Horst Naumann (* 12. Oktober 1908 in Riesa; † 20. Februar 1990 in Dresden) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben Von 1923 bis 1925 absolvierte Horst Naumann eine Ausbildung bei dem Kunstmaler Johannes Uhlig in Dresden. Anschließend studierte er bis 1927 an der Akademie der bildenden Künste zu Dresden bei den Professoren Richard Müller, Hermann Dittrich und Otto Dix. Wegen politischer Tätigkeit wurde er jedoch 1927 relegiert. An der Staatlichen Akademie für Kunstgewerbe zu DresdenHochschule für Bildende Künste Dresden (Hrsg.): Dresden. Von der Königlichen Kunstakademie zur Hochschule für Bildende Künste [1764 – 1989]. VEB Verlag der Kunst Dresden, 1990, Fachrichtung Dekorative Malerei, war er Meisterschüler bei Professor Paul Rößler von 1927 bis 1930. 1934 wurde sein einziger Sohn geboren.

1927 trat Horst Naumann der KPD bei. Als sich 1929 auch im Dresdner Raum die Assoziation revolutionärer bildender KünstlerMuseum der Stadt Greifswald (Hrsg.): Katalog zur Ausstellung ASSO Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler – Gruppe Dresden. Ausstellung im Museum der Stadt Greifswald September – November 1969. Satz und Druck: Ostsee-Druck Rostock, Zweigbetrieb Greifswald, 1969 gegründet hatte, wurde er neben Künstlern wie Herbert Gute, Otto Griebel, Hans und Lea Grundig, Wilhelm Lachnit, Curt Querner und anderen Mitglied dieser Künstlerbewegung und zeichnete eine Zeit lang verantwortlich für die Studentenzeitung „stoß von links“.Zentralantiquariat der Deutschen Demokratischen Republik, Leipzig (Hrsg.): stoß von links – Organ der Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Dresdens – Nr. 1 (Februar 1931) – Nr. 9 (Nov./Dezember 1932). Nationales Druckhaus, Betrieb der VOB National, 1055 Berlin, 1982 In dieser Zeit entstand sein Ölgemälde „Weimarer Fasching“. bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Heute ist es in der Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu sehen. Außerdem war er Mitarbeiter im Verband der Opfer der Arbeit und des Krieges, arbeitete dort für die „Rentenquetsche“. Des Weiteren betätigte er sich als Pressezeichner für die „Rote Fahne“, die „Arbeiterstimme“ sowie die „Volksstimme“. Mit seinem 1931 geschaffenen Veranstaltungsplakat „Revolutionskundgebung“Plakat „Revolutionskundgebung“ in der Europeana begann eine Reihe von politisch orientierten Plakaten.

In den Jahren 1930/1931 arbeitete er im Deutschen Hygiene-Museum Dresden, von 1931 bis 1937 als Gebrauchsgrafiker bei der AG für Kunstdruck Niedersedlitz. 1934 wurde Horst Naumann von den Nationalsozialisten verhaftet und verbüßte eine 6-monatige Haft als politischer Gefangener in der „Mathilde“ in Dresden. 1939 bis 1943 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und war dem Strafbataillon 999 zugeteilt. 1943 bis 1945 wurde Horst Naumann als Normzeichner bei den Phänomen-Werken Gustav Hiller AG Zittau und den Ernemann-Werken in Dresden dienstverpflichtet. Nach 1945 war er freiberuflich als Plakat- und Werbegestalter in Dresden tätig. Seit 1952 war er Mitglied des Verbandes Bildender Künstler (VBK) der DDR.

Eines seiner ersten Nachkriegs-Plakate „Das Neue Dresden 1946“Erika Eschebach, Holger Starke (Hrsg.): Dresden plakativ! Kunst, Kommerz und Propaganda im Dresdner Plakat (1865–1990). Katalog zur Ausstellung im Stadtmuseum Dresden. Museen der Stadt Dresden, Dresden 2011, ISBN 978-3-941843-09-7."Das Neue Dresden 1946" entstand für eine Ausstellung der Pläne für den Wieder- und Neuaufbau Dresdens. Besonders in Erinnerung sind seine Werbeträger für Zoologische Gärten, den Konsum oder das Deutsche Hygiene-Museum Dresden. Einen großen Bekanntheitsgrad erreichte er durch seine zahlreichen Briefmarkenserien, die mehrfach mit der „Goldenen Briefmarke“ ausgezeichnet wurden.Michail Petrowitsch Sokolow (UdSSR)/Peter Fischer (DDR) (Hrsg.): DDR – UdSSR im Spiegel der Philatelie. transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin, 1979 Darüber hinaus fertigte er auch Entwürfe für LeuchtwerbungenDas Neue Berlin Verlagsgesellschaft mbH (Hrsg.): Plaste und Elaste – Leuchtreklame in der DDR. 2010, das Medaillon mit Satyr für den Eingang zum Ratskeller Dresden (1965) sowie Wandmalereien für Gasträume, z. B. den Ratskeller Dresden (1964–1966)Ratskeller Dresden oder die Nacht-Tanz-Bar Gondel in der Sekundogenitur Dresden(1968).Anita Bach/Hans-Joachim Driefer/Peter Groß: Gaststätten in historischen Bauten. vb VEB Verlag für Bauwesen Berlin, 1972 Ebenfalls gestaltete er Postkarten, Briefpapier und vieles andere mehr.

Ehrungen

1970: Medaille „Gemeinsam kämpfen – gemeinsam siegen“ des Verbandes Bildender Künstler der DDR, 1978: Vaterländischer Verdienstorden der DDR in Bronze, 1979: Medaille „30 Jahre Philatelie im Kulturbund der DDR – 10 Jahre Philatelistenverband“, 1979: Medaille zum 30. Jahrestag der Gründung der DDR, 1989: Hans-Grundig-Medaille des Verbandes Bildender Künstler der DDR

Auszeichnungen „Goldene Briefmarke“

1964: für die Briefmarkenserie „Geschützte Tiere“ (1963) 1969: für die Briefmarkenserie „Niederwild“ (1968) 1974: für die Briefmarkenserie „Alte Meister“ (1973) 1978: für die Briefmarkenserie „Peter Paul Rubens“ (1977) 1980

Horst Naumann gewann zudem etliche Preise bei verschiedenen Plakatwettbewerben, erhielt weitere zahlreiche Auszeichnungen, wie die Ehrennadel der Nationalen Front in Silber, Ehrenurkunden in Anerkennung seiner langjährigen Parteiarbeit oder seiner langjährigen Mitarbeit und hervorragender Verdienste im Verband Bildender Künstler. Unter anderem durfte er sich, durch sein – heute verschollenes – Ölgemälde „Stahlveredler“, 1972 Mitglied des „Kollektivs der sozialistischen Arbeit“ Dispatcher – Edelstahlwerk Freital nennen.

Ausstellungen (unvollständig)

Einzelausstellungen 1978: „Horst Naumann Ausstellung Malerei – Grafik – Gebrauchsgrafik“, Glockenspielpavillon – Zwinger – Dresden, 23. Juli – 27. August 1978 1983: „Malerei – Plakat – Grafik Ausstellungen Horst Naumann“, Galerie der Betriebsschule „A. Hecktheuer“ Riesa, 28. März – 25. April 1983, „Kleine Galerie“ im Hans-Grundig-Klub Riesa/„Galerie 30. Jahrestag der DDR“/Karl-Marx-Oberschule Riesa, 28. April – 26. Mai 1983, 2. und 3. Ausstellung vom Kulturbund der DDR 1988: Sonderausstellung „Horst Naumann – Malerei und Grafik“, Museum für Geschichte der Stadt Dresden im Landhaus, 12. Oktober – 20. November 1988

Gruppenausstellungen 1933: Ausstellung anlässlich des Plakatwettbewerbes „Dresdner Jubiläumssommer 1933“, Lichthof des Neuen Dresdner Rathauses, 14. – 20. Januar 1933; Preisträger des Plakatwettbewerbes im Rahmen der Ausstellung „Dresdner Jubiläumssommer 1933“: 3. Preis (gemeinsam mit 4 weiteren Mitbewerbern) 1935: Dresdner Kunstausstellung 1935 1947: Ausstellung „Das Plakat“, Haus der Ständigen Musterschau, Halle, 3. September 1947 – Jahresende 1947; Preisträger des Plakatwettbewerbes im Rahmen der Ausstellung „Das Plakat“: 1. Preis 1954: Ausstellung „Gebrauchsgrafik“, Museum am Theaterplatz, Karl-Marx-Stadt, Verband Bildender Künstler Deutschlands, Bezirk Karl-Marx-Stadt, 1954 1968: Ausstellung Senioren Dresdner Gebrauchsgrafik - Dore Mönkemeyer-Corty, Horst Naumann, Willy Petzold, Will Schubert - Zwinger, Glockenspiel-Pavillon vom 11.10. bis 3.11.1968 1970: Ausstellung „Im Geiste Lenins mit der Sowjetunion in Freundschaft unlösbar verbunden“ Altes Museum Berlin, April - Juni 1970 1972/1973: „VII. Kunstausstellung der Deutschen Demokratischen Republik“, Dresden, Albertinum, 5. Oktober 1972 bis 25. März 1973 1977/1978: „VIII. Kunstausstellung der Deutschen Demokratischen Republik“, Dresden, Albertinum/Ausstellungszentrum, 1. Oktober 1977 bis 2. April 1978 1978/1979: Ausstellung „Revolution und Realismus: Revolutionäre Kunst in Deutschland 1917 bis 1933“ zum 50. Jahrestag der Gründung der Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands, Berlin, Altes Museum, 8. November 1978 – 25. Februar 1979 1979: „Nationale Briefmarkenausstellung“, Ausstellungszentrum am Fučíkplatz in Dresden, 10. – 19. August 1979 1980: Ausstellung „Kunst im Aufbruch. Dresden 1918–1933“, Albertinum/Staatliche Kunstsammlungen Dresden, 30. September 1980 – 25. Februar 1981

1984: Ausstellung „Alltag und Epoche. Werke bildender Künstler der DDR aus fünfunddreißig Jahren.“ Eine Ausstellung anlässlich des 35. Jahrestages der Deutschen Demokratischen Republik. Berlin, Altes Museum, 2. Oktober – 30. Dezember 1984 1985: Ausstellung „Künstler im Bündnis.“ Kunstausstellung aus Anlass des 40. Jahrestages der demokratischen Bodenreform. Erfurt, Gelände der Internationalen Gartenbauausstellung in den Hallen 11, 12 und 13, 23. August – 13. Oktober 1985 1986: Sonderausstellung „Dem Sozialismus gehört die Zukunft“ - Horst Naumann, Wilhelm Schubert u. A. - Museum für Geschichte der Stadt Dresden Februar bis Mitte Mai 1986

1988: Sonderausstellung „Künstler im Klassenkampf“, Museum für Deutsche Geschichte, April – Juni 1988

Gruppenausstellungen Posthum 1992: Ausstellung „Kunst! Kommerz! Visionen! – Deutsche Plakate 1888–1933“, Deutsches Historisches Museum, 1992 1994: Sonderausstellung „Tagebuch der Straße – Plakate an Dresdner Litfaßsäulen 1949–1989“, Stadtmuseum Dresden, 4. Februar – 29. Mai 1994 1996/1997: Ausstellung „Parteiauftrag: Ein neues Deutschland – Bilder, Rituale und Symbole der frühen DDR“ Deutsches Historisches Museum, 13. Dezember 1996 – 11. März 1997 2001: Sonderausstellung „Inspiration Moritzburg – Kunst im 20. Jahrhundert“, Stiftung Käthe-Kollwitz-Gedenkstätte, Moritzburg, 15. Mai – 5. August 2001 2007: Ausstellung „Überklebt – Plakate aus der DDR“, Schleswig-Holstein-Haus, Schwerin, 24. August – 21. Oktober 2007Überklebt – Plakate aus der DDR, Pressemitteilung der Stadt Schwerin 2011: Sonderausstellung „Dresden plakativ! – Kunst, Kommerz und Propaganda im Dresdner Plakat (1865–1990)“, Stadtmuseum Dresden, 2. Juli – 3. Oktober 2011Erika Eschebach, Holger Starke (Hrsg.): Dresden plakativ! Kunst, Kommerz und Propaganda im Dresdner Plakat (1865–1990). Katalog zur Ausstellung im Stadtmuseum Dresden. Museen der Stadt Dresden, Dresden 2011, ISBN 978-3-941843-09-7. 2011: Ausstellung „Neue Sachlichkeit in Dresden. Malerei der Zwanziger Jahre von Dix bis Querner“, Staatliche Kunstsammlungen Dresden/Galerie Neue Meister, Kunsthalle im Lipsius-Bau Dresden, Brühlsche Terrasse, 1. Oktober 2011 – 8. Januar 2012Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Galerie Neue Meister/Birgit Dalbajewa (Hrsg.): Neue Sachlichkeit in Dresden. Malerei der Zwanziger Jahre von Dix bis Querner. Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden/Galerie Neue Meister, Kunsthalle im Lipsius-Bau Dresden, Brühlsche Terrasse vom 1. Oktober 2011 bis 8. Januar 2012. Sandstein Verlag, Dresden, 2011 2015: Ausstellung „Anschläge von ‚Drüben‘. DDR-Plakate 1949–1990“, Museum Folkwang, 6. Februar – 19. April 2015 2017: Ausstellung „Glanz und Elend in der Weimarer Republik“, Schirn Kunsthalle Frankfurt, 27. Oktober 2017 – 25. Februar 2018 2022: Ausstellung „Karl Hans Janke - Genie und Schizophrenie“ Schloss Hubertusburg Wermsdorf, 15.05.2022 – 31.10.2022 2022: Ausstellung „Tabakrausch an der Elbe. Geschichten zwischen Orient und Okzident“, Industriemuseum Chemnitz, 8. April – 30. Dezember 2022 2023/2024: Ausstellung „Die Sammlung Beger. Zauberhafte Figuren von Wendt & Kühn“, Museum Schloss Klippenstein Radeberg, 7. Dezember 2023 bis 10. März 2024 2024: Ausstellung „VEB Museum – Das Deutsche Hygiene-Museum in der DDR“, Deutsches Hygiene-Museum Dresden, 9. März – 17. November 2024 2025: Ausstellung „European Realities – Realismusbewegungen der 1920er und 1930er Jahre in Europa“, Kunstsammlungen Chemnitz, Museum Gunzenhauser, 27.4. – 10.8.2025