Der Mondschimmel (Originaltitel: The Moon Stallion) ist eine britische Fernseh-Miniserie von Regisseurin Dorothea Brooking aus dem Jahr 1978 mit James Greene, Sarah Sutton, Caroline Goodall und David Haig in den Hauptrollen, die vom 15. November 1978 bis zum 20. Dezember in jeweils 6 Episoden zu je 25 Minuten in der BBC1 in England ausgestrahlt wurde.
1980 wurde die sechsteilige Abenteuer-Reihe von der BBC gemeinsam mit dem Südfunk Stuttgart zu einem dreiteiligen Fernsehfilm umgearbeitet und in Deutschland unter dem Titel Der Mondschimmel am 25. Dezember 1980 in der ARD gesendet. Eine Wiederholung lief vom 25. Dezember 1987 bis zum 31. Dezember 1987 in der ARD. 2009 erschien der Film auch auf DVD.
Handlung
Teil 1 England zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der englische Archäologe Professor Purwell reist im Auftrag von Sir George Mortenhurze mit seinen beiden Kindern, der blinden Tochter Diana und dem jüngeren Sohn Paul im Zug nach Uffington, um dort Beweise für Mortenhurzes These zu suchen, dass König Artus nicht nur eine Legende, sondern in Wahrheit ein echter Feldherr gewesen ist, der mit einer gewaltigen, berittenen Armee gegen die Sachsen kämpfte.
Als die schwerfällig anmutende Dampflokomotive am Bahnhof ankommt werden Professor Purwell, Diana und Paul schließlich vom Stallmeister Todman in Empfang genommen, der sie per Kutsche zum Anwesen von Mortenhurze geleiten soll. Auf dem Weg dorthin spürt das sensitiv und spirituell veranlagte blinde Mädchen plötzlich die Anwesenheit von etwas Merkwürdigem und lässt die Kutsche anhalten. – Und tatsächlich, Todman erblickt in einiger Entfernung die Gestalt eines weißen Pferdes. Ein prächtiger Schimmel, der die vier Reisenden augenblicklich in seinen Bann schlägt. Doch so schnell wie das Tier auftauchte, so plötzlich und in Windeseile verschwindet es auch wieder hinter den Hügeln. Todman, der in Wahrheit mehr ist als nur ein Stallmeister, registriert die Beobachtung des Mädchens mit Argwohn und drängt zur Eile.
Auf dem stattlichen Landgut von Mortenhurze, namens Coleshill Hall, angekommen, werden sie schließlich von Mrs. Brooks, der Haushälterin, Wirtschafterin und guten Seele des Anwesens willkommen geheißen. Todman informiert Mortenhurze augenblicklich über die Begegnung mit dem weißen Pferd. Dieser möchte am liebsten gleich hinterher jagen, wird von Todman aber zur Geduld gemahnt, da dieser den richtigen Zeitpunkt für die Jagd auf das Pferd erst in drei Tagen zum baldigen Vollmond für gekommen hält. Mortenhurze fügt sich. In der Zwischenzeit bringt Estelle Diana auf ihr Zimmer, die sich nach kurzem Einfühlen mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut macht. Die beiden Mädchen sind sich schnell sympathisch und schließen Freundschaft. Diana erzählt Estelle von ihrer Begegnung mit dem Pferd. Es kristallisiert sich heraus, dass es sich um den legendären „Mondschimmel“ handeln könnte, um den sich eine unheimliche Sage rankt.
Professor Purwell und sein Gastgeber Sir George Mortenhurze diskutieren derweil leidenschaftlich die Arbeitsweise und das bessere Vorgehen. Dabei kristallisiert sich schnell die Unterschiedlichkeit der beiden Charaktere heraus. Auf der einen Seite der nachdenkliche und weitsichtige Wissenschaftler und Archäologe und auf der anderen Seite der Heißsporn und Pferdezüchter Mortenhurze, dem die Tiere und ihre Bedeutung in Gegenwart und Historie über alles geht. Die beiden Männer eint nur eine Sache, ihre leidenschaftliche Suche nach der Wahrheit und das Auffinden von realen Fakten.
Im Garten erzählt die etwas ältere Estelle Diana und Paul dann die Geschichte vom Mondschimmel und klärt die beiden in diesem Zusammenhang auch über den tragischen Tod ihrer Mutter auf, als Estelle noch ein Kind war. Diana erklärt dies mit einer alten Weissagung: „Wer den Mondschimmel sieht im Mondeslicht, erlebt die nächste Sonnenwende nicht!“ Estelle ist bestürzt.
Im Arbeitszimmer ereifert sich Mortenhurze gegenüber dem Professor indessen wie ein Besessener, überzeugt von seiner eigenen kühnen These, die ihm zur fixen Idee geworden ist: „König Artus, der Feldherr zu Pferde, Anführer des Widerstands gegen die Sachsen“. Er versucht den Archäologen von der Notwendigkeit zu überzeugen, stichhaltige Beweise, Zeugnisse für eine real existierende Schlacht zu suchen. Die legendäre Schlacht von Mount Badon, deren historischer Schauplatz nie entdeckt wurde. Der Professor lenkt in diesem Punkt ein, er will sich auf die Suche nach Mount Badon machen.
Estelle führt ihre Gäste derweil zu den Stallungen, wo Todman Diana und Paul ein preisgekröntes Zuchtpferd namens Duchess vorführen soll. Nach anfänglicher Weigerung gehorcht Todman schließlich und holt Duchess aus dem Stall. Jedoch nicht ohne Hintergedanken, flüstert er dem Tier doch kaum merklich einige Worte ins Ohr und das Pferd gebärdet sich urplötzlich wie der leibhaftige Satan. Nur die Tatsache, dass Diana blind ist und gleichzeitig erstarrt vor Schreck, schützt sie vor den tödlich ausschlagenden Hufen des aufgebrachten Pferdes. Nachdem Todman das Pferd auf dieselbe Weise durch Einflüsterung nach einigen Momenten der gefühlten Ewigkeit wieder zur Ruhe gebracht hat, ist der Spuk auch schon wieder vorbei. Das Tier wird lammfromm – Diana bleibt unverletzt. Todman ist ein Pferdeflüsterer, ein „Hexenmeister“ der Vierbeiner.
Um sich von dem Schrecken zu erholen, bringt man Diana auf ihr Zimmer. Dort wird sie von Mrs. Brooks, Estelle, Paul und dem Professor mit Anteilnahme, Besorgnis und liebevoller Fürsorge umfangen. Diana wird von ihrem Vater mit einer seltenen Münze beruhigt die Dragon Hill abbilden soll, wo der Heilige Georg der Sage nach den Drachen erschlagen habe soll, dessen Blut dann in den Hügeln von White Horse Hill versickerte, dessen Örtlichkeit später dadurch auch zum Schauplatz blutiger Kämpfe und heidnischer, keltischer Kampfspiele und Rituale gewesen sein soll. Der Archäologe klärt seine Tochter in diesem Kontext auch über den keltischen Namen der Epona auf, der im Römischen Diana lautet. Einer plötzlichen Eingebung folgend nennt Diana den Goldenen Zweig und verwirrt die Anwesenden mit ihrer Äußerung noch mehr. Man beschließt White Horse Hill, dem sagenumwobenen Steinernen Pferd, einen Besuch abzustatten. mini|255px|Das Steinerne Pferd bei Uffington Am nächsten Morgen reiten Sir George Mortenhurze, Estelle und Paul in aller Frühe aus, um nach dem Mondschimmel zu suchen. Auf der Höhe des Steinernen Pferdes taucht das geheimnisvolle Tier auch urplötzlich auf. Doch alle Versuche dem weißen Pferd habhaft zu werden schlagen fehl. Wieder verschwindet der Mondschimmel zwischen dem Gewirr der Hügel wie ein Geist. Geschlagen reitet die Gruppe zurück.
An der Mittagstafel dreht sich das Gespräch ausschließlich um den sagenhaften Mondschimmel und sein unheimliches Auftauchen und sein genauso schnelles und unerklärliches Verschwinden. Diana mahnt die Tafel an die gefährliche alte Weissagung vom Mondschimmel und verweist auf die Folgen! Mortenhurze ist ungehalten, weil seine Tochter die Gäste nach seinem Empfinden indiskreterweise über den Tod seiner Frau unterrichtet hat. Er glaubt nicht an diese uralte Prophezeiung. Er sieht in dem tollkühnen Schimmel lediglich ein Wildpferd, was es einzufangen gilt. Tief in Sir George Mortenhurze lodert das Feuer der Rache. Den Verlust seiner Frau hat er nie verwunden und ihr Tod hat eine traumatische Narbe hinterlassen. Er will den Mondschimmel zur Rechenschaft ziehen, dem er die Schuld für den Reitunfall seiner Frau zuschiebt, koste es was es wolle. Die Stimmung am Tisch ist gedrückt.
Nach dem Essen stellt Mortenhurze Todman im Stall zur Rede. Todman, der sich selbst als Zauberpriester sieht, mutmaßt unter den Kindern den Auserwählten, der die Macht hat. Er wähnt einen gefährlichen Rivalen. Ist es Paul? – ist es Diana? Er beschwört Mortenhurze, den Professor und Diana zu beschäftigen und dadurch abzulenken, damit er sich in aller Ruhe um Paul kümmern kann, um festzustellen ob es sich bei dem Jungen um seinen Erzrivalen um die Macht handelt.
Am darauf folgenden Tag steht die Kutsche bereit, um Professor Purwell, Estelle und Diana zum Steinernen Pferd zu bringen. Der Professor erkundigt sich froher Stimmung nach anderen Sehenswürdigkeiten aus der Gegend und Sir George Mortenhurze verweist auf das naheliegende kulturhistorische Denkmal von Wieland dem Schmied, eine heidnische Kultstätte, die von Bäumen umsäumt gleichzeitig auch ein historisches Grabmal darstellt. Der Professor ist hocherfreut, ist er doch ein Liebhaber alter Gräber und man ist sich nach kurzer Rücksprache mit Diana einig, dieser besonderen Kultstätte noch vor White Horse Hill einen Besuch abzustatten. Mortenhurze atmet erleichtert auf, wähnt er damit die kleine Gruppe doch in sicherer Entfernung zum Mondschimmel.
Derweil sind Stallmeister Todman und Paul in Richtung des Steinernen Pferdes losgeritten. Es kommt wie es kommen muss – sie begegnen wieder dem Mondschimmel, der wie aus dem Nichts dort auftaucht. Die beiden versuchen seiner Spur zu folgen doch ohne Fortune. Aufgeregt kommen Todman und Paul auf der Suche nach dem flüchtigen weißen Pferd an Wielands Schmiede vorbei, wo der Professor, Estelle und Diana inzwischen Rast gemacht und die Steine und das Grab inspiziert haben. Estelle vom Jagdfieber der beiden gepackt, beschließt augenblicklich sich an der Suche nach dem Mondschimmel zu beteiligen. Diana protestiert noch, den Schimmel nicht zu fangen. Doch vergebens, sie fühlt sich dem Tier auf eigenartige vertraute Weise verbunden.
Der Professor und Diana bleiben allein bei Wielands Schmiede zurück. Professor Purwell, erliegt seiner heimlichen Leidenschaft okkulter Stätten und er betritt erneut das Innere des prähistorischen Grabes, während Diana draußen im Freien wartet. Unvermittelt steht der Mondschimmel neben ihr. Das blinde Mädchen fühlt sich sicher in der Anwesenheit des Pferdes und darf es sogar berühren und streicheln. Zwischen Tier und Mensch gibt es eine unsichtbare Verbindung, eine seltsame Vertrautheit. In Anwesenheit des Mondschimmels hat Diana plötzlich eine Vision. Vor ihrem geistigen inneren Auge erscheint eine erhabene Gestalt auf einem weißen Pferd. Es ist der legendäre Schwarze Ritter, der auf dem Mondschimmel sitzt und mit seiner ausgestreckten Hand gen Süden weist. Von der Wucht und der Heftigkeit der Vision erschüttert bricht Diana ohnmächtig zusammen.
Der Professor, der aus dem Grab kommt, sieht seine Tochter leblos am Boden liegen und eilt erschrocken zu seiner Tochter und dann rasch den Suchenden hinterher und ruft diese zurück. Wieder an Wielands Schmiede ist Diana bereits aus ihrer kurzen Ohnmacht erwacht und lehnt etwas schwach und blass aber gefasst an einer Steinsäule. Erleichtert aber satt ob der Aufregungen für einen Tag beschließt die Gruppe den Heimweg anzutreten, nicht ohne den triumphierenden Verweis von Diana zu bekommen, dass Todman den Mondschimmel nicht gefangen hat!
Zurück auf dem Anwesen von Coleshill Hall, im Zimmer von Diana, versucht man anschließend ihre Vision zu deuten und zu ergründen. Doch die Beschreibung vom Schwarzen Ritter als König Artus mit der goldenen Krone klingt für Estelle, Paul und den Professor dann doch zu phantastisch. Alle außer Diana bleiben skeptisch.
Teil 2
Am nächsten Morgen klärt der Stallmeister, nicht gänzlich frei von Stolz, Estelle und den jungen Paul über die Macht der Schmiedekunst auf. Im Beisein des Schmieds von Coleshill Hall doziert Todman über das hohe Ansehen dieses Berufsstandes in heidnischer und auch in christlicher Zeit. Und er erinnert auch an Wieland den Schmied, den man früher sogar als Halbgott verehrte. Wie ein Zauberpriester lässt er sich auch über die Macht des Hufeisens aus, das Hufeisen als Glücksbringer, weil im Eisen Zauberkraft liegt, denn es ist das Metall der Götter, das durch Meteore und Asteroiden einstmals vom Himmel zur Erde niederfiel, geschmiedet und in seiner Macht nur gebändigt durch den psychischen Willen und die physische Kraft eines Schmieds.