Carl Friedrich Reichardt, auch Karl Friedrich Reichardt oder Charles F. Reichardt, (* 27. Juni 1803 in Giebichenstein bei Halle (Saale); † 7. August 1871 in Hamburg) war ein deutscher Architekt und Autor.

Leben Sein Vater, der Komponist Johann Friedrich Reichardt war in zweiter Ehe verheiratet. Seine Geschwister waren Johanna (verheiratet mit dem Philosophen und Dichter Heinrich Steffens), Friederike (verheiratet mit Hofrath Karl von Raumer) und Sophie (verheiratet mit dem Superintendenten Ernst Wilhelm Jacob Radecke in Wernigerode). Sein Bruder Hermann verunglückte 1801 als Gymnasiast in Magdeburg beim Schlittschuhlaufen tödlich. Aus der ersten Ehe stammten seine Halbschwestern Louise Reichardt, Komponistin und Musikpädagogin in Hamburg, sowie Wilhelmine Juliane (verheiratet mit Oberlandesgerichtspräsident Christian Friedrich Bernhard von Steltzer in Halle).

Wegen der Verfolgung seines Vaters durch die französischen Besatzungsbehörden wurde er anfangs durch die Stiefschwester Louise Caroline erzogen. Ab 1806 lebte die Familie in Berlin, 1808 kurzzeitig in Kassel und dann auf dem väterlichen Gut Giebichenstein. Dort machte er frühzeitig Bekanntschaft mit bedeutenden Dichtern, Musikern und Philosophen, wie Friedrich Schleiermacher, August Wilhelm Schlegel, Ludwig Tieck, Clemens von Brentano, Achim und Bettina von Arnim, Novalis, Wilhelm Grimm, Johann Heinrich Voß, Joseph von Eichendorff, Jean Paul, Karl Friedrich Zelter und Johann Wolfgang von Goethe.

Nach seinen Studien der Naturwissenschaften und Mathematik in Halle und Berlin wurde er an der Berliner Bauakademie zum Baumeister ausgebildet, war anschließend bei der Oberbaudeputation angestellt und führte bis 1833 Bauten für Karl Friedrich Schinkel aus. Nach seiner 1833 begonnenen Tätigkeit als Architekt in New York und Charleston lebte er seit 1840 in Hamburg und wurde nach dem Großen Brand 1842 Mitglied in der Technischen Kommission.

1846 wurde er Bürger der Stadt Hamburg, wohnte 1847 am Neuen Wall 39 in Hamburg und war danach in Nicaragua tätig. 1871 verstarb er in Hamburg.

Werk mini|Charleston Hotel, ca. 1860/1865 mini|William Roper House 1834: Chisolm Alston House in CharlestonAnsicht, abgerufen am 13. Januar 2013 1836: Entwurf der Tribüne im Hampton Park in CharlestonWashington Race Track, (englisch), abgerufen am 13. Januar 2013 1838: Roper House in Charleston (zugeschrieben) 1839: Umbau der Stadthalle in CharlestonJonathan H. Poston: The Buildings of Charleston, 1997, abgerufen am 13. Januar 2013 1839: Entwurf für das Charleston Hotel an der Meeting Street in CharlestonBildergalerie, abgerufen am 16. Januar 2013 1843: Hotel Petersburg am Jungfernstieg / Alsterarkaden in HamburgHotel Petersburg erbaut 1843: Ansicht als Stahlstich von Gottheil/Poppel?, abgerufen am 16. Januar 2013 1847–1848: Sparkasse am Adolphsplatz 2 in HamburgListe der Kulturdenkmäler im Hamburger Bezirk Hamburg-Mitte, abgerufen am 16. Januar 2013 (gemeinsam mit Hermann Peter Fersenfeldt)zwei Fotos, abgerufen am 16. Januar 2013

Schriften Einige Worte über die Wahl des Plans zum Wiederaufbau Hamburgs. (Denkschrift, 24 Seiten) „Sobald die Frage wegen Wiederaufbaues des abgebrannten Stadttheils zur Sprache kam, stellten sich als die Extreme der verschiedenen Ansichten über die Art und Weise, folgende beiden hervor: Entweder die ganze frühere Eintheilung der Bau-Plätze und Anlage der Straßen beizubehalten, wonach einem Jeden sein früherer Grundbesitz ungeschmälert verbliebe; oder den ganzen abgebrannten Theil als eine tabula rasa zu betrachten, und eine völlig neue Anlage der Straßen, Plätze, u.s.w. vorzunehmen, welches ohne allgemein durchgeführte Expropriation und Aufheben alles individuellen Grundbesitzes nicht ausführbar sei.“ Centro-Amerika. Nach den gegenwärtigen Zuständen des Landes und Volkes, in Beziehung auf die Verbindung der beiden Oceane, und im Interesse der deutschen Auswanderung bearbeitet. Vieweg, Braunschweig 1851. Nicaragua nach eigenen Anschauung im Jahre 1852, und mit besonderer Beziehung auf die Auswanderung nach den heissen Zonen Amerika's beschrieben, etc. Braunschweig 1854.S. 511, abgerufen am 16. Januar 2013 Zur Begründung einer Allgemeinen Bauordnung in Sanitäts-, Sicherheits-, Verkehrs- und Aesthetischer Beziehung. Meißner, Hamburg 1863.Bayerische Staatsbibliothek digital, abgerufen am 13. Januar 2013

Literatur Fritz Schumacher: Carl Friedrich Reichardt. Ein Pionier des Städtebaues. (= Vorträge und Aufsätze, Heft 12.) Hans Christians Verlag, Hamburg 1964. (Vortrag in der Reihe „Bedeutende Hamburger“ von Gerhard Langmaack) Kevin R. Eberle: A History of Charleston's Hampton Park. 2012, ISBN 1-60949-624-8.Deutsche biographische Enzyklopädie: (DBE), (google-online), abgerufen am 16. Januar 2013

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Einzelnachweise

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