mini|hochkant|Ōhara Tomie Ōhara Tomie (jap. ; * 28. September 1912 in Yochino-mura (heute: Motoyama), Präfektur Kōchi; † 27. Januar 2000 in Suginami, Präfektur Tokio) war eine japanische Schriftstellerin.
Leben und Wirken Ōhara Tomie wurde 1912 im Dorf Yochino im Landkreis Nagaoka als zweite Tochter des Grundschulrektors Kamejiro und seiner Frau Kome geboren. Sie besuchte von 1927 bis 1930 das Lehrerseminar in Kōchi, das sie verließ als sie an Tuberkulose erkrankte und sich bis 1938 zur Behandlung in ein Krankenhaus ihrer Heimatstadt begab. In dieser Zeit begann sie zu schreiben. 1938 veröffentlichte sie ihre Arbeit Shuku Shussei () in der Zeitschrift Bungei Shuto. Um ihre Arbeit als Schriftstellerin fortzusetzen und Kontakte in die Literaturwelt aufzubauen, zog sie während des Krieges 1941 nach Tokio.
Ihr Werk Sutomai tsumbo () – „Streptomyzin-Taubheit“ beschreibt ihre Erfahrungen als Tuberkulose-Patient. Sie wurde dafür 1956 mit dem Frauenliteraturpreis ausgezeichnet. 1960 erhielt sie den Mainichi-Kulturpreis für Literatur und Kunst und den Noma-Literaturpreis für En to iu onna ( „Eine Frau namens En“). Das ist die Geschichte von Nonaka En (1661–1726), einer gefeierten Ärztin, die 40 Jahre als Tochter eines politisch Verfemten unter Hausarrest stand. 1970 erhielt Tomie für Oyuki. Tosa Ichijō-ke no hōkai (, etwa: Schnee – Niedergang des Hauses Tosa Ichijō) erneut den Frauenliteraturpreis.
Danach schrieb sie einige kritische Biografien, etwa über den Essayisten und Maler Sunouchi Tōru (1913–1987), die Dichterinnen Hara Asano (1888–1969) und Mikajima Yoshiko (1886–1927). Aus dem Austausch mit Okakura Kakuzō und Devi Priyamvada (1871–1906) entstand das Werk Bengaru no yūshū (, Bengalische Melancholie).
1976 schloss sich Ōhara der katholischen Kirche an. Sie reiste in die Sowjetunion und nach Israel und arbeitet mit Ayako Sono zusammen. 1991 eröffnete das ihr gewidmete Ōhara Tomie Museum of Literature in ihrer Heimatstadt, zu deren Ehrenbürgerin sie ernannt wurde. Ein Jahr später wurde, unterstützt von der Zeitung Kōchi Shinbun, der Ōhara Tomie Preis eingerichtet.
Im Januar 2000 wurde Tomie ins Kyorin Universitätskrankenhaus in Suginami eingeliefert, wo sie im Alter von 87 Jahren an einer Herzinsuffizienz verstarb.
Auszeichnungen 1990 Orden des Heiligen Schatzes, 3. Verdienstklasse 1998 Preis der Japanischen Akademie der Künste, Onshi-shō Oberer 6. Hofrang
Werke (Auswahl) 1949 Chichi kaeru hi (, etwa: Der Tag, an dem Vater zurückkam) 1957 Sutomai tsumbo (, etwa: Streptomyzin-Taubheit) 1960 En to iu onna (, etwa: Eine Frau namens En), englische Übersetzung „A woman called En“ von Kazuko Furuhata und Janet Smith, Pandora Press, London, 1986, ISBN 0-86358-079-3 1962 Akumei takai onna (, etwa: Eine verrufene Frau) 1964 Yume wa shiharawazu (, etwa: Unbezahlte Träume) 1970 Oyuki. Tosa Ichijō-ke no hōkai (, etwa: Schnee – Niedergang des Hauses Tosa Ichijō) 1970 Kijo tanjō (, etwa: Hexengeburtstag) 1974 Nemuru onna (, etwa: Schlafende Frau), Autobiografie 1975 Kenreimon-in Ukyō no Daibu (, Dichter der Heian-Zeit) 1980 Ieruzaremu no tabi (, etwa: Reise nach Jerusalem) 1981 Aburahamu no makuya (, etwa: „Abrahams verschleierte Hütte“) 1983 Watashi no Izumi Shikibu (, etwa: Meine Izumi Shikibu) 1986 Bengaru no yūshū (, Bengalische Melancholie) 1987 Ōhara Tomie no Heike Monogatari (, etwa: Das Heike Monogatari von Ōhara Tomie) 1990 Menokkio (, Menocchio) 1995–96 Ōhara Tomie zenshū (, etwa: Gesamtausgabe der Werke von Ōhara Tomie)
Literatur S. Noma (Hrsg.): Ōhara Tomie. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S. 1133.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Japanisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Träger des japanischen Kulturordens Kategorie:Japaner Kategorie:Geboren 1912 Kategorie:Gestorben 2000 Kategorie:Frau