Der Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU) wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie vergeben IKU. Website des Innovationspreises für Klima und Umwelt IKU, abgerufen am 9. Januar 2013 . Er wird in sieben Kategorien verliehen und ist mit insgesamt 175.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden industriell verwertbare Innovationen, die einen Beitrag zu Klima- und Umweltschutz leisten. Der IKU ist aus dem BDI-Umweltpreis hervorgegangen und wurde seit 2009 zunächst jährlich vergeben. Seit 2011 erfolgt die Verleihung in Anpassung an den Europäischen Umweltpreis im Zweijahresrhythmus.
Kategorien Der IKU wird in den folgenden Kategorien verliehen:IKU: Die Kategorien. Website des Innovationspreises für Klima und Umwelt IKU, abgerufen am 20. Januar 2017. Prozessinnovationen für den Klimaschutz: Innovative Technologien, Techniken, Verfahren oder Prozesse, die das primäre Ziel verfolgen, den Energieverbrauch und/oder die Emissionen von Treibhausgasen zu verringern. Produkt- und Dienstleistungsinnovationen für den Klimaschutz: Innovative Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle, die das primäre Ziel verfolgen, den Energieverbrauch und/oder die Emissionen von Treibhausgasen zu verringern. Umweltfreundliche Technologien: Innovative Technologien, Techniken, Verfahren oder Prozesse, deren Umweltleistung nicht primär im Klimaschutz liegt, auch wenn dies als Nebeneffekt auftritt. Umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen: Innovative Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle, deren Umweltleistung nicht primär im Klimaschutz liegt, auch wenn dies als Nebeneffekt auftritt. Klima- und Umweltschutz-Technologietransfer in Entwicklungs- und Schwellenländer und Staaten Osteuropas: Innovative Technologien, Techniken, Verfahren, Prozesse, Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle, die das Ziel verfolgen, vorbildhaft zum Klima- und Umweltschutz der Zielländer beizutragen. Innovation und biologische Vielfalt: Innovationen, die dem Klima- und Umweltschutz durch Verbesserung der Biodiversität dienen. Nutzung des digitalen Wandels für klima- und umweltfreundliche Innovationen: Innovationen, die Chancen des digitalen Wandels für den Klima- und Umweltschutz nutzen.
Auswahlkriterien und -verfahren Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ist wissenschaftlicher Partner des IKU und beurteilt die Bewerbungen nach folgenden HauptkriterienIKU: Das Auswahlverfahren. Website des Innovationspreises für Klima und Umwelt IKU, abgerufen am 20. Oktober 2017.: Innovationsleistung: Fortschrittlichkeit gegenüber dem Stand der Technik Beitrag zum Klima-, Umwelt-, Ressourcen-, Natur- und Gesundheitsschutz, im Einzelnen Klimaschutz und effiziente Nutzung von Energie Erhalt der Biodiversität Ressourcenschonendes, rohstoffeffizientes Wirtschaften, einschließlich des Recyclings und der Nutzung nachwachsender Rohstoffe Vermeidung von gefährlichen Stoffen Lärmbekämpfung, Luftreinhaltung und Gewässerschutz Abfallvermeidung, Bodenschutz Arbeitsschutz
Darüber hinaus werden auch die folgenden Kriterien berücksichtigt: Marktpotential der Innovation Vorteile für Verbraucher und Unternehmen Mögliche Synergieeffekte In Kategorie 5 „Technologietransfer“: Vorteile für die Bevölkerung des Ziellandes, Nutzung der vor Ort gegebenen Ressourcen
Basierend auf diesen Kriterien ermittelt das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung für jede Kategorie Preiskandidaten und schlägt sie der IKU-Jury vor. Die Jury unter Vorsitz von Ottmar Edenhofer entscheidet über die PreisträgerIKU: Website des Innovationspreises für Klima und Umwelt IKU, abgerufen am 3. März 2016..
Preisgeld und -verleihung Die Sieger der sieben Kategorien erhalten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro.IKU: Gute Gründe für die Teilnahme. Website des Innovationspreises für Klima und Umwelt IKU, abgerufen am 20. Oktober 2017. In einer feierlichen Zeremonie übergeben die Bundesumweltministerin und der Präsident des BDI die Innovationspreise für Klima und Umwelt.
Preisträger IKU 2022 Preisträger sind:https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2022/05/20220516-zehn-unternehmen-erhalten-deutschen-innovationspreis-fur-klima-und-umwelt.html
Kategorie „Nutzung des digitalen Wandels für klima- und umweltfreundliche Innovationen“ ENEKA Energie und Karten GmbH (Rostock): kartografische Software-Toolbox zur Unterstützung von Kommunen bei der Energie- und insbesondere der Wärmeplanung etalytics GmbH (Darmstadt): KI-gestütztes Energiemanagement
Kategorie „Produkt- und Dienstleistungsinnovationen für den Klimaschutz“ Fraunhofer Institut UMSICHT (Oberhausen) und Volterion (Dortmund): Kostensenkung für Stacks von Redox-Flow-Batterien Kueppers Solutions GmbH (Gelsenkirchen): weltweit erster im 3D-Druck hergestellter Serienbrenner mit optimierter Wärmerückgewinnung
Kategorie „Prozessinnovationen für den Klimaschutz“ Grundfos GmbH (Erkrath): iGRID zur Unterteilung von Fernwärmenetzen in einzelne Zonen HeidelbergCement AG (Heidelberg): Verfahrenskonzept zur Kreislaufwirtschaft von Beton, Zuschlagstoffen, Zement und Kohlendioxid
Kategorie „Kooperation mit Entwicklungs- und Schwellenländern bei technischen oder sozialen Innovationen für Umwelt- und Klimaschutz“ Klink Textile Pflege-Dienste (Salzgitter): Verfahren zur Wasser-, Chemikalien- und Energieeinsparung bei den industriellen Waschprozessen der Jeansproduktion TFE Energy GmbH (München): zeit- und kostensparende Planung von Elektrifizierungsprojekten mittels KI und Satellitendaten
Kategorie „Umweltfreundliche Technologien“ Kurtz GmbH (Kreuzwertheim): Einsatz von Radiofrequenz-Technologie zur Herstellung von Formschaumteilen, dadurch Einsparung von Wasser und Energie sowie Einsatz von Biopolymeren und recyceltem Kunststoff möglich
Kategorie „Umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen“ SCHUNK (Lauffen) in Zusammenarbeit mit INNOCISE: Greifer, der auf dem Prinzip der Adhäsion basiert, ermöglicht eine automatisierte Handhabung auch in hygienisch sensiblen Umgebungen oder für empfindliche Werkstücke, ohne zusätzlichen Energieaufwand
IKU 2020
In der Kategorie »Innovation und biologische Vielfalt« wird die Bahnlog GmbH aus St. Ingbert für integrierte Maßnahmen zum Biotop- und Artenschutz in den alltäglichen Abläufen der Firma ausgezeichnet. Das Unternehmen zeige, welches Potenzial ein Firmengelände für die Unterstützung der lokalen Artenvielfalt bieten kann. Die Gerotor GmbH aus Puchheim gewinnt in der Kategorie »Prozessinnovationen für den Klimaschutz« mit der Weiterentwicklung des Prinzips eines Schwungmassenspeichers mit neuer Technologie und künstlicher Intelligenz zu einem innovativen Hochleistungsspeicher. Die Lorenz GmbH & Co. KG aus Schelklingen stellt in ihrer intelligent vernetzten Fabrik smarte Wasserzähler her, für die eine 100-prozentige Wiederverwendung über mindestens zwei Produktlebenszyklen hinweg sichergestellt wird. Das verringere den Energie- und Ressourcenaufwand und ermögliche eine echte Kreislaufwirtschaft. Dafür erhält das Unternehmen den Preis in der Kategorie »Umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen«. Die Sulfotools GmbH aus Darmstadt macht die Clean Peptide Technology (CPT) marktreif. In diesem Prozess zur Peptidherstellung werden wasserlösliche Schutzgruppen eingesetzt, sodass auf giftige organische Lösemittel verzichtet werden kann. An das Unternehmen geht ein Preis in der Kategorie »Umweltfreundliche Technologien«. In der Kategorie »Produkt- und Dienstleistungsinnovationen für den Klimaschutz« gewinnen die Landesenergieagenturen Baden-Württembergs, Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens mit der Entwicklung des interaktiven Portals Kom.EMS. Dieses Portal unterstützt kommunale Verwaltungen bei Einführung, Verbesserung und Verstetigung ihres Energiemanagements und ermögliche so durch nichtinvestive Maßnahmen Einsparungen von 15 Prozent. Die vilisto GmbH aus Hamburg bietet ein digitales und selbstlernendes Wärmemanagement für Nichtwohngebäude an. Dazu werden die Heizkörperthermostate »ovis« eingesetzt, die über eine integrierte Anwesenheitserkennung verfügen. Durch dieses Wärmemanagement werden durchschnittlich 25 Prozent der Heizenergie eingespart. Dafür erhält das Unternehmen den Preis in der Kategorie »Nutzung des digitalen Wandels für klima- und umweltfreundliche Innovationen«. Die watttron GmbH aus Freital gewinnt den Preis in der Kategorie »Umweltfreundliche Technologien« für die Entwicklung von cera2heat. Dabei handelt es sich um ein neues Heizsystem für Thermoformprozesse, zum Beispiel zur Herstellung von Verpackungen wie Joghurtbechern. Damit lassen sich 30 Prozent und mehr an Kunststoff und Heizenergie einsparen.
IKU 2017 Die Viessmann Kühlsysteme GmbH entwickelte mit ESyCool green ein System, welches Strom für den Lebensmitteleinzelhandel einspart, indem das gesamte Energiemanagement für die Kühlung der Kühlregale und die Gebäudeheizung über kleine, hermetisch dichte Wärmepumpen mit dem fluorfreien Kältemittel R-290 (Propan) realisiert wird.IKU: Newsroom des Innovationspreises für Klima und Umwelt IKU, abgerufen am 23. Februar 2018. Der Creapaper GmbH aus Hennef gelang es, Grasfasern als Rohstoff für die Papierherstellung rein mechanisch und ohne chemische Zusätze aufzubereiten, um damit umweltfreundlicheres Papier zu entwickeln.Creapaper GmbH - IKU Die Mayer & Cie. GmbH & Co. KG aus Albstadt gewann mit der Technologie Spinit 3.0 E, die drei herkömmliche Maschinen im Spinn- und Strickprozess in der Textilherstellung durch eine einzige ersetzt und somit Energie und Rohstoffe einspart. Der Spezialchemie-Konzern LANXESS AG hat gemeinsam mit den Projektpartnern INVITE GmbH und HELLER-LEDER GmbH & Co. KG einen neuen Herstellungsprozess für Nachgerbstoffe aus Nebenprodukten der Lederherstellung in dezentralen Anlagen direkt in den Gerbereien entwickelt. Fossile Rohstoffe werden durch Nebenprodukte der Lederindustrie und nachwachsende Rohstoffe ersetzt sowie große Energiemengen für Sprühtrocknung und Transporte eingespart. In der Kategorie „Klima- und Umweltschutztechnologietransfer in Entwicklungs- und Schwellenländern und in Staaten Osteuropas“ wurden zwei Unternehmen ausgezeichnet: MicroEnergy International GmbH hat das Konzept der Schwarmelektrifizierung entwickelt, welches mit dem Tochterunternehmen ME SOLshare Ltd. in Bangladesch umgesetzt wird. Dabei werden existierende Solarpanele von benachbarten Haushalten mit Hilfe intelligenter Controller (SOLbox) verbunden und ermöglichen einen dezentralen Netzaufbau. Der produzierte Solarstrom kann dadurch umfangreicher genutzt und zwischen den Haushalten verkauft werden. Die Renewables Academy AG (RENAC) fördert die Märkte von grünen Energien und Klimaschutz durch Capacity Building im Finanzsektor von Schwellenländern. Ihr Konzept zur Vermittlung von Wissen über erneuerbare Energien und Energieeffizienz sowie zu internationalen Finanzierungsinstrumenten hilft entsprechende Investitionen anzuregen. Ein Sonderpreis zu „Innovation und biologische Vielfalt“ ging an den Christliche Fachkräfte International (CFI) e.V. Der Verein nutzt zusammen mit seinem Partner Ndejje Universität Maisspindeln als Abfallbiomasse zur Brikettherstellung in Uganda. Das Verfahren verringert die Abholzung und erhöht die Biodiversität, Gesundheit und Energieeffizienz im Land.
IKU 2015 Die Clariant Produkte GmbH entwickelte ein Verfahren zur klimafreundlichen und nachhaltigen Herstellung von Zellulose-Ethanol aus Agrarreststoffen.IKU: Newsroom des Innovationspreises für Klima und Umwelt IKU, abgerufen am 22. Februar 2016. Die beiden Unternehmen geoKOAX GmbH und Aqua-Concept GmbH entwickelten gemeinsam eine innovative Erdwärmesonde, welche die Nutzung von Erdwärme auch in Trinkwasserschutzgebieten und auf sehr kleinen Grundstücken ermöglicht.