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Die GSK plc (ehemals GlaxoSmithKline) ist ein britisches Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in London. Das Unternehmen entstand im Jahr 2000 durch die Fusion von Glaxo Wellcome und SmithKline Beecham. Es ist in 70 Ländern aktiv und betreibt 33 Produktionsstätten in Europa, Nordamerika und Asien. Es stellt Medikamente, Impfstoffe und allgemeine Arzneimittel her, die zur Behandlung oder zur Vorbeugung folgender Therapiegebiete dienen: Atemwegserkrankungen, Immunologie bzw. Entzündungskrankheiten, Onkologie, HIV sowie Infektionskrankheiten.
Unternehmensprofil Überblick Die GSK plc beschäftigte 2025 ca. 68.800 Mitarbeiter und gab ihren Umsatz für 2025 mit 32,7 Mrd. Britische Pfund an. Die operative Gewinne vor Steuern (total operating profit) lagen 2025 bei 7,9 Mrd. Pfund. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung lagen bei 6,6 Mrd. britischen Pfund.
Der Konzern investiert in eigene Forschung, um neue Medikamentenwirkstoffe zu entwickeln. Nach eigenen Angaben arbeitet jeder sechste Mitarbeiter im Bereich Forschung, und es werden täglich 13 Millionen Euro dafür investiert.glaxosmithkline.de: Forschung Die Forschungsanstrengungen richten sich auch auf Krankheiten, die vorwiegend in unterentwickelten Ländern verbreitet sind. GSK nimmt daher für sich in Anspruch, neben dem vorrangigen Unternehmenszweck der Gewinnerzielung auch humanitäre Ziele zu verfolgen. Das Unternehmen beschreibt sein Ziel mit dem Motto: to help people do more, feel better, live longer.About us gsk.com
GSK ist unter anderem an der NYSE und der LSE gelistet. CEO war bis Ende 2025 Emma Walmsley. Auf sie folgte Luke Miels. Aufsichtsratsvorsitzender ist seit September 2019 Sir Jonathan Symonds CBE. mini|GSK-Fabrik in Ulverston, Vereinigtes Königreich, 2008 In Deutschland hat das Unternehmen Standorte in Berlin, Dresden (GSK Biologicals Dresden), Marburg (Behringwerke), Hamburg, Heidelberg (Boxberg) und München.
Unternehmensbereiche GSK hat drei Bereiche: GSK Pharma stellt Medikamente zur Therapie von Krankheiten her. GSK Vaccines/Biologicals (GSK Bio) stellt Impfstoffe zur Prophylaxe vor Krankheiten her. GSK Consumer Healthcare stellt Gesundheitsprodukte und Hygieneartikel her.
Im Jahr 2022 hat GSK den Consumer Healthcare Bereich in ein Unternehmen mit dem Namen Haleon eingebracht, um deren Aktien an der Börse zu platzieren. Der Hauptsitz von Haleon befindet sich in Weybridge, Großbritannien. Beim Marktdebüt von Haleon an der Londoner Börse wurde das Unternehmen mit rund 30,5 Mrd. GBP (36,5 Mrd. US-Dollar) bewertet; die Aktien werden auch an der New Yorker Börse gehandelt. Das Consumer-Healthcare-Geschäft war zuvor ein Joint Venture zwischen GSK und Pfizer, an dem die beiden Unternehmen mit 68 % bzw. 32 % beteiligt waren.
Geschichte
Im Dezember 2000 entstand GlaxoSmithKline plc. aus der Fusion von Glaxo Wellcome und SmithKline Beecham und wurde damit direkt der größte Pharmakonzern der Welt. Wie auch andere forschende Pharmaunternehmen arbeitete GlaxoSmithKline daran, Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung mit Patenten und Marken mit Markenrechten zu schützen. So zog GlaxoSmithKline vor Gericht, um 2002 ein Patent auf Amoxicillin und 2003 auf Paroxetin zu schützen; beide Verfahren gingen verloren.
Auf der Aktionärsversammlung am 19. Mai 2003 verweigerten die Aktionäre die Auszahlung von 22 Millionen Pfund als Bonuszahlung an Jean-Pierre Garnier. Das war das erste Mal, dass sich Aktionäre so gegen einen großen britischen Konzern wehrten. Es gilt als Wendepunkt beim Kampf der Aktionäre gegen überhöhte Boni für Vorstände.
Im Juni 2004 stand GlaxoSmithKline vor Gericht und musste sich gegen den Vorwurf verteidigen, klinische Studien zu verhindern. Diese Studien sollten zeigen, ob der gegen Depressionen eingesetzte Wirkstoff Paroxetin tatsächlich effektiver ist als Placebos, oder ob er im Gegenteil das Suizidrisiko junger Menschen erhöht, die an Depressionen leiden.
Die BBC sendete in diesem Zusammenhang 2004 einen Bericht, dem zufolge GlaxoSmithKline plc. in New Yorker Kinderheimen an HIV-positiv getesteten Kindern unerprobte Medikamente anwendete.BBC-Bericht vom 30. November 2004 zur Anwendung von nichterprobten Medikamenten an Kindern
In dem Bemühen, die Transparenz von klinischen Studien zu erhöhen, hat GlaxoSmithKline als erstes Pharmaunternehmen 2004 damit begonnen, die Ergebnisse von klinischen Studien mit detaillierten Daten im Internet zu veröffentlichen. Im sogenannten GlaxoSmithKline Study Register werden sukzessive Daten von allen Studien zu GlaxoSmithKline-Produkten veröffentlicht, die der Konzern selbst durchgeführt oder finanziell unterstützt hat. Dies ist unabhängig davon, ob die Studienergebnisse „opportun“ waren. Inzwischen ist die öffentliche Registrierung von klinischen Studien in die Deklaration von Helsinki aufgenommen und ist für Ärzte in Deutschland berufsrechtlich verbindlich vorgeschrieben.
2009 gründete GlaxoSmithKline mit Pfizer ein Joint-Venture für HIV-Medizin. Sie bündelten Forschung, Entwicklung und Vermarktung von Medikamenten gegen HIV und teilten sich die hohen Kosten.GlaxoSmithKline und Pfizer gründen Joint-Venture für HIV-Medizin Im Frühjahr 2009 übernahm GlaxoSmithKline den US-Hautpflegehersteller Stiefel Laboratories für bis zu 3,6 Mrd. US-Dollar. GlaxoSmithKline zahlte 2,9 Mrd. US-Dollar an Stiefel Laboratories und übernahm zusätzlich die noch ausstehenden Schulden des Unternehmens.
Im Februar 2010 versuchte der GlaxoSmithKline-Forschungsleiter Slaoui die Veröffentlichung eines kritischen Artikels über Rosiglitazon im European Heart Journal zu verhindern. Im Juli wurde GlaxoSmithKline in einem Brief des US-amerikanischen Senate Finance Committee beschuldigt, Informationen über Probleme mit diesem Medikament nicht zeitgerecht veröffentlicht zu haben.Max Baucus, Chuck Grassley: Finance Committee Letter to the FDA Regarding Avandia. United States Senate Committee on Finance, 12. Juli 2010, abgerufen am 24. August 2010. Im Sommer 2012 wurde der Sitz in London zu einem akkreditierten Laboratorium für Dopingtests während der Olympischen Sommerspiele umfunktioniert.
Im Juli 2012 wurde GlaxoSmithKline zu einer Strafe von drei Milliarden US-Dollar aufgrund straf- und zivilrechtlicher Anklagen wegen illegaler Arzneimittelbewerbung und Zurückhalten von Informationen zur Sicherheit von Medikamenten verurteilt. Nach Aussage des US-Justizministeriums war dies bis dato der größte Betrugsfall im Gesundheitsbereich und auch die höchste jemals gezahlte Ausgleichssumme eines Arzneimittelherstellers in den USA.Bloomberg: GlaxoSmithKline Agrees to Pay $3 Billion in U.S. Drug Settlement
GlaxoSmithKline übernahm im Juli 2012 das US-amerikanische Unternehmen Human Genome Sciences. mini|hochkant|links|GSK, ehemalige Administration in Hamburg, 2013 abgerissen Im Juli 2013 erhoben chinesische Ermittlungsbehörden einen schwerwiegenden Bestechungsvorwurf gegen GlaxoSmithKline: Der Pharmakonzern soll, den Behörden nach, Millionen an chinesische Ärzte gezahlt haben.Bestechungsvorwurf gegen Glaxo-Smith-Kline, SPON vom 15. Juli 2013 Im Mai 2014 formulierten die chinesischen Behörden erstmals diese Vorwürfe auch gegen einen britischen Verantwortlichen von GSK.
2014 übernahm Novartis im Rahmen eines Tauschgeschäfts für insgesamt 16 Milliarden US-Dollar die Krebsmedikamente von GSK; GSK zahlte 7,1 Mrd. US-Dollar plus Umsatzbeteiligung für die Novartis-Impfstoffe. Sein OTC-Arzneimittel-Geschäft brachte Novartis in ein Joint Venture mit GSK ein. In 2018 hat GSK die Novartis-Anteile an dem gemeinsamen Beteiligungsgeschäft für 13 Mrd. US-Dollar übernommen.
Im April 2022 bereitet GlaxoSmithKline die Übernahme des kalifornischen Unternehmens Sierra Oncology, das Medikamente gegen seltene Krebsarten entwickelt, für 1,9 Mrd. US-Dollar vor und schloss den Vorgang kurz darauf am 1. Juli ab.
Zum 16. Mai 2022 erfolgte eine Umbenennung von GlaxoSmithKline plc zu GSK plc.
Im Mai 2022 kündigte GSK an, den US-amerikanischen Impfstoffentwickler Affinivax für über 3 Milliarden US-Dollar zu erwerben. Affinivax hat noch keine zugelassenen Produkte im Markt. Daher wird von clinical stage gesprochen. Der am weitesten fortgeschrittene Impfstoffkandidat von Affinivax (AFX3772) enthält 24 Pneumokokken-Polysaccharide sowie zwei konservierte Pneumokokken-Proteine (im Vergleich zu bis zu 20 Serotypen in derzeit zugelassenen Impfstoffen).
Am 10. September 2026 kündigte GSK die Schließung des Impfstoffwerks in Dresden an. Das 1911 gegründete Werk wurde 1992 von SmithKline Beecham übernommen und später Teil von GSK. In Dresden werden Impfstoffe gegen Grippe und Hepatitis hergestellt, deren Produktion nach Kanada verlagert werden soll. GSK begründet die Schließung mit einer weltweit rückläufigen Nachfrage und Überkapazitäten. Die Produktion soll bis September 2027 eingestellt werden, die vollständige Abwicklung des Standorts soll bis Sommer 2028 erfolgen. Von der Schließung sind rund 650 Arbeitsplätze betroffen.
Produkte (Auswahl)
(Quelle: )
Medikamente
Handelsnamen der Medikamente (Wirkstoff in Klammern) mit Anwendungsgebiet:
Anoro (Umeclidinium/Vilanterol) – Bronchodilatatoren Augmentan (Amoxicillin plus Clavulansäure), Amoxil (Amoxicillin) – Antibiotikum Avamys (Fluticasonfuroat) – Zur Behandlung des ganzjährigen und saisonalen allergischen Schnupfens Arixtra (Fondaparinux) – Antithrombotikum Bipolam, Elmendos, Lamapol, Lamictal (Lamotrigin) – Antiepileptika und Antidepressiva Benlysta (Belimumab) – Behandlung von systemischem Lupus erythematodes Elontril, Wellbutrin (Bupropion) – Antidepressivum Jemperli (Dostarlimab) – bei Endometriumkarzinom Nucala (Mepolizumab) – bei schwerem Asthma, EGPA, HES und CRSwNP Omjjara (Momelotinib) – zur Behandlung der Myelofibrose Paxil (USA), Seroxat (EU), Aropax (AUS) (Paroxetin) – Antidepressivum Relenza (Zanamivir) – Neuraminidase-Hemmer gegen Grippe Retrovir, Retrovis (Zidovudin) – Aids-Medikament Viani (Fluticason plus Salmeterol) – Therapie von Asthma/COPD Zejula (Niraparib) – bei Ovarialkarzinom Zovirax (Aciclovir) – gegen Herpesinfektionen
Impfstoffe
Der Bereich von GSK, der sich mit der Impfstoffproduktion beschäftigt, heißt GSK Vaccines/Biologicals (GSK Bio) mit Hauptsitz in Rixensart in Belgien. Dort ist auch seit langem die Entwicklungsabteilung angesiedelt, weshalb die Impfstoffe bei GSK traditionell auf „-rix“ für Rixensart enden. mini|GSK Bio in Dresden In Dresden betreibt das Unternehmen das ehemalige sächsische Serumwerk. Dort produzierte GSK Bio im Jahre 2007 70 Millionen Dosen Grippeimpfstoff und erreichte damit einen Weltmarktanteil von 14 Prozent.Dresdner Neueste Nachrichten: Außerdem befinden sich in Marburg die Behringwerke, wo GSK ebenfalls Impfstoffe produziert.
Insgesamt wurden 2006 30 zugelassene Impfstoffe hergestellt, und weitere 20 befanden sich in der Entwicklung.innovations-report.de: Unternehmensmeldung, innovations-report.de, 16. Oktober 2006.
Handelsnamen (Auswahl):
Arexvy gegen RSV Boostrix gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis Boostrix Polio gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Poliomyelitis Cervarix gegen humanen Papillomaviren, welche Gebärmutterhalskrebs auslösen können Havrix gegen Hepatitis A Priorix gegen Masern, Mumps und Röteln Rotarix gegen Humane Rotaviren Shingrix gegen Herpes Zoster (Gürtelrose) Twinrix gegen Hepatitis A und B
Gesundheitsprodukte und Hygieneartikel (2022 als Haleon abgespalten)
Besser Atmen – Nasenpflaster gegen Schnarchen Cetebe – Produktlinie von Nahrungsergänzungsmitteln und Arzneimitteln zur Vorbeugung vor und Behandlung von Erkältungskrankheiten Corega – Gebissreiniger und Haftcreme Dr. Best – Zahnbürsten Lactacyd Femina – Intimpflegeprodukte Naaprep – Nasentropfen und Nasenspray Nicotinell (Nikotin) zur Raucherentwöhnung NiQuitin (Nikotin) – Präparate zur Raucherentwöhnung Otrivin/Otriven (Xylometazolin) zur symptomatischen Behandlung von Schnupfen sowie nicht infektiöser Bindehautentzündung