0 Landesverkehrswacht Niedersachsen: 50 Jahre jung – Eine Dokumentation, Landesverkehrswacht Niedersachsen, 2001 Die CDU in Niedersachsen: eine Chronik. Konrad-Adenauer-Stiftung, Sankt Augustin 2008, ISBN 978-3-940955-28-9. 60 Jahre Zahnärztekammer Niedersachsen – Eine Chronik 1949–2009, Zahnärztekammer Niedersachsen, 2009 Walter Hirche – Ein Liberaler aus Niedersachsen. Georg Olms Verlag, Hildesheim 2014, ISBN 978-3-487-08534-0. Ein starkes Land im Herzen Europas: die CDU in Niedersachsen 1945 bis 2015. Konrad-Adenauer-Stiftung, Sankt Augustin / Berlin 2016, ISBN 978-3-95721-190-3. Der letzte Zeitzeuge : Ein halbes Jahrhundert hinter der landespolitischen Bühne. Hrsg. Presse Club Hannover e. V., Olms Verlag, Hildesheim, Zürich, New York 2021, ISBN 978-3-487-08635-4.
Weblinks
Rolf Zick: Der Zeitzeuge wird 100 in: Rundblick – Politikjournal für Niedersachsen vom 11. April 2021 Hannover: Leibniz-Ring für Journalist Rolf Zick (99) in: Neue Presse vom 14. Oktober 2020 Rolf Zick auf der Website des Landes Niedersachsen Rolf Zick auf dem Zeitzeugenportal
Einzelnachweise
Kategorie:Journalist (Deutschland) Kategorie:Zeitungsjournalist Kategorie:Chefredakteur Kategorie:Autor Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Träger der Niedersächsischen Landesmedaille Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Person (Hannover) Kategorie:Hundertjähriger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1921 Kategorie:Gestorben 2024 Kategorie:Mann